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Russland verdreifacht Goldreserven als Vorbereitung für uneingeschränkten Wirtschaftskrieg mit den USA

in Geopolitik/Wirtschaft

Die Zentralbank der Russischen Föderation hat das Tempo ihrer Goldankäufe mehr als verdoppelt und ihre Goldreserven verdreifacht – von ungefähr 600 Tonnen auf 1.800 Tonnen – indem sie laut des World Gold Council ihre internationalen Goldreserven auf den höchsten Stand bringt, seit Putin vor 17 Jahren zum Präsidenten wurde.

Der Anstoß für die massive Erhöhung an russischen Goldreserven, ist ihre Bestrebung, sich der Vorherrschaft des US-Dollars und dollarbasierter Bezahlsysteme zu entziehen. Gegenwärtig sind laut James Rickards, dem Autor von Währungskrieg, über 60 Prozent der globalen Reserven und 80 Prozent der globalen Zahlungen in Dollar ausgewiesen.

Außerdem sind die USA das einzige Land, das beim Internationalen Währungsfonds, der als globaler Kreditgeber letzter Instanz bekannt ist, über ein Vetorecht verfügt. Daher ist Gold eine der ausschlaggebendsten Waffen, die Russland bei seinem Krieg zur Befreiung aus der Hegemonie des Petrodollars in der Hand hat.

Der Grund, warum Gold von so entscheidender Bedeutung ist, liegt darin, dass es nicht von US-basierter ökonomischer Kriegsführung manipuliert werden kann, da es nicht wie andere Formen Digital- und Papier-Giralgeldes eingefroren werden kann.

Gold kann einfach auf Paletten geladen und in ein anderes Land geliefert werden, um eine Bezahlung vorzunehmen, und dadurch anvisierte ökonomische Sanktionen umgehen, die oft von den Vereinigten Staaten als Mittel benutzt werden, bei dem Versuch, eine geopolitische Übereinstimmung von Seiten Russlands oder anderer Länder zu erzwingen. Die strategische Bedeutung von Gold ist so groß, dass selbst als die Ölpreise und russischen Finanzreserven 2015 zusammenbrachen, Russland weiterhin Gold erwarb.

Tatsächlich beliefen sich der russische Anteil des gesamten von Zentralbanken angekauften Goldes während des zweiten Quartals 2017 auf 38 Prozent. Die massive Zunahme an russischen Goldreserven hat stattgefunden, während Russland gleichzeitig mehr als zwei Jahre lang davon Abstand genommen hat, ausländische Währungen anzukaufen.

Selbst als die weltweite Nachfrage nach Gold im zweiten Quartal auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren fiel, behauptete Russland seine starke Position aufgrunddessen, dass Gold eine der geopolitisch sichersten Investitionen der Welt ist. In einer Zeit verstärkter ökonomischer Kriegsführung, im Zuge dessen der Petrodollar von den USA als Waffe eingesetzt wird, ist Gold ein Mittel, um US-Sanktionen zu umgehen.

„Gold ist ein Vermögenswert, der unabhängig von irgendeiner Regierung ist und angesichts dessen, was üblicherweise an Reserven gehalten wird, faktisch jeder westlicher Regierung“, sagte Matthew Turner, Analyst für Metalle bei der Macquarie Group in London. „Dies könnte Anreize schaffen, angesichts dessen, dass Russland mit finanziellen Sanktionen konfrontiert ist.“

Zusätzlich dazu, der größte internationale Ankäufer von Gold zu sein, ist Russland auch einer der drei größten Goldproduzenten der Welt, indem die russische Zentralbank unter Zuhilfenahme kommerzieller Banken Gold von inländischen Minen ankauft, anstatt auf dem freien Markt.

Russlands beschleunigtes Tempo bei Ankäufen von Goldbarren begann 2007, indem sich die russischen Lagerbestände an Gold nun gegen Ende Juni auf 1.556 Tonnen vervierfacht haben. Hinsichtlich der gesamten Reserven kommt Russland nun direkt hinter China und verfügt mit einer Gesamtsumme an Reserven von ungefähr 367 Milliarden Euro über mehr Goldreserven als Indien, Mexiko und die Türkei zusammengenommen.

Zusätzlich verfolgt Russland gleichzeitig andere strategische Dollar-Alternativen außer Gold. So haben Russland und China für regionale Handelspartner ein Zahlungssystem ohne Dollars aufgebaut.

Eine der bedrohlichsten Anwendungen des US-amerikanischen Finanzeinflusses, war sein Einsatz des SWIFT-Bezahlsystems, das als Dreh- und Angelpunkt des globalen Geldtransfers fungiert, indem die USA damit drohen, andere Nationen vom System auszuschließen, wenn diese sich weigern, sich den Diktaten der US-Vorherrschaft zu unterwerfen.

Russland ist sich seiner Anfälligkeit gegenüber der US-Dominanz deutlich bewusst und hat eifrig darauf hingearbeitet, diese Anfälligkeit zu reduzieren. Daher hat Russland im Gegenzug eine Alternative zu SWIFT erschaffen.

„Es gab die Bedrohung, von SWIFT ausgeschlossen zu werden. Wir haben unser Transaktionssystem aktualisiert, und wenn irgendetwas passiert, werden alle Operation im SWIFT-Format weiterhin funktionieren. Wir erschufen ein analoges System“, berichtete die Vorsitzende der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, gegenüber Wladimir Putin.

Russland ist Berichten zufolge auch Teil eines chinesischen Plans, eine neue internationale Währungsordnung zu installieren, die US-Dollars ausschließt. Laut diesem Plan, kann China russisches Öl mit Yuan kaufen und Russland kann dann diese Yuan an der Schanghaier Börse gegen Gold eintauschen.

Verweise:

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