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Indien: Mann erfindet essbare Löffel, um die Welt vor Plastikmüll zu verschonen

in Umwelt

Man kann es einen neuen Meilenstein der Nachhaltigkeit nennen, oder einfach nur eine köstliche Alternative zu Plastikbesteck: Der Gründer von Bakey’s, Narayana Peesapaty, erfand 2011 zu 100% aus natürlichem Material bestehende, essbare Löffel — die man zum essen benutzen und danach selber essen kann — als eine umweltfreundliche und nahrhafte Art, um Essen zu konsumieren. Seit 2011 hat er es geschafft, in Indien jedes Jahr 1,5 Millionen Löffel zu verkaufen. Sie werden aus dem Mehl von Reis, Weizen und Sorghumhirse in acht süßen und herzhaften Geschmacksrichtungen hergestellt: Zucker, Ingwer-Zimt, Ingwer-Knoblauch, Sellerie, schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmel, Pfefferminz-Ingwer und Karotte-Rote Beete.

Im April startete Bakey’s eine Crowd Funding-Kampagne auf Kickstarter, um die Mittel aufzutreiben, die benötigt werden, um über den Bereich essbarer Löffel hinauszugehen und eine Besteckrevolution auf der ganzen Welt in Gang zu bringen. Ihre Absicht ist es, verzehrbare Essstäbchen, Dessertlöffel, Gabeln, Tassen, Teller und viel weiteres traditionelles Einweggeschirr bereitzustellen. 9.293 Unterstützer stellten dafür 278.847 Dollar zur Verfügung — 14mal mehr als das ursprüngliche 20.000-Dollar-Ziel — um Bakey’s dabei zu helfen, die sich derzeit auf dem Markt befindlichen Wegwerfutensilien zu ersetzen.

Ein Bakey’s-Löffel überdauert 20 Minuten in heißer Flüssigkeit und kann zwei bis drei Jahre gelagert werden. Wenn man ihn nicht essen will, kann man ihn einfach wegwerfen, er zersetzt sich innerhalb von fünf Tagen. Man muss sich vorstellen, dass allein in den USA jedes Jahr ungefähr 40 Milliarden Stück wiederverwendbares Plastikbesteck weggeworfen werden und dass es bis zu 1.000 Jahren dauern kann, bis dieser Plastikmüll abgebaut ist. Peesapaty sagte zu The Economic Times:

Ungefähr 120 Milliarden Stück Einwegbesteck werden jedes Jahr in Indien weggeworfen. Plastik beinhaltet Chemikalien, die in die Nahrung oder Getränke gelangen und Krebs verursachen können. Mein Ziel ist daher, Plastik komplett von unseren Nahrungsmitteln fernzuhalten.

Bevor er Hersteller von essbaren Löffeln wurde, war Peesapaty Forscher am International Crop Research Institute for Semi Arid Tropics (ICRISAT) in der indischen Stadt Hyderabad. Wann immer er reiste, fühlte sich Peesapaty schrecklich schuldig, Plastikbesteck zu benutzen und dachte oft darüber nach, eine Alternative zu erschaffen. In dem folgenden TEDx-Vortrag erklärt er, warum Plastik, insbesondere Plastikbesteck, aus unserem Leben verbannt werden sollte:

Die Idee, wie man essbare Löffel herstellen kann, kam ihm während eines Flugs im Jahre 2004, als er einen Passagier sah, der ein Stück Khakra — dünne indische Cracker, die aus Mattenbohnen, Weizenmehl und Öl gemacht werden — als Löffel benutzte, um seinen Nachtisch zu essen. Nach vielen Nachforschungen und persönlichen Investitionen (es kostete ihn über 6 Millionen indische Rupien, um die Prototypen zu entwickeln und eine Vorserie zu realisieren), gab Peesapathy seinen Job auf und stellte die erste Ladung er, hauptsächlich, indem er Hirse und einige allgemein verfügbare Gewürze verwendete. An Gemüse wurden Spinatbrei, Rote Beete und Karotten benutzt, um Farbe hinzuzufügen.

