So sieht es aus, wenn Menschen Bibel Verse kritisieren, weil sie denken, sie seien aus dem Koran

in Welt

Was passiert, wenn man kontroverse Bibelverse zitiert und vorgibt, sie stammen aus dem Koran? Genau das, was man erwartet.. und aber auch etwas überraschend bezeichnetes!

Dies ist ein soziales Experiment, dass vielleicht als Denkanstoß dienen kann, um den Spalt zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen ein wenig zu schmälern.

Zwei Holländer haben eine Bibel in einen Koran-Umschlag gelegt, ein paar blutige Passagen vorgelesen und anschließend die Leute auf der Straße zu ihrer Meinung befragt (also zum Islam). Die Reaktionen fielen genau so aus, wie man es erwarten würde… allerdings scheint sich irgendetwas in dem Moment in ihnen zu ändern, als sie erfahren, dass die Verse in Wirklichkeit aus dem Christentum stammen, z.B.:

  • „Wenn du meinen Geboten nicht gehorchst, wirst du das Fleisch deiner Söhne und Töchter essen“ (5. Mose 28,15/54);
  • „Wenn zwei Männer miteinander schlafen, müssen sie getötet werden“ (3. Mose 20,13);
  • „Ich erlaube einer Frau nicht, zu lehren“ (1. Timotheus 2,12)
  • „Wenn zwei Männer, ein Mann und sein Bruder miteinander raufen, und die Frau des einen hinzukommt, um ihrem Mann aus der Gewalt des anderen, der auf ihn einschlägt, zu befreien, und wenn sie die Hand ausstreckt und dessen Geschlechtsteile ergreift, dann sollst du ihre Hand abhacken. Du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen.“ (Deut 25:11/12)

Noch mehr Gewalt aus der Bibel? http://www.geistigenahrung.org/ftopic27966.html

Manche scheinen über das, was sie von sich gegeben haben, beschämt. Einer gesteht sich sogar ein, dass er voreingenommen war; andere suchen die Schuld in den Medien. Alle trifft es völlig unvorbereitet, dass die Verse aus der Bibel entnommen sind – insbesondere die brutale Passage, die anführt, warum es eine gute Idee ist, eine Frau zu enthaupten.

Das Interessante ist, dass diese Sätze nicht den Glauben repräsentieren: denn wenn man es auf den Islam überträgt, kann man sehen, wie einfach es für eine fanatische Gruppierung ist, ein heiliges Buch für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen (man schaue sich beispielsweise die extremistischen Westboro Baptisten mit ihrer „God Hates Fags“ Einstellung an).

Dieses Video ist eine wertvolle Denkstütze, um uns daran zu erinnern, dass alle heiligen Schriften ein Erzeugnis ihrer Zeit sind: manche teile sind unumgänglich sexistisch oder brutal. Was darf man von einer altertümlichen Sammlung von Schriften erwarten? Das Christentum ist da keine Ausnahme. Die hasserfüllten extremistischen Interpretationen einer kleinen Minderheit haben letztlich nichts mit dem Buch oder dem Glauben als Ganzes gemein.

Der Twitter Hashtag #youaintnomuslimbruv („Du bist kein Muslim, Bro“ – in Londoner Slang) ist ein erhebendes Beispiel dafür. Dies ist ein Twitter-Trend, seitdem ein Mann nach der Entscheidung Großbrittaniens, Syrien anzugreifen, in London erstochen wurde. Ob der Täter muslimisch ist, ist bisher ungeklärt – aber laut Berichten soll er gerufen haben „Das ist für Syrien!“, kurz bevor den Mann von hinten attackierte.

Ein Zeuge soll darauf entgegnet haben „You ain´t no Muslim, bruv“, und seitdem werden diese Worte dazu genutzt, um Solidarität auszudrücken, vor allem zu den muslimischen Londonern, die immer sich immer mehr isoliert und beängstigt fühlen.


Verfasst von Sophie McAdam @ trueactivist.com

Ins Deutsche übersetzt von Murphy

Feature Image (C) IslamTimes.org

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1 Comment

  1. Ja, wir leben eben in einer ‚weltlichen‘ Welt, in der alles Spirituelle oder Göttliche belächelt wird, wenn es uns nicht in den Kram passt.
    Hier deshalb die Erklärungen zu den Sätzen – aber vorsicht, jeder kehre vor seiner eigenen Tür!

    „Wenn du meinen Geboten nicht gehorchst, wirst du das Fleisch deiner Söhne und Töchter essen“ (5. Mose 28,15/54);
    Erklärung: Die erste Regel des Karma. Mit Söhnen und Töchter sind Handlungen gemeint, welche wieder auf einem selbst zurückfallen in einem nächsten Leben, und man so die Rückwirkungen seiner Handlungen wieder und wieder ‚essen‘ muss. Die Wiedergeburt wurde im Übrigen am Konzil in Konstantinopel 553 n.CHr. aus der Bibel gestrichen, um die weltliche Macht der Kirche zu festigen. Und die somit festlegen konnte, welcher Geldbetrag einen von der Sünde des Betrugs, Ehebruchs oder noch schlimmeren freisprach.

