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Freigegebenes CIA-Dokument enthüllt Plan, Syrien wegen Öl-Pipeline zu zerstören – Krise steht unmittelbar bevor

in Welt

Ein CIA-Dokument aus den frühen 1980ern benennt Einzelheiten des US-Plans zur Zerstörung Syriens – in sehr ähnlicher Weise, wie es die Vereinigten Staaten gerade tun.

Das geostrategisch bedeutsame Syrien steht im Zentrum eines jahrzehntealten Plans der Vereinigten Staaten, um die souveräne Regierung abzusetzen und an ihrer Stelle eine zu installieren, die die Ziele im Nahen Osten unterstützt, und auf den noch einmal eingegangen werden muss – und zwar schnell – bevor die Kriegstrommeln die Wahrheit über die durch unsere [US-]Regierung unterstützte Mission übertönen.

US-Präsident Donald Trump hat wiederholt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad dafür gegeißelt, den grausamen Massenmord an Zivilisten mit chemischen Waffen in Khan Sheikhoun angeordnet zu haben. Diese Anschuldigung, die aufgrund mangelnder Untersuchungen haltlos sind, waren sowohl die Initialzündung für die Unterstützung der syrischen Regierung von Seiten Moskaus als auch Teherans.

Wenn der Bericht über einen angeordneten Angriff mit chemischen Waffen unumstößlich wahr wäre – und Assad ist nicht unbedingt bekannt dafür, ein sanftmütiger Despot zu sein – hätte Trump ganz einfach vom Kongress grünes Licht bekommen können, und vielleicht auch die Zustimmung von der NATO, um die dafür verantwortlichen Streitkräfte des Syrischen Heeres unschädlich zu machen. Vielleicht.

Während jedoch Bilder von getöteten Kindern, Frauen und Männern immer noch Schockwellen um die ganze Welt senden, kann der frühere Gastgeber einer Reality-Show, der zum heutigen Präsidenten geworden, bezeichnenderweise nichts von beidem vorweisen.

Indem 59 Tomahawk-Raketen im Wert von 1,87 Millionen US-Dollar auf einen Stützpunkt der syrischen Luftstreitkräfte herunterregnen, sind kurz nach den scheinbaren Giftgasangriffe auch endgültig die Fragen beantwortet sind, ob sich Trump sowohl in die Riege von wichtigtuerischen, angriffslustigen Präsidenten einreihen würde als auch ob er mit der langwierigen Mission des neokonservativen politischen Establishments konform gehen würde, um Syrien seinem Willen mit Gewalt zu beugen.

Syrien hat zurzeit eine vorrangige Position innerhalb der US-Interessen – sowohl im Libanon als auch im Golf – aufgrund der Schließung der irakischen Pipeline, wodurch die die irakische Internationalisierung des Kriegs bedroht wird. Die USA sollten unbedingt erwägen, den Druck gegen Assad zuzuspitzen, indem eine verdeckte gleichzeitige Inszenierung einer militärischen Bedrohungen gegen Syrien stattfindet, die von drei Grenzstaaten ausgeht, die Syrien feindlich gesinnt sind: dem Irak, Israel und der Türkei.

Während die zuvor genannten Namen von Führern und Nationen auch in den aktuellen Schlagzeilen häufig vorkommen, stammt diese Beurteilung, die den überzeugenden Titel „Echte Muskeln gegen Syrien zum Einsatz bringen“ trägt, vom früheren CIA-Beamten Graham Fuller, worin er in Wirklichkeit Syrien unter Assads Vorgänger behandelt – seinem Vater Hafiz al-Assad – und sie ist datiert auf den 14. September 1983, inmitten des Iran-Irak-Krieges.

Fullers Analyse, wie Brandon Turbeville von Activist Post aufzeigt, stellt Assad als ein Ärgernis dar, das die Lust des amerikanischen Imperiums verringert, riesige Vorkommen an fossilen Brennstoffen zu kontrollieren und den Verbündeten Israel gegen vielfache Bedrohungen im Nahen Osten zu schützen. Die Destabiliserung des Irak und Iran ist in dem komplizierten Plan ebenfalls prominent vertreten, der sich mit dem richtigen Umgang mit dem lästigen Assad senior auseinandersetzt – der übrigens die versteckten westlichen Motive als das erkannte, was sie waren.

Das sechseitige Dokument fährt damit fort, dass Syrien eine Vorrangstellung bei zwei zentralen US-Interessen im Nahen Osten beibehält:

— Die syrische Weigerung, seine Truppen aus dem Libanon abzuziehen, stellt die israelische Besetzung im Süden sicher;

— Die syrische Schließung der irakischen Pipeline war ein entscheidender Faktor dabei, den Irak finanziell in die Knie zu zwingen, wodurch das Land zu einer gefährlichen Internationalisierung des Krieges am Golf getrieben wurde.

