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Menschenrechte

Nie dagewesener Fall: Mann wird in 346 Fällen des Kindesmissbrauchs angeklagt

in Kriminalität/Menschenrechte von

Ein Mann aus Dänemark wurde angeklagt, weil er den sexuellen Missbrauch und die Vergewaltigung von hunderten philippinischer Kinder bestellt und gegen Bezahlung durchgeführt hat.

Im Verlauf der letzten Monate sind zahlreiche Erwachsene ihrer gerechten Straft dafür zugeführt worden, dass sie ungezügelt Kinder sexuell missbraucht haben. Dies ist gelungen, weil mehrere bedeutende Pädophilen-Ringe zerstört und aufgedeckt worden sind. Während die meisten Täter mit zahlreichen Fällen der Kindesvergewaltigung und des Kindesmissbrauchs überführt worden sind, hat ein dänischer Mann sie alle übertroffen: Er wurde am vergangenen Mittwoch dessen angeklagt, dass er in 346 Fällen sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigungen an Minderjährigen angeordnet und daran teilgenommen hat. Der 70-Jährige, dessen Name von den Behörden unter Verschluss gehalten wird, hatte „auf Abruf“ („On-Demand“) Kindesvergewaltigungen und sexuellen Missbrauch per Livestream bestellt, die er dann auf seinem Computer abgespeichert hat. Die Opfer, manche sogar erst drei Jahre alt, stammten größtenteils von den Philippinen. Der Mann hat für jeden Akt ungefähr 40 US-Dollar (etwa 37,68 Euro) oder weniger gezahlt, der dann per Livestream auf seinen Computer übertragen wurde.

Die Anklageschrift gegen den namenlosen Mann umfasst 119 Seiten. Darin wird die verstörende und verdorbene Art der Akte beschrieben, in die er den Beschuldigungen zufolge involviert war. In einem Fall wurde ein vier Jahre altes Mädchen von ihrer eigenen Mutter auf Wunsch des dänischen Mannes hin sexuell missbraucht. In einem anderen Beispiel wurde ein drei Jahre altes Mädchen dazu gezwungen, Oralsex an einem fünf Jahre alten Mädchen durchzuführen.

Der Online-Täter wurde bereits im Februar letzten Jahres in Brøndby verhaftet, ein Vorort von Kopenhagen. Die Verhaftung erfolgte, nachdem die Kopenhagener Vestegn-Polizei einen Hinweis von ausländischen Strafverfolgungsbehörden erhalten hatte. Aufgrund des gewaltigen Umfangs des Beweismaterials arbeiteten die Strafverfolger und auch die Polizei jedoch mehr als ein Jahr daran, all die Informationen durchzugehen und um offizielle Anklage erheben zu können – sie nennen es einen „Fall von historischem Ausmaß“. Flemming Kjærside vom Cyber Crime-Zentrum der dänischen Nationalpolizei kommentierte den gigantischen und nie dagewesenen Umfang des Falles. Er sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau: „Soweit ich weiß, hatten wir weltweit noch keinen einzigen Fall, in dem ein einzelner Mensch so vieler Übergriffe angeklagt wird.“

Obwohl der Fall tatsächlich aufgrund der schieren Anzahl der Vorwürfe historisch ist, die gegen den beschuldigten Sexualstraftäter erhoben werden, ist es nicht das erste Mal, dass Pädophile in Dänemark dabei ertappt werden, wie sie online sexuellen Missbrauch und damit in Verbindung stehende Verbrechen online bestellen. In einem Fall wurde 2014 ein Mann aus Nordjütland zu dreieinhalb Jahren Haft im Gefängnis verurteilt, weil er die Vergewaltigung von mehreren philippinischen Kindern angeordnet hatte. Ein Jahr später wurden dann zehn Menschen festgenommen, die in Verbindung mit einem ähnlichen Fall standen. Allerdings wurden neun von ihnen aus Mangel an Beweisen dann wieder entlassen. Es ist bei der Untersuchung solcher Verbrechen oft schwer, an Beweise heranzukommen, da viele Täter die Aufnahmen der Livestreams nicht auf ihren Computern abspeichern. Dieser aktuelle Fall soll am 28. Februar in der Stadt Glostrup vor Gericht gehen; ein Urteil wird im Juni erwartet.

Bildquelle des Titelbilds: Reuters. Übersetzt aus dem Englischen von trueactivist.com.

Quellen:


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7 berühmte Marken, die mit Kindersklaven eure Schokolade herstellen

in Menschenrechte/Wirtschaft von

Kinder, die nicht einmal 15 Jahre alt sind – manche sind sogar erst 5 Jahre alt – arbeiten von 6 Uhr morgens bis zum Abend in Westafrika auf Kakaoplantagen, die in Verbindung stehen mit den Firmen Nestlé, Hershey, Mars, Kraft, ADM Cocoa, Godiva und Fowler’s Chocolate. Sie müssen dort knechten, um eure Lieblingsschokolade zu produzieren. Dazu gehören zum Beispiel Reese’s, KitKat, M&M’s, MilkyWay und Butterfinger.

Im September des Jahres 2015 wurden im Staat Kalifornien drei Sammelklagen eingereicht. Darin wurden Nestlé, Hershey und Mars dessen beschuldigt, dass sie ein Auge zudrücken bei den Menschenrechtsverletzungen durch Kakaolieferanten in Westafrika. Gleichzeitig stellen sich die Firmen selbst fälschlicherweise als sozial und ethisch verantwortungsbewusst dar. Nestlé, Cargill und ADM sind gleichzeitig mit einer weiteren Klage konfrontiert, die im Jahr 2005 von drei ehemaligen malischen Kindersklaven eingereicht wurde. Darin klagen sie die Firmen an, Kindersklaverei auf dem Kakaomarkt der Elfenbeinküste zu befördern und zu begünstigen.

Die schockierende Doku aus dem Jahr 2000 mit dem Titel Sklaverei. Eine weltweite Recherche (Originaltitel: Slavery: A Global Investigation) bringt die tiefgehende und dunkle Verbindung der Schokoladenindustrie zu Kakao, der von Kindersklaven geerntet wird. Der Vormund von 19 Kindern, die von den ivorischen Behörden aus der Kindersklaverei befreit wurden erzählte den Machern, wie sie vom Morgengrauen bis zur Abendröte jeden Tag arbeiten mussten, wie sie in der Nacht in einer Hütte eingeschlossen wurden, wo man ihnen einen Zinnbecher gab, in den sie hineinpinkeln mussten, wo sie bis auf die nackte Haut entkleidet wurden, regelmäßig gefesselt und verprügelt wurden. Und wie Tausende Kinder, die aus Ländern stammen wie Mali, Burkina Faso und Togo, von ihren Eltern für einen Hungerlohn weggekauft wurden, oder in manchen Fällen sogar regelrecht entführt wurden, um sie dann an die Elfenbeinküste zu schicken, wo sie auf den Kakaoplantagen versklavt wurden.

Sklaverei. Eine weltweite Recherche von Brian Woods und Kate Blewett

Um euch dabei zu helfen, wie ihr aktiv die Unterstützung von Sklavenarbeit verhindern könnt, zeigen wir euch hier die 7 berühmten Schokoladenmarken, die Kindersklaven ausbeuten und von den Früchten der Kinderarbeit profitieren…

Nestlé

Obwohl der Verhaltenskodex von Nestlé die Einbindung von Kinderarbeit in der Versorgungskette verbietet, haben Forschende von der Fair Labor Association (etwa: Assoziation für faire Arbeit) Beweise für die Zwangsarbeit gefunden und dafür, dass Kinder 14 Stunden lang unter gefährdenden Bedingungen arbeiten. Dabei führen sie gefährliche Aufgaben durch wie die Verwendung von Macheten und den Transport von schweren Gütern. Ein Sprecher von Nestlé erklärte gegenüber dem The Guardian:

„Bis heute haben wir 3.933 Kinder identifiziert, die auf den Farmen ihrer Familien arbeiten (ungefähr 10% der befragten Kinder), die dabei in gefährdende Tätigkeiten involviert waren, die zur Kinderarbeit zählen. Wir haben die Hälfte von ihnen in unser Child Labor Monitoring and Remediation System (etwa: System zur Überwachung und Behebung von Kinderarbeit) aufgenommen. Das System sieht die Bereitstellung von Schulpaketen vor, die Erstellung von Geburtsurkunden und die Entwicklung von einkommensgenerierenden Aktivitäten für die Familien der 312 identifizierten Kinder. Unglücklicherweise ist dieses Problem so groß und komplex, dass keine der Firmen, die Kakao von der Elfenbeinküste beziehen garantieren kann, dass sie das Risiko der Kinderarbeit vollständig aus ihrer Versorgungskette hätte eliminieren können.“

Nestlé hat im Jahr 2014 91,6 Milliarden Schweizer Franken (CHF) – also ca. 86 Milliarden Euro – Umsatz mit dem Verkauf von Schokolade gemacht.

