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Neue Untersuchung: USA und verbündete Golfstaaten grillen Gefangene bei lebendigem Leib, um Informationen herauszubekommen

in Menschenrechte

Negative Konsequenzen der Invasion des Irak im Jahre 2003 enthüllten, dass zu den belastendsten Folterprogrammen Waterboarding [simuliertes Ertrinken] und andere schreckliche und barbarische Methoden gehörten, die im Geheimen eingesetzt wurden, um Informationen aus den Gefangenen herauszuholen.

Man könnte annehmen, dass die USA eine wichtige Lektion aus dem schrecklichen Folterprogramm gelernt haben, angesichts des Schadens, den es dem Land zugefügt hat, das sich selbst als Anhänger von Rechtsstaatsprinzip und Menschenrechten rühmt.

Aber diese Annahme ist weit hergeholt. Die USA sind immer noch damit beschäftigt, geheime Foltertechniken gegen sogenannte mutmaßliche Terroristen einzusetzen oder anderen Nationen dabei zu helfen.

Bildtext: „Grausam, unmenschlich & entwürdigend“

Eine spezielle Untersuchung durch die Nachrichtenagentur Associated Press hat ergeben, dass die USA einigen Golfstaaten dabei helfen, unmenschliche Foltertechniken einzusetzen, um Informationen von Leuten zu beschaffen, die unter dem Verdacht gefangengehalten werden, einer terroristischen Gruppierung anzugehören.

Laut der Untersuchung nahm das US-Militär an extremer Folter und Missbrauch von Gefangenen teil, die einer Verbindung mit Al-Qaida in Jemen beschuldigt wurden. Jemen versank 2015 im Chaos, nachdem von iranischen Schiiten unterstützte Huthi-Rebellen die sunnitische Regierung von Präsident Ali Abdullah Salih stürzten. Die Rebellen kämpfen immer noch gegen Salihs Nachfolger Abdrabbuh Mansur Hadi. Sunnitische Nationen am Golf unterstützen Präsident Hadi zusammen mit den USA gegen die Rebellen.

Im Verborgenen spielen die USA eine wichtige Rolle innerhalb des Krieges. Die USA koordinieren und beaufsichtigen Terrorverdächtige, die in dem Land gefangen gehalten werden. Abgesehen von dieser Rolle, stellen die USA auch sunnitischen Staaten, die beim Kampf gegen die Rebellen beteiligt sind, unmenschliche Foltertechniken bereit.

Die Untersuchung von Associated Press entdeckte die schrecklichen Foltertechniken einschließlich „dem ‚Grill‘, bei dem das Opfer wie ein Braten an einen Spieß gebunden und am Feuer im Kreis gedreht wird.“

Die Untersuchung brachte ans Licht, dass es sich bei dem Anführer unter den sunnitischen Nationen, der im Rahmen des belastenden Folterprogramms mit den USA gemeinsame Sache macht, um die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) handelt. Die UAE betreiben geheime Gefängnisse im südlichen Jemen, wo viele Terrorverdächtige derzeit festgehalten werden.

Mit der Unterstützung durch die USA betreibt die jemenitische Regierung auch geheime Gefängnisse, die sich in Häfen, einem Flughafen, privaten Villen und sogar einem Nachtclub befinden, wie die Untersuchung ergab. Das US-Militär soll über diese illegalen Haftanstalten Bescheid wissen, wo schreckliche Missbrauchsfälle begangen worden sind.