Diplomatische Initiativen haben bis heute wenig Auswirkungen auf Assad, der bisher das Spiel der Kräfte in der Region richtig kalkuliert hat und zu der Schlussfolgerung kam, dass sie schlecht gegen ihn aufgestellt sind. Wenn die USA die Rolle Syriens als Spielverderber im Zaum halten, können sie dies nur erreichen, indem sie ihre Muskeln spielen lassen, was eine existenzielle Bedrohung für Assads Position und Macht darstellen wird.

Indem der Irak danach strebte, eine internationale Unterstützung des Krieges zur Bedingung zu machen, mussten die USA sich darum bemühen, die Schließung einer Pipeline zu verhindern – ein Dilemma, von dem Fuller behauptet, das dadurch abgeschwächt werden könnte, indem Syrien als ein sogar noch verabscheuungswürdigerer Feind dargestellt wird als der Iran. Das allein würde genügen, dem Krieg einen anderen Anstrich zu verpassen, der die Namen zweier Erzfeinde trägt – der sunnitischen Mehrheit im Irak und des schiitischen Iran als syrischen Verbündeten.

Fuller behauptete:

„Die USA sollten erwägen, den Irak zu drängen, den Krieg auf die andere Hauptquelle seiner misslichen Lage zu lenken: Syrien.“

Weiterhin fuhr er fort:

Die USA sollten unbedingt erwägen, den Druck gegen Assad zuzuspitzen, indem eine verdeckte gleichzeitige Inszenierung einer militärischen Bedrohungen gegen Syrien stattfindet, die von drei Grenzstaaten ausgeht, die Syrien feindlich gesinnt sind: dem Irak, Israel und der Türkei. Irak, der im Golfkrieg als zunehmend verzweifelt wahrgenommen wird, würde begrenzte militärische (Luft-)Operationen gegen Syrien unternehmen, mit dem einzigen Ziel in Form der Öffnung einer Pipeline. Obwohl die Eröffnung des Krieges an einer zweiten Front gegen Syrien ein beträchtliches Risiko für den Irak darstellt, würde sich Syrien ebenfalls einem Zweifrontenkrieg ausgesetzt sehen, da es bereits stark in der Bekaa-Ebene, auf den Golan-Höhen und bei der Aufrechterhaltung der Kontrolle über eine feindliche und widerspenstige Bevölkerung innerhalb Syriens involviert ist.

Israel würde gleichzeitig die Spannungen entlang Syriens Libanon-Front erhöhen, ohne tatsächlich in den Krieg zu ziehen. Die Türkei, verärgert durch die syrische Unterstützung des armenischen Terrorismus, irakischer Kurden an den kurdischen Grenzgebieten der Türkei und türkischer Terroristen, die aus dem nördlichen Syrien heraus operieren, hat oft erwogen, unilaterale Militäroperationen gegen Terrorcamps im nördlichen Syrien zu durchzuführen. Praktisch alle arabischen Staaten würden Sympathie für den Irak haben.

Mit drei kriegerischen Fronten konfrontiert, würde Assad wahrscheinlich gezwungen sein, seine Politik der Schließung der Pipeline aufzugeben. Solch ein Zugeständnis würde den ökonomischen Druck auf Irak senken, und vielleicht Iran dazu zwingen, eine Beendigung des Krieges wieder in Betracht zu ziehen. Es wäre ein verschärfter Schlag gegen Syriens Prestige und könnte das Kräfteverhältnis im Libanon beeinflussen.

Im damaligen Kontext stand US-Präsident Ronald Reagan sowohl unter Druck, militärische Stärke im Libanon zu demonstrieren – ein von Seiten der USA erklärtermaßen neutraler Schauplatz – als auch eine tatsächliche militärische Unterstützung in der angespannten verwickelten Lage der Region zu verhindern.

Das heißt, solange bis ein Selbstmordattentäter eine Kaserne von US-Marines stark schwächte, die auf einem Flughafen in Beirut ihr Lager aufgeschlagen hatten, und wodurch Hunderte getötet wurden – nur einen Monat nach Fullers syrischem Aktionsplan.

