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Welt - page 40

Facebook sperrt Anonymous-Hacktivisten hinter #OpISIS – nur Stunden vor den Anschlägen in Paris

in Welt von

Am Freitag den 13., hat Facebook ohne Vorwarnung eine Anonymusgruppenseite, die Social-Media-Accounts der Terrororganisation IS, die benutzt wurden um Hardliner zu rekrutieren und Propaganda zu verbreiten, entlarvte und meldete, gelöscht und alle Administratoren gesperrt.  Facebook-banned-anonymous-isis-620x349

Das soziale Netzwerk sagte, dass die gesamt Existenz der Gruppe ein Verstoß gegen Facebooks Nutzungsbedingungen und die “Community Standards” sei. Counter Current News teilte mit:

Facebook hat sich geweigert auf Anfragen von Red Cult , Counter Current News und anderer alternativer Medien, die Facebook direkt unter deren Nummer für Medienarbeit kontaktierten, zu antworten.

Red Cult informierte uns das die einzige Aufgabe und Nutzung der vorher genannten Gruppe darin bestand, Social-Media-Accounts des IS zur Rekrutierung von Mitgliedern zu identifizieren und melden. Das verstößt nicht nur nicht gegen Facebooks eigene Nutzungsbedingungen, sondern hilft sogar diese zu durchzusetzen.

Wie kann Facebook nur Anonymous, die versuchen die Terrororganisation im Cyberspace zu bekämpfen, den Krieg erklären?

Das soziale Netzwerk hatte kein Erklärung dafür, sich offensichtlich auf die Seite des IS statt Anonymous zu stellen. Aber als 8 militante IS-Anhänger nur Stunden später Paris in Angst und Schrecken versetzten, hat Facebook eiligst die #OpISIS „Report ISIS Accounts“-Gruppe ohne Kommentar wiederhergestellt.

 

Isis hat einen schweren Fehler begangen. Seht zu wie die Welt in blau, weiß und rot erstrahlt. Seht zu wie wir auch vernichten. #Paris pic.twitter.com/vCSK6sDLBJ Anonymous Aussie (@AnonyAussie) November 14, 2015


Ich war noch nie bereiter dazu Isis zu zerstören als jetzt  #OpISIS — Anonymous (@GroupAnonNews) November 14, 2015

Wurde diese unlautere Aktion gegen die Anonymous-Hacktivisten durchgeführt, weil amerikanische und europäische Strafverfolgungsbehörden nicht fähig oder nicht gewillt dazu waren? War es das Versagen der Geheimdienste die IS-Terrorattacken zu stoppen, dass dazu führte die Seite wiederherzustellen?

 

Quelle: http://anonhq.com/facebook-bans-anonymous-hacktivists-behind-opisis-just-hours-before-the-paris-attack/


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Terroranschläge in Paris – Obama: “Attack on all of humanity”

in Kriminalität/Welt von

UPDATE: Einer der Terroristen ist gebürtiger Franzose und hatte schon 8 Strafverfahren hinter sich ohne große Konsequenzen, bis er radikalisiert wurde (laut RT.com und französischen Quellen).

Völlig unerwartet begannen um etwa 21:15 (CET) in Paris die Anschläge. Aus dem Fußballstadion, in dem gerade das Freundschaftsspiel Frankreich-Deutschland abgehalten wurde, waren mindestens zwei deutliche Explosionen zu hören.

Die Situation vier Stunden später: Der Notstand ist ausgerufen worden. Die Grenzen wurden geschlossen. Mit etwa 150 getöteten Personen (Stand 02:00 UTC) soll der Terroranschlag das blutigste Ereignis in Frankreich seit Ende des zweiten Weltkrieges sein. Der Notstand wurde zum letzten Mal 2005 als Reaktion auf die “French Riots” ausgerufen, ein nationaler das letzte Mal während des Algerienkriegs. Die Grenzen wurden seit Ende des zweiten Weltkrieges nicht mehr geschlossen, ebenso gab es seitdem keine Ausgehsperre mehr für die Einwohner Paris´.

Insgesamt wird der Umfang der Anschläge auf sieben verschiedene Angriffe beziffert – mindestens drei Sprengstoffattentate und sechs Schusswechsel. Um 1:30 UTC wurde bekannt gegeben, dass die Terroranschläge an sich zu Ende seien und die Situation unter Kontrolle. Es gibt noch keine bestätigte Gruppe, die für den Anschlag verantwortlich gemacht wird. Allerdings wurde bereits mehrmals vermutet, dass der Anschlag durch ISIS organisiert und in Zusammenhang mit Syrien stünde.