Hershey

Der größte Schokoladenproduzent in den Vereinigten Staaten kauft die wichtigste Zutat für seine Produkte von der Elfenbeinküste. Diese Region ist berüchtigt für die schlimmsten Formen der Zwangsarbeit, für Menschenhandel, Kinderarbeit und Kindersklaverei. Im Jahr 2012 hat eine Pensionskasse aus Louisiana die Frage aufgeworfen, ob die Manager bei Hershey wissen, wie viel von dem Kakao der Firma, der in Westafrika produziert wird, wohl von Kindersklaven produziert worden sein könnte. Jeff Beckmann, der leitende Direktor der Firmenkommunikation bei Hershey, räumte die Missbrauchspraxis ein und erklärte Confectionerynews.com:

„Die Anschuldigungen aus der Klage sind nicht neu und stehen für langfristige Herausforderungen für die Länder, in denen Kakao angepflanzt wird. Viele der Beteiligten, darunter NROs, Firmen in der Kakaolieferkette und die US-amerikanische Regierung, arbeiten bereits seit vielen Jahren fleißig zusammen, um diese Herausforderungen zu meistern.“

Hershey hat einen Nettogewinn von 847 Millionen US-Dollar – knapp 798 Millionen Euro – im Jahr 2014 erwirtschaftet.

Mars

Im Jahr 2009 hat sich Mars dazu verpflichtet, bis 2020 nur zertifizierten Kakao als Produktquelle zu verwenden. Als der Examiner Mars allerdings fragte, warum es bis 2020 dauern würde, um sicherzustellen, dass die Schokolade ohne Kindersklaverei hergestellt wird, sagte die Firma: „Eine sehr geringe Anzahl von Kindern wird geschleust oder gezwungen, um auf Kakaoplantagen zu arbeiten“; und „es ist eine schwierige Aufgabe, jeden Einzelnen der Millionen Kakaobauern in Westafrika zu erreichen“; und dass es „komplex“ sei, sicherzustellen, dass die Schokolade ohne Kindersklaverei hergestellt würde; und dass sie glauben, „zehn Jahre sind ein realistischer Zeitrahmen“, um die Nachhaltigkeit zu garantieren.

Das Harkin-Engel-Protokoll ist ein die gesamte Kakaoindustrie umfassendes Übereinkommen. Es wurde im Jahr 2001 unterzeichnet, um die Kindersklaverei in der Schokoladenerzeugung zu regulieren und bis 2005 zu beenden. Diese Frist wurde dann bis 2008 verlängert und dann noch einmal bis 2010. Jetzt schreiben wir das Jahr 2017 [2016 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des englischen Artikels] und es gibt immer noch Schokoladenhersteller, die schwören, dass sie die Kinderarbeit beenden werden, während sie mit der Missbrauchspraxis Millionen von Dollar Profit erwirtschaften.

In der Zwischenzeit hat ein Bericht aus dem Jahr 2015 ergeben, dass die Anzahl der Kinder, die in der Kakaoindustrie arbeiten, von 2009 bis 2014 um 51% angestiegen ist – und jetzt handelt es sich insgesamt um 1,4 Millionen Kinder. Die Anzahl derjenigen unter ihnen, die in sklavenähnlichen Verhältnissen leben, hat sich um 10% seit 2009 erhöht – insgesamt sind es jetzt 1,1 Millionen.

Habt ein Herz. Stellt sicher, dass eure vegane Valentinstags-Schokolade nicht mit einer der schlimmsten Formen von Kinderarbeit hergestellt wurde. Verwendet die Liste und kostenlose App von F.E.P.!

@FoodIsPower: Habt ein Herz! Kauft keine Schokolade aus Gebieten, in denen die schlimmste Form von Kinderarbeit & Sklaverei praktiziert wird!

ADM, Kraft, Godiva und Fowler’s Chocolate

Im Jahr 2005 reichten drei malische Staatsangehörige, die dazu gezwungen worden waren auf Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste zu arbeiten, eine Sammelklage bei einem Bundesgericht in Kalifornien ein. Sie behauptete, dass ADM, Cargill (im Jahr 2015 kaufte Cargill das weltweite Schokoladengeschäft von ADM auf – im Wert von 440 Millionen US-Dollar, etwa 414 Millionen Euro) und Nestlé – durch den Kauf von Kakao, der von Kinderarbeitern geerntet worden ist – Sklaverei, Kinderarbeit und Folter „begünstigt und befördert“ haben.

Während der bereits ein Jahrzehnt andauernde Prozess gegen ADM weitergeht, verkaufte einer der weltweit größten Verarbeiter von Kakaolikör, Kakaopuder und Kakaobutter sein Kakaogeschäft für 1,3 Milliarden US-Dollar (1,22 Milliarden Euro) an Olam International Ltd., eine Firma aus der Agrarindustrie in Singapur.

Im Jahr 2012 erklärte Mondelez International, der Eigentümer von Cadbury und Kraft Foods, 400 Millionen US-Dollar (376,84 Millionen Euro) zu investieren, um die Leben der Kakaobauern zu verbessern und um eine nachhaltige Kakaowirtschaft zu unterstützen. Aber die Bemühungen der Firma, die jahrelang damit gekämpft hat, die Zwangsarbeit aus ihrer Versorgungskette auszumerzen, sind bislang ohne Effekt geblieben.

Mehr als 60% des Kakaos weltweit – darunter auch der von Godiva verwendete – stammt aus Westafrika. Anders als andere große Schokoladenfabrikanten hat sich Godiva noch nicht dazu verpflichtet, seine Kakaolieferkette zu überwachen und mit Ortsansässigen zusammenzuarbeiten, damit sichergestellt werden kann, dass der Kakao nicht mit Kinderarbeit geerntet wird. Obwohl die Firma angekündigt hat, dass sie sich bis zum Jahr 2020 dazu verpflichtet, 100% ihres Kakaovorrats mittels nachhaltiger Ressourcengewinnung zu produzieren, ist noch unklar, welche konkreten Schritte die Firma unternimmt, um faire Bezahlung, sichere Arbeitsumgebung und die Vermeidung von Kinderarbeit zu garantieren.

Obwohl Fowler’s Chocolate Kindersklaverei verurteilt, nutzt die Firma weiterhin Kakao von der Elfenbeinküste und kann ihren Kunden nicht garantieren, dass die Schokoladenprodukte ohne Sklaverei erzeugt wurden.

Eine BBC-Investigation aus dem Jahr 2010 zur Versorgungskette, aus der ein großer Teil der Schokolade stammt, die im Vereinigten Königreich verkauft wird, hat nicht nur Beweise für Menschenhandel und Kindersklavenarbeit gefunden. Die Untersuchung ergab außerdem, dass es keine Garantie dafür gibt – trotz der Schutzmaßnahmen und auch wenn die Schokolade als Fairtrade-Produkt gekennzeichnet ist – dass im Verlauf der Lieferkette keine Kinderarbeit eingesetzt wurde.

