Warum Erdgas statt Öl den 3. Weltkrieg entfachen könnte

in Geopolitik
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Die Quellen sind Iran und Saudi-Arabien, der Grund besteht in geopolitischen Übereinkünften zwischen Alliierten dieser beiden Länder und die Opfer sind Türkei, Syrien und der Nahe Osten – und wenn es so weitergeht, die ganze Welt. Der Konflikt dreht sich fast ausschließlich um die Erdgas-Pipelines, die in der Lage sind, die EU mit 23,3% ihres gesamten Energiebedarfs zu versorgen – mit einem Wert von über 50 Milliarden Dollar jährlich für die Exporteure.

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Der Hauptlieferant des europäischen Gases ist Russland. In letzter Zeit ist Russlands Anteil an Erdgasimporten in die 28 Mitgliedsstaaten der EU zwischen 2003 und 2010 von 44,1% auf 29,5% zurückgegangen, aber diese Entwicklung kehrte sich danach um, mit Zunahmen bis zu einem Anteil von 39,0% im Jahre 2013.

Zwei neue Öl-Pipelines, die noch fertiggestellt werden müssen, sind potenziell dazu in der Lage, zu einem Bruchteil der heutigen Kosten Erdgas von den Quellen am Persischen Golfs direkt bis nach Europa zu liefern. Folglich kommt das Gas aus einem unterhalb des Persischen Golfs gelegenen Gebiet, das zugleich das weltweit größte bekannte Erdgasvorkommen darstellt. Es heißt, dass Katar Anspruch auf zwei Drittel der Vorkommen erhebt, während Iran das übrige Drittel kontrolliert.

Damit man die Bedeutung davon richtig versteht, muss man über die beteiligten Partner Bescheid wissen. Auf einer Seite gibt es Iran, Russland und China – die gegenseitige Verteidigungspakte miteinander abgeschlossen haben. Auf der anderen Seite gibt es Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten. Während sie einen starken militärischen Partner Saudi-Arabiens darstellen, führen die Vereinigten Staaten zusätzlich auch die NATO an.

Die fraglichen Pipelines sind auch bekannt als die “Katar-Türkei-Pipeline” und die “Iran-Pipeline”. Die Katar-Türkei-Linie verläuft von Katar nach Saudi-Arabien, Jordanien, zur Türkei, nach Syrien und endet schließlich in Europa. Die Iran-Linie verläuft von Iran nach Irak über Syrien, bevor sie unter dem Meer weitergeht und in Griechenland aufhört. Beachten Sie, dass diese beiden konkurrierenden Linien nur eine einzige gemeinsame Verbindung miteinander teilen: Syrien. Es ist daher ziemlich simpel, dass das Land im Zentrum konkurrierender Interessen steht und der Grund dafür ist, warum der “syrische Bürgerkrieg” von zwei Seiten finanziert bzw. vorangetrieben wird.

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Die Katar-Pipeline, die großteils von Saudi-Arabien unterstützt wird, wurde 2009 vorgeschlagen. Nachdem allerdings die beteiligten Länder Bashar al-Assad um seine Erlaubnis gebeten haben, das letzte Glied der Pipeline durch sein Land zu verlegen, verweigerte Assad dies, um die Interessen seines russischen Verbündeten zu schützen, welcher der Hauptlieferant von Erdgas nach Europa ist.

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Ein Jahr später, im Jahre 2010, kündigte Iran mit voller Unterstützung Russlands und im Besitz von einem Drittel des Erdgasanteils Pläne für eine neue eigene Pipeline an. Im Unterschied zur Katar-Pipeline wurde die Iran-Pipeline von Assad unterstützt, indem er ihren Verlauf durch sein Land genehmigte. Ein weiteres Jahr danach, brach 2011 der syrische Bürgerkrieg aus. Halten Sie das etwa für Zufall?