Die Anschläge fanden an sieben Orten statt:

  • Petit Cambodge und Le Carillon Stadtbezirk “10. Arrondissement”:
    – im Restaurant “Petit Cambodge” sollen 4 Menschen erschossen worden sein
    – vor der Bar “Le Carillon” wurden weitere Menschen erschossen
    – lt. Polizeiaussagen wurden 11 Menschen getötet
  • Bataclan Theater Geiselnahme
    – im Theater fand ein Konzert statt
    – 2 oder 3 bewaffnete Männer sollen das Gebäude gestürmt haben
    – 35 Menschen wurden erschossen
    – etwa 100 Leute befanden sich in Geiselhaft
    – nach Sturm durch die Polizei wurde bekanntgegeben, dass 120 Menschen getötet wurden
  • Stade de France
    – mind. 10 Menschen wurden außerhalb des Stadions durch Explosionen verwundet oder getötet
    – vermutetes Selbstmordattentat
  • Forum de Halles Einkaufsmeile
    – Schießerei und Bombenexplosionen im Shopping Center

Die Geiselnahme in der Bataclan Konzerthalle soll durch die Antiterroreinheit RAID der französischen Bundespolizei beendet worden sein. Videomaterial von Journalisten vor Ort dokumentierte deutlich seh- und hörbar den Gebrauch von Blendgranaten und automatischen Schusswaffen.

 


Frankreichs Präsident Hollande rief den nationalen Notstand aus, ließ drei französische Notfallpläne (plan multi-attentats, plan blanc, plan rouge) inkraft treten und kommandierte das französische Militär nach Paris, um wieder für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Außerdem gab er bekannt, dass er nicht am G-20 Gipfel in der Türkei teilnehmen würde, sondern sich durch zwei Minister vertreten lassen würde.

US-Präsident Barack Obama bezog bereits vor 00:00 UTC Stellung zu den Anschlägen:

Wir wurden Zeuge eines abscheulichen Versuchs, unschuldige Bürger zu terrorisieren. Dies ist ein Angriff, nicht nur auf Paris, nicht nur auf die Bevölkerung Frankreichs, sondern ein Angriff auf die gesamte Menschheit, die gemeinsamen Werte, die wir teilen. Wir sind vorbereitet, alles Nötige, was die französische Regierung und Bevölkerung für eine Reaktion brauchen, bereitzustellen. […] Diejenigen, die denken, sie könnten die Bevölkerung Frankreichs, oder die Werte, die sie repräsentieren, angreifen, irren sich. […] Wir werden alles notwendige unternehmen, mit der französischen Bevölkerung und Ländern dieser Erde zusammenarbeiten, um diese Terroristen ihrer gerechten Strafe zuzuführen und jedem Netzwerk nachgehen, das meint, unsere Bevölkerung angreifen zu müssen.

Neben Obama bekundeten viele weitere Staatschefs, darunter auch David Cameron und Angela Merkel, ihre Bestürzung und Anteilnahme.


Feature Image (C) The Daily Mail


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Macht lernen dumm?

in Welt von

Der Philosoph und Publizist Richard David Precht behandelt in seiner ZDF Sendung ‘Precht’ das Thema ‘Skandal Schule – Macht lernen dumm?’ den Sinn und Unsinn des deutschen (Schul-) Bildungssystems. Mit der mutigen Behauptung “Kinder die heute eingeschult werden gehen im Jahr 2070 in Rente – weit in der Zukunft. Wir aber überhäufen sie mit einem Wissen das aus der Vergangenheit stammt. An unseren Schulen werden die Kinder von den falschen Leuten, nach den falschen Methoden in den falschen Dingen unterrichtet.” startet er eine interessante Diskussion, die er auf Fakten zurückführt. Obwohl die Sendung aus dem Jahre 2012 stammt, hat sich seitdem leider wenig bis gar nichts an dem deutschen Schulsystem geändert, welches es immer noch aktuell erscheinen lässt.  Hier ein Kernaussschnitt aus der Sendung: 

und hier die komplette Sendung:


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Atomare Aufrüstung in Deutschland – Ist es wieder soweit?

in Politik/Welt von

In letzter Zeit driftet die veröffentlichte Meinung immer mehr in den Tenor ab, dass sich Ost und West wieder auf einen neuen Kalten Krieg zubewegen. Manche bezeichnen die aktuelle Lage bereits als diesen. Andere, wie beispielsweise der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, verneinen dies. Offene oder schwelende Konflikte wie Syrien und die Ukraine werden als Stellvertreterkriege bezeichnet. Russland stockt seine Interkontinentalraketen auf. Die NATO bereitet sich auf einen Krieg im Baltikum vor. Das typische Zeigen mit dem Finger auf den anderen hat wieder begonnen. So behauptet jede Seite, dass die andere offensiv handelt, man selbst aber stets nur defensiv und reaktiv. (…) Man rufe sich an dieser Stelle die Weisung Gustav Heinemanns ins Gedächtnis: “Wer mit dem Zeigefinger auf andere Leute zeigt, sollte nie vergessen, dass drei Finger seiner Hand auf ihn selbst zeigen”. Wenn aber schon die politische (und vor allem militärische!) Führungsschicht keinen kühlen Kopf bewahren kann, so sollte dies doch in jedem Fall die Bevölkerung versuchen.

Sonderlich beruhigend wirkt da die Meldung, dass nun auch in Deutschland Atomwaffen aufgerüstet bzw. “erneuert” werden sollen, nicht. Als Begründung wird wie schon im Kalten Krieg die Gegenseite ins Feld geführt. So absurd kann das Verweisen auf “die Anderen” sein:

Bekanntlich ist Reden ja Silber und Handeln Gold. Warum warnt Herr Dr. Schäfer im Hinblick auf die militärische und auch atomare Aufrüstung Russlands dann davor, in eine beschleunigte Eskalationsspirale einzutreten, befürwortet auf der anderen Seite aber die Aufstockung und Modernisierung der Atomwaffen in Deutschland? Bezeichnet das russische Verhalten als politisch, das eigene als technisch? Letztlich bewirkte ja eben diese Praxis das stetig wachsende Aufrüsten und Verhärten der Fronten im Kalten Krieg.