Schokoladen-Sammelklage wegen des Vorwurfs der Kinderarbeit

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Titelbild-Text: Die wirklich dunkle Seite der Schokolade. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

Quellen:


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Der Genozid, den die Welt ignoriert

in Menschenrechte/Welt von

Wenn ihr noch Beweise dafür braucht, dass Politiker und die Mainstream-Medien sich genau aussuchen, welche unterdrückerischen Konflikte sie herauspicken und darüber berichten, um geopolitische Ambitionen zu unterstützen, dann müsst ihr einfach nur „West Papua“ (oder „Papua Barat“ bzw. „Westpapua“) googlen.

Habt ihr davon schon einmal etwas gehört? Ist es euch je passiert, als ihr zuhause gesessen habt und die Nachrichten im Fernsehen verfolgt habt, dass der Nachrichtensprecher Westpapua erwähnt hat?

Es ist seltsam, dass auf die Unterdrückung dort wenig bis gar keine Medienaufmerksamkeit gerichtet ist – wenn man bedenkt, dass es in dem Bericht einer kürzlich durchgeführten Erkundungsmission von der katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Erzdiözese von Brisbane in Australien (Brisbane Archdiocese’s Catholic Justice and Peace Commission) heißt, dass Westpapua einen „Völkermord in Zeitlupe“ durchmacht. Der Bericht warnte davor, dass die indigene Bevölkerung von Westpapua Gefahr läuft, zu einem „anthropologischen und musealen Ausstellungsstück einer vergangenen Kultur“ zu werden.

Wenn ihr erfahrt, was den Konflikt in Westpapua anheizt, wird schnell klar, warum dieses Thema kaum Aufmerksamkeit von unseren friedliebenden Politikern und den Medienunternehmen erhält.

Westpapua beherbergt eine der größten Goldminen der Welt (und die drittgrößte Kupfermine), die unter dem Namen Grasberg Mine bekannt ist. Das amerikanische Bergbauunternehmen Freeport McMoRan hält die meisten Anteile an Grasberg. Das Unternehmen besitzt Kapitalrücklagen im Wert von geschätzt 100 Milliarden US-Dollar (ca. 93,8 Milliarden Euro) und die Firma ist Indonesiens größter Steuerzahler.

Geld und Geopolitik triumphieren meistens über Menschenrechte. Seitdem die Suharto-Diktatur in Indonesien Westpapua im Jahr 1969 im Rahmen eines UN-Referendums annektiert hat – das größtenteils als Landnahme aufgefasst wurde – wurden ungefähr 500.000 Einwohner Westpapuas getötet, die für die Unabhängigkeit gekämpft haben.

Dem Unternehmen Freeport McMoRan wurden die Rechte an der Grasberg-Goldmine übergeben, als die indonesische Regierung im Jahr 1967 die Berechtigung unterzeichnete, dass Mineralreichtum von der Stätte abgebaut werden darf. Um diese ziemlich sprichwörtliche Goldmine zu erhalten, geht das indonesische Militär mit roher Gewalt gegen die ortsansässige einheimische Bevölkerung vor. Benny Wenda, ein gebürtiger Einwohner Papuas, der sich sein ganzes Leben lang schon für die Unabhängigkeit einsetzt, beschreibt die Erfahrungen, die Bewohner vor Ort aufgrund der Anwesenheit des indonesischen Militärs durchmachen mussten:

„Jetzt werden Benny und seine Mutter und Tanten jeden Morgen auf dem Weg zu ihren Gärten angehalten und von indonesischen Soldaten durchsucht. Oft zwingen die Soldaten die Frauen dazu, sich im Fluss zu waschen, bevor sie sie auf brutale Weise vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigen. Viele junge Frauen, darunter auch drei von Bennys Tanten, sind im Dschungel aufgrund des Traumas und der Verletzungen gestorben, die ihnen während dieser Übergriffe zugefügt wurden – oftmals geschieht dabei auch Genitalverstümmelung. Jeden Tag mussten sich Papua-Frauen am Militärposten melden, um Lebensmittel aus ihren Gärten zu liefern, sauberzumachen und für die Soldaten zu kochen. Gewalt, Rassismus und erzwungene Unterwürfigkeit wurden zum Teil der täglichen Routine.“ [Fettung hinzugefügt]

Australien ist ein Land mit einer engen, wenngleich verwirrenden Beziehung zu Indonesien – und spielt eine Rolle dabei, dass jedwede ordentliche Diskussion zu diesem schrecklichen Thema zunichtegemacht wird. Im November des vergangenen Jahres hat die indonesische Regierung Australien darum gebeten, Druck auf die pazifischen Nationen auszuüben, die damit begonnen haben, ihre Unterstützung für die Bemühungen der Unabhängigkeit von Westpapua auszudrücken. Damit wurden diese kleinen Inseln effektiv daran gehindert, sich in Indonesiens Angelegenheiten „einzumischen“. Australien hat sich bis jetzt als mitschuldig in dieser Angelegenheit erwiesen und hat sogar das indonesische Militär mit der notwendigen Ausrüstung beliefert, um unter der ortsansässigen Bevölkerung verheerenden Schaden anzurichten.

In letzter Zeit wurden jedoch einige Fortschritte gemacht. Die zwei Länder haben ihre militärischen Verbindungen ausgesetzt, nachdem ein indonesischer Militärbeamte „anstößiges“ Material auf einer australischen Militärbasis gefunden hat; darunter Dokumente, die suggerieren, dass Westpapua ein Teil von Melanesien ist und deshalb unabhängig sein sollte.

Ungeachtet dessen hat Papua die höchste Armutsquote in Indonesien: fast dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt. Die Region hat auch die höchsten Sterblichkeitsraten bei Säuglingen, Kindern und Müttern in Indonesien; darüber hinaus auch die schlechtesten Gesundheitsindikatoren und die niedrigste Alphabetisierungsrate.

Stellt euch vor, wie sehr die Einwohner von Westpapua ihren Lebensstandard verbessern könnten, wenn man es ihnen erlauben würde, dass sie ihre eigenen Ressourcen selbst kontrollieren – ohne dass das indonesische Militär mit aller Gewalt ihr Leben zerstört.

In der Zwischenzeit macht ein amerikanisches Minenunternehmen weiterhin hunderte Milliarden Dollar auf Kosten von unschuldigen Eingeborenen.

Von Darius Shahtahmasebi für theantimedia.org. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

Quellen:

 


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UN-Friedenssoldaten haben afrikanische Kinder sexuell missbraucht und werden dafür NICHT angeklagt

in Kriminalität/Menschenrechte von

Französische Soldaten, die einst Teil einer internationalen Mission zur „Friedenssicherung“ in der Zentralafrikanischen Republik waren, werden sich nicht vor Gericht dafür rechtfertigen müssen, dass sie schrecklichen sexuellen Missbrauch an Kindern begangen haben.

Update: Für diejenigen unter euch die es interessiert, gibt es eine Petition auf Change.org, die darauf abzielt, dass die Straffreiheit für die französischen Soldaten beendet wird, die der sexuellen Gewalt beschuldigt werden. Klickt unten auf den Link zu Change.org, um sie zu unterzeichnen.

Anfang des Jahres 2013 brach in der Zentralafrikanischen Republik (Central African Republic, CAR) das Chaos aus, als Kämpfe zwischen den muslimischen Seleka-Rebellen und den anti-Balaka christlichen Milizen ausbrachen. Die brutalen Kämpfe vertrieben rasend schnell Tausende aus ihrer Heimat und verwandelten die Nation – eine der weltweit ärmsten überhaupt – in ein Kriegsgebiet. Die Krise veranlasste die Vereinten Nationen zu einer Reaktion, die darin bestand, dass sie Tausende von UN-„Friedenssoldaten“ in die Region entsandten, um vordergründig die traumatisierte Bevölkerung zu beschützen. Fortlaufende Anschuldigungen jedoch haben zusammen mit internen UN-Berichten gezeigt, dass diese Friedenswächter nur noch mehr zum immensen Leid der Zivilbevölkerung in der umkämpften Nation beigetragen haben.

