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Geopolitik - page 17

5 Dinge, die seit der Veröffentlichung George Orwells “1984” vor 67 Jahren wahr wurden

in Geopolitik

Vereinigte Staaten – Man weiß nicht, ob George Orwell die allgegenwärtige Bedrohung durch den Totalitarismus erahnte und ihn dazu inspirierte, die dystopische Vision 1984 zu schreiben, welche sich weltweit verbreitete und fast sieben Jahrzehnte später nach seiner Veröffentlichung wieder aktuell wurde. Die in der Novelle treffend beschriebene Endzeit ist aber zweifellos wahr geworden. OrwellWasRight

Unzählige Beispiele beweisen, dass 1984 eher ein dunkles Omen als ein faszinierendes Buch ist. Aber eine Sache scheint als Vorlage für das US-amerikanische Reich gedient zu haben: die politische Sprache,welche in dem Buch als ‚Newspeak‘ (deutsch: ‚Neusprache‘) durchgeht, wurde von der US-Regierung in ähnlicher Weise übernommen.

Politische Sprache ist das wohl meist beeinflussendste Mittel, um Auslandspolitik zu gestalten. Durch absichtliche Manipulation der Sprache können Politiker Unterstützung beim Volk für objektiv unerwünschte Militäroperationen einholen, oder die Gefahr irgendeines Feindes anheizen, wenn geostrategische Ziele dies erfordern – und das sogar, wenn die Zielgruppe oder Regierung gar keine wirkliche Bedrohung darstellt.

Anlässlich des 67. Jubiläums der Veröffentlichung von Orwells 1984 umfasst die folgende Liste nur einen Teil der möglichen Beispiele für die von der US-Regierung angewandte Version von Neusprache:

1. Gemäßigte Rebellen: Wenn die Öffentlichkeit nicht von den Plänen der Regierung, Terroristen zu unterstützen, begeistert ist, nutzen Regierungsbeamte einfach den weniger ehrlichen Begriff der gemäßigten Rebellen. Sodann befürworten die US-Amerikaner die Finanzierung und Bewaffnung der nun-nicht-Terroristen bis an die Zähne.

Am anrüchigsten ist, dass Präsident Obama und seine Regierungsmitglieder ständig betonen, dass es in Ordnung sei, die sogenannten „syrischen moderaten Rebellen“ auszubilden und mit Waffen auszustatten, indem immer dieser Begriff dem unwissendem Publikum durch ein williges Sprachrohr, nämlich durch die großen Medienkonzerne, eingetrichtert wird. Tatsächlich belegen im vergangenen Jahr freigegebene Unterlagen, dass die USA und ihre Verbündeten verschiedene Gruppen gemäßigter Rebellen unterstützt haben, was nicht nur zu Bildung des Daesh (dem sogenannten Islamischen Staat) führte, sondern auch beweist, dass Regierungsbeamte davon wussten – und dies wünschten –, in der Hoffnung darauf, den syrischen Präsidenten Bahar al-Assad zu stürzen.

Trotz, dass die USA 500 Millionen US-Dollar für die Ausbildung von „vier oder fünf“ Rebellen ausgegeben haben, geriet alles außer Kontrolle und in Chaos. Berichte Anfang des Jahres, so Anti-Media, belegen, “dass dieselben Shia-Milizen, die mit den USA kämpfen, um die eigens eingesetzte Regierung im Irak zu halten, nun gegen die Kräfte kämpfen, die von den USA unterstützt und von der CIA ausgestattet wurden, indem sie Russlands und Irans Bemühungen dabei unterstützen, [Aleppo] wieder unter Assads Kontrolle zu bringen.“

Gemäßigte Rebellen ist nur eine andere opportunistische Verzerrung eines schon besetzten Begriffs.

2. Krieg gegen den Terror: Ein grausamer, unaufhörlicher Krieg scheint nun dank den USA, die den Krieg gegen den Terror ausriefen, Wirklichkeit geworden zu sein: Ein Begriff, der Alltag für Menschen an unzähligen Orten dieser Welt geworden ist, sollte ehrlicherweise Krieg des Terrors heißen.

Durch den Gebrauch solch lächerlich vager Begrifflichkeiten haben die US-Bellikraten, die kriegswerbenden Politiker, beschlossen, die Geldbörsen der Militärindustrie zu füllen und so den zweifelhaften Status des Weltfieslings zementiert.

Am Ende doch birgt Kriegführen nach Plan einen unerschöpflichen Fund an potenziellen „Feindzielen“: Großmächte, die sich nicht dem Willen der USA beugen wollen; souveräne Völker, die unglücklicherweise nah an einer natürlichen Rohstoffquelle sitzen, die von Konzernen benötigt wird; Gruppen, die für die Unabhängigkeit von einem amerikanischen „Verbündeten“ kämpfen – ja, sogar Teile der US-Bevölkerung werden nun für Terroristen gehalten, weil sie andere politische Ansichten haben.

Ein Krieg gegen den Terror ähnelt 1984: “Ozeanien war im Krieg mit Ostasien: Ozeanien war schon immer im Krieg mit Ostasien gewesen.“ Beachtet man den breiten Fokus zusammen mit dem Fehlen einer offiziellen Kriegserklärung, ist es durchaus möglich, dass die USA sich immer im Krieg gegen den Terror befinden werden.

3. Keine Bodentruppen: Wie oft hat das Außenministerium entschlossen erklärt, „es werde keine Bodentruppen in [hier ein beliebiges Land einfügen] geben“? Allein für Syrien war es mehr als 16 Mal. Hinterher, mit unbewegter Miene, behauptete die Obama-Regierung haarsträubend, sie hätte das niemals so gesagt.

“Das ist einfach nicht wahr”, sagte John Kirby, Sprecher des Außenministeriums, überheblich einem verständlicherweise sprachlosen Reporter, als dieser ihn fragte, ob die Behörden keine Bodentruppen in Syrien versprochen hatten. „Das ist einfach nicht wahr.“

Aber, natürlich, es ist wahr. Gar keine Frage. Es ist nicht mal glaubhaft abzustreiten. Es wurde auf Video aufgezeichnet und in Zeitungsartikeln zitiert. So geläufig ist dieser Satz, dass er tatsächlich weitgehend unbemerkt benutzt wird. Und „keine Bodentruppen“ gekrönt mit „Bodentruppen“ hört nicht bei Syrien auf.

Irgendwie sind 5.000 Nicht-Bodentruppen nun doch an der Front im Irak gelandet. Diese Truppen kämpfen nun gegen den Daesh in Libyen und wo sonst noch. “Keine Bodentruppen” wurde zu einem so lächerlichen Spruch, dass sogar die Massenmedien auf seine Unrechtmäßigkeit hinwiesen.

Gerade als der Krieg gegen den Terror eine allgemeine Entschuldigung dafür hergab, weitere US-amerikanische, imperialistische Ziele, wo gerade passend, zu verfolgen, bietet “keine Bodentruppen” den USA den technischen Vorwand, Spezialkräfte einzusetzen – samt ihrer Truppen, am Boden.

