Leichen von Rohingya-Muslimen an der Küste von Bangladesch gefunden, während Tausende aus Myanmar fliehen

in Menschenrechte/Welt

Über 27.400 Rohingya-Muslime sind von Myanmar aus nach Bangladesch gezogen.

Bangladesische Grenzschutzbeamte haben in den vergangenen zwei Tagen mindestens zwei Dutzend Leichen von der Küste des Landes geborgen, während Zehntausende von Rohingya-Muslimen verzweifelt versuchen, der schlimmsten Gewalt gegen ihre Minderheitengruppe in Myanmar während der vergangenen fünf Jahre zu entkommen.

Bei den Vereinten Nationen forderte US-Botschafterin Nikki Haley die Sicherheitskräfte von Myanmar auf, unschuldige Zivilisten nicht zu attackieren.

Haley verurteilte die jüngsten Angriffe der Arakan-Rohingya-Heilsarmee, fügte aber hinzu: „Während birmanische Sicherheitskräfte handeln, um weitere Gewalt zu verhindern, haben sie die Verantwortung, sich an das internationale humanitäre Völkerrecht zu halten, was beinhaltet, unschuldige Zivilisten und humanitäre Helfer nicht zu attackieren“.

Sie forderte die Sicherheitskräfte auch auf, sicherzustellen, dass die Hilfe die Bedürftigen erreicht und die Rechte aller Gemeinschaften gewährleistet sind.

Etwa 27.400 Rohingya-Muslime haben nach UN-Angaben seit vergangenem Freitag von Myanmar aus die Grenze nach Bangladesch überquert, nachdem Rohingya-Rebellen mit Stöcken, Messern und primitiven Abwurfwaffen Polizeiposten und einen Armeestützpunkt im Staat Rakhine angegriffen hatten, was zu Zusammenstößen führte, bei denen mindestens 117 Menschen ums Leben kamen.

Ein Beamter der Küstenwache, der anonym bleiben wollte, sagte, dass die Migranten auf „klapprigen Binnenfischerbooten“ unterwegs waren, die für die raue See um Bangladesch herum ungeeignet waren.

Myanmar sagte, dass seine Sicherheitskräfte in Nord-Rakhine Sicherheitsoperationen durchführen, um sich gegen „extremistische Terroristen“ zu verteidigen. Laut Beobachtern berichteten geflohene Rohingyas, dass die Armee und Bürgerwehr-Leute der ethnischen Rakhine-Buddhisten eine Kampagne der Brandstiftung entfesselt haben, die darauf abzielt, die muslimische Bevölkerung zu vertreiben.

Dörfer brennen

Reuters-Reporter in Bangladesch sahen am Donnerstag ein riesiges Feuer auf der Myanmar-Seite des Flusses Naf.

Auch in der Nähe der Stadt Maungdaw in Rakhine brannten viele Dörfer, wo ein weiterer Reuters-Reporter verkohlte Trümmer sah und Rauch aus dem Wald kam.

UN-Quellen in Bangladesch zufolge sind etwa 20.000 Rohingyas im Niemandsland zwischen den beiden Ländern gestrandet. Man vermutete, dass die Figur später auf 30.000 ansteigen würde.

A car is seen near a house that was burnt down during the last days violence in Maungdaw, Myanmar August 31, 2017. RETUERS/Soe Zeya Tun

Yanghee Lee, UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Myanmar, sagte, dass sich die humanitäre Situation rasch verschlechtere.

„Viele Tausende von Menschen sind zunehmend von schweren Verletzungen ihrer Menschenrechte bedroht“, sagte sie in einer Erklärung. „Der Eskalationszyklus der Gewalt … muss dringend durchbrochen werden.“

Myanmar hat Tausende von Buddhisten aus Rakhine seit dem Beginn der Kämpfe evakuiert, in denen vor allem Rohingya-Rebellen getötet wurden, aber auch Personal der Sicherheitskräfte, so die Regierung von Myanmar.

Die Behandlung von etwa 1,1 Millionen Rohingyas in Myanmar ist die größte Herausforderung für Myanmars Führer Aung San Suu Kyi, dem westliche Kritiker vorwerfen, nicht für eine Minderheit zu sprechen, die sich bereits seit langer Zeit über die Verfolgung beklagt hat.

Leichen werden am Ufer angespült

Am Donnerstag wurden die Leichen von 11 Rohingya-Kindern und neun Frauen auf der Bangladesch-Seite des Naf angespült, nachdem ihr Boot gekentert war, sagte Ariful Islam, ein Bangladesch Grenzschutz-Kommandeur.