Vorwürfe gegen die UN-Friedenssoldaten, insbesondere gegen solche, die aus Frankreich und aus der Europäischen Union eingeflogen wurden, kamen zum ersten Mal fast zum selben Zeitpunkt auf, als die Soldaten selbst dort überhaupt erst angekommen waren. Obwohl die ersten Berichte des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zunächst Einzelfälle zu sein schienen, begannen dann Beweise dafür aufzutauchen, die darauf hindeuteten, dass viel mehr Fälle des Missbrauchs vorgefallen waren als zuerst angenommen – höchstwahrscheinlich hunderte einzelne und getrennte Vorfälle. Anfang des Jahres 2015 brach dann ein hochrangiger UN-Entwicklungshelfer sein Schweigen und berichtet von den ungezügelten Übergriffen des sexuellen Missbrauchs an Kindern durch die UN-Truppen. Ander Kompass, damals der Leiter der Feldoperationen für die Friedensmission, leakte einen internen UN-Report, der Details zu den grausamen Kindesmissbrauchsfällen von Soldaten für die französischen Behörden beschrieb. Kompass argumentierte, dass er das Dokument aufgrund des Versagens der UN geleakt hatte, die dem Missbrauch nicht Einhalt gebieten konnten. Und tatsächlich: Nachdem Kompass die Verbrechen der Friedenssoldaten offiziell angeprangert hatte, wurde er von seiner Position suspendiert. Das unterstreicht die Bemühungen der UN, diese ungeheuerlichen Verbrechen vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Nach der Veröffentlichung ihres internen Berichtes konnte die UN jedoch wenig tun, um den Lauf der Dinge – die Welle der Anschuldigungen – gegen ihre Truppen aufzuhalten, die in der CAR stationiert waren. NROs, CAR-Zivilbürger und andere Angestellte der UN begannen damit, grausige Zeugenaussagen über den systematischen Missbrauch an den am meisten verletzlichen Bewohnern der CAR zu veröffentlichen. Man fand heraus, dass Kinder, die erst 7 Jahre alt waren, von UN-Truppen dazu gezwungen worden waren, an grauenhaften sexuellen Akten teilzunehmen. Die UN-Truppen „bezahlten“ ihre Opfer oft mit Nahrung oder mit kleinen Geldsummen, um sie zum Schweigen zu bringen. Einer der ersten dokumentierten Berichte über den Missbrauch ist eine Aufzeichnung davon, wie zahlreiche männliche Jugendliche dazu gezwungen werden, sexuelle Handlungen an französischen Soldaten durchzuführen – im Tausch für Lebensmittel. Andere Berichte beschreiben, wie junge Mädchen von den Straßen eingesammelt wurden, um dann in Lager oder gepanzerte Vehikel gebracht und vergewaltigt zu werden. Man fand heraus, dass viele der Opfer den Soldaten vertraut hatten; das sagt ein Angestellter der NRO Yamcuir. „Ich kenne Kinder, die sich bei den französischen Truppen aufgehalten haben, weil diese mit ihnen Fußball und Volleyball gespielt haben. Dabei sind auch die meisten Vergewaltigungen passiert“, erzählte der Beamte Sputnik News.

Trotz der überwältigenden Beweise gegen die französischen Soldaten und trotz der „Null-Toleranz“-Richtlinie der französischen Regierung bei solchen Verbrechen, ist noch kein einziger Soldat dafür rechtlich belangt worden. Im Jahr 2015 wurden fünf befragt und gerügt, aber keine signifikante Form der Bestrafung wurde durchgeführt. Eine jahrelange Untersuchung der UN, um den Anschuldigungen auf den Grund zu gehen, ist in ähnlicher Weise daran gescheitert, zu aussagekräftigen Ergebnissen zu führen – abgesehen von der Entlassung einer Handvoll Angestellter. Bekannte Bewegungen, etwa Petitionen, die fordern, dass alle französischen Truppen aus der CAR entfernt werden, haben sich letztendlich auch als nicht erfolgreich erwiesen.

Leider haben sich sämtliche Hoffnungen, dass diesen jungen, ungehörten Opfern Gerechtigkeit widerfährt, indem ihre Folterer rechtlich belangt werden, erst vor einigen Tagen komplett zerstört. Denn am 4. Januar entschied ein Gremium französischer Richter, dass keine Anklage gegen eine Gruppe von sechs französischen Soldaten erhoben werden würde, die dessen beschuldigt worden waren, Minderjährige in der CAR zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 sexuell missbraucht zu haben. Laut Quellen aus dem französischen Justizsystem entschied der das Gremium anführende Richter, dass es „nicht ausreichend viele Beweise“ gäbe, um eine Strafverfolgung zu rechtfertigen. Obwohl die Ankläger drei Monate Zeit haben, um mehr Beweise hervorzubringen, die eine neue Untersuchung rechtfertigen würden: Wenn die Beweise von den CAR-Zivilbürgern, den NROs und der UN selbst allesamt als nicht ausreichend bezeichnet wurden, so scheint es, dass jetzt nur wenig dafür getan werden kann, dass sich das Blatt doch noch wendet. Wenn überhaupt, dann wird diese aktuelle Ablehnung der Gerechtigkeit für die Opfer von sexueller Gewalt die UN-Operationen in der afrikanischen Nation nur noch weiter diskreditieren und wahrscheinlich Ärger schüren, der sich gegen die fortdauernde Präsenz der UN richtet, da die UN-Truppen als eine Besatzungsmacht angesehen werden. Erst vor ein paar Monaten, im Oktober des Jahres 2016, wurden vier Zivilbürger von UN-Friedenssoldaten getötet, als in der Nation Proteste gegen die Anwesenheit der UN ausbrachen und schnell in Gewalt umschlugen. Da weder die UN noch die schuldigen Soldaten wahrscheinlich dafür zur Verantwortung gezogen werden, scheint es, dass die bereits verzweifelte Situation in der CAR sich weiter zum Schlechten entwickeln wird – größtenteils aufgrund eben genau der Kräfte, die jene verletzliche Zivilbürger ausbeuten, die sie eigentlich beschützen sollten.

Was haltet ihr davon? Bitte kommentiert den Artikel und teilt diese Nachricht!

Von Whitney Webb für trueactivist.com. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

Quellen:


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Die unbekannten Opfer illegaler Abholzung: 2015 wurden 185 Umwelt- und Landaktivisten ermordet

in Umwelt von

“Überall auf der Welt, schützen geheime Absprachen zwischen staatlichen Interessen und Konzerninteressen die Verantwortlichen für die Tötung [von Aktivisten].”

Wenn wir an Aktivisten denken, konzentrieren sich unsere Gedanken vor allem auf die zahllosen denkwürdigen Errungenschaften des Aktivismus, die Geschichte geschrieben haben – Frauenrechte, Rassendiskriminierung und die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender, nur um einige der berühmtesten Beispiele zu nennen.

Leider erlangen in den meisten Fällen Kämpfe gegen sozialen Wandel kaum die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Dadurch kann es einzelnen Aktivisten leicht passieren, dass sie von dem System aufgerieben werden, das sie unermüdlich zu verändern versuchen.

Angeblich wurde 2015 eine Gesamtzahl von 185 Aktivisten getötet – eine Zunahme um 59 Prozent – was einen neuen Jahreshöchststand markiert. Insbesondere Aktivisten, die versuchen, die illegale Abholzung für große Rinderfarmen aufzuhalten, sollen in erster Linie solcher Gewalt zum Opfer gefallen sein.

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Bild: Flickr, PRODaniel Beilinson (CC BY-SA 2.0)

Während für viele diese Statistik eine Überraschung darstellen könnte, liegt der Blutzoll in Wirklichkeit wahrscheinlich viel höher, wie ein Bericht der in London ansässigen Interessenvertretung Global Witness mit dem Titel On Dangerous Ground [Auf gefährlichem Gelände] enthüllte. Viele der Opfer stammen aus indigenen Gemeinschaften – ungefähr 40 Prozent – die oft in Gebieten beheimatet sind, die reich an natürlichen Ressourcen sind, so wie etwa der Regenwald. Daher können viele der Morde nicht verifiziert werden, oder sie werden schlicht und einfach gar nicht erst berichtet.