4. Wahlen: Nach einer über ein Jahr andauernden propagandistischen Schlammschlacht zwischen verschiedenen Präsidentschaftskandidaten gehen die Wähler in den USA alle vier Jahre an die Urnen, um den weniger Bösen von allen anderen zu wählen. Der diesjährige Wahlkampf ums Weiße Haus jedoch beweist die große Sinnlosigkeit beim mutmaßlichen Ausüben der Wahlrechte.

Es gibt unzählige Einzelberichte von Betrug bei den Vorwahlen oder beim Wahlausschuss in nahezu jedem Staat, die wie von Zauberhand zu Hillary Clintons Gunsten spielen. Aber das macht ja auch Sinn, wenn man die komplett durch die Massenmedien gehende sklavische Hingabe des Establishments an die ehemalige Außenministerin, die lächerlich unwillig darüber berichteten, bedenkt. Als die Wahlperiode anfing, wurden die zynischeren unter den in den USA umstrittenen Kandidaten ausgewählt, nicht ge-wählt – egal, was das System einen glauben machen will.

Entgegen allen Diskussionen könnte die US-Nachrichtenagentur Associated Press unabsichtlich genau das bewiesen haben: gerade in den vergangenen Wochen mit ihrer vorzeitigen Krönung von Hillary Clinton als vermutliche Kandidatin der Demokraten. Wütende Wähler und unabhängige Medien zerrissen diese vollkommen haltlose Ankündigung als kindisch. Aber die Mainstreammedien plapperten diese Behauptung nach, genau wie es zu erwarten war. Jetzt – welch Überraschung – ist ein Beweis dafür aufgetaucht, dass Clinton insgeheim mit AP zusammen gearbeitet hatte, damit diese den Anspruch vor den Vorwahlen in Kalifornien in Umlauf brachte, um Wähler abzuhalten.

Welche Hoffnung auch immer die Wähler in einen (anscheinenden) Gegenkandidaten im höchsten Amt setzen werden, wird sich Ende 2016 zeigen – in dem Jahr, in dem die US-Amerikaner endlich begriffen haben werden, dass das System irreparabel manipuliert ist. Tatsächlich bedeutet Wählen gemäß US-Neusprache wirklich Auswählen.

5. Nachrichten: Hinsichtlich des letzten Punktes kann man sich nur wundern, dass so viele Amerikaner den Mainstreammedien glauben. Obwohl Unternehmen für eine ordentliche Zusammenfassung der Nachrichten bezahlen, glauben sie dennoch dran. Gerade mal sechs Unternehmen gehören 90 Prozent aller Medienplattformen in den USA, die faktisch kontrollieren, worüber berichtet wird – sei es über Auslandspolitik, Gesetze oder was eben ihren Zielen dienlich ist.

Tatsächlich bezeichnen viele aus gutem Grund die Massenmedien als das Sprachrohr der Regierung. Viele leitende Angestellte und Angestellte in den oberen Etagen bei den Mainstreamstellen spenden die maximal erlaubte Summe in die Wahlkampfschatztruhe von Politikern auf jeder Regierungsebene. Viele andere haben enorme Summen Organisationen in Verbindungen mit Kandidaten, wie der Clinton Stiftung, angeboten.

Obgleich man über die Leistungen der Medien ohne Voreingenommenheit endlos streiten kann, ist es nicht übertrieben, bei dieser Vermischung von Interessen von einer Bevorzugung in der Presse zu sprechen. Übertrieben wäre jedoch, Berichte von diesen Stellen als Nachrichten im traditionellen, ursprünglichen Sinne zu bezeichnen.

Wenn die US-Regierung die Zustimmung der Amerikaner für, nun ja, alles Mögliche, benötigt, ist es Aufgabe der Presse, einfach eine entsprechend betitelte Meldung herauszuspucken. Und sogar Orwell, der sich gerade im Grabe umdreht, würde dieses Vorgehen mit dem ehrlichsten Nicht-Neusprache Begriff bezeichnen: Propaganda.

 

Quelle: Claire Bernish auf theantimedia.org


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Unschuldiger bittet die USA aufzuhören, ihn mit Drohnenangriffen töten zu wollen

in Geopolitik

Großbritannien – Ein Stammesältester aus Pakistan ist im April dieses Jahres nach Großbritannien gereist, um die Briten davon zu überzeugen, dass die USA mit ihren Versuchen aufhören mögen, ihn umzubringen. Malik Jalil aus dem Dorf Wasiristan an Pakistans Grenze zu Afghanistan ist Vermittler, um Streitigkeiten beizulegen. Er ist Mitglied einer Gemeinschaft, die sich dem Frieden in der Region verschrieben hat mit Genehmigung der pakistanischen Regierung.

Jalil behauptet, er sei auf eine Todesliste gesetzt und somit Ziel von mindestens vier US-Drohnenangriffen geworden aufgrund seiner Bemühungen, Gewalt zwischen den Taliban und den Behörden abzuwenden.

Es ist nicht nur erschreckend, dass im 21. Jahrhundert eine Liste von Leuten, die Regierungen töten wollen, zusammengestellt wird; in Pakistan, einem Land außerhalb des Fokus der Welt, wurde nur eine Minderzahl derer, die von US Drohnen getötet wurden, identifiziert. Von den 2.494 Menschen, die seit 2004 getötet wurden, sind bisher nur 729 identifiziert worden. Mindestens 1.765 Opfer bleiben namenlos gemäß einer Studie der britischen Journalisten-Initiative Büro für Investigativen Journalismus (engl.: TBIJ).

Auf Einladung des Lords Ken MacDonald, dem ehemaligen Direktor der Behörde für öffentliche Strafverfolgungen, ist Jalil nach Großbritanien gereist, um die Regierung um Hilfe zu bitten, ihn von der Todesliste zu nehmen. In einem Artikel für den Blog „Stop the War“ (deutsch: Stoppt den Krieg) sagte er:

„Ich wurde gewarnt, dass die Amerikaner und ihre Verbündeten mich und andere Mitglieder des Friedenskomitees auf ihrer Todesliste haben. Ich darf die Quellen nicht nennen, da diese dann selbst zur Zielscheibe dafür werden würden, mein Leben zu retten. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass ich einer der Gejagten bin.“

Mithilfe eines Übersetzers erzählte er im britischen National Radio, dass einige Beinahe-Treffer ihn überzeugten, Ziel der US-Militärs zu sein. Bei einem Vorfall – er besuchte ein nahegelegenes Dorf in einem Minivan – wurde das Auto nur Meter hinter ihm von einer Rakete getroffen. Als seine Heckscheibe bei der Explosion zertrümmert wurde, ging das Auto hinter ihm in Flammen auf, und die Körper der Insassen wurden in Stücke gerissen.

“Ich begriff, dass die mein Auto treffen wollten, denn die Leute im anderen Auto waren nur Ladenbesitzer, normale Leute eben.“, sagte er in der Today-Show von Radio 4.

Bei einem anderen Vorfall wurde er von einem Freund zum Abendessen eingeladen. Es gibt keine Telefone in der Region, daher verabredete man sich über Walkie-Talkies. Als Jalil sich dem Haus des Freundes näherte, explodierte es. „Ich war auf dem Weg zu seinem Haus, ungefähr 500 Meter entfernt in meinem Auto, und das Haus wurde von einer Rakete getroffen. Wir sind nach dem Angriff zum Haus gegangen und es war zerstört, alles brannte.“, erinnerte er sich.

