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Syriens Wasserversorgung von Türkei unterbrochen, nachdem John McCain mit türkischem Präsidenten zusammentraf

in Geopolitik

Nur innerhalb weniger Tage nachdem John McCain einen „ungewöhnlichen“ Abstecher nach Syrien und in die Türkei unternommen hat, hat die türkische Regierung die Wasserversorgung durch den Fluss Euphrat nach Nordsyrien unterbrochen, wodurch sie gegen internationale Konventionen über Wasserrechte verstoßen hat.

Während als Folge der kürzlichen Befreiung Aleppos und anderer Orte von Al-Qaida durch die syrische Armee ein gewisses Maß an Stabilität nach Nordsyrien zurückgekehrt ist, scheinen ausländische Mächte dazu entschlossen zu sein, die Region weiterhin um jeden Preis zu destablisieren. So unterstreicht ein neuerliches Beispiel eine aggressive ausländische Einmischung in Syrien, indem die Türkei, die seit Langem die Rolle eines Gegenspielers im beinahe sechs Jahre andauernden Konflikt in Syrien gespielt hat, nun den Fluss Euphrat daran gehindert, nach Syrien zu fließen, wodurch der Nation eine ihrer wichtigsten Wasserquellen entzogen wird.

Laut der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar hat die Türkei um den 23. Februar die Wasserversorgung nach Syrien unterbrochen, was anschließend ein Wasserkraftwerk an der Tischrin-Talsperre zur Stillegung gezwungen hat, während auch der Wasserpegel bei seinem angeschlossenen Reservoir erheblich gesenkt wurde. Der Damm liefert sowohl Wasser als auch Energie in wichtige Teile Nordsyriens wie etwa in die Stadt Manbidsch und andere Teile des vorrangig kurdischen Distrikts Ain al-Arab.

Der Damm ist einer von mehreren wichtigen Dämmen entlang des Flusses Euphrat. Gleich flussabwärts von Tischrin liegt die Tabqa-Talsperre sowie ihr Reservoir, der Assadsee, der Aleppo mit dem größten Teil seiner Energie und seines Trinkwassers als auch des Wassers für die Bewässerung von über 640.0000 Hektar (2.500 Quadratmeilen) landwirtschaftlich genutzter Flächen versorgt. Ein Stadtbeamter in Manbidsch sagte zu Hawar, dass die Stadt den Bürgern Treibstoff für Generatoren zur Verfügung stellt, um mit dem Stromausfall zurechtzukommen, der daraus resultierte, dass der Fluss abgeschnitten wurde. Derselbe Beamte fügte hinzu, dass die Türkei „gegen die internationalen Konventionen für Wasser- und Flussenergie verstoßen hat, indem sie den Zufluss des Wassers aus dem Euphrat unterbrochen hat“.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Türkei den Syrern Wasser vorenthalten hat, als Mittel Durchsetzung ihrer politischen Ziele in der Region. Die Türkei hatte zuvor bereits den Fluss im Mai 2014 aufgehalten, was dazu führte, dass der Wasserpegel des Assadsees um über 20 Fuß [ca. 6 Meter] gesunken ist und einen möglichen Völkermord durch Austrocknung hervorgerufen hat. Indem der Fluss blockiert wird, bedroht die Türkei auch irakische Zivilisten. Wichtige städtische Zentren wie Mossul, deren Wasserversorgung weitgehend von Reservoirs abhängt, die vom Euphrat gespeist werden, könnten schwer beeinträchtigt werden, wenn der Fluss weiterhin blockiert wird.

Die Unterbrechung des Flusses ist zwar nicht zum ersten Mal vorgekommen, aber ihr Zeitpunkt ist auffällig. Nur wenige Tage vor der Tat von Seiten der Türkei hat US-Senator John McCain „heimlich“ den Distrikt Ain al-Arab besucht, genau die Region also, die nun ohne Wasser dasteht, bevor er sich in die Türkei aufmachte, wo er mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zusammengetroffen ist. Laut des Büros des Senators „war der Besuch von Senator McCain eine wertvolle Gelegenheit, die dynamischen Bedingungen vor Ort in Syrien und Irak einzuschätzen.“ Es fügt hinzu, dass sich McCain auf die Zusammenarbeit mit der Trump-Regierung und militärischen Führern freut, „um unsere Vorgehensweise [bei der Bekämpfung des Islamischen Staates] zu optimieren“.