Laut des Berichts “erfuhren die Amazonas-Bundesstaaten 2015 ein nie dagewesenes Ausmaß der Gewalt, wo Viehfarmen und landwirtschaftliche Anbauflächen oder Banden illegaler Holzfäller in die Gemeinschaften eindringen. Der Regenwald hat Platz gemacht für Tausende illegaler Abholzungscamps, während die Grenze der landwirtschaftlich genutzten Fläche immer weiter in vorher unberührte Gebiete indigener Reservate verschoben wird. Es wird geschätzt, dass 80% des brasilianischen Nutzholzes illegal sind, und dass es einen Anteil von 25% des illegalen Holzes auf den Weltmärkten bildet. Ein Großteil davon gelangt an Käufer in den USA, Europa und China.”

Unterdessen ist die Hoffnung, dass die Verbrechen gesühnt werden, in vielen gut dokumentierten Fällen kaum mehr als ein Wunschtraum. In einem dieser Fälle, wurden sowohl der Vater als auch der Großvater der philippinischen Aktivistin Michelle Campos öffentlich hingerichtet, nachdem sie versucht haben, das Land ihrer Vorfahren gegen den Abbau von Rohstoffen zu verteidigen. Die Mörder, die von vielen Zeugen identifiziert wurden, wurden jedoch nie vor Gericht gestellt.

“Überall auf der Welt”, fährt der Bericht fort, “schützen geheime Absprachen zwischen staatlichen und Konzerninteressen viele der Verantwortlichen für die Tötungen. Wir fanden bei gut dokumentierten Fällen heraus, dass 16 im Zusammenhang mit paramilitärischen Gruppen standen, 13 mit der Armee, 11 mit der Polizei, und weitere 11 mit privaten Sicherheitsdiensten – was stark auf Verbindungen der Tötungen mit Konzerninteressen hindeutet. Es gab kaum Anzeichen dafür, dass die Autoritäten entweder ernsthaft die Verbrechen untersuchten, oder Maßnahmen ergriffen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.”

Diese Art von Korruption kann auch in westlichen Nationen festgestellt werden: So wurde letztes Jahr enthüllt, dass das FBI auf seinen Terrorlisten Umweltaktivisten eine hohe Priorität eingeräumt hat.

“Regierungen und Konzerne benutzen eine aufrührerische Sprache, um Aktivisten zu verleumden und sie öffentlich als ‘anti-fortschrittlich’ zu brandmarken. Zur gleichen Zeit drücken sie gegenüber der Korruption, Gesetzesverstößen und Umweltzerstörung ein Auge zu. Viele Fälle gehen straffrei aus, und gegen die mutmaßlichen Täter – die für die Gewalt verantwortlich sind, die mit mit Konzern- und Staatsinteressen in Zusammenhang steht – wird nicht ermittelt.”

Seit 2002 hat Global Witness 1176 Fälle von von Land- und Umweltschützern dokumentiert. Die dramatische Zunahme der Fälle im letzten Jahr, ist ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass die Regierungen und Konzerne die Gewalt und Korruption verleugnen, welche für die Zerstörung der Gebiete der Erde mit der größten Biodiversität verantwortlich ist sowie für den Tod der Leute, die für deren Schutz ihr Leben auf’s Spiel gesetzt haben.

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Bild: Flickr, crustmania (CC BY 2.0)

Die höchste Tötungsrate wurde in Brasilien verzeichnet (50 Tote), den Philippinen (33 Tote), Kolumbien (26 Tote), Peru (12 Tote), Nicaragua (12 Tote) sowie der Demokratischen Republik Kongo (11 Tote). Die Druckausübung in Bezug auf die Eigentümerschaft, Kontrolle oder die Nutzung von Land wurde als zugrundeliegender Faktor hinter all den Tötungen angeführt.

“Die Tötungen sind politisch akzeptabler geworden, um die ökonomischen Ziele zu erreichen…Während der vergangenen zehn Jahre, in denen ich im Amazonas gearbeitet habe, habe ich nie eine so schlimme Situation erlebt”, sagte dazu der brasilianische Umweltschützer Felipe Milanez.

Zusätzlich zur Gewalt, benutzen in vielen Fällen Regierungen und Konzerne “legale Maßnahmen, um Aktivisten anzugreifen und ihre legitime Verteidgung von Land- und Umweltrechten zu verhindern”. Um dieses drohende Problem zu überwinden, müssen nationale Regierungen Schritte einleiten, um die Rechte von Umweltschützern zu stärken, Maßnahmen gegen die illegale Ausbeutung natürlicher Ressourcen eine hohe Priorität einräumen und sicherstellen, dass geeignete Gesetze angewandt werden, um die Aktivisten vor Gewalt zu schützen.

Image: Flickr, Jesse Clockwork (CC BY-SA 2.0)

Verweis:

https://www.globalwitness.org/documents/18482/On_Dangerous_Ground.pdf

Übersetzt aus dem Englischenn von AnonHQ.com


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EU arbeitet an der Verbannung von Kriegmineralien aus Wertschöpfungsketten

in Menschenrechte/Welt/Wirtschaft von

Die EU hat ein Gesetz verabschiedet, das es den in der EU ansässigen Firmen erschwert, Kriegsmineralien zu kaufen. Dadurch wird der Handel von Mineralien für Waffen eingedämmt.

Wenn ihr noch nie etwas von Kriegsmineralien oder Konfliktressourcen gehört habt, dann lasst uns euch kurz erklären, worum es dabei geht.

Zu diesen Konfliktressourcen gehören Rohstoffe wie etwa Bauholz, Öl, Diamanten, Gold, Kobalt und so weiter, die durch Ausbeutung und Terror während oder nach einem Konflikt abgebaut werden. Tatsächlich sind diese Ressourcen die hauptsächlichen Antriebskräfte für einen solchen Konflikt. Denn sie können bewaffnete Milizen direkt finanzieren oder unterstützen, die im Konkurrenzkampf um die Macht stehen oder für gewaltsame Herrschaft.

Ein Beispiel: Die so genannten islamischen Staaten im Irak und in Syrien (ISIS) können ihre Position im Irak und in Syrien teilweise deshalb aufrechterhalten, weil sie Gelder aus dem Verkauf von „Konfliktöl“ beziehen. Die Terroristen stehlen Öl von den Kampfplätzen und verkaufen es auf dem Schwarzmarkt.

Firmen, die elektronische Geräte herstellen; aufgelistet nach ihren Bemühungen, Kriegsmineralien im Herstellungsprozess und in der Wertschöpfungskette zu vermeiden:

s-4-e14800069243031(Die heller eingefärbten Balkenbereiche in der Anzeige stellen die Werte aus dem Jahr 2010 dar, insofern sie vorliegen.)

Lange Zeit haben führende Menschenrechtsorganisationen wie Global Witness und Amnesty International westliche Firmen beschuldigt, die mit Mineralien Handel treiben, dass sie ihre Geschäfte in Konfliktgebieten wie Afrika abwickeln und dass dadurch die Rebellen in diesen Gebieten Finanzmittel erhalten, mit denen sie Waffen kaufen können, um weiterhin Terror auf die unschuldige Bevölkerung auszuüben.

Es heißt sogar, dass einige dieser Firmen direkt Tauschgeschäfte mit den Rebellen betreiben, indem Waffen gegen Mineralien getauscht werden. In Afrika stehen zum Beispiel die so genannten „Blutdiamanten“ synonym für das Vorgehen unter anderem in Ländern wie Sierra Leone, Liberia, Äthiopien und die Demokratische Republik Kongo. In der Demokratischen Republik Kongo kontrollieren Rebellen immer noch Teile der abgelegenen Bereiche des Landes, in denen viele Diamanten und andere Mineralien vorkommen. Sie zwingen die Zivilbürger – und auch die Kinder – dazu, ihr Leben zu riskieren, um die Diamanten abzubauen, so dass diese gegen Geld verkauft werden können. Mit dem Geld kaufen sie weitere Waffen und befeuern damit wiederum den Konflikt.