Außer den Gebrauch von Plastik einzudämmen, wollte ich verstehen, wie Sorghumhirse als eine Alternative zu Reis gefördert werden kann, der mehr natürliche Ressourcen wie Wasser beansprucht. Im Vergleich dazu, verbraucht die Sorghumhirse nur ein Viertel des Wassers, das für den Reisanbau gebraucht wird, ist einfach anzubauen und hat einen guten Nährwert. Dies brachte mich dazu, an einem organischen Löffel zu arbeiten, gleichzeitig einen Markt für Hirse zu fördern und Farmer zu motivieren vom Reis wegzukommen.

bakeys

Vor fünf Jahren begann Bakey’s damit, 50.000 essbare Löffel monatlich zu verkaufen; heute bekommen sie Bestellungen für über 30 Millionen Löffel. „Als wir mit Bakey’s begannen, war die allgemeine Auffassung, dass es nicht funktionieren würde; dass wir darum kämpfen müssten, Bestellungen für das Produkt zu bekommen. Nun stehen wir einzig und allein vor der Herausforderung, mit der Zahl der Bestellungen Schritt zu halten und sie alle abzuwickeln“, fügte er hinzu.

Die Fertigungseinheit von Bakey’s ist ein reines Frauenunternehmen, und abgesehen davon, Plastik zu vermeiden, bietet Bakey’s Frauen mehr Job-Möglichkeiten, wodurch sie in die Lage versetzt werden, unabhängiger zu werden und dadurch auch für die Haushaltsausgaben aufzukommen. Das komplett aus Frauen bestehende Team arbeitet nicht nur gerne bei Bakey’s, sondern sie kümmern sich auch um das Anliegen.

„Wir mischen zuerst die Gewürze und das Mehl und verkneten sie zusammen mit Wasser. Der Teig wird dann durch eine Walzmaschine geschickt, von wo sie gesammelt und in einem Ofen gebacken werden. Es dauert 3-5 Minuten, um einen Satz von 100 bis 500 Löffeln zu machen“, sagt die 29-jährige Sarita, eine der 13 Frauen, die zurzeit bei der Produktionsanlage beschäftigt sind. „Jeder bei der Anlage benutzt diese Löffel. Es geht schon ein paar Jahre, aber wir hatten keine Probleme mit dem Produkt.“

Bakey’s strebt sowohl eine tägliche Produktion von 800.000 Löffeln und/oder anderen Utensilien an, als auch eine Minimalisierung der Kosten der Löffel, um ein Maximum an Leuten zu erreichen. Peesapathy schreibt auf Kickstarter:

Der Wandel ist unaufhaltsam. Bevor uns dieser Wandel überraschen und überwältigen kann, sollten wir die Instrumente dieses Wandels sein. Ich erschuf dieses Geschäft, um die allgemein bekannte Tatsache zu widerlegen, dass sich Umweltschutz und soziale Verantwortung kaum mit einer gesunden Geschäftsentwicklung vereinbaren lassen. Für Bakey’s sind umweltbezogene und soziale Verbesserungen das Geschäft.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com


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4 Comments

  1. Nicht schlecht. Aber, man sollte auch Holzlöffel in den Umlauf bringen und den Menschen beibringen, gut auf ihren Holzlöffel zu achten.
    Wie wäre es wenn jeder in der Handtasche,eingeschlagen in einem Baumwolltuch,seinen Holzlöffel aus guter fester Qualität mit sich herumträgt .
    Der geht übrigens auch mit ins Flugzeug-ohne das es da Schwierigkeiten gibt !
    Man muss die Umwelt schützen – und die Menschen sollten Dinge unbedingt wertschätzen lernen….ist nicht mal schlecht wenn ein schlampiger Nichtsnutz einmal sein Mittagessen mit der Hand essen muss…..der vergisst seinen Löffel dann das nächstemal nicht mehr ……
    Christiane

  2. Bescheurt.

    Ein Bällchen in der Waffel erzeugt gar keinen Müll.
    Und dieser Wahnsinnige Ausländerdreck „erfindet“
    ein „Löffel“. Schieb diesem Idiot das Ding in den Arsch.

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