Micah Zenko, Senior Fellow beim Council on Foreign Relations – obwohl es eine zum Establishment gehörender, und mit dem tiefen Staat verbundene Denkfabrik ist – schrieb 2012 in When America Attacked Syria [Als Amerika Syrien angriff]:

Das Selbstmordattentat mit einem LKW vom 23. Oktober 1983 auf die Kaserne von Marines auf dem Flughafen Beirut tötete 241 Angehörige des US-Militärs; gleichzeitig tötete ein weiterer Selbstmordattentäter 58 französische Soldaten der MNF [multinationalen Streitkräfte in Libanon] in einigen Kilometern Entfernung. (Zwei Wochen später explodierte eine weitere LKW-Bombe im israelischen Hauptquartier in Tyre, wodurch 60 Personen getötet wurden). Eine forensische Beurteilung des FBI bezeichnete die Bombardierung der Marine-Kaserne als die „größte nicht-nukleare Explosion seit dem 2. Weltkrieg“. Laut einer zur Untersuchung des Anschlags gebildeten Kommission des Pentagons, war sie „gleichbedeutend mit einer Kriegshandlung, die sich des Mittels des Terrorismus bediente“. Innerhalb von Wochen legte die CIA fest, dass „die Bombenangriffe…gegen die Vereinigten Staaten und das französische MNF-Hauptquartier durch radikale Schiiten ausgeführt wurden, die von Syrien und Iran bewaffnet, trainiert und geleitet wurden.“

Dass die CIA – der Haupt-Eindringling in die Angelegenheiten souveräner Staaten – die Schuld für die Bombenangriffe auf Syrien und Iran schob, schob beiden gleichermaßen plausibel die Verantwortung dafür in die Schuhe, indem die öffentliche Wahrnehmung weitgehend dem Beispiel folgte.

Dass sich eine auf geradezu unheimliche Weise ähnliche Situation – durch eine Drahtziehen hinter den Kulissen und langfristige US-Kampfhandlung zur Absetzung Assads von der Herrschaft in Syrien – scheinbar beinahe dreieinhalb Jahrzehnte später abspielt, schreit förmlich laut widerhallend nach dem Scheitern einer interventionistischen Auslandspolitik.

Oder, vielleicht nach ihren Erfolgen.

Solch eine Bedrohung muss vorrangig militärischer Natur sein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es drei relativ feindliche Elemente um die syrischen Grenzen: Israel, Irak und die Türkei. Man muss in Erwägung ziehen, eine glaubwürdige militärische Bedrohung gegen Syrien zu inszenieren, um mindestens etwas von einem gemäßigten Wandel bei seiner Politik hervorzurufen“, erklärte Fuller in dem Dokument. „Dieses Schriftstück schlägt eine ernsthafte Untersuchung des Einsatzes aller drei Staaten vor – die unabhängig voneinander handeln – um die notwendige Drohkulisse aufzubauen. Der Einsatz von nur einem isolierten Staat kann eine solch glaubwürdige Bedrohung nicht hervorrufen.

Syrien ist nun für die Trump-Regierung ein vermintes Gelände – wie es mit schwankender Intensität für eine lange Reihe vorangegangener Präsidenten bereits der Fall war.

Es würde die neokonservativen Kriegstreiber mit Stolz erfüllen – die begierig darauf sind, Raketen auf Assads Streitkräfte regnen zu lassen – wenn die blutgefärbte US-Regierung der Hauptagressor in einem Konflikt ist, der sich bereits einer Lösung angenähert hatte, und der letztendlich vielleicht sogar zum Auslöser für den 3. Weltkrieg wird.

Sich militärisch aus der Zwickmühle in Syrien zurückzuziehen und ein vernünftiges Ergebnis zu verhandeln, würde sowohl bedeuten, eine Niederlage bei der Entfernung Assads einzugestehen – als auch von denjenigen ein blaues Auge verpasst zu bekommen, die sich von der Propaganda hinter’s Licht führen ließen, und die Trost finden in der westlichen Politik des Tötens von Menschen, um Menschen beizubringen, dass das Töten von Menschen falsch ist.

Tatsächlich scheint es für Trump und seinesgleichen zu diesem späten Zeitpunkt unmöglich zu sein, gegenüber Syrien sein Gesicht wahren zu können und die zunehmende Wahrscheinlichkeit eines direkten militärischen Konflikts mit Russland zu verhindern.

Allein in der letzten Woche, erreichte das unaufhörliche Kriegstrommeln ein frenetisches und schwindelerregendes Tempo – mit dem nur der furiose Aufruhr über einen weiteren Kriegsschauplatz mithalten kann – obwohl Syrien inoffiziell genau das für die Vereinigten Staaten bereits seit Jahrzehnten war.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://www.trueactivist.com/declassified-cia-document-reveals-plan-to-destroy-syria-for-oil-pipeline-crisis-imminent/

 


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