Die Atomwaffen, von denen die Rede ist, lagern momentan im Fliegerhorst Büchel, Rheinland-Pfalz. Bisher waren dort etwa 20 Atombomben vom Typ B-61 gelagert worden. Dabei ist die Sprengkraft jeder einzelnen so hoch wie die von etwa 13 Hiroshima Bomben. Im Rahmen der “Nuklearen Teilhabe” sollen deutsche Tornado-Piloten im Ernstfall diese Atomsprengkörper in vorgegebene Ziele befördern. Dies wird bisher mit Attrappen geübt. Allerdings scheint dies in Widerspruch mit dem deutschen Atomwaffensperrvertrag und der Dienstanweisung für deutsche Soldaten zu stehen, in denen festgeschrieben ist, dass jene nicht mit atomaren Waffen zu agieren haben.

Bereits 2009 hielten CDU und FDP im Koalitionsvertrag fest, dass die Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden sollten. Allerdings scheint sich dieses Versprechen, wie in der Politik so oft, in Luft aufgelöst zu haben. So stellte Merkel erst kürzlich klar, dass sie gegen eine atomare Abrüstung Deutschlands sei.

Meine Haltung im Koalitionsvertrag 2009 war immer schon so, dass wir aufpassen müssen, was an Folgewirkungen ist. Denn wir müssen gucken, wenn an anderer Stelle dann Atomwaffen stationiert werden und in Deutschland keine mehr sind – muss man sich fragen: Ist dann eigentlich der Balance und der Sicherheit mehr gedient?

Das Novum, dass zuletzt medial für Furore sorgte ist, dass die bereits vorhandenen B-61 Bomben um eine verbesserte Variante aufgestockt werden sollen – die B-61-12. Wesentlicher Unterschied ist, dass diese über eine wesentlich genauere Zielerfassung verfügen sollen , wodurch man sie sie nun präzise ins Ziel lenken könne. Militärisch gesehen wird so die Grenze zwischen taktischen und strategischen Atomwaffen verwischt. Gerade dies beinhaltet in Anbetracht mit der sich zuspitzenden Beziehung zu Russland reichlich außenpolitischen Zündstoff. Fraglich bleibt, inwiefern auf eine verdeckte atomare Aufrüstung in Deutschland seitens Russlands reagiert werden könnte. Die Befürchtung liegt nahe, dass ein erneutes atomares Aufrüsten, ganz im Stile des “ersten” kalten Kriegs provoziert werden kann.

b-61-12


Doch was kann man als Individuum in den aktuellen Geschehnissen, einer erneuten Zeit des “Säbelrasselns”, unternehmen? In einer Zeit, in der das Farbspektrum der Medien und Politiker sich auf Schwarz und Weiß begrenzt? In einer Zeit, in der wirtschaftlicher Egoismus und Neoliberalismus als alternativlos kommuniziert werden? In einer Zeit, in der Zweifel und Kritik an der veröffentlichten Meinung wieder drohen, als unpatriotisch, opportunistisch oder feige bezeichnet zu werden? Nichts? Weit gefehlt.

Informiert euch tiefgreifend und breitgefächert. Ein medienkritisches Bewusstsein zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man nur die Nachrichten konsumiert und zitiert, die die eigene Meinung wiederspiegeln. Das ist eher das Gegenteil. Medienkritik bedeutet, möglichst viele Perspektiven und Meinungen  zu sichten, reflektieren und daraufhin selbst zu urteilen. Hinterfragt – nicht nur nach dem Grundsatz “Cui bono” (Wem nützt es?), sondern auch nach “Wem nützt es nichts?”, oder “Was verfolgt der Autor?”. Vertauscht die Perspektiven und Rollen – projeziert die Geschehnisse im Nahen Osten auf Europa oder die USA. Versucht, die “andere Seite” zu verstehen. Befasst euch nicht nur mit gemäßigter, sondern auch mit linker und rechter Presse. Beschränkt euch nicht auf Deutschland, sondern erforscht, wie über Themen wie  Ukraine, Syrien oder TTIP und TiSA in den USA, Russland, China oder gar in Indien, der Schweiz oder Afrika berichtet wird.

Und nachdem ihr euch einen breiten Überblick verschafft habt, tretet in Dialoge, Diskussionen – Redet! Streitet! Startet Unterhaltungen im Kreis der Kollegen, Mitschüler, Nachbarn oder Freunde. Legt eure Meinungen dar, lasst euch die Meinungen der anderen darlegen. Informiert und ergänzt euch gegenseitig. Bleibt sachlich und respektvoll.