„Leitende amerikanische Verteidigungsbeamte gaben am Mittwoch zu, dass US-Streitkräfte in Verhöre von Gefangenen in Jemen involviert waren, aber jegliche Beteiligung an oder Kenntnis von Menschenrechtsverletzungen verleugneten. Verhöre von Gefangenen, die missbraucht worden sind, könnten gegen internationale Gesetze verstoßen, die eine Komplizenschaft an Folter verbieten. Associated Press dokumentierte mindestens 18 heimliche Gefängnisse im ganzen Süden Jemens, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten oder durch jemenetische Truppen geschaffen und durch die Golfnation trainiert wurden, so Zeugenaussagen von früheren Gefangenen, Familien von Gefangenen, Bürgerrechtsanwälten und jemenitischen Militärs. Alle sind entweder versteckt oder für die jemenitische Regierung unzugänglich, die in den letzten zwei Jahren bei ihrem Bürgerkrieg mit den Rebellen Untersützung von Seiten der Emirate bekommen hat“, so die Untersuchung.

Bildtext: „Jemen: Wer kontrolliert was – Anhänger von Präsident Hadi (rot), von Huthis kontrolliert oder beeinflusst (grün), von Al-Qaida kontrolliert oder beeinflusst (schwarz), umkämpfte Städte (dreifarbig), dünn besiedelte Gebiete (grau)“

Die ungenannten US-Verteidigungsbeamten sagten den Ermittlern, dass amerikanische Streitkräfte nicht an den Verhören von Gefangenen in Jemen teilnehmen würden. Sie stellen auch Fragen zur Verfügung, die andere stellen sollen und erhalten Abschriften von Verhören durch emiratische Verbündete.

Die Untersuchung warf noch mehr Licht auf das Folterprogramm: „Frühere Gefängnisinsassen beschrieben, dass sie wochenlang in einem wichtigen Gefängniskomplex am Flughafen Riyan in der südlichen Stadt Mukalla in Schiffscontainer gestopft wurden, mit Fäkalien verschmutzt waren und die Augen verbunden hatten. Sie sagten, dass sie geschlagen, an den ‚Grill‘ gebunden und sexuell angegriffen wurden. Laut des Angehörigen der Hadramaut-Elite – jemenitischen Sicherheitskräften, die von den UAE aufgestellt wurden – waren amerikanische Truppen manchmal nur ein paar Meter entfernt. Er bat darum, anonym zu bleiben, weil er nicht dazu befugt war, über die Angelegenheit zu sprechen.“

„‚Wir konnten die Schreie hören‘, sagte ein früherer Gefangener, der sechs Monate lang am Flughafen Riyan gefangen gehalten wurde. ‚Der ganze Ort ist angsterfüllt. Fast jeder ist krank, der Rest ist beinahe tot. Jeder, der sich beklagt, landet direkt in der Folterkammer.‘ Er wurde mit Kabeln ausgepeitscht, was Teil der häufigen Prügel war, die die Wächter den Gefangenen zufügten. Er sagte auch, er sei innerhalb eines Schiffscontainers aus Metall gewesen, als die Wachen darunter ein Feuer machten, um ihn voller Rauch zu machen.“

Laut Human Rights Watch sind in Jemen seit dem Beginn des Krieges über 2.000 Menschen  verschwunden. Die Rechtsgruppe sagt, dass viele Familien den Verdacht haben, dass ihre Angehörigen in diesen illegalen Haftanstalten festgehalten werden, denen die USA im ganzen Land zum Aufblühen verhelfen.

Inzwischen hat das US-Verteidigungsministerium seine Kenntnis vom Programm sowie seine Teilnahme daran bestritten. Die oberste Wortführerin des Verteidigungsministeriums, Dana White, sagte, dass sich das Militär immer an die höchsten Standards persönlichen und professionellen Benehmens halte.

Natürlich sollten wir von offiziellen Vertretern des Verteidgungsministeriums nicht erwarten, eine Komplizenschaft bei diesem belastenden Programm zuzugeben. Die Taktik der Leugnung durch die USA trotz einer überwältigenden Beweiselage ist schließlich nichts Neues.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von: http://anonymous-news.com/new-investigation-reveals-u-s-gulf-allies-roasting-detainees-alive-extract-information/

 

//anonymous-news.com/new-investigation-reveals-u-s-gulf-allies-roasting-detainees-alive-extract-information/

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