Die iranische Pipeline sollte dieses Jahr (2016) fertig sein, aber wegen des anhaltenden Bürgerkriegs und Truppenbewegungen von Rebellen in der Region, kam der Fortschritt der Pipeline zum Erliegen. Wie nicht anders zu erwarten, soll Saudi-Arabien die Hauptfinanzquelle für diese Rebellen sein – indem sie allein zwischen 2011 und 2013 mit drei Milliarden Dollar versorgt wurden. Die Vereinigten Staaten, ein Verbündeter Saudi-Arabiens, haben sich ebenfalls dafür ausgesprochen, die syrischen Rebellen zu unterstützen. Andererseits ist Russland ein starker Unterstützer Assads und hat seine Armee in dem Land stationiert, um seine Präsidentschaft zu verteidigen und sicherzustellen, dass er kein weiteres Territorium verliert und die zukünftigen Interessen Russlands in der Region schützt.

So stellt sich uns heute der Konflikt dar, der ironischerweise als syrischer Bürgerkrieg bezeichnet wird, dabei wird er im Wesentlichen von zahlreichen außenstehenden Ländern finanziert – Iran, Russland, Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten. In Wahrheit handelt es somit um nichts anderes als einen Stellvertreterkrieg, der sich nur durch die Tatsache von der Situation im Yemen unterscheidet, dass er sich um den Fluss von Erdgasquellen nach Europa dreht.

Russland/Iran stehen weiterhin hinter Assad und den syrischen Nationalisten, während die Vereinigten Staaten/Saudi-Arabien weiterhin die Rebellen unterstützen. Die siegreiche Seite wird die zweitgrößte Energiequelle für Hunderte von Millionen Menschen in ganz Europa kontrollieren – mit jahrzehntelang anhaltenden Gewinnen im Wert von mehreren hundert Milliarden oder Billionen Dollar.

Es ist ein Konflikt mit viel weitreichenderen Konsequenzen, als viele Leute wahrhaben wollen, indem auch Polen und Rumänien davon betroffen sind, die als NATO-Mitgliedsstaaten durch die Vereinigten Staaten finanziert, als Bedrohung Russlands aufgebaut werden. Mit der sich im Niedergang befindlichen amerikanischen Wirtschaft und mit Schulden belastet, haben Russlands Partner Iran und China die Sanktionen aufgehoben und diese Länder haben zu ihrem eigenen Vorteil neue Handelsbeziehungen miteinander geknüpft.

Man kann dies auch feststellen in Yemen, wo sich Saudi-Arabien und Iran indirekt miteinander in einen Stellvertreterkrieg verwickeln, indem sie die Yemeniten als Schachfiguren benutzen. Man sieht es auch im Südchinesischen Meer, wo China weiterhin vorrückt und, sehr zum Ärgernis von US-Truppen, Inseln militarisiert. Man sieht es in der Ostsee, wo die Vereinigten Staaten andauernd mit Spionageflugzeugen Richtung russische Grenze fliegen, was Russland mit simulierten Bombenangriffsflügen von US-Flugzeugträgern kontert. Jeder internationale Zwischenfall auf der Welt steht in direktem Zusammenhang mit den internationalen Konflikten zwischen all den hier erwähnten Ländern; es ist ein globaler Kalter Krieg.

Obwohl die einzigen richtigen “Kampfhandlungen” in Syrien und Yemen stattfinden, verkompliziert der Verteidigungspakt zwischen Nationalstaaten und ihren Verbündeten die gepopolitische Land rund um die ganze Welt – was unmittelbar zu all den Ereignissen führt, die wir nun überall auf der Welt beobachten.

Ein Angriff auf Iran ist ein Angriff auf Russland und China – und umgekehrt. Ein Angriff auf Saudi-Arabien ist ein Angriff gegen die Vereinigten Staaten, was wiederum ein Angriff gegen die NATO ist – und umgekehrt. Darum benutzen diese globalen Eliten Schachfiguren wie Syrien und Yemen und ökonomische Übereinküfte, um sich gegenseitig zu “bekämpfen”, anstatt sich einander direkt anzugreifen. Es ist ein gefährliches Pokerspiel, das die Führer der Welt nun miteinander spielen, während als Ergebnis davon jedes Jahr andauernd Hunderttausende unschuldiger Leute auf der ganzen Welt sterben – nur deswegen, weil die Staaten von fossilen Brennstoffen abhängig sind und von den Einnahmen profitieren wollen.

Es ist wirklich die Schande unserer Zeit…

Übersetzt aus dem Englischen von Anonhq.com

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