Überzeugt davon, dass er wieder einmal ein beabsichtigtes Ziel war, sagte er, dass das tatsächliche Opfer lediglich ein armer Mann aus der Gegend war. Er glaubt, seine Unterhaltung am Walkie-Talkie wurde von denjenigen US-Streitkräften abgehört, die ihn bombardierten, weil sie wussten, er würde dorthin gehen. Befragt, warum er denn so sicher sei, sagte Jalil, dass, wann immer ein Angriff, Streitigkeit oder Kampf in seinem Gebiet stattfindet, er immer als Erster zur Stelle ist, um den Konflikt zu lösen.

“Ich wurde viermal beinahe bombardiert. Schließlich begriff ich, dass sie hinter mir her sind.“, sagte er und fügte dabei hinzu, dass Mitarbeiter von Geheimdiensten ihn warnten und er das Gebiet verlassen sollte.

Fest davon überzeugt, dass die Amerikaner keinen Frieden in Wasiristan wollen, glaubt Jalil, die Fortschritte, die in seiner Sonderrolle, die Sicherheit zu verbessern, gemacht wurden, hätten ihn ins Visier der Amerikaner gebracht. Kritiken wies er zurück, wonach er geschworen hätte, die US-Morde zu rächen und zu Selbstmordanschlägen gegen Amerikaner aufgerufen zu haben. Dazu sagte er:

“27 Menschen aus meinem Dorf wurden schon von einem Drohnenangriff getötet. Danach wurde eine Stammesversammlung bombardiert. Die darin starben waren meine Freunde aus Kindertagen. Als die Morde geschahen, gab es große Proteste in Wasiristan und die Menschen wurden aufgerufen, gegen Amerika zu demonstrieren. An jenem Tage hätte es Krieg in Wasiristan gegeben, wenn wir nicht eine Pressekonferenz abgehalten und zur Ruhe gerufen hätten.“

Als er die vernichtenden Auswirkungen der US-Drohnenangriffe auf seine Familie und seine Gemeinde beschreibt, sagte er, dass allein in Wasiristan 400.000 Menschen psychische Probleme haben wegen der ständigen Drohnenangriffe. Außerdem, so sagt er, sind sechs Mitglieder seiner eigenen Familien psychisch belastet. Er musste gehen, und sein Sohn hat zu viel Angst, zurückzukehren.

Befragt, ob er Angst habe, während seines Besuches in Großbritannien verhaftet zu werden, antwortete der Schlichter klar:

„Ich hatte eine friedliche Aufgabe in Pakistan. Ich habe nichts mit Terrorismus zu tun, ich habe ein reines Gewissen, weshalb ich keine Angst habe. Es ist nur so, dass ich Amerika nicht traue und nicht dorthin gehen werde. Ich bin nach Großbritannien gekommen, weil ich denke, dass es der jüngere Bruder Amerikas ist. Ich bin hier, um Großbritannien zu sagen, dass Amerika nicht auf uns hört, weshalb ihr denen sagen sollt, dass sie aufhören sollen, Wasiristanis zu töten.“

“Die britische Polizei, die britische Armee, die britischen Gerichte können mich alles fragen, was sie wollen. Ich bin deswegen hierhergekommen und froh, wenn sie mich befragen.“, fügte er hinzu.

Clive Stafford Smidt, Direktor der Organisation für Menschenrechte, Reprieve, forderte den britischen Premierminister auf, sofort eine vollständige und transparente Ermittlung wegen der Todeslisten anzuordnen.

Quelle: Michaela Whitton auf theantimedia.org


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Wasser als Waffe: Israel unterbricht Zugang der Palästiner zu ihren eigenen Wasservorräten

in Geopolitik/Welt

Laut eines erfahrenen Palästina-Reporters wurde der Zugang zu 50 Prozent des Wassers in einer Stadt mit 40.000 Einwohnern während des Ramadan unterbrochen. Ramadan ist eine Zeit, „in der die Menschen noch mehr als sonst Zugang zu Nahrung und Wasser benötigen.“

Seit je her verweigert Israel den Palästinensern den Zugang zum Wasser. Amnesty International z.B. schreibt im Oktober 2009:

„Während Israel in den Siedlungen Felder mit Sprinkleranlagen bewässert, Gartenlagen und Swimmingpools unterhält, verweigert es der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten das Recht auf Zugang zum Wasser.“

Da ist es schon regelrecht sarkastisch, dass die Welt Israel zum „Land des Wasserwunders“ erklärt und beschreibt, wie intensiv, innovativ und vorbildlich Israel Wassersparmaßnahmen einsetzt. Kein Wort aber über die Kappung des Wassers der Palästinenser.

Jerusalem Israel beschränkt den Zugang zu Wasser in Palästina. Das ist eine bereits jahrelang so angewandte Praktik, die während des heiligen Monats Ramadan nur noch intensiviert wird, wenn der Zugang zu Trinkwasser sogar noch wichtiger ist als sonst.

Die Unterbrechungen der Wasserversorgung treffen das besetzte Westjordanland besonders hart, wie Al-Jazeera am 23. Juni berichtete.

„Es gibt Berichte über Wassermangel und Unterbrechungen in der Wasserversorgung … die sich durch die nördlichen Gebiete Jenin und Nablus im Westjordanland ziehen. Das obwohl Israels Coordination of Government Acitivities in the Territories (COGAT, etwa: Koordination von Regierungsaktivitäten in den Gebieten), also die Behörde in Israel, die für das besetzte Westjordanland verantwortlich ist, abstreitet, dass die Wasserversorgung überhaupt unterbrochen oder reduziert worden ist“, schreibt Sheren Khalel.

Saleh Afaneh ist der Zuständige für Wasser und Abwasser in Salfit, eine Stadt im nördlichen Teil des Westjordanlandes. Er berichtete Khalel, dass seine Gemeinschaft nur 30 bis 40 Prozent des ihr zugesicherten Wassers aus Israel erhält.

„Am ersten Tag des Ramadan gab es 24 Stunden lang ohne Vorwarnung kein Wasser“, sagte Afaneh. „Seitdem kommt nur die Hälfte der verfügbaren Menge zu uns. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, damit sich die Bewohner wohl fühlen, aber das ist eine wahre Krisensituation.“

Die meisten Palästinenser sind Moslems. Das heißt, dass sie während des heiligen Monats Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Nahrung oder Wasser verzichten.

Der Zugang zu Trinkwasser und zu Wasser, um das Essen während der Stunden vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang vorzubereiten, ist insbesondere während des heiligen Monats wichtig. Dadurch hat die Sperre ganz besonders verheerende Auswirkungen, berichtete Ramzy Baroud, Herausgeber des The Palestine Chronicle in einem Interview mit RT vom 17. Juni.

„Wegen Iftar, wegen des Fastenbrechens, brauchen die Menschen den Zugang zu Nahrung und Wasser jetzt mehr als zu jeder anderen Zeit des Jahres. Und jetzt verwehrt man ihnen diesen Zugang“, sagte Baroud.

Laut Baroud ist die Wasserversorgung in Jenin, eine Stadt mit ungefähr 40.000 Einwohnern, die ebenfalls im Westjordanland liegt, auf 50 Prozent der normalen Versorgungsmenge zurückgegangen.