Zeigt auch Präsenz auf der Straße – macht von eurem Demonstrationsrecht Gebrauch und verschafft euch durch gewaltlose und objektive (!) Kundgebungen Gehör. Zieht die Aufmerksamkeit der Politiker und der Öffentlichkeit auf Themen, die eurer Meinung nach zu wenig Berücksichtigung erfahren. Lasst euch dabei aber nicht durch euer Bauchgefühl leiten, sondern durch reflektierte Fakten. Hütet euch vor Fremdenfeindlichkeit. Xenophobe und rechtslastige Bewegungen wie Pegida sind nicht die Lösung, sondern nur Indiz für eine fehlgeschlagene Informationsgesellschaft, die die Schuld lieber im Fremden, statt bei sich selbst sucht. Bedenkt: Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die des Anderen beginnt!

Haltet euch immer vor Augen – zum Triumph des Bösen genügt es, dass das Gute schweigt und untätig bleibt. Fördert das politische Bewusstsein eures Umfeldes – stellt klar, dass Gewalt nie eine Lösung ist – Appelliert an Vernunft und Gewaltlosigkeit. Denn am Ende des Tages spielt es keine Rolle, welcher Nationalität, Religion, Hautfarbe, Weltanschauung oder sozialer Herkunft wir sind – wir alle sind nur Gäste dieser Erde. Und nach einem globalen atomaren Konflikt spielt es keine Rolle mehr, wer zuerst den Knopf gedrückt hat, wer offensiv, wer defensiv war, wer die besseren Ansichten hatte – was bleibt ist die Zerstörung und Unbewohnbarkeit unseres Planeten. Wir alle haben eine Verantwortung – fangen wir an, politisch mündig zu werden und Politik, Wirtschaft und dem Militär zu signalisieren, dass diese Welt von Konsenz, nicht von Konkurrenz geprägt sein soll – durch das Miteinander, nicht Gegeneinander.


Feature Image (C) John D. Clare – “OK Mr. President, Let’s Talk”


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Russisches Flugzeug stürzt in Ägypten ab, alle 224 Passagiere sterben – ISIS bekennt sich verantwortlich, Russland dementiert dies

in Welt von

217 Passagiere und 7 Crewmitglieder – allesamt russische Staatsbürger – kamen beim Absturz des Flugzeugs einer russischen Airline in der Wüste Sinais auf dem Weg von Sharm el-Sheikh am Roten Meer (Ägypten) nach St. Petersburg (Russland) ums Leben. Das Büro des ägyptischen Staatsanwalts hat die Blackboxen erhalten, auf denen sich sowohl Aufnahmen der Gespräche zwischen den Piloten, als auch zur Bodenkontrolle befinden.

Das Flugzeug, eine Airbus A321, die unter Metrojet, einer Tochter der russischen Airline Kogalymavia agiert (Flugnummer KGL-9268), startete am 31. Oktober um 05:51 in Kairo (04:51 CET). Der Kontakt zur Maschine brach 23 Minuten später ab. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt in knapp 9500 Metern Höhe mit einer Sinkgeschwindigkeit von 1800 Metern pro Minute. Das Wrack wurde etwa 100km südlich der Stadt El-Arish gefunden.

Laut AFP bekannten sich Zugehörige einer ägyptischen ISIS-Gruppierung zum Abschuss, der als Vergeltung für die russischen Luftangriffe in Syrien […] fungieren soll. Auf der Sinai-Halbinsel gibt es eine Aufstandsbewegung, die ISIS unterstützt. Die Rebellen töteten in den letzten Monaten nicht nur hunderte ägyptische Soldaten und Polizisten, sondern griffen auch westliche Ziele an.

 

In aktuellen Stellungnahmen sozialer Netzwerke betitelt selbst der IS Sinai dieses Video als Fake.

„Momentan berichten diverse Medien […] dass ein russisches Flugzeug auf dem Weg von Sharm El-Sheikh nach St. Petersburg angeblich von Terroristen mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden sein soll. Diese Information darf nicht als verlässlich eingestuft werden. Wir stehen in engem Kontakt zu unseren ägyptischen Kollegen und Autoritäten des Flugbetriebs. Im Augenblick liegen ihnen keine Informationen vor, die solche Behauptungen bestätigen können.“, sagt Maksim Sokolov, russischer Minister für Transporte.

Eine Quelle aus den Sicherheitsbehörden Nord-Sinais erwähnte gegenüber Reuters, dass eine anfängliche Untersuchung die Vermutung nahelege, dass der Absturz durch einen technischen Defekt zustande gekommen sei; allerdings sei es noch zu früh, verlässliche Schlüsse ziehen zu können. So sei das Flugzeug, dem Grad der Zerstörung und Brandherden nach zu urteilen, in einer „vertikalen Lage“ aufgeprallt.

„Ich sehe eine tragische Szene. Viele Tote, die auf dem Boden liegen und weitere, die an ihren Sitz geschnallt starben. Das Flugzeug zerbrach in zwei Teile, einen kleineren Part, der verbrannte und einen größeren, der in eine Felswand einschlug. Wir haben bisher mindestens 100 Leichen bergen können – der Rest ist immer noch im Inneren.“

Was hat den Absturz verursacht? Die anfänglichen Berichte über das Schicksal des Flugzeuges sind widersprüchlich.

„Wir bedauern den Absturz der Metrojet A321, Flug 7K9268 bekannt geben zu müssen. Stellungnahme #1:

https://t.co/n3dntVsdW5  1/2 – Airbus (@Airbus), 31. Oktober 2015.

