Die „Groß-Israel“-Politik BRAUCHT den ISIS-Terrorismus

in Geopolitik

Warum wird ISIS – die Vereinigung kompromissloser ideologischer Terroristen – nicht als eine Bedrohung für Israel betrachtet?

In dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, in dem ISIS seine nicht enden wollende Kriegskampagne betreibt, ist es recht einfach, den „Krieg“ als Tatsache anzunehmen. Die ISIS-Ideologie stellt eine Bedrohung für die Souveränität dar, US-unterstützte Militärkoalitionen zusammen mit lokalem und ausländischem Militär kämpfen gegen ISIS.

Jedoch ist weder die Antwort so eindeutig, noch ist das Endziel von ISIS völlig verstanden worden, geschweige denn die zugrunde liegenden Konsequenzen für die beteiligten Akteure.

Seit geraumer Zeit ist das Entstehen von ISIS nur den Vereinigten Staaten und in einigen Fällen auch Saudi-Arabien zugeschrieben worden. Zum Teil ist dies richtig, aber Israels Rolle ist dabei so gut wie gar nicht gebührend berücksichtigt worden.

Die offensichtliche Frage, welche zu stellen anscheinend nicht gleichermaßen offensichtlich ist, lautet: Warum wird ISIS – die Vereinigung kompromissloser ideologischer Terroristen – nicht als eine Bedrohung für Israel betrachtet?

Angesichts der Grundlage der ISIS-Ideologie, dass alle Religionen mit Ausnahme ihrer eigenen falsch sind, warum hat eigentlich nicht auch Israel unter den Händen dieser Angreifer ähnlich gelitten wie andere Nachbarnationen?

Einem Strategischen Kulturbericht aus dem Jahre 2014 zufolge „hat noch kein israelischer Politiker oder Militärführer nahegelegt, dass ISIS eine Bedrohung für den jüdischen Staat darstellt.“ Drei Jahre danach trifft diese Feststellung unvermindert zu. Ende 2016 wurde sogar berichtet, dass ISIS sich bei Israel entschuldigte wegen verirrten Geschützfeuers über die syrisch/israelische Grenze hinweg.

Aber was ist dann eigentlich die Motivation Israels im ISIS-Debakel?

Der etwas „prophetische“ vorerwähnte Bericht skizziert diejenigen Nationen, welche zusammenbrechen müssen, um zwei israelische Ziele zu erfüllen: die sogenannte ‚Clean Break-Politik‘ [übersetzt: Sauberer Bruch] und den ‚Yinon-Plan‘.

Die Clean Break-Politik wurde zuerst von Benyamin Netanyahu im Juli 1979 aufgebracht, jedoch erst 1996 in vollem Umfang ausgegeben. Das Konzept sah ein ein „Groß-Israel“ vor, das seine arabischen Nachbarn durch Bürgerkriege beherrschen würde.

Der Yinon-Plan, der nicht unähnlich der Clean-Break-Politik war, forderte, dass der Friedensprozess mit den Palästinensern abgebrochen werden solle, um „Groß-Israel“ umzusetzen.
Die Absicht war zweigleisig. Erstens, die Westbank und die Territorien bis zum Gaza-Streifen einzugliedern, und zweitens, die Palästiner (gewaltsam) zu „entfernen“ und in die ägyptische Sinai-Wüste umzusiedeln.

Interessanterweise sah der Yinon-Plan das Auseinanderbrechen des Libanon, Syriens, des Irak, Ägyptens und Arabiens in ethnische und sektiererische Mini-Staaten vor, die untereinander im Krieg stehen würden.“

Der geplante Krieg selbst umfaßte mindestens einen sunnitischen Staat, einen Shi’a-Staat und einen im Irak gegründeten kurdischen Staat.

Die gegenwärtigen Bedingungen zeugen tatsächlich von dem Zusammenbruch der meisten Nationen, die in dem Bericht erwähnt wurden, vor allem Syrien, Irak und Ägypten (wenngleich Syrien noch irgendwie durchhält).

Derzeit ist Irak auch die Heimat der anerkannten Kurdistan-Region im Norden des Landes, mit einer im Jahre 1992 eingeführten regionalen Regierung und einer 2005 eingeführten und anerkannten eigenen Verfassung. Im Grunde wird der Yinon-Plan durch die ISIS-Aggression verwirklicht.

Was bedeutet das für Israel?

Das Erscheinen von ISIS „erfüllt“, wie in dem Bericht dargelegt, die israelische Yinon- bzw. Clean-Break-Politik, so dass Israel das ISIS-Chaos und dessen spalterische Art für seine Zwecke nutzen kann.

ISIS‘ Finanzierung kommt hauptsächlich aus Saudi-Arabien und den Golf-Emiraten, aber es ist wichtig, festzuhalten, dass eine Allianz – wie in Murdochs Pro-Israel Nachrichtenimperium von Saudi-Fürst Alwaleed-bin Talal zugegeben – zwischen Israel, Saudi-Arabien, der Türkei, Kuwait und Katar besteht.

Obwohl ISIS Israel noch nicht angegriffen hat und es wahrscheinlich auch in Zukunft nicht tun wird, bedroht die bestehende Allianz zwischen diesen Staaten derzeit den Iran. Dem Bericht zufolge dürfte diese Bedrohung auf lange Sicht auf Russland und China übergreifen.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von  http://anonymous-news.com/the-greater-israel-policy-needs-isil-terrorism-heres-why/

 

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