Die Problematik des Zugangs zu Wasser ist immer noch ungelöst, merkte Baroud an.

„Im Verlauf der gesamten Geschichte des Konfliktes mit den Palästinensern hat Israel so viel dafür getan um zu verhindern, dass die Palästinenser Zugang zu Wasser haben – nicht nur als eine Form der kollektiven Bestrafung, sondern auch um sicherzustellen, dass die Palästinenser ihre eigene Wirtschaft nicht weiterentwickeln können. Denn diese hängt zu 14 bis 20 Prozent von der Landwirtschaft ab“, legte er dar.

Die Kontrolle der palästinensischen Landwirtschaft ermöglicht es Israel, sowohl von der Wasserversorgung an sich als auch von den wenigen Exporten zu profitieren, die für den Export in ausländische Märkte zugelassen sind. Nicht nur die menschliche Gesundheit und die Landwirtschaft leiden unter der Blockade. Sie hat auch die traditionelle Blumenzucht und viele andere Industriezweige in dem Land verkümmern lassen.

Laut Khalel empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass jeder Mensch Zugang zu ungefähr 100 Litern Wasser pro Tag zur Befriedigung aller Bedürfnisse haben sollte. Dazu gehört das Wasser zum Kochen ebenso wie das Wasser zum Waschen und das Trinkwasser. Israelis erhalten üblicherweise zwischen 240 und 300 Liter pro Tag, wohingegen Palästinenser im Durchschnitt nur rund 73 Liter pro Tag erhalten.

Israels Wasser-Krieg: Jedes Jahr wird die Wasserversorgung in palästinensische Städte und Dörfer im Westjordanland tagelang unterbrochen – wenn nicht wochenlang. Die nachfolgende Grafik zeigt, zu wie viel Wasser jeder Mensch im Westjordanland pro Tag Zugang hat.

water-palestine[1]

Zusätzlich sind 180 besonders verarmte Gemeinden innerhalb der Region „Area C“ des Gazastreifens nicht an die Versorgung mit fließendem Wasser angeschlossen und einige Palästinenser geben bis zu einem Fünftel ihres Einkommens für Wasser aus.

Aber Baroud zufolge ist Israel gar nicht berechtigt dazu, das Wasser zu verkaufen.

„Die schlimmste aller Tragödien besteht darin, dass das Wasser, welches die Israelis vor den Palästinensern zurückhalten, tatsächlich den Palästinensern gehört“, erklärte er gegenüber RT. „Es ist sehr wichtig, das im Kopf zu behalten. Israel klaut das Wasser der Palästinenser von den Grundwassersystemen des Westjordanlandes, verpackt es neu und verkauft das Wasser an sie zurück. Und jetzt unterbrechen sie die Versorgung von genau dem Wasser, das sie den Palästinensern überhaupt erst gestohlen haben.“

Wie hart ist der Ramadan in Palästina?

Von mintpress.com. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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WikiLeaks: IWF-Funktionäre besprechen, dass sie “ein Ereignis benötigen”, um Zustimmung von Regierung zu erzwingen

in Geopolitik

Die Aufzeichnung einer am 19. März 2016 stattgefunden Telefonkonferenz zwischen Direktoren des IWF, dem Internationalen Währungsfonds, um Griechenlands Schuldenkrise zu klären, wurde von WikiLeaks veröffentlicht.

Poul Thomsen, Chef der Europa-Abteilung beim IWF, und Delia Velculescu, IWF-Unterhändlerin in Griechenland, besprachen die Möglichkeit einer griechischen Staatspleite, was zufällig mit Großbritanniens Referendum über den Brexit zusammenfallen würde. Eine griechische Staatspleite würde die britischen Bürger dazu bringen, für einen Austritt aus der Union zu stimmen.

Anscheinend glauben die IWF-Funktionäre, dass die Androhung einer Finanzkrise an die gegnerische Partei notwendig ist, damit diese die Sparauflagen des IWF akzeptiere. Die Unterhaltung zeigt, dass der IWF die Krise in Griechenland benutzt hatte, um Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel auszuüben, damit sie den Forderungen des IWF nachgebe und nicht einen Schritt auf die Parteien zugehe.

THOMSEN: Wir müssen darüber sprechen, wenn Du zurückkommst… Wir sollten einfach sagen, was wir wollen.

VELCULESCU: Das sollten wir tun.

THOMSEN: Anstatt zu warten… Ich werde kein kleines Hilfsprogramm akzeptieren. Ich nicht.

…………

THOMSEN: Hm, ich weiß nicht. Aber das … ich denke anders darüber. Was brauchen wir, um zu einer Entscheidung zu kommen? In der Vergangenheit gab es nur ein einziges Mal, als eine Entscheidung getroffen wurde, und das war dann, als ihnen ernsthaft das Geld auszugehen drohte und sie zahlungsunfähig werden würden. Stimmt’s?

VELCULESCU: Stimmt!

THOMSEN: Und vielleicht wird das ja noch einmal passieren. In dem Fall wird es sich bis Juli hinziehen und sicherlich werden die Europäer einen Monat vor Brexit keine Gespräche führen, und so wollen sie irgendwann eine Pause machen und dann, nach dem europäischen Referendum, wieder anfangen.

VELCULESCU: Das stimmt.

Das Gespräch zeigt, dass der IWF plante, der Bundesrepublik zu erklären, dass sie die Troika – bestehend aus dem IWF, der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank – verlassen würde, falls sich IWF und Europäische Kommission wegen der griechischen Schulden nicht einigen sollten. Das wäre eine große Krise, die die anderen Parteien „zu einer Entscheidung“ zwingen könnte.

Möglicherweise sehen sie auch die Flüchtlingskrise als Vorteil für sich, da Griechenland das Haupteinfalltor für Immigranten auf ihrem Weg in die EU ist. Krisen in Griechenland könnten im Endeffekt weitaus größere Auswirkungen auf die EU haben.

THOMSEN: Das ist eine Möglichkeit. Eine andere wäre, und ich dachte, sie sei längst eingetreten und ich bin überrascht, dass es nicht so ist, dass die wegen der Flüchtlingssituation eine Entscheidung treffen, … dass die zu einer Lösung kommen wollen. OK? Und die Deutschen werfen die Frage nach der Regulierung auf… und grundsätzlich sagen wir dann: „Schauen Sie, Frau Merkel, Sie stehen vor der Frage, was für Sie teurer ist: Ohne den IWF vorangehen, wird der Bundestag sagen: Der IWF ist nicht mit dabei? Oder die Schulden erleichtern, wovon wir glauben, dass es das ist, was Griechenland braucht, damit wir dabei bleiben?“ Stimmt’s? Das ist doch das Problem.

Die nicht-europäischen Geberländer des IWF glauben, dass der Schuldenerleichterung für Griechenland gegen die Regel ist, nicht noch mehr Geld an Länder zu verleihen, die sowieso schon tief verschuldet sind, und was die Zusammenarbeit mit der Troika immer weniger vertretbar macht. Im August letzten Jahres beschloss der IWF, sich nicht am 86 Milliarden Euro Kredit für Griechenland zu beteiligen. Stattdessen kamen die EU-Mitgliedsstaaten dafür auf.

