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Künstliche Intelligenz produziert kurze Horrorgeschichten – und die sind verdammt gruselig

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Es sollte nicht überraschen, dass eine Computerprogramm mit künstlicher Intelligenz Horror-Prosa schreibt.

Künstliche-Intelligenz-Bots haben sich in den letzten Jahren soweit verselbständigt, dass sie die Prämisse herausfordern, wonach sich automatisierte Technologien künstlicher Intelligenz auf Schach, Analysetools oder Zahlenverarbeitung beschränken werden. Tatsächlich hat sie bereits Musik aufgenommen, Drehbücher geschrieben und sich in visueller Kunst versucht. Dies alles stimmt perfekt mit der Vorhersage von Ray Kurzweil überein, wonach künstliche Intelligenz – und transhumanistische Erweiterungen durch künstliche Intelligenz – exponentielle Verbesserungen auf jedem erdenklichen Gebiet menschlicher Bestrebungen erleichtern würden, einschließlich der Erschaffung besserer Kunst.

Nun tauchte gerade zur rechten Zeit für das diesjährige Halloween die Nachricht auf, dass ein Algorithmus für tiefgehendes Lernen namens Shelley AI (benannt nach der Frankenstein-Autorin Mary Shelley) kurze Horrorgeschichten produziert – und die sind verdammt gruselig. Shelley AI verwendet Ideen, die über Twitter und einen subreddit eingereicht werden, der kurzen Horrorgeschichten gewidmet ist und aus solchen Textschnipseln Prosa erstellt. Laut Forschern am Massachusetts Institute of Technology (MIT), die den Algorithmus entwickelten, Shelley AIs Schreibprozess „bezieht ein bisschen Inspiration in Form eines Anfangswertes eines Zufallsgenerators oder eines kurzen Textschnipsels, und fängt an, daraus Geschichten zu erschaffen, die dessen unheimlichen kreativen Geist entspringen.“

Eine Passage lautet:

Ich bewegte langsam meinen Kopf vom Duschvorhang weg und sah den Widerschein des Gesichts eines großgewachsenen Mannes, der so aussah, als ob er in den Spiegel in meinem Zimmer schaute. Ich konnte immer noch nicht sein Gesicht sehen, sondern nur seine Reflexion im Spiegel. Er bewegte sich im Spiegel auf mich zu und er war größer als jeder, den ich je zuvor zu Gesicht bekommen hatte. Seine Haut war blaß und er hatte einen langen Bart.

Shelley setzte die Geschichte mithilfe einer Twitter-Einreichung fort:

„Bitte, haben Sie keine Angst, ich bin nur auf der Suche nach ihr“, sagte er, indem er auf den Spiegel zeigte. Ich nickte, erstarrt, weil mich etwas berührte. Ich erinnere mich, dass er zu mir herunter blickte und gequält aufschrie. Er sagte nichts, aber sah mit diesem unnatürlichen Ausdruck zu mir herüber.

Wie die Internetseite von Shelley AI beschreibt, scheint das Funktionsprinzip auf einer Zusammenarbeit von Mensch und künstlicher Intelligenz zu beruhen. Vor dem letztjährigen Halloween entwickelte das hinter dem Algorithmus stehende Team ein von künstlicher Intelligenz generiertes Horrorszenario namens Nightmare Machine, das dazu angelegt ist, sowohl extreme Emotionen bei menschlichen Beobachtern zu analysieren als auch hervorzurufen. Dieses Jahr stellten sie eine prophetische Frage in Bezug auf künstliche Intelligenz, die einem im Kopf herumspukt: „Können Maschinen lernen, uns Angst einzujagen?“

Sagen Sie es uns. Andere Fragmente von Shelley AIs Schriften beinhalten Folgendes:

Ich konnte fühlen, wie mich etwas beobachtete und ich konnte diesen dunklen Schatten sehen, der dort mit einem hasserfüllten Gesicht stand. Ich war derart verängstigt, dass ich meine Augen nicht von dem Ding abwenden konnte und mich zurück zum Spiegel drehte, um zu sehen, was hinter mir war!

Ein weiterer Ausschnitt aus einer Geschichte, geht hier unten weiter:

Sie fiel von ihren Schreien zu Boden und murmelte ein sanftes „Komm zu miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiir“. Er stand vor Angst wie angewurzelt da, sie kriechte langsam wie eine Spinne auf ihn zu, und begann zu kreischen „es gibt kein Entkommen, es gibt nichts zum Verstecken“.

Diese Geschichten scheinen mit einem beinahe perfekt abgestimmten Gruselfaktor ausgestattet zu sein. Vor Jahren, kurz bevor irgendwelche Algorithmen für tiefgehendes Lernen tatsächlich Kunst produzierten, schrieb ich eine fingierte Kritik über den ersten Horrorfilm, bei dem künstliche Intelligenz Regie geführt hat. In der Kritik stufte ich den Spielfilm als einen gefloppten Blockbuster ein, und den Regisseur, Art 5, als einen Studio-Schreiberling, der im Buch jedes Klischee benutzt, um einen langweiligen Film über eine Zombie-Apokalypse fabrizieren. Vielleicht konnte ich mir weder vorstellen, wie sehr künstliche Intelligenz dazu in der Lage sein wird, sich in unser Unterbewusstsein hineinzuversetzen noch wie gut Maschinen über unsere Ängste Bescheid wissen werden.

Verweise:

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