Die Leichen von zwei Rohingya-Frauen und zwei Kindern waren am Mittwoch entdeckt worden, nachdem die Polizei von Myanmar auf ihr Boot geschossen hatte, sagte Islam. Ein Rohingya-Führer in Bangladesch zitierte Überlebende, wonach beide Boote überfüllt waren.

Im bangladeschischen Grenzbezirk von Cox’s Bazar wurden die provisorischen Lager für die Vertriebenen erweitert, die man nach ähnlichen Gewaltvorkommnissen im vergangenen Oktober errichtet hatte.

Ein Ankömmling, Mohammed Rashid, 45, der einen medizinischen Verband unter seinem Auge trug, sagte, dass Splitter von Munition ihn verletzt hätten als eine Gruppe der Myanmar-Armee das Feuer auf eine Gruppe von Rohingyas eröffnete.

Demnach waren etwa 100 Menschen gemeinsam auf ihrem Weg in Richtung Grenze, und er sah Explosionen und Menschen, die starben.

„Wir versteckten uns zwei Tage im Wald und dann wurden wir an der Grenze gestoppt, aber wir kamen durch. Wir haben gehört, dass die Häuser in unserem Dorf niedergebrannt sind“, sagte Rashid zu Reuters.

Chris Lewa vom Arakan-Projekt, einer Rohingya Beobachtungs-Gruppe, sagte, dass Myanmar-Sicherheitskräfte anscheinend versuchen, einen Großteil der Rohingya-Bevölkerung zu vertreiben. Sie sagte, dass ethnische Rakhine-Bürgerwehrmitglieder „an der Verbrennung von Dörfern teilnahmen“.

„Nach dem, was wir hören, brennt, brennt und brennt es“, sagte sie. „Und es scheint sich von Süden aus nach Norden auszuweiten.“

Ansteigen der Gewalttätigkeit

Myanmar macht das Recht geltend, sich vor Angriffen zu wehren und fügte hinzu, dass das Sicherheitspersonal angewiesen sei, unschuldige Zivilisten zu schützen.

Die Armee von Maynmar gibt an, Rebellen zu bekämpfen, die weiterhin Regierungskräfte überfallen. Beobachtern zufolge gab es nur wenige Rebellenangriffe, wenn überhaupt, die seit der anfänglichen Offensive vom Freitag bekannt geworden sind.

Die Gewalt markiert eine dramatische Eskalation eines Konflikts, der seit Oktober geschwelt hat, als eine ähnliche, aber viel kleinere Reihe von Rohingya-Attacken auf Sicherheitsposten eine brutale militärische Reaktion veranlasste, denen Vorwürfe von  Rechtsverletzungen folgten.

Den Rohingyas verweigert man die Staatsbürgerschaft in Myanmar und betrachtet sie als illegale Einwanderer, obwohl ihre Wurzeln über Jahrhunderte zurückgehen.

Mehr als 400.000 Rohingya leben in Bangladesch nach ihrer Flucht aus Myanmar seit den frühen 1990er Jahren.

Die meisten leben in armseligen und zunehmend überfüllten Lagern im Küstengebiet von Cox’s Bazar, und Dhaka hat deutlich gemacht, dass man nicht mehr Ankömmlinge will.

Am Mittwoch bat Ministerpräsidentin Scheich Hasina Wajed die Vereinigten Staaten, Druck auf Myanmar auszuüben, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen.

„Wir haben eine große Anzahl von Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch aus humanitären Gründen aufgenommen, und es ist ein großes Problem für uns“, sagte sie laut der staatlichen BSS-Nachrichtenagentur.

Die Internationale Organisation für Migration trat UN-Generalsekretär Antonio Guterres in seinem Appell an Bangladesch, an der Grenze aufgegriffene Personen ins Land zu lassen. Bangladesch bleibt dabei, dass es an Ressourcen fehle, sich um sie zu kümmern.

Hilfskräfte sagen, dass die Material-Vorräte niedrig sind, und ihr größtes Problem ist die extreme Überbelegung in den behelfsmäßigen Siedlungen.

 

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2 Comments

  1. Ach die armen, armen Musels.
    Diese verblendeten Minusmenschen sind am jammern wenn die selber was auf die Pelle bekommen, aber diese Musels würden selbst jeden >Ungläubigen< den Kopf abschneiden ihrer satanischen Religion nach.
    Da hält sich mein Mitleid in Grenzen.

  2. Leider hast du absolut keine Ahnung, worum es in diesem Konflikt geht. Was dämlicheres kann man gar nicht schreiben. Aber wird überflüssig sein, einen unbelehrbaren AfD-Wähler zu überzeugen.

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