Schließlich diskutieren die beiden, wie sie “ein Ereignis brauchen”, welches der Präsident der Eurogruppe (Sammelbegriff für informelle Treffen der Finanzminister der Eurozone) Jeroen Dijsselbloem „gerade versucht, nicht zu erzeugen“, und dass nichts anderes „einen Kompromiss erzwingen könne“.

VELCULESCU: Ich stimme zu, dass wir ein Ereignis brauchen, aber ich weiß nicht, was für eines. Ich denke aber, Dijsselbloem versucht gerade, kein Ereignis auszulösen, sondern irgendwie die Diskussion über die Schulden zu starten, die im Grunde darum geht, ob wir letztendlich mit dabei sind, oder nicht.

THOMSEN: Ja, aber Du weißt, dass die Diskussionen über ein Hilfsprogramm und die Schulden ewig gehen können, bis einer ganz oben… bis zur Zahlung im Juli oder bis die Chefs beschließen, dass wir zu einer Einigung kommen müssen. Aber es gibt keine andere Möglichkeit, einen Kompromiss zu erzwingen. Stimmt’s? Es wird ewig so weiter gehen.

Quellen: WikiLeaks, The Free Thought Project.


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Droht ein neuer Weltkrieg in Europa? Österreichischer Politiker: Nato plant Angriff auf Russland!

in Geopolitik

Europa drohe ein neuer Krieg – davor warnt jetzt ein österreichischer Politiker. Und der Krieg geht seiner Meinung nach nicht von Putin aus, sondern von der NATO. Das Ziel, das die Allianz mit ihrer Expansion verfolge, ist seiner Meinung nach ein Angriff auf Russland. Der Politiker Robert Marschall von der EU-Austrittspartei hat der NATO im Interview mit dem deutschen Ableger des russischen Onlinemagazins „Sputnik“ vorgeworfen, dass ihre Grenzerweiterung alles andere als friedliche Ziele habe.

Die NATO erweitert ihre Grenzen für einen Überfall auf Russland und nicht zum Schutz der Mitgliedsländer der Allianz. Diese Meinung vertrat Robert Marschall, Chef der österreichischen EU-Austrittspartei, in einem Sputnik-Interview.

Dem Politiker zufolge stellt die NATO-Expansion eine große Gefahr dar, denn das einzige Ziel der Allianz sei, Russland anzugreifen, was mit der Schutztaktik nichts gemeinsam habe. Marschall äußert die Befürchtung, dass dies Europa einem neuen Krieg näher bringe.
Laut Marschall ist die EU kein unabhängiges Bündnis, denn es lasse die Präsenz ausländischer Militärkräfte in den Mitgliedsländern der Europäischen Union zu. Der Politiker unterstrich ferner, seine Partei wolle keine Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa.

NATO wirft Russland „aggressive Späh-Methoden“ vor
Österreich müsse laut seiner Verfassung in Militärangelegenheiten die Neutralität wahren, so Marschall. Ihm zufolge will das Land kein Teil eines militärischen Bündnisses sein, wie die NATO und seiner Meinung nach auch die EU es ist. Deshalb wolle das Land aus der EU austreten. Die Österreicher wollten sich nicht an dem Ukraine-Konflikt und an der Krise in Afrika beteiligen, betonte Marschall.

Beitrag im Original erschienen unter:

http://de.sputniknews.com/politik/20150705/303087181…


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Aus den Emails von Hillary: NATO hat Libyen zerstört, um einen goldgestützten Dinar zu verhindern

in Geopolitik/Welt

Hillary Clintons Emails sind ein unerschöpfliches Geschenk. Als führender Verfechter der Resolution des UN Sicherheitsrats über die Einführung einer Flugverbotszone in Libyen behauptete Frankreich, dass seine größte Sorge dem Schutz der libyschen Zivilbevölkerung gelte (unter Beachtung der aktuellen Lage allein hätte man die Echtheit dieser Sorge in Frage stellen müssen). Eines der wahren Gründe, in Libyen einzumarschieren, war Gaddafis Plan über einen Gold Dinar, wie viele „Verschwörungstheoretiker“ behaupten.

Eine der 3000 Emails von Hillary Clinton, die vom amerikanischen Außenministerium am Neujahrsabend (an dem echte Neuigkeiten eher unter den Teppich gekehrt werden) veröffentlicht wurden, offenbarte, dass die NATO-Verschwörung zum Sturz Gaddafis in erster Linie das Ziel hatte, eine goldgestützte afrikanische Währung zu verhindern, und zweitens an Libyens Ölreserven heranzukommen.

Die fragliche Email wurde an die damalige Außenministerin Hillary Clinton von einem ihrer inoffiziellen Berater, Sydney Blumenthal, mit dem Betreff „Frankreichs Auftraggeber und Gaddafis Gold“ gesendet.

Im Foreign Policy Journal, einem Magazin zur Außenpolitik, heißt es:

Die Email bezeichnet Frankreichs Präsidenten Nicholas Sarkozy als führend bei dem Angriff auf Libyen aufgrund von fünf speziellen Interessen: an Libyens Öl herankommen, den Einfluss Frankreichs in der Region sichern, den Ruf Sarkozys im eigenen Land stärken, Frankreichs militärische Stärke aufrechterhalten und Gaddafis Einfluss auf das sogenannte „frankophone Afrika“ schwächen.

Am erstaunlichsten ist der ausschweifende Abschnitt, in dem die große Bedrohung beschrieben wird, wenn Gaddafis Gold- und Silbervorräte, geschätzte „143 Tonnen Gold und eine ähnliche  Menge an Silber“, dem Französischen Franc CFA als Hauptwährung in Afrika entgegen gestellt werden würde.

Und hier geht’s zu dem Abschnitt der Email, die beweist, dass die NATO Hintergedanken bei der Zerstörung Libyens hatte (UPDATE: der Link wurde entfernt):

Dieses Gold wurde vor dem aktuellen Aufstand angehäuft, um eine panafrikanische Währung, basierend auf dem Libyschen Gold Dinar, einzuführen. Dieser Plan entstand, um den frankophonen afrikanischen Ländern eine Alternative zum Französischen Franc CFA zu bieten.

(Kommentar einer Quelle: Eingeweihten zufolge hat die Anzahl der Gold- und Silberreserven einen Wert von über sieben Mrd. US Dollar. Französische Geheimdienstler entdeckten diesen Plan, kurz nach dem die Revolution begann. Dies war einer der Gründe für Präsident Sarkozys Entscheidung, Libyen anzugreifen. Diese Eingeweihten behaupten, dass Sarkozys Pläne von folgenden Problemen bestimmt wurden:

  1. Den Wunsch nach einem größeren Anteil an Libyens Ölproduktion
  2. Den Einfluss in Nordafrika zu stärken
  3. Seine eigene, innenpolitische Position in Frankreich zu verbessern
  4. Dem französischen Militär eine Gelegenheit geben, seinen Einfluss in der Welt wieder zu behaupten
  5. Eine Antwort auf die Sorge seiner Berater über Gaddafis langfristige Pläne, Frankreich als herrschende Macht im frankophonen Afrika zu verdrängen.

Sobald der französische Geheimdienst Gaddafis Pläne über den Dinar entdeckte, wurde folglich entschieden, die Kampagne gegen Gaddafi loszutreten. Schließlich hatten sie genügend guter Gründe gesammelt, um aktiv zu werden.