Vladimir Putin, russischer Staatspräsident, bestimmte einen offiziellen Gedenksonntag für die Opfer des Absturzes. Des Weiteren wies er Premierminister Dmitry Medvedjew dazu an, eine Untersuchung zu dem Vorfall zu initiieren.


Verfasst von Vandita

Ins Deutsche übersetzt von Murphy


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RFID Chips – ‘Gechippte’ Menschheit?

in Welt von

Spätestens seit der NSA „Späh-Affäre“ sollte sich jeder Gedanken über häusliche bzw. Überwachung von Einzelpersonen gemacht haben. Dabei sind die individuellen Reaktionen und Verhaltensweisen mannigfaltig. Während die einen dazu neigen, paranoid zu werden, beruhigen sich andere mit dem Gedanken, bei einer flächendeckenden Überwachung so oder so nicht von Bedeutung zu sein, geschweige denn aufzufallen. Versuchen die einen per VPN- oder Proxy-Verbindung ihre digitalen Spuren zu verwischen, findet bei anderen die Schere nicht mehr nur im Kopf, sondern auch im Gespräch und an der Tastatur statt.

1984 – Der Roman George Orwells wird immer öfter im Zusammenhang mit den heutigen Sicherheits- bzw. Überwachungsmaßnahmen genannt. Seit Edward Snowdens Enthüllungen wurden bereits viele Ähnlichkeiten zwischen der Realität des Romans und der heutigen aufgezeigt – dabei sind diese aber Interpretationssache. Möchte man sicher sein, nicht ungewollt belauscht oder geortet zu werden, solle es meistens reichen, Snowdens Ratschlägen Folge zu leisten: Handy aus, Akku entnehmen oder ins Kühlfach legen (…) Spätestens wenn man sich im Freien befindet und keine technischen Geräte bei sich trägt sollte sich ein Ausspähen also schwierig gestalten. Bis jetzt – gegen die folgende Maßnahme nützen all diese Praktiken nichts.

Werden Orwell zynisch oft prophetische Fähigkeiten nachgesagt, taucht das folgende nicht in seinem Werk auf – höchstwahrscheinlich aus dem Grunde, dass es seinerzeit schlichtweg technisch undenkbar gewesen ist.

Wie so vieles ist auch der technische Fortschritt bei RFID-Chips ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite steht das Positive: Eine weitreichende Erleichterung alltäglicher Abläufe. So wäre u.A. das kontaktlose Bezahlen noch einfacher, medizinische Informationen wären immer parat. Besorgte Eltern könnten ihre Kinder orten, wenn sie sich in der Schule befinden oder unterwegs sind. Schlüssel für Haus, Auto usw. wären überflüssig. In den folgenden Videos sind einige, teils bereits alte Spots zu sehen.

Auf der anderen Seite steht vor allem ein Risiko: Der Verlust der informationellen Selbstbestimmung. Da RFID-Chips durch ihre Größe nicht immer wahrnehmbar sind, kann es schnell zu einer unfreiwilligen „Überwachung“ kommen. So erhielten bereits die Deutsche Bahn und die Metro AG den „Big Brother Award“ (nach dem Großen Bruder in Orwells Roman) dafür, dass sie ohne Ankündigung RFID-Chips in Kundenkarten anbrachten. Das angeführte Beispiel, seine Kinder orten zu können, sorgte auch in den USA für Aufsehen, nachdem die Chips von Schülern zu „Marktforschungszwecken“ von Unternehmen missbraucht worden waren. Neben anderem wurden die Aufenthaltsorte (Restaurants, Spielhallen) aufgezeichnet und analysiert. Abhängig von der Güte des Sicherheitsschutzes sind auch Zahlungsmittel oder Schlüssel vor fremden Eingriffen nicht sicher.

 

Letzten Endes liegt die Befürwortung oder Ablehnung der Chips (noch) beim Anwender. Die Nutzung sollte in jedem Fall reichlich überlegt sein.


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ISIS-Kämpfer fliehen vor Luftangriffen in Syrien – als Frauen verkleidet?

in Welt von

Es scheint kurios und grotestk zugleich: Schenkt man den Aufnahmen der Journalistin Hala Jaber, oder den russischen Medien (!) Glauben, sollen sich ISIS-Kämpfer aus Syrien den Bart abrasiert haben. Warum?

Zuerst einmal sollte zum Verständnis der Bedeutung dieser Rasur, die für uns Bewohner des Okzidents ja nichts außergewöhnliches darstellt, eines erwähnt sein: Nach der streng interpretierten Scharia-Lehre ist das Rasieren nämlich “haram”, also untersagt.