    „Wenn zwei Männer miteinander schlafen, müssen sie getötet werden“ (3. Mose 20,13);
    Erklärung: Alles, was Menschen von der Spiritualität wegbringt, soll ‚getötet‘ werden. Hier stehen Weltlichkeit und Egoismus, welche sich vereinen, um den Menschen vom rechten, spirituellen Pfad abzubringen, im Fokus. Das heisst, dass der spirituelle Sucher diese Kräfte in sich kontrollieren, resp. eben töten muss, um fortschreiten zu können.
    Die etwas weniger drastische Aussage findet sich auch in dem Satz: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. (Markus 10/25). Oder auch: Sterben, um zu leben. Predigttext: Johannes 12,20-26

    „Ich erlaube einer Frau nicht, zu lehren“ (1. Timotheus 2,12)
    Erklärung: Vorgängig zu diesem Aussage steht der Satz: ‚Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit.‘
    Der Satz zeigt auf, dass es unsere Aufgabe ist, erst selbst die Spiritualität zu lernen, als diese zu lehren rsp. zu missionieren. Und Spiritualität wird in Meditation erfahren, eine stille Tätigkeit, welche dem Schlaf gleicht (vergl. Den seinen gibts der Herr im Schlaf)
    Denn sonst führt ein Blinder die Blinden. Damit dies nicht passiert, und Frauen (und natürlich auch Männer) nicht der Fehllehre bezichtigt werden (da immer jemand Schuld sein muss) dient dieser Satz. Dieser Satz dient also rein dem Schutze der Frauen (oder des Suchenden), und ist nicht als Verbot zu sehen. Hier wird also die Frau als reale Person verwendet, was oft zu Verwirrung führt, da der Begriff Frau auch häufig als Symbol für andere Begebenheiten verwendet wird.

    „Wenn zwei Männer, ein Mann und sein Bruder miteinander raufen, und die Frau des einen hinzukommt, um ihrem Mann aus der Gewalt des anderen, der auf ihn einschlägt, zu befreien, und wenn sie die Hand ausstreckt und dessen Geschlechtsteile ergreift, dann sollst du ihre Hand abhacken. Du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen.“ (Deut 25:11/12)

    Erklärung: Meine Güte, was für eine miese Übersetzung – daran sieht man, dass die Übersetzer von Spiritualität oder Religion (Re=zurück, ligio=Gott) keine Ahnung haben.
    Hier geht es um die Zerissenheit, welche im Menschen wohnt. Der Mann und sein Bruder stehen für die zwei Kräfte, quasi das Engelchen und das Teufelchen auf den Schultern, resp. der Kampf zwischen Spiritualität und Weltlichkeit, welcher jeder Mensch ausfechten muss. Die Frau, hier als Symbol der Weltlichkeit, welche nach dem Geschlechtsteil (als Symbol für Triebhaftigkeit) greift, soll aus Sicht Gottes die Hand abgehackt werden, damit der Mensch nicht vom rechten Weg der Spiritualität abgeht resp. den Weg der Weltlichkeit wählt. Und natürlich darf keine Mitleid gegenüber der Weltlichkeit entstehen, da dieses Gefühl eine Anhaftung an das Weltliche ist und deshalb nicht förderlich für die Spiritualität.
    Die Frau steht als Symbol in dieser Situation, genau wie zB. auch die weisse Taube bei der Taufe von Jesu durch Johannes für den heiligen Geist steht. Dies auf das echte Leben umzulegen und nun Frauen die Hände abzuhacken, zeugt schlicht und einfach von einem Unverständnis der Botschaft der heiligen Schriften.

    Wären diese Schriften denn heillig, wenn sie profane Alltagssituationen beschreiben würden und nicht einen Anleitung zu spirituellem Leben geben würden? Um jedoch einer Verfolgung zu entgehen, wurden weltliche Bilder zur Erklärung verwendet. Da aber nur die spirituellen Jünger so weit fortgeschritten sind, die wahre Botschaft zu erkennen, und die Mehrzahl der Menschen die Schriften mit weltlichen Augen anschauen, ist klar, das auch eine weltliche Interpretationsweise zum Zuge kommt. Und damit Krieg, Hass, Leid und Unverständnis daraus spriesst.

    Durchaus auch im Sinne von Jesus: ‚Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.‘
    Um eben die wahren Sucher, auch wenn es ein schmerzhafter Prozess ist (Schwert), von den weltlichen Gelüsten zu trennen.

    In diesem Sinne Euch allen ein frohes Weihnachtsfest.

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