Traurigerweise hatte Gaddafi schon früher Europa (in einem „prophetischen“ Telefonat mit Blair) gewarnt, dass sein Sturz zu einem Anstieg des islamischen Extremismus im Westen führen würde. Eine Warnung, die auf taube Ohren stieß. Was sind schon einige Menschenleben in Frankreich und Libyen, wenn ein höheres Ziel die Taschen von Politikern und Eliten so viel besser füllt?

Quellen: NY Post, FOIA, Daily Telegraph


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Krieg gegen Russland? USA Stationieren Panzerbrigade 150 Kilometer Vor Sankt Petersburg

in Geopolitik/Welt

Die USA haben angekündigt, eine komplette Panzerbrigade an die Ostflanke der Nato zu verlegen, nur 150 Kilometer von Sankt Petersburg entfernt: 4200 Soldaten, 250 Panzer, ergänzt um Haubitzen und weitere 1.700 zusätzliche Militär-Fahrzeuge. Willy Wimmer, langjähriger Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung analysiert die Beweggründe für diesen Schritt und spricht von einer zielgerichteten Politik, zur erneuten Spaltung des europäischen Kontinents.

Von Willy Wimmer / RT Deutsch

Bei den ganzen Hiobs-Botschaften, die in diesen Tagen das Ergebnis der von Deutschland mitgetragenen Politik im globalen Maßstab sind, könnte man über eine im Ergebnis verheerende Nachricht fast hinweglesen. Dennoch hat es das in sich, was man heute in den Tageszeitungen lesen kann. Danach werden die USA ab dem nächsten Jahr eine Panzerbrigade und tausende von Fahrzeugen und weiteres militärisches Gerät östlich von Deutschland in den NATO-Staaten zwischen der Russischen Föderation und Deutschland stationieren. Begründet wird dies mit der angeblichen Besorgnis der dortigen NATO-Mitgliedsstaaten vor einer russischen Aggression, die außer diesen Staaten niemand so recht auf dem Kontinent sehen kann.

Endpunkt einer seit 1992 zielgerichteten amerikanischen Politik, die auf eine erneute Spaltung des Kontinentes zielt.

Natürlich haben alle NATO-Staaten darauf gesetzt, dass über den Maidan-Putsch nicht nur die damalige ukrainische Regierung fallen würde. Damit wäre es den USA möglich geworden, ihre seit mehr als einem Jahrzehnt offen deklarierte Politik, die auf eine erneute Spaltung Europas ausgerichtet ist, umzusetzen. Da spätestens seit dem öffentlich und unter Einschluss berühmter und kompetenter deutscher Kliniken das öffentliche Spektakel um die zopftragende ukrainische Oligarchin Julia Timoschenko über Jahre klar war, worauf die USA in der Ukraine zielten, haben unsere östlichen Nachbarn auf das aus ihrer Sicht richtige Pferd gesetzt. Das hat die Bundesregierung selbstredend auch fertig gebracht.

Die in der Folge des Maidan-Putsches beabsichtigte Beseitigung der russischen Marinepräsenz auf der Krim zwecks Kappung der Versorgung für Syriens Präsident Assad und die Beseitigung substantieller Rechte der russisch-sprachigen Minderheit in der Ukraine erwies sich mit schrecklichen Konsequenzen für die Bewohner der Ost-Ukraine als der „berühmte Schuss in den Ofen“.

Die markigen Worte aus den baltischen Staaten und aus Polen in Richtung Moskau wurden in dieser Zeit nur noch von den noch deutlicheren Sprüchen hoher deutscher NATO-Offiziere in Richtung Moskau ausgestochen. Das Klima war aber nachhaltig auf Krawall gebürstet und man hatte aus Kreisen der NATO die psychologische Grundlage für eine ausreichende Selbst-Bedrohung geschaffen. Damit wurde es atmosphärisch begründet, was heute Grundlage für die amerikanische Truppenstationierung ist.

Die USA unterlaufen konsequent die Vereinbarungen aus dem „zwei-plus-vier-Vertrag“ in Deutschland.

Diese angekündigte Truppenstationierung schließt ein Kapitel ab, das uns in Deutschland ganz unmittelbar betrifft. Alle Konsequenzen aus der Geschichte seit Napoleon hatten uns Deutsche bewogen, auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nur deutsche Truppen stationiert zu sehen. Unter keinen Umständen sollte die antagonistische Situation, die für den Kalten Krieg so maßgeblich gewesen war, fortgesetzt werden. Das dichte Geflecht vertraglicher Verbindungen und nicht die militärische Dominanz sollte Europa bestimmen.

Es sollte nicht zu einer Präsenz von alliierten NATO-Truppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR kommen. Deutschland war noch nicht wiedervereint, als aus den verbündeten Streitkräften heraus alle möglichen Versuche unternommen worden sind, diese Bestimmungen zu unterlaufen. Sichtbar wurde dieses Bemühen spätestens zu dem Zeitpunkt, als wegen des Krieges in Afghanistan der Flughafen Leipzig – es musste gerade Leipzig sein – zum Drehkreuz für den amerikanischen Truppeneinsatz in Afghanistan werden musste.

eute ziehen die Kolonnen vorwiegend amerikanischer Verbände gen Osten auf die Truppenübungsplätze in den östlichen Bundesländern, als gäbe es nicht in Grafenwöhr und an anderer Stelle ausreichenden Übungsraum für die globalen Muskel- und Kriegsspiele der USA. Der „zwei-plus-vier-Vertrag“ soll nach Kräften aufgeweicht und in sein Gegenteil gegenüber einer vertragsbezogenen Politik gegenüber Russland verkehrt werden.

150 Kilometer vor St. Petersburg – Leningrad rückt wieder ins Blickfeld

St. Petersburg blickt nach Europa. Der Blick nach Westen ist heutzutage keinesfalls erfreulich. Amerikanische Panzer stehen heute gleichsam vor den Toren der zweitwichtigsten Stadt Russlands wie vor Jahrzehnten sowjetische Raketen auf New York gerichtet waren. Da spielt es schon fast keine Rolle mehr, was in Bezug auf zu unterlassene westliche Truppenstationierungen zwischen der NATO und der Russischen Föderation in besseren Zeiten einmal vereinbart worden war. Die USA haben alles getan, die Dinge in Europa sich hochschaukeln zu lassen. Warum soll man in Moskau die seit 1992 ausgesandten westlichen Signale nicht so deuten, wie man es in Moskau für richtig hält?

Heute kann man in Deutschland mit Fug und Recht davon ausgehen, dass die USA gut 25 Jahre benötigt haben, Gräben in Europa wieder auszuheben und Mauern entstehen zu lassen. Der NATO-Vertrag, der ohne die inzwischen eingetretene militärische Integration, die erst nach der Gründung der NATO umgesetzt worden ist, die beiderseitige Ankopplung der atlantischen Gegenküsten zum Gegenstand hatte, wurde durch die USA ohne die Zustimmung der Völker der Vertragsstaaten seinem Vertragszweck zweckentfremdet.