Anteil der Nachfrage nach Kriegsmineralien in der Industrie für elektronische Güter

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Menschenrechtsaktivisten glauben: Wenn die westlichen Firmen, die diese Ressourcen kaufen, dieses Vorgehen einstellen könnten, dann könnte der Geldhahn, der die bewaffneten Konflikte in solchen Gebieten unterstützt, zugedreht werden. Den Rebellengruppen würden dann die Kapazitäten fehlen, um ihren Aufstand fortzuführen.

In den Vereinigten Staaten gelang es Menschenrechtsaktivisten beispielsweise, dass Kriegsmineralien aus der Demokratischen Republik Kongo untersucht wurden. Das geschah im Zuge der berühmten Dodd-Frank Wall Street Reform und im Rahmen des Consumer Protection Act (Gesetzt zum Verbraucherschutz), das im Jahr 2010 vom Kongress verabschiedet wurde. Obwohl Kritiker gesagt haben, dass es dem Gesetz nicht gelungen ist, das Problem nachhaltig anzugehen, hat es zumindest ein wenig Licht auf die Situation geworfen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt.

Die Europäische Union (EU) ergreift nun auch Maßnahmen, um Firmen innerhalb ihres juristischen Geltungsbereichs davon abzuhalten, Handel mit Mineralien zu treiben, die aus Konfliktzonen stammen. Die EU hat ein Gesetz verabschiedet, das es Firmen erschwert, Kriegsmineralien zu erwerben. Obwohl die Menschenrechtsaktivisten sagen, dass es in dem Gesetz Schlupflöcher gibt, hat das Gesetz dennoch dazu beigetragen, dass mehr auf Integrität im globalen Mineralienhandel geachtet wird.

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Das Gesetz verbietet es Firmen in der EU ausdrücklich, Mineralien direkt von Händlern zu kaufen, die mit Kriegsmineralien handeln. Die Schwäche des Gesetzes besteht jedoch darin, dass es nicht auf Firmen anwendbar ist, die fertige Produkte kaufen, in denen Kriegsmineralien verarbeitet wurden bzw. in deren Herstellung Kriegsmineralien involviert sind. Kritiker sagen, dass dieser Umstand es Firmen ermöglichen würde, die Spuren von Kriegsmineralien in einer komplexen Versorgungskette zu verwischen.

Michael Gibb von Global Witness begrüßte das neue Gesetz. Gleichzeitig drängte er die Gesetzmacher sicherzustellen, dass es auch angewandt wird, damit es seinen Zweck erfüllen kann.

„Diese Regulierung stellt einen willkommenen Schritt nach vorne dar. Aber während die EU ein starkes Signal an eine kleine Gruppe von Firmen gesendet hat, glaubt sie gleichzeitig daran, dass viele andere sich weiterhin selbst regulieren werden. Es ist jetzt an diesen Firmen zu zeigen, dass dieses Vertrauen gerechtfertigt und wohl verdient ist; und wir erwarten, dass unsere Gesetzmacher jetzt handeln, wenn dem nicht so sein sollte“, sagte Gibb in einer Pressemitteilung.

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Global Witness sagte, dass das Gesetz trotz seiner offensichtlichen Mängel trotzdem einen Sieg für die Verfechter des fairen Handels von Mineralien darstellt. Tatsächlich ist das Gesetz das erste globale seiner Art, das den direkten Kauf von Kriegsmineralien verbietet.

Am weltweiten Handel mit Mineralien sind riesengroße transnationale Korporationen beteiligt, die ausgeklügelte Versorgungsketten konstruieren. Das lässt ihnen genug Raum, um jedwede Verbindung zu Mineralien abzustreiten, die aus Konfliktregionen stammen.

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Viele der Kriegsmineralien werden auf dem Schwarzmarkt verkauft. Ein weitaus größerer Anteil landet letzten Endes in den Produkten, die wir tagtäglich verwenden. Wenn ihr ein Smartphone von Samsung oder Apple besitzt, dann ist darin mit großer Wahrscheinlichkeit Kobalt verarbeitet, das in Konfliktzonen in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut wurde.

Die Demokratische Republik Kongo stellt die größte Quelle für Kriegsmineralien dar. Fast alle Kriegsmineralien kommen aus diesem Land und aus den angrenzenden Ländern.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

Quellen:


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Israel ruft zum Genozid an Palästinensern auf – und die Mainstream-Medien ignorieren es

in Medien/Menschenrechte von

Es ist schier unglaublich: Die sozialen Medien und die Mainstream-Medien ignorieren den Aufruf Israels zum Genozid an Palästinensern. Massive Proteste und Facebook-Kampagnen, die zum Genozid an Palästinensern aufrufen, werden von den westlichen Mainstream-Medien und von Facebook selbst ignoriert – und das, obwohl es große Bedenken und Zusammenarbeit mit dem Ziel gibt, solche „Aufrufe zur Gewalt“ zu stoppen.

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Dieses auf Facebook hochgeladene Bild zeigt einen Israeli, der eine Waffe auf den Betrachter richtet. Der Text lautet: „Mäht sie nieder“. Bildquelle: Facebook-Seite von „Das Volk Israels verlangt Rache“.

Seit Oktober letzten Jahres hat die israelische Regierung Palästinenser und ihre Verbündeten dessen beschuldigt, dass sie gegen Israelis „zur Gewalt anstacheln“; völlig ungeachtet der Tatsache, dass seitdem 34 Israelis zu Tode gekommen sind – im Vergleich zu 230 Palästinensern. Die Erhöhung der Gewaltakte wird auf einen international scharf verurteilten israelischen Übergriff auf palästinensische Ländereien im Westjordanland zurückgeführt. Die Bedenken der israelischen Regierung hinsichtlich der jüngsten Gewalttaten hat dazu geführt, dass Palästinenser dafür verhaftet wurden, dass sie Inhalte in sozialen Medien geteilt haben, die möglicherweise zu Verbrechen führen könnten. Bislang wurden dieses Jahr 145 Palästinenser für „Vorstufen von Verbrechen (pre-crime)“ durch „Anstachelung“ in sozialen Medien verhaftet. Diese Vorgehensweise führte letztendlich zu einer Kollaboration zwischen Facebook und der israelischen Regierung. Deren gemeinsame Bestrebungen zur Eindämmung der „Anstachelung“ in sozialen Medien haben dazu geführt, dass mehrere Facebook-Accounts von palästinensischen Journalisten und Nachrichtenagenturen gesperrt wurden (darüber hat derwaechter.net hier auf Deutsch berichtet).

Jedoch haben es die sozialen Medien und die westlichen Mainstream-Medien bislang versäumt, die „Anstachelung“ der Israelis gegen die Palästinenser zu verurteilen. Derartige Gewaltaufrufe treten nämlich überraschenderweise sehr häufig auf – wenn man bedenkt, dass sie wenig bis gar keine Aufmerksamkeit erregen. Diese anti-palästinensischen Posts, Bilder und Proteste strotzen oft nur so vor Aufrufen zum Genozid. Dazu gehören Parolen wie „Tod der gesamten arabischen Nation“ oder „Tötet sie alle“, die verblüffend häufig auftauchen.

Sogar die Times of Israel veröffentlichte eine so genannten „Op-Ed“-Zeitungskolumne zum Thema „Wann Genozid zulässig ist“ und bezog sich darin auf die Art, wie Israel die Palästinenser behandelt. Obwohl der Post letztendlich wieder heruntergenommen wurde, deutet er auf eine allzu übliche und gefährliche Mentalität hin, die von den sozialen Medien, von der israelischen Regierung und von den westlichen Medien „aus Bequemlichkeit“ ignoriert wird. Eine israelische Nachrichtenagentur führte sogar einen Test in Bezug auf die damals nur mutmaßliche Vorzugsbehandlung durch: Sie fand heraus, dass Facebook und die israelischen Autoritäten mit den Forderungen nach Rache der Palästinenser und der Israelis sehr unterschiedlich umgingen.