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Die angeblich von IS-Kämpfern abrasierten Bärte

Grund dafür sollen unter anderem die immer stärker zunehmenden Luftangriffe auf IS-Stellungen sein, an denen sich nun neben der NATO auch Russland beteiligt. Den Ausschlag für die Flucht in die Türkei soll nun die Offensive syrischer Truppen, unterstützt von iranischen und russischen, auf Alleppo, Homs und Hama gegeben haben. So seien es mittlerweile laut dem russischen Verteidigungsministerium etwa hundert Kämpfer pro Nacht, die als Flüchtlinge, laut anderer Quellen sogar als Frauen verkleidet, die Grenze überqueren. Wodurch nun zwischen einem “normalen” und einem “ISIS”-Flüchtling unterschieden werden kann wird nicht erörtert (…)

Laut einem Hisbollah Kommandeur verfolge man nun das Vorhaben, die ISIS-Kämpfer, deren Vorherrschaft durch die starke russische und iranische Präsenz nun bedroht sei, in Richtung der irakischen Grenze zu treiben, um sie dort aufzureiben. Angst sei aber nicht der einzige Grund für die Flucht der Kämpfer – die Präsenz in Lybien solle aufgestockt werden. Auch dort “erleide” die militante Gruppe Rückschläge.

Wie schon am Anfang des Artikels  angedeutet, sollte man diese Neuigkeiten eher distanziert sehen. Stammen die Infos doch unter anderem auch aus russischen Medien. Und wer würde schon in den eigenen Medien kundgeben, dass der Einsatz seiner Luftwaffe keine Wirkung zeigt? Drastisch formuliert – potentielle Propaganda.


Feature Image (C) Dailymail


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Flugabkommen Russland/USA – Lichtblick im Syrien-Konflikt?

in Politik/Welt von

In den letzen Wochen mehrten sich die negativen Schlagzeilen über Syrien:


 

Sogar die New York Times bezeichnet die Einsätze in Syrien bereits als Stellvertreterkrieg. Auf Wikipedia gibt es mittlerweile schon einen Artikel über den Kalten Krieg 2.0. Doch in all der Negativität scheint ein Hoffnungsschimmer aufzublitzen. Laut einem Pressesprecher des Pentagons, Peter Cook, wurde ein Abkommen zwischen den USA und Russland unterzeichnet, in dem Richtlinien festgesetzt worden sein sollen, wie man sich im gemeinsamen Luftraum zu verhalten habe.

Anlass dafür war die Situation in Syrien, die sich in den letzten Wochen zuspitzte. Da neben den USA und weiteren NATO-Mitgliedsstaaten wie Großbritannien nun auch Russland mit seiner Luftwaffe in Syrien agiert, kam es zu diversen Zwischenfällen, in denen sich Kampfjets der jeweiligen Staaten relativ nahe kamen. Da es keine konkreten Vorgaben zum Verhalten gegeben habe, hätte es dabei leicht zu einem versehentlichen Abschuss kommen können. Was daraus wiederum resultieren kann, dürfte jeder weiteren Erörterung entbehren.

Erste Angriffsfläche für Kritik gab eine Abschussgenehmigung, ein “Green Light”, das britischen Kampfpiloten gewährt wurde, falls es zu einer misslichen Lage mit den russischen Konterfeis kommen sollte, während sie Einsätze im Irak fliegen. “Keiner weiß, was die Russen als nächstes planen. Wir wissen nicht, wie sie reagieren werden, wenn sie in Kontakt mit westlichen Jets geraten.” – so eine Quelle. Das russische Verteidigungs-ministerium verlangte daraufhin eine offizielle Stellungnahme zu den Veröffentlichungen, die zwar zugesichert, aber noch nicht dargelegt wurde.

Wie bereits vorher angekündigt, nahmen Washington und Moskau zur Klärung der aufgeheizten Situation Gespräche auf. Als Ergebnis geht das Flugabkommen hervor, das unter anderem die Sicherheitsabstände zwischen den Konfliktparteien festlegen soll. Es habe eine “Handvoll” Zwischenfälle gegeben, in denen sich amerikanische und russische Flieger auf unter 500 Meter angenähert hätten. Auch werde ein Sprachkanal am Boden eingerichtet, sodass immer noch über den Umweg der Station ein Dialog zwischen den Piloten stattfinden könne, wenn dieser in der Luft nicht zustande käme. Genaue Angaben zum Abkommen sollen allerdings unveröffentlicht bleiben.

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Karikierte Interpretation des Syrien-Konflikts (C) Latuff

Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete diese Maßnahme als “wichtigen Schritt”. Die USA verurteilen weiterhin das Vorgehen Russlands in Syrien und bezeichnen die Zusammenarbeit mit Staatschef Assad als “fehlgeleitete Strategie”. Die Unterstützung Assads und die damit einhergehende Bekämpfung von Rebellen, die von den USA unterstützt werden, statt den Kämpfern des IS, bezeichnete Ashton Carter, amerikanischer Verteidigungsminister, als “fundamentalen strategischen Fehler”. Vladimir Putin gestand zu, dass mit dem Einsatz in Syrien die Stärkung Assads bezweckt sei, bestand allerdings darauf, dass der Großteil der Luftschläge Terrorgruppen, darunter auch ISIS, gelte.

Ob das Abkommen für den Luftraum, das für alle um Syrien agierenden NATO-Mitgliedsstaaten geltend gemacht werden soll, zu einer Entspannung der Lage beitragen wird, bleibt abzuwarten.


Feature Image (C) TIME


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Schulverweis nach geäußerter Kritik an Bundeswehr

in Welt von

Stünde in der Überschrift nicht „Bundeswehr“ – so sollte man doch meinen, diese Schlagzeile stamme aus Nordkorea. Doch dem ist nicht so – der Vorfall ereignete sich im Februar in Bayern – in Bamberg um genau zu sein.