Alle, auch die Deutschen, haben der NATO als Verteidigungsbündnis zugestimmt. Das hat das Bundesverfassungsgereicht in seinem berühmten „Tornado-Urteil“ des Jahres 2007 ausdrücklich festgehalten. Die Ausprägung der NATO als globales Angriffsbündnis ist vom Willen des deutschen Volkes keinesfalls gedeckt und es gibt keine dafür erforderliche Zustimmung des Deutschen Bundestages. Es ist überfällig, wenn die Bundesregierung und der Generalbundesanwalt den täglichen Rechtsbruch auf deutschen Straßen anprangern. Vorzuziehen wäre es allerdings, konsequent und ohne Ansehen der Blickrichtung dagegen vorzugehen. Noch besser wäre es allerdings, in Zusammenhang mit den NATO-Kriegen das Völkerrecht und die eigene Verfassung zu respektieren und die völkerrechtswidrigen amerikanischen Einsätze nicht mitzumachen.

Diese Politik führt uns wieder in die schrecklichen Bilder des Zweiten Weltkrieges. Ist das unsere Politik gegenüber einem Nachbarn, dem wir mehr als vielen anderen die Wiedervereinigung Deutschlands verdanken können? Einem Nachbarn gegenüber, der nachweisbar seit der Zeit vor dem Ende des Kalten Krieges auf das Völkerrecht, die friedlichen Beilegung von Konflikten und den Frieden setzt. Ganz anders als die USA, an die wir mehr und mehr gekettet sind und die sich zu unserem übergroßen Entsetzen in der Zerstörung des Völkerrechts und dem Führen von Kriegen hervortun.

Das amerikanische Verhalten gegenüber den NATO-Verbündeten und der Russischen Föderation erinnert, mehr als uns lieb sein kann, an den alten römischen Satz über Karthago. In der Konferenz von Bratislava im Mai 2000 haben die USA ihre Sicht deutlich gemacht. Danach scheint es darum zu gehen, Moskau zu zerstören, weil es Moskau gibt. Wir haben es wieder weit gebracht.

Artikel im Original erschienen unter:

https://deutsch.rt.com/meinung/37549-willy-wimmers-zu..


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Stratfor und die Prognose eines neuen Krieges

in Geopolitik/Politik

Es gab noch kein Jahrhundert ohne einen Systemkrieg – ein Systemkrieg, soll heißen, dass das gesamte bestehende System erschüttert wird. Angefangen beim Sieben-jährigen Krieg in Europa über die Napoleonischen Kriege im 19. Jahrhundert bis hin zu den Weltkriegen; jedes Jahrhundert hatte einen.

Wollen sie darauf wetten, dass dieses Jahrhundert keinen haben wird?

Hier der Ausschnitt aus der Rede, um die es geht, mit deutschen Untertiteln:

Wahrlich düstere Worte. Geäußert von niemand geringerem als George Friedman, Leiter des Think-Tanks Stratfor (Strategic Forecasting) und der Firma Geopolitical Futures. Oft erregte er durch seine Meinungsäußerung oder Publikationen Aufsehen. So thematisierte er unter anderem in seinem Buch „The Next 100 Years“ vorhergesagte Konflikte wie beispielsweise zwischen den USA und Japan oder die politische Bedeutungslosigkeit Deutschlands bis 2050. Bescheidenheit scheint nicht zu seinen Stärken zu gehören, so sagte er bereits „Journalisten erklären, was in der Welt passiert, wir bei Stratfor erklären, was passieren wird.“

huGO-BildID: 25358983 This Sept. 29, 2004, photo shows George Friedman the founder and CEO of Startfor, a private intelligence gathering and analysis company in Austin, Texas. . WikiLeaks says Monday, Feb. 27, 2012, it has begun publishing leaked emails from the Austin, Texas-based intelligence analysis firm. (Foto:Austin American-Statesman, Ralph Barrera/AP/dapd) MAGS OUT; NO SALES; INTERNET AND TV MUST CREDIT PHOTOGRAPHER AND STATESMAN.COM
Gründer und Leiter von Stratfor: George Friedman

Politisch ist er als Pro-Imperialistisch einzuordnen, was man an folgenden Äußerungen erkennen sollen könnte:

Die USA können als Imperium nicht andauernd in Eurasien intervenieren … Ich empfehle eine Technik, die von Präsident Ronald Reagan eingesetzt wurde gegen Iran und Irak: Er unterstützte beide Kriegsparteien! Dann haben sie gegeneinander und nicht gegen uns gekämpft. Das war zynisch und amoralisch. Aber es funktionierte. Denn die USA sind nicht in der Lage, ganz Eurasien zu besetzen. In dem Moment, in dem wir einen Stiefel auf europäischen Boden setzen, sind wir aufgrund demografischer Umstände zahlenmäßig total unterlegen.

Das Hauptinteresse der USA, für das wir immer wieder Krieg geführt haben – im Ersten und Zweiten Weltkrieg und auch im Kalten Krieg – waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Weil vereint, sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse besteht darin, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.

So logisch seine Ansichten erscheinen mögen, so zynisch, egoistisch und amoralisch sind sie auch. Dabei steht seine Haltung zu der Notwendigkeit von Konflikten zur Aufrechterhaltung des eigenen (US-amerikanischen) Imperiums im krassen Gegensatz zu seinem Namen.


Ende Januar wurde George Friedman von Businessinsider interviewt. Doch wie gelangte Friedman zu der Meinung, man müsse sich für einen neuen Krieg wappnen? Als Auslöser für Systemkriege macht er den Niedergang etablierter Staaten und den Aufstieg neuer an deren Stelle verantwortlich. Dieser Vorgang sei gefährlich, da „diese [Staaten] noch nicht ihre Balance gefunden haben“. Er begründet historisch: „Deutschland vereinigte sich 1871 und es war die Hölle los. Japan mehrte im frühen 20. Jahrhundert seine Macht und Chaos brach aus.“

So weit so gut. Doch wo will Friedman heute diesen Prozess beobachten? Am ehesten sieht er ein Risiko in aufstrebenden Nationen wie Japan, der Türkei und Polen. Seiner Meinung nach ergäben sich dadurch Konfliktszenarien in Osteuropa, dem Mittleren Osten und im maritimen Feld zwischen den USA und Japan.


So sehr die internationale Staatengemeinschaft im Moment auch durch die Finanzkrise und Konfliktherde wie Syrien, die Ukraine und den Islamischen Staat auf die Probe gestellt wird – ob man so weit gehen darf und sich Kriegsängsten auf dem Niveau der Weltkriege hingeben darf sollte zu diskutieren sein. So begrüßenswert erneute Konflikte auf europäischem Boden aus Sicht Friedmans sind („Unsere Ziele sind relativ simpel. Wir müssen nur sicherstellen, dass alle Konflikte in der östlichen Hemisphäre stattfinden, damit wir keine Konflikte auf unserem Boden haben.“), so steht diesem „Ziel“ glücklicherweise doch vieles im Wege: Im Gegensatz zur Vergangenheit ist Europa nicht durch ausschließliche nationale Politik und mangelnden Dialog geprägt, sondern hat in der Europäischen Union eine Institution, die friedensfördernd und konflikthemmend wirken kann. Des Weiteren ist die Bevölkerung Europas nicht mehr ausschließlich auf die veröffentlichte Meinung angewiesen, sondern kann sich individuell ergänzend durch das Internet weitere Informationen beschaffen. So ist zumindest theoretisch eine Beeinflussung durch Staaten erschwert. Denn im Vorfeld eines Krieges gilt es ja vor allem die Bevölkerung zu der Teilnahme an diesem zu überzeugen. So viele Argumente sich auch für und gegen die Behauptung Friedmans aufzählen lassen mögen – vorerst sollte man sich davor hüten in Kriegsängste zu verfallen und sich eher Gedanken darüber machen, wie man selbst zu einer Reduzierung dieses Risikos beitragen kann. So zum Beispiel durch die Wahl konfliktablehnender Parteien, die den internationalen Dialog begrüßen und überwiegend nationale Politik in Frage stellen.