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Ein auf Facebook gepostetes Bild zeigt zwei junge Frauen, die ein Schild hochhalten, auf dem steht: „Araber zu hassen ist nicht Rassismus; es ist Moral.“ Bildquelle: Facebook-Seite von „Das Volk Israels verlangt Rache“.

Sogar massive Proteste, die zum Genozid an den Palästinensern aufrufen, wurden vollständig von den sozialen Medien und den Presseunternehmen ignoriert. Im April dieses Jahres fand ein massiver anti-palästinensischer Protest in Tel Aviv statt. Dort forderten Tausende den Tod aller Araber. Der Protest war organisiert worden, um einen israelischen Soldaten zu unterstützen, der einen bereits verwundeten Palästinenser getötet hatte, indem er ihm in Exekutionsmanier in den Kopf schoss. Der Soldat namens Elor Azaria wurde für diesen Mord des Totschlags angeklagt. Der Vorfall hatte sich inmitten des palästinensischen Hoheitsgebiets in der Stadt Hebron ereignet. In Hebron befindet sich eine illegale jüdische Siedlung, die trotz ihrer unrechtmäßigen Existenz von den israelischen Verteidigungskräften (IDF) verteidigt wird. Das hat zu häufigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern in dem Gebiet geführt.

An dem Protest in Tel Aviv nahmen ungefähr 2.000 Menschen teil und mehrere israelische Popikonen sorgten für die Unterhaltung der Teilnehmer. Dazu gehörten die Sänger Moshik Afia und Amos Elgali, sowie der Rapper Subliminal. Gesänge wie „Elor [der Soldat] ist ein Held“ und die Forderung nach der Freilassung des Soldaten waren regelmäßig zu hören. Eine Frau wurde mit einem Schild fotografiert, auf dem stand: „Tötet sie alle“. Ein jüdischer Reporter vor Ort merkte an, dass die Aktion „mehr ein Freudenfest des Mordes zu sein schien als alles andere“. Trotz der offensichtlichen Feindlichkeit und der Anstachelung, die bei dem Protest deutlich sichtbar waren, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie die Reaktion gewesen wäre, wenn es ein pro-palästinensischer Protest gewesen wäre, in dem nach dem Tod der Juden verlangt wird. Der deutliche Unterschied zwischen dem, was den Palästinensern erlaubt ist und was den Israelis erlaubt ist, sollte uns alle beunruhigen. Denn die weitverbreitete Voreingenommenheit der sozialen Medien, der Presse und vieler Regierungen drohen uns blind zu machen für die Realitäten des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Von Whitney Webb für trueactivist.com. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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London: Erschütternde Kunstausstellung zeigt die brutale Realität weiblicher Genitalverstümmelung

in Menschenrechte von

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO haben mehr als 200 Millionen der heute lebenden Mädchen und Frauen weltweit eine Frauenbeschneidung (female genital mutilation, FGM) über sich ergehen lassen müssen; dabei wurden auch ihre Menschenrechte beschnitten. Aber bevor ihr jetzt davon ausgeht, dass sich diese erschütternde Praktik auf die Länder in Afrika, dem Nahen Osten und Asien beschränkt, sei euch gesagt: Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) schätzen, dass alleine 513.000 Frauen und Mädchen, die in den Vereinigten Staaten leben, Gefahr laufen einer Frauenbeschneidung zum Opfer zu fallen. Das Vereinigte Königreich bleibt auch nicht verschont: Medizinkonzerne, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass es derzeit in England und Wales 66.000 Opfer der unmenschlichen Prozedur gibt.

Obwohl die Daten für sich sprechen und ziemlich schockierend sind, sorgt die Kultur des Schweigens und der Scham dafür, dass Frauenbeschneidung als Tabuthema gilt. Deshalb gelingt es nicht, Kinder und junge Erwachsene vor der vermeidbaren Tragödie zu bewahren und deshalb haben Frauen nicht die Möglichkeit, Beratung zu erhalten, sexuelle Fragen zu klären, Untersuchungen vornehmen zu lassen und Behandlungen zur Umkehrung.

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Deshalb hat die Künstlerin Aida Silvestri aus London eine eindringliche Bilderserie mit skulpturalen Fotoarbeiten erschaffen — sie trägt den Titel Unsterile Clinic (unsterile Klinik) — und um Licht auf sowohl die physischen als auch die psychischen Traumata zu werfen, die Kinder und Frauen erleben, wenn ihnen das gesunde und normale Genitalgewebe entfernt wird oder verändert wird, nur um die Jungfräulichkeit vor ihrer Heirat zu gewährleisten und die Treue danach. Silvestri, die sich dieser Prozedur als Kind in Eritrea unterziehen musste, schreibt dazu auf ihrer Website:

“Inspiriert von meinen eigenen Erfahrungen begann ich eine ausführliche Recherche über die Frauenbeschneidung, indem ich Interviews mit ostafrikanischen Frauen in London führte, die von dieser grausamen Prozedur betroffen waren. Nachdem ich die Geschichten von Eritrea, Äthiopien, aus dem Sudan, aus Somalia, Kenia und Djibouti verglichen hatte, mein eigenen Erfahrungen reflektiert hatte und weiter nachgeforscht hatte, entdeckte ich, dass die meisten Fälle von FGM im Vereinigten Königreich während einer Schwangerschaft oder bei der Geburt diagnostiziert werden, wenngleich einige erst beim zweiten oder dritten Kind entdeckt werden, da bei den vorherigen Schwangerschaften aus ungeklärten Gründen Kaiserschnitte vorgenommen worden waren.

Ziel dieses Projektes ist es, die Aufmerksamkeit auf diese Prozedur in der Hoffnung zu lenken, dass Frauen, junge Mädchen und Kinder, die sich der Auswirkungen noch nicht bewusst sind oder nicht wissen, welche Art der FGM an ihnen vorgenommen wurde, zu ermutigen, sich früh darauf untersuchen zu lassen, bevor deshalb ein Notfall eintritt. Ich hoffe auch, dass dieses Projekt medizinisches Personal dazu ermutigt, dass sie Mut zeigen und mit den Frauen, die von FGM betroffen sind, während einer Untersuchung offen mit ihnen darüber sprechen.”

 

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Die Ausstellung wird von Autograph ABP kuratiert, eine Hilfsorganisation aus dem Vereinigten Königreich, die schwarze Künstler fördert und sich für die Inklusion von historisch marginalisierten Gemeinschaften in der Kunst einsetzt; die Ausstellung gastiert seit Anfang Juli im Rivington Place Art Centre in London. Jedes Kunstwerk, so schreibt Mashable, besteht aus der schwarzen Silhouette einer Frauenbüste, wobei ein intrinsisches Lederstück (das eine Vulva darstellt) auf den Mund des Figur genäht wurde. Jedes Lederstück wurde von Hand angefertigt und ist einzigartig, schreibt Autograph APB. Jedes Stück steht für die spezifische Art der FGM, welche die dargestellte Frau erleiden musste. Zu jedem Portrait gibt es ein Gedicht; der Text wurde aus der jeweiligen bewegenden Geschichte der Frau erstellt.

Um mittels der Kunst ein Bewusstsein für die weibliche Genitalverstümmelung oder Frauenbeschneidung zu schaffen, hat Silvestri Interviews mit den weiblichen Überlebenden geführt und mit ihnen zusammengearbeitet um zu bestimmen, welche der vier Arten der FGM an ihnen vorgenommen wurden, da sich die Praktiken in den verschiedenen Kulturkreisen unterscheiden. Silvestri erzählte dazu TakePart:

“Aufgrund des Schweigens wird aus FGM ein Thema gemacht, das oftmals als ‘religiöses Problem’ oder als ein ‘afrikanisches Problem’ bezeichnet wird. [Aber] FGM wird Frauen aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen und aus allen Teilen der Welt angetan – dazu gehören Südostasien, der Nahe Osten und einige lateinamerikanische Länder – aber auch Industrienationen mit einem erhöhten Aufkommen an Einwanderungen. Ich denke, dass es sich dabei hauptsächlich um ein kulturelles Thema handelt. In einigen Gemeinschaften spricht man wirklich einfach nicht darüber, wenn der Familie irgendetwas zustößt.”