Wer kennt es nicht: Zur beruflichen Beratung kommt jedes Jahr die Bundeswehr an die eigene Schule, oder die des Kindes. Pünktlich, um noch unentschlossenen Schulabsolventen eine „gute Perspektive“ bei der Bundeswehr aufzuzeigen. Gängige Praxis? Ja. Umstritten? Auf jeden Fall.

Dass sich der Unmut in Protest statt heißer Luft äußert ist allerdings seltener – vor allem seitens eines Schülers. Genau dies ereignete sich allerdings Anfang des Jahres an einer Wirtschaftsschule in Bamberg. Der 17-jährige Schüler Niklas H. sah die Werbeveranstaltung der Bundeswehr im Rahmen eines Berufswahlseminars weitaus kritischer als mancher Mitschüler.

Die relativ einseitigen Lobpreisungen der utopischen Zustände im „Arbeitsalltag“ beim Bund seitens des anwesenden Werbeoffiziers, oder gar grenzwertig undifferenzierte Äußerungen zum Luftangriff der Bundeswehr in Kundus 2009, empfand der Schüler als dreiste, einseitige Informationen. Im Anschluss an den Vortrag des Werbeoffiziers besuchte er einen Stand der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, zu deren Mitgliedern auch er zählt. Als er darauffolgend wieder das Schulgebäude betreten wollte, wurde er durch zwei Hausmeister, von denen zumindest einer bereits durch rechtsanrüchige Äußerungen und Verhaltensweisen (bspw. durch Assoziierung des Schultores mit „Reichsgrenze“ oder das partielle Tragen von Militärkleidung) auffällig geworden waren, nicht nur am Betreten des Komplexes gehindert, er sollte sich sogar einer Leibesvisitation unterziehen – als Begründung wurde das vermutete Mitführen von Aufklebern und damit verbundener Vandalismus angeführt. Auf die Verweigerung seitens des Schülers Niklas H. folgte neben Hausverbot auch ein „verschärfter Verweis“ seitens des Direktors.

Nachdem der Schüler, da er seine „zweifelhaft linksorientierte Gesinnung“ auch weiterhin vertrat, von der Polizei abgeführt wurde, musste er am folgenden Tag Stellung zu seinem Verhalten vor der Schulleitung beziehen. Nicht nur, dass seitens seiner Klassenlehrerin geäußert worden sein soll, dass sie auf jedwede Art verhindern werde, dass Niklas H. Mitschülern seine Meinung darlege; der Schuldirektor führte als Begründung für den Beweis an, Lehrer und Schüler würden sich aufgrund der Äußerungen als „politisch und persönlich bedrängt“ sehen.

So stehen an dieser Stelle die Aussagen der Schülers Niklas H. und des Direktors Mattausch gegenüber. Sieht der eine die an den Werbeoffizier gestellten Fragen als „kritisch“, interpretiert der andere sie als „Störung“.

Verständlich, dass nach diesen Geschehnissen, nicht zuletzt wegen steigender medialer Aufmerksamkeit, der Tenor der Bevölkerung Bambergs nach einer Klärung des Vorfalls stetig lauter wurde. In einem offenen Brief bekundete die Schülervertretung eines naheliegenden Gymnasiums sogar ihre Solidarität mit dem Schüler. „Die Tatsache, dass an einer Bamberger Schule engagierte Schüler allein ihrer politischen Einstellung wegen derart hart und restriktiv bestraft werden“ mache jenes notwendig. Letztlich wurde der „verschärfte Verweis“, wohl vor allem wegen des öffentlichen Protests, zurückgenommen. Der Schüler Niklas H. sei schwierig, aber „begabt“. Man wolle keine unnötigen Steine in seine weitere Laufbahn legen – so Direktor Mattausch. Er müsse in Zukunft allerdings „Äußerungen bezüglich seiner extremistischen politischen Meinung [zu] unterlassen“. Dass der Verweis aber so oder so rechtsungültig war – er entsprach nicht den Richtlinien für disziplinarische Maßnahmen Bayerns – sei an dieser Stelle nur erwähnt.

So habe die gesamte Angelegenheit laut Niklas H. doch ein Positives: Der öffentliche Aufruhr habe zu einer Diskussion unter den Schülern über das Thema geführt – zumindest ansatzweise. Es sei wichtig, die Vermittlung von Geschichts- und Moralvorstellungen nicht dem Militär zu überlassen. Er wies aber auch darauf hin, dass ein solcher Protest gegen die Präsenz der Bundeswehr an Schulen sich nicht auf Bamberg begrenzen dürfe, sondern in ganz Deutschland wichtig sei. Immerhin geschehe die Militarisierung der Bildungsstätten oft ohne Einbeziehung der Eltern und Schüler – so der Vorsitzende der Bamberger „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“.

