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Wichtiger Schritt: Weltbank stoppt Finanzierung von Öl- und Gasprojekten

in Umwelt/Wirtschaft

Während die Weltbank bereits Richtlinien hat, die ihre Investitionen in Kohlekraftwerke und Kohlebergbau einschränken, hat der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, bekanntgegeben, dass die Organisation den größten Teil ihrer Finanzierung von Öl- und Gaserschließungsprojekten nach 2019 beenden wird.

Die Weltbank wird jedoch damit fortfahren, die Finanzierung unter „außergewöhnlichen Umständen“ zu erlauben und „es wird in Erwägung gezogen, die Erschließung von Gas in den ärmsten Ländern zu finanzieren, wo es einen eindeutigen Vorteil für die Armen in Bezug auf den Zugang zu Energie gibt und das Projekt mit den Vereinbarungen des Landes im Rahmen des Pariser Übereinkommens übereinstimmt.“

Kim bemerkte beim One Planet Summit in Paris, dass der Plan „sich an die Unterstützung der Länder anpasst, um ihre Pariser Ziele zu erreichen“.

„Jeden Tag wird der Klimawandel zu einer dringenderen ökonomischen, sozialen und existenziellen Bedrohung für alle Länder und alle Menschen“, sagte er.

„Die Weltbank…hat ein verurteilendes Signal des Misstrauens gegenüber der Zukunft der fossilen Brennstoffindustrie ausgesandt. Die Finanzinstitutionen der Welt müssen nun davon Notiz nehmen und entscheiden, ob ihre Finanzierung Teil des Problems oder der Lösung wird. Das Ende der Öl- und Gasindustrie ist eindeutig abzusehen, indem sich das Tempo der Veränderungen beschleunigt“, fügte der Klimaaktivist von Greenpeace International, Gyorgy Dallos, hinzu.

Trotz Verpflichtungen zur Prävention des Klimawandels, geben Regierungen der Finanzierung der Entwicklung fossiler Brennstoffe gegenüber sauberer Energie weiterhin den Vorzug – etwa 71,8 Milliarden Dollar [ca. 60,8 Milliarden Euro] werden von Regierungen in fossile Brennstoffe investiert, während saubere Energie nur 18,7 Milliarden Dollar [15,8 Milliarden Euro] erhält.

Alex Doukas, Programmdirektor bei Oil Change International, sagte: „Diese Verpflichtung der Weltbank demonstriert wahre Klimawandel-Führerschaft. Dies sendet ein klares Signal an die Welt aus, dass die Ära fossiler Brensstoffe endet, und dass Regierungsgelder nicht länger dafür benutzt werden können, um die Produktion von Öl, Gas und Kohle zu stützen.

„Angesichts dessen, was wir über die Klimakrise wissen, ist die Beendigung der Finanzierung fossiler Brennstoffe einfach das rationale und moralische Gebot der Stunde. Andere Finanzinstitutionen müssen nun der Führung der Weltbank folgen und sich bewegen, um die Finanzierung fossiler Brennstoffe zu beenden.“

„Es ist wichtig, festzuhalten, dass Transport und Lagerung sowie Verarbeitung und Reinigung von Öl und Gas ebenfalls wichtige Beiträge zum Klimawandel leisten, und angegangen werden müssen, um innerhalb der Einschränkungen zu bleiben, die durch das Pariser Übereinkommen etabliert wurden.“

Es sollte festgehalten werden, dass indem die Investitionen der Weltbank in fossile Brennstoffe zurückgehen, zumindest theoretisch mehr Finanzmittel in die Entwicklung von Technologien zur Erzeugung sauberer Energie fließen könnten.

Jedoch würde das einzige garantierte Ergebnis zu diesem Zeitpunkt in höheren Ölpreisen bestehen, indem die Ölpreise seit ihrem Allzeithoch 2008 von 150 Dollar [ca. 127 Euro] pro Barrel Rohöl stark gesunken sind, sind weniger Investitionen in konkurrierende Ölraffinerien für etablierte, große Ölkonzerne gleichbedeutend mit weniger Wettbewerb.

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