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Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert die Formen der weiblichen Genitalverstümmelung oder Frauenbeschneidung (FGM) nach vier Hauptkategorien:

Typ 1: Die teilweise oder vollständige Entfernung der Klitoris und in sehr seltenen Fällen nur die Entfernung der klitoralen Vorhaut.

Typ 2: Die teilweise oder vollständige Entfernung der Klitoris und der inneren Schamlippen, mit oder ohne Entfernung der äußeren Schamlippen.

Typ 3: Die Verengung der Vaginalöffnung durch die Anfertigung eines Siegels, das hergestellt wird, indem die inneren oder die äußeren Schamlippen zurechtgeschnitten und neu positioniert werden, manchmal durch Zusammennhähen, mit oder ohne Entfernung der Klitoris.

Typ 4: Alle anderen schädlichen Verfahren und Veränderungen der weiblichen Genitalien ohne medizinische Indikation; dazu gehören etwa das Stechen, das Durchbohren, das Einschneiden, das Ausschaben und das Verätzen des Schambereichs.

Allerdings hat Silvestri ein eigenes Set von Subkategorien für Unsterile Clinic erstellt.

Im Jahr 2012 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluss mit dem Ziel der Eliminierung von Frauenbeschneidung. Trotzdem werden geschätzt 3 Millionen Mädchen jedes Jahr von Männern verstümmelt, die dadurch Macht über die Sexualität und den Körper der Frauen ausüben. Nichtsdestotrotz hoffen die Organisatoren, dass die Ausstellung mehr Frauen und auch Männer dazu ermutigt, sich gegen die verschiedenen und sich stets verändernden barbarischen Praktiken aufzubegehren. Renée Mussai ist die Kuratorin der Ausstellung; sie erzählte TakePart:

“Für uns ist FGM eine Form des Missbrauchs. Wir hoffen, dass wir durch die Präsentation dieser Ausstellung dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu gewinnen und die Gewalt der Praxis für ein Publikum aufzudecken, das mit dieser Grausamkeit mit großer Wahrscheinlichkeit zuvor noch nicht konfrontiert worden ist.”

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Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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Batman besucht ein Flüchtlingscamp: Dieses Video soll auf Hilfe für Kinder aufmerksam machen

in Menschenrechte von

Batman besucht ein Flüchtlingscamp: Dieses Video soll auf Hilfe für Kinder aufmerksam machen: Die niederländische Organisation “War Child Holland” (“Kriegskind”) hat ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie der Dark Knight ein Flüchtlingscamp besucht und dort mit einem kleinen Jungen spielt. Das Video wurde produziert, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen und um Gelder zu sammeln – für Kinder, deren Leben durch Krieg zerstört wird. Seit seiner Veröffentlichung hat es sich online rasend viral verbreitet.

Es gibt momentan weltweit mehr als 4,8 Millionen syrische Flüchtlinge; und 2,4 Millionen davon sind laut den Vereinten Nationen Kinder. Insgesamt wachsen jedoch bis zu 250 Millionen Kinder in Konfliktzonen auf, in denen sie oft in bitterer Armut leben.

Die Stimmen der Kinder im Krieg

War Child ist eine Nichtregierungsorganisation. Sie arbeitet dafür, jene Kinder zu beschützen, sie auszubilden und für ihre Rechte einzustehen, deren Leben von einem Krieg überschattet wird. Das Video, in dem Batman mit einem jungen Flüchtling spielt, ist der erste von drei Filmen, die für die Organisation produziert werden. Es handelt sich dabei um den Versucht, unser Bewusstsein dafür zu schärfen und die Öffentlichkeit an das schreckliche Kriegsgeschehen zu erinnern, dem Millionen von Kindern gewzungenermaßen ausgesetzt sind.

“Das Ziel des War Child-Films ist es im Grunde genommen, auf die Situation aufmerksam zu machen, in der sich Kinder befinden, die von einem Krieg betroffen sind”, sagte der Sprecher Peter Schouten. “Die Welt kann den Kindern alles wegnehmen. Etwa ihre Spielsachen, ihre Schule, ihre Familie. Aber die Welt kann ihnen niemals ihre Fantasie und Vorstellungskraft wegnehmen.”

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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Dieser Künstler zeigt mit satirischen Illustrationen, wie politische Führer weltweit mit Gerechtigkeit umgehen

in Menschenrechte/Politik von

Unbequeme Wahrheiten haben die Macht, Veränderungen anzuregen. Das ist der Grund dafür, warum viele Künstler gesellschaftliche Missstände auf so lebhafte und deutliche Weise in ihren Bildern anprangern. Dieser Künstler zeigt uns mit seinen satirischen Illustrationen zum Beispiel, wie politische Führer weltweit mit Gerechtigkeit umgehen.

Der Wunsch nach Veränderung brodelt unter der Oberfläche. So geht das schon eine ganze Weile lang. Aber seit dem Anbruch des Internet-Zeitalters und den scheinbar unendlichen Möglichkeiten für die Menschen, ihre Meinung auszusprechen, geschieht etwas völlig Neues.

Aktivisten behelfen sich zunehmend der Kunst als Mittel zur Abbildung von Wahrheiten aus der harten Realität. Illustrationen wie solche, die wir in der nachfolgenden Galerie für euch zusammengestellt haben, sind aufwühlend und verwirrend – sie wecken unterschiedliche Empfindungen in uns.

Die üblen Geschehnisse auf der ganzen Welt verdienen es, dass man über sie spricht. Denn solange sie nicht als wirkmächtig, wenngleich bedauerliche Wahrheiten anerkannt werden, wird sich an diesen Zuständen nichts ändern.

Aus diesem Grund spielen die Cartoons, die der Künstler Gunduz Agayev gezeichnet hat, eine wichtige Rolle dabei, dass die Massen endlich aufgeweckt werden.

Agayev hat in der Vergangenheit bereits mehrere Serien mit Illustrationen gezeichnet. Dazu gehören “Heiliges Selfie“, “Globale Polizei” und “Einfach nur Diktatoren“. Seine aktuelle Serie greift das Thema der allgemeinen Menschenrechte und der Gerechtigkeit auf. Dabei portraitiert er Femida (Justitia oder die griechische Göttin Themis als ein Teil des Prinzips der Gerechtigkeit) in verschiedenen Ländern.

“Für diese Serie habe ich 15-16 Tage gebraucht. Ich habe gezeichnet, während ich über die Situationen in diesen Ländern nachgedacht und darüber gelesen habe. Diese Illustrationen stellen die echten Lebensbedingungen in diesen Ländern dar.”

Kontrovers, schockierend und irgendwie harsch: So portraitiert Agayev in den nachfolgenden Bildern den Umgang mit der Gerechtigkeit an verschiedenen Orten auf der Welt:

Russland

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Quelle: Gunduz Agayev

Deutschland

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Quelle: Gunduz Agayev

Iran

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Quelle: Gunduz Agayev

Griechenland

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Quelle: Gunduz Agayev

China

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Quelle: Gunduz Agayev

Nordkorea

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Quelle: Gunduz Agayev

Syrien

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Quelle: Gunduz Agayev

USA

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Quelle: Gunduz Agayev

Großbritannien

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Quelle: Gunduz Agayev

Türkei

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Quelle: Gunduz Agayev

Brasilien

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Quelle: Gunduz Agayev

Frankreich

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Quelle: Gunduz Agayev

Aserbaidschan

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Quelle: Gunduz Agayev

Pinguinlandia

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Quelle: Gunduz Agayev

Was haltet ihr davon, was denkt ihr? Bitte teilt diesen Artikel und sagt uns in den Kommentaren, wie ihr zu diesen Denkanstößen steht.

Titelbild-Quelle: © Gunduz Agayev. Artikel von . Übersetzt aus dem Englischen von TrueActivist.

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