Während die USA die Kurden bei ihrem Kampf unterstützt haben, ihre Territorien entlang der syrisch-türkischen Grenze von terroristischen Einflüssen freizuhalten, geschah dies zum Preis hochkomplizierter diplomatischer Verwicklungen zwischen den USA und der Türkei. Zum Beispiel verlangte Erdoğan auf dramatische Weise, dass die USA zwischen der Allianz mit der Türkei oder mit den syrischen Kurden wählen müssen. Der diplomatische Stillstand hat seitdem einen neuen Höhepunkt der Spannung erreicht, indem die Türkei vor weniger als zwei Wochen damit drohte, in das kurdisch kontrollierte Manbidsch einzumarschieren. Manbidsch leidet am meisten an der türkischen Unterbrechung des Euphrat, was nahelegt, dass der Schritt mit der Absicht unternommen worden sein könnte, um die Kurden zu destabilisieren, bevor etwas noch Drastischeres passiert.

Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass trotz Erdoğans und McCains Behauptungen, dass sie darauf erpicht seien, den Islamischen Staat und andere terroristische Splittergrupen zu „besiegen“, beide enge Verbindungen zu genau den gleichen Gruppierungen unterhalten. Dies legt selbstverständlich nahe, dass McCains Besuch als auch kürzliche Schritte durch die Türkei, versteckte Motive beinhalten, die bislang der Öffentlichkeit vorenthalten worden sind.

Zum Beispiel war McCain so entschlossen, Assad zu entmachten, dass er Beziehungen zu den „moderaten Rebellen“ Syriens und deren berüchtigteren Oppositionslagern unterhielt, wie dem Islamischen Staat. Fotografische Beweise haben dies bestätigt, einschließlich eines anrüchigen Fotos, das McCain dabei zeigt, wie er mit Khalid al-Hamad posiert – einem „gemäßigten“ Rebellen, der dadurch in Verruf geraten ist, als sich ein Video massenhaft im Internet verbreitete, das ihn dabei zeigt, wie er das Herz eines Soldaten der syrischen Armee isst. McCain hat auch zugegeben, dass er sich im nationalen Fernsehen mit ISIS getroffen hat, indem er sogar so weit ging, einzugestehen, dass er immer noch mit der berüchtigten Terrorgruppe in Kontakt steht.

Was Erdoğan betrifft, so wurde enthüllt, dass er eine wichtige Rolle beim Schmuggel des Öls des Islamischen Staates aus Syrien spielt, das auf dem Weltmarkt verkauft wird. Es waren diese Ölverkäufe, die den Islamischen Staat in die Lage versetzten, so groß zu werden, wie er heute ist, und zu einer der kapitalkräftigsten Terrorgruppen der Welt.

Mit solchen mittlerweile gut dokumentierten Verbindungen scheint es unwahrscheinlich, dass McCain und Erdoğan darüber diskutierten, wie sie den Islamischen Staat besiegen können. Auf der Grundlage dieser Beweise scheint es daher viel wahrscheinlicher, dass beide es aufgrund ihres gemeinsamen Ziels in Form der Absetzung Assads darauf abgesehen haben, die Region zu destabilisieren. Indem die Türkei bereits daran arbeitet, Nordsyrien zu destabilisieren, da sie das Land von wesentlichen Ressourcen abgeschnitten hat, werden wir bald sehen, welche anderen Maßnahmen während dieses „geheimen“ Treffens diskutiert worden sind.

Von Whitney Webb / Neu veröffentlicht mit Genehmigung / MintPress News / Bild: Gage Skidmore

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://theantimedia.org/john-mccain-syria-water-turkey/

 

1 Comment

  1. vermutlich bleibt dieses Handeln ohne Sanktionen, unsere „Machthaber“ in Deutschland trauen sich nichtmals diesem Ziegenfreund etwas zu sagen, stattdessen liest man nur Schlagzeilen wie „Merkel betrübt über Erdogans Nazi-Vergleich“(dpa-infocom).
    In meinen Augen reagieren die deutschen Politiker nur so weil sie genau wissen das sie sich mit dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei käuflich gemacht haben. Muttis Superdeal mit einem Verbrecher ist somit dort angekommen wo genug Menschen vor gewarnt haben!

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