Quellen:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2015/02/25/a0047&cHash=ab7081af59cab6a39bde6ec41793721e

http://www.attac-netzwerk.de/cottbus/aktuell/detailansicht/news/schueler-aeussert-sich-gegen-die-bundeswehr-auf-einer-werbeveranstaltung-der-armee-in-seiner-schule/?tx_ttnews[year]=2015&tx_ttnews[month]=03&tx_ttnews[day]=12&cHash=b429f54cc6b75f4edd1723feb108e2c3

http://heilbronn.vvn-bda.de/2015/03/16/bamberger-schule-muss-nach-kritischen-medienberichten-verweis-gegen-jungen-antimilitaristen-zuruecknehmen/

http://nuernberg.vvn-bda.de/wp-content/uploads/sites/18/2015/02/Bamberger-Gym-Verweis-f%C3%BCr-linksradikales-Denken.pdf


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F*ck the US: Ex-Minister macht deutsche Stellung gegenüber der US-Außenpolitik klar.

in Welt von

Verfasst von CoNN

Übersetzt ins Deutsche von Murphy


Es geschieht nicht alltäglich, dass der Schein der Höflichkeit unter Politikern eingetrübt wird. Noch seltener ist es allerdings, wenn selbst nahe „Verbündete“ aneinandergeraten; meist wird aber erst dann offen und ehrlich über die Kollegen gesprochen, wenn man die Politik verlässt. Aus diesem Grund horchte man auch auf, als Deutschlands Ex-Finanzminister, Oskar Lafontaine, die Haltung Amerikas zu Russland und der Ukraine kritisierte. Man mag sich sogar fragen, ob Deutschland wirklich so kulant und vergebungsvoll (bzw. rückratslos) war, wie es sich zeigte, als öffentlich wurde, dass man von den Amerikanern ausspioniert wurde (u.A. der E-Mail Verkehr) – gipfelnd im Aushorchen der eigenen Kanzlerin.

Auch wenn der lange Post Lafontaines überwiegend in Deutsch verfasst ist, vier englische Wörter stechen heraus… und die lassen sich nur schwer falsch interpretieren. Ich persönlich kann der benutzten Formulierung durchaus zustimmen – habe ich sie doch selbst schon oft ähnlich verwendet.

Im Post wird die EU dazu aufgerufen, sich den USA zu widersetzen. Der US-Verteidigungsminister Ashton Carter wird als „Secretary of War“ (dt. Kriegsminister) bezeichnet (dabei sollte man feststellen, dass Amerika wohl das einzige Land ist, das die Linie zwischen Verteidigung und Krieg so oft überschreitet, dass diese Unterscheidung ohnehin fast sinnbefreit wirkt) und Washingtons Politik gar als „Imperialismus“.

„Der US Kriegsminister ruft die Europäer dazu auf, die russische „Aggression“ nicht zu dulden“, beginnt Lafontaine. „Die Europäer haben jeden Grund, sich der US Aggression zu widersetzen.“

Erst neulich besuchte Ashton Carter Tallinn, wo er versicherte, EU Mitgliedsländern, die an Russland angrenzen, mit 250 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen auszustatten. Schon komisch – ich habe nicht mitbekommen, dass Russland Panzer an Mexiko entsendet… Wie kommt es dann, dass Russland als Aggressor hingestellt wird?

Daraufhin stattete Deutschlands Ex-Finanzminister George Kennan, der einst US Botschafter in der Sowjetunion war, einen Besuch ab. Kennan „bezeichnete die NATO Expansion ostwärts als größten Fehler seit Ende des zweiten Weltkriegs“, beginnt Lafontaine, „, weil daraus ein neuer Kalter Krieg resultierte.“

„Die US Diplomatin Victoria Nuland sagte, dass wir [Amerika] mehr als fünf Milliarden US-Dollar in die Destabilisierung der Ukraine investiert haben.“, stellt Lafontaine weiter fest, wobei er sich auf den Betrag bezieht, der von den USA für den Aufbau „demokratischer Institutionen“ in der demokratischen Ukraine verwendet wurde. Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass Amerika überhaupt einen dieser Vorgänge in die Wege hätte leiten können, wenn die Ukraine WENIGER als aufrichtig demokratisch gewesen wäre.

Des Weiteren ruft Lafontaine den Lesern wieder einen bestimmten veröffentlichten Anruf ins Gedächtnis, in dem Nuland „F*ck the EU“ zum US Botschafter in Kiew sagte und schlussfolgert: „Amerika spielt fortwährend mit dem Feuer und Europa muss mit Stagnation im Handel mit Russland und dem Verlust von Arbeitsplätzen zahlen… Wir brauchen eine EU-Außenpolitik, die dem kriegstreiberischen US Imperialismus die Stirn bietet!“

Auch wenn ein Mangel an einleuchtenden Gründen herrscht, hat die EU auf Geheiß der USA die Sanktionen gegen Russland um weitere 6 Monate verlängert. Studien zeigen nun, dass diese Sanktionen der europäischen Wirtschaft weitaus mehr schaden als bisher angenommen – 2,5 Millionen Arbeitsplätze werden verloren gehen; ein Doppelsieg für Amerika, da nicht nur ein sondern gleich ZWEI Rivalen wirtschaftlich geschwächt werden (im Ernst, wenn die europäischen Politiker in einem solchen Maße ausspioniert werden, dass sogar der E-Mail Verkehr gelesen wird, darf man dann wirklich noch annehmen, dass die USA in Europa einen „Freund“ sehen?)… Nun fehlt nur noch, dass Europa und Russland sich gegenseitig zurück in die Steinzeit bomben… natürlich gemeinsam mit China.

 


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