Feature Image (C) dapd


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Die einzige Weltmacht – Der Berater der letzten 6 US-Präsidenten erklärt die wahren Absichten der USA

in Geopolitik/Politik

»Ein Buch, das man lesen und ernst nehmen sollte.« Helmut Schmidt

Dieses Buch ist eines der wichtigsten der letzten Jahrzehnte und unerlässlich zum Verständnis der aktuellen Konflikte auf dieser Welt. Jeder sollte sich seine eigene Meinung dazu bilden!

Vor allem eine Pflichtlektüre für ALLE Politiker der Welt, um endlich aufzuwachen und die wahren Absichten der USA zu verstehen. Denn, wie verblendet, machthungrig, geldgierig oder karrieregeil muss man sein, um folgendes nicht zu verstehen oder nicht zu glauben: Der persönliche Berater der letzten 6 US-Präsidenten und ein Vorbild Obamas, Zbigniew Brzezinski höchstpersönlich, schreibt in seinem Buch offen und ehrlich, dass Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Freihandel etc. nötigenfalls ganz gezielt als Instrumente missbraucht werden müssen, wenn es dem Erhalt der weltweiten US-Vormachtstellung dienlich ist.

Dies lässt die Konflikte der letzten Jahrzehnte und vor allem die aktuellen in einem ganz anderen Licht erscheinen, wenn man an den Irak und die nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen, Afghanistan, Libyen, Syrien und vor allem an TTIP und das noch viel gefährlichere TISA Abkommen, denkt.

Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft

Eine kurze und eindrucksvolle Zusammenfassung des Buches von Hubert Milz (Top 500 Amazon Rezensent):

Zbigniew Brzezinski, der Autor des Buches; wurde 1928 in Warschau geboren, die Familie weilte seit 1938 in Kanada und Brzezinski erwarb 1958 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Brzezinski gilt als eine „Graue Eminenz“ unter geo- und militärpolitischen Beratern in und rund um Washington DC – und dies schon seit Jahrzehnten. Brzezinski beriet die demokratischen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson oder Jimmy Carter und Brzezinski wird von Barack Obama überschwänglich gelobt. Aber auch republikanische Präsidenten – wie Ronald Reagan oder die beiden Bushs – hörten auf Brzezinski.

Brzezinski wird meist als den Demokraten nahestehend dargestellt, sein Gegenpart auf republikanischer Seite ist nach dieser Sichtweise die dortige „Graue Eminenz“ Henry Kissinger. Aus Parteiensicht mag dies zutreffen, inhaltlich jedoch kaum. Beide „Graue Eminenzen“ befürworten eine Politik, die ohne jedwede Rücksicht auf andere – nach Außen und nach Innen – nur machtpolitische US-Interessen zum Kalkül hat. Beide sind Vertreter eines ähnlichen konsequenten Unilateralismus.

Auch in diesem Buch, welches im amerikanischen Original 1997 als ‚The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives‘ erschienen ist und zu einer Art internationalem Bestseller avancierte, macht Brzezinski wie üblich aus seinem bedingungslosen Unilateralismus kein Geheimnis.

Zunächst streift Brzezinski in einem kurzen Überblick die Weltreiche, die es in der Geschichte der Menschheit in den verflossenen Jahrtausenden gegeben hat. Für Brzezinski sind dies alles nur sogenannte Weltreiche gewesen; im eigentlichen Sinne erkennt Brzezinski z. B.
– im Römischen Imperium – im Reich Karl V., in welchem die Sonne nie unterging – oder im Britischen Empire
keineswegs Imperien. Brzezinski zeigt auf, in welcher Art und Weise jene sogenannten Imperien ihre Machtausdehnung bewerkstelligt hatten und mit welchen Mittel diese sogenannten Imperien ihre Machtstellung versucht hatten zu konservieren oder auch weiter auszuweiten.

Das erste und bisher einzige Imperium der Weltgeschichte ist nach der Lesart Brzezinskis das US-Imperium. Für Brzezinski ist die Welt das Schachbrett für die Spielzüge der Geopolitik. Dieses machtpolitische Spiel ist von den USA derart zu gestalten, dass alle eventuell möglichen Konkurrenten des US-Imperiums kleingehalten, geschwächt und/oder völlig ausgeschaltet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen sind alle Mittel erlaubt – Skrupel sind ein Luxus, den Brzezinski sich nicht leisten kann; denn er predigt einen bedingungslosen Machiavellismus! Brzezinski schwelgt zwar in Lobpreisungen bezüglich der Werte der westlichen Welt, will jedoch gerade diese aufgelisteten Werte (Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Freihandel etc.) nötigenfalls ganz gezielt als Instrumente missbrauchen, sobald ein solcher Missbrauch dem Erhalt der weltweiten US-Vormachtstellung dienlich ist.

Dies ist die Essenz, die m. E. zwangsläufig und logisch aus den Ausführungen Brzezinskis abzuleiten ist. In der Lesart Brzezinskis gibt es demzufolge für das US-Imperium weder Freund noch Feind, sondern nur mögliche Konkurrenten: Freunde sind nur scheinbare Freunde – heute Freund, morgen Feind (und umgekehrt), je nach dem Nutzen für das US-Imperium – m. E. nicht nur in der Außenpolitik, sondern ebenso in der Innenpolitik. Daraus folgt jedoch auch, dass das „Management des US-Imperiums“ auch im Innern der USA jeden Gegner – US-Verfassung hin, US-Verfassung her – zu eliminieren hat.

Eine Empfehlung zum Schluss!
– Wer dieses Buch Brzezinskis gelesen hat, sollte im Anschluss einmal einen Blick auf die US-Weltpolitik der letzten Jahrzehnte werfen!
– Anschließend sollte jenes weltweite us-politische Agieren in die Zusammenschau mit Brzezinskis Gedankengebäude, welches er in diesem Buch Stein um Stein aufgebaut hat, gestellt werden!
– Dann braucht sich auch niemand zu wundern, weshalb Barack Obama, der (siehe oben) Brzezinski bewundert, im Mai 2014 in einer Rede in West Point gesagt hat: „I believe in American exceptionalism with every fiber of my being. But what makes us exceptional is not our ability to flout international norms and the rule of law; it is our willingness to affirm them through our actions. (Ich glaube an die Einzigartigkeit der USA – mit jeder Faser meines Seins. Was uns so einzigartig macht, ist aber nicht unsere Fähigkeit, uns über internationale Normen und das Recht hinwegsetzen zu können; es ist unser Wille, dies durch unser Handeln umzusetzen.)“
– Danach sollte gefragt werden, ob die vielen Kritiker einer solchen