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Die Medien schweigen, während Saudi-Arabien dabei ist, Jemen durch eine Hungersnot zugrunde zu richten

in Menschenrechte

Saudi-Arabien, ein Königreich, das seit 1933 mit den Vereinigten Staaten verbündet ist, ist direkt daran beteiligt, Jemen mit einer der schrecklichsten Hungersnöte des Landes zu überziehen. Aber das ist Ihnen vielleicht noch nicht bekannt, wenn Sie die Situation nur durch die Berichterstattung der Mainstream-Medien mitverfolgt haben – und es wurde sowieso überhaupt nicht viel darüber berichtet.

Nach jahrelangen Bombardements durch Saudi-Arabien, mit Unterstützung von anderen Golfstaaten und den USA, sind beinahe eine halbe Million jemenitischer Kinder nur Monate von einer Hungerkatastrophe entfernt. Die Situation wird durch die Tatsache verschlimmert, dass über 50 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Die amerikanisch-saudische Allianz, die die Region in beinahe unvorstellbarer Weise verwüstet hat, wurde teilweise durch die Entschlossenheit der USA verstärkt, die politische Vorherrschaft über die Golfstaaten zu erhalten – oder genauer gesagt: ihre militärische Stärke. Laut des Bureau of Near Eastern Affairs des US-Außenministeriums ist „Saudi-Arabien ein starker Partner bei Bemühungen bezüglich der Sicherheit der Region und der Bekämpfung des Terrorismus, indem es militärische, diplomatische und finanzielle Kooperation bereitstellt. Es arbeitet eng mit dem US-Gesetzesvollzug zusammen, um die Sicherheitsinteressen beider Staaten zu gewährleisten“.

Die USA haben Saudi-Arabien ökonomische und militärische Unterstützung zur Verfügung gestellt, seitdem 1940 in vollem Umfang diplomatische Beziehungen eingeführt wurden. Im Februar 1943 gewährte US-Präsident Franklin D. Roosevelt Saudi-Arabien einen Anspruch auf Unterstützung nach dem Verleih- und Pachtgesetz, indem er das Königreich als „unentbehrlich“ bezeichnete. Das Verleih- und Pachtgesetz zwischen den USA und Saudi-Arabien bedeutete, dass es Franklin D. Roosevelt erlaubt war, „Waffen oder andere Verteidigungsmaterialien zu überführen“, für die der Kongress Gelder an „die Regierung irgendeines Landes“ bewilligte, „das der Präsident für die Verteidigung der Vereinigten Staaten als unentbehrlich erachtet“. Zwei Jahre später besuchte Roosevelt Ibn Saud, den ersten Monarchen und Gründer von Saudi-Arabien, und bekräftigte öffentlich das Bekenntnis zu diesem Land und seiner Monarchie. Der Grund für diese enorme Solidaritätsbekundung? Öl.

Laut des Entwurfs eines Memorandums, das 1945 veröffentlicht wurde, stellen die Ölreserven in Saudi-Arabien „eine gewaltige Quelle an strategischer Macht dar, und [sind] eine der größten materiellen Prämien in der Geschichte der Welt…“ Das Memo besagt weiterhin, dass diese „zweifellos den Vereinigten Staaten verloren gehen würden, wenn diese Regierung nicht dazu in der Lage ist, auf eine praktische Weise ihre Anerkennung dieses Zugeständnisses als von nationalem Interesse zu demonstrieren, indem solange den angemessenen Anliegen König Ibn Sauds zeitweilig Unterstützung bei seinen ökonomischen und finanziellen Schwierigkeiten gewährt wird, bis die Ausschöpfung des Zugeständnisses auf einer zweckmäßigen kommerziellen Grundlage Saudi-Arabien wesentliche Einkünfte einbringt.“

Eine Präsenz des US-Militärs im Golf wurde auf der Grundlage solcher Einkünfte fest etabliert, und während US-Regierungen gekommen und gegangen sind, sind die Beziehungen mit Saudi-Arabien jedoch nie ins Wanken geraten.

Das saudische Königreich mit seiner auf Öl basierenden Geldquelle, ist seitdem einer der einflussreichsten Golfstaaten in Washington geworden, und die USA sind bei ihrer Selbstverpflichtung gegenüber dem Königreich ebenso beständig geblieben. Selbst als saudische Bomben auf Krankenhäuser, Schulen und dicht besiedelte zivile Gebiete in Jemen gefallen sind, haben sich die USA nicht dazu hinreißen lassen, Saudi-Arabien zu rügen. Nachdem die Obama-Regierung öffentlich die militärische Bombardierung Jemens genehmigt hat, indem sie sie als eine „militärische Aktion zur Verteidigung der saudi-arabischen Grenze und zum Schutz der legitimen Regierung Jemens verteidigt hat…“, gewährte seine Regierung Saudi-Arabien Artillerie und ging sogar so weit, saudische Düsenflugzeuge wiederaufzutanken, die an den tobringenden Bombardierungseinsätzen teilgenommen hatten.

Während spezifische Daten bezüglich des Wiederauftankens fremder Flugzeuge durch die US-Luftstreitkräfte nicht veröffentlicht wurden, berichtete die Sprecherin des US-Zentralkommandos der Luftstreitkräfte, Capt. Kathleen Atanasoff, im Februar, dass US-Tanker an über 7.000 Wiederauftank-„Vorkommnissen“ beteiligt waren, bei denen „ungefähr 54 Millionen Pfund [ca. 25.000 Tonnen] Treibstoff zur Unterstützung saudischer Operationen in Jemen entladen wurden.“

Saudi-Arabien hat sich jedoch nicht allein mit militärischen Einsätzen beschäftigt. Der Staat hat sich auch der Verbreitung brutaler sektiererischer Mythologie verschrieben, der Hinrichtung von Männern und Frauen wegen „Hexerei“ und „Zauberei“, durch die Einführung einer zutiefst restriktiven patriarchialischen Politik und die Entsendung von Söldnern, um den Aufstand in Bahrain niederzuschlagen. Gleichzeitig hat Saudi-Arabien einen „Mädchenrat“ eingeführt, dem überhaupt keine Frauen angehören, und das Land genießt weiterhin das Privileg einer führenden Rolle durch die Mitgliedschaft beim UN-Menschenrechtsrat.

All das hinderte die Obama-Regierung nicht daran, mit dem Königreich Waffengeschäfte in Rekordumfang einzufädeln, während wenig bis nichts über die unverblümten Menschenrechtsverletzungen des Landes gesagt wurde. Nun wurden Waffengeschäfte, die von Obama wegen Bedenken über Menschenrechtsverletzungen auf Eis gelegt wurden, von Donald Trump wieder aufgewärmt, indem er die US-Beteiligung in Jemen weiter intensiviert.

Jemen leidet weiterhin unter den Beziehungen der USA mit Saudi-Arabien, und indem Verhungern, Wasserknappheit und ein Mangel an medizinischem Nachschub immer mehr Leben fordert, sind die ölgetränkten Ambitionen Saudi-Arabiens vollkommen unwidersprochen durch eine weitere US-Regierung, die es gänzlich darauf anlegt, die Region mit Hilfe der Monarchen vom Golf weiter im Würgegriff zu halten.

Verweise:

Übersetzung aus dem Englischen von http://anonhq.com/media-silent-saudi-arabia-devastates-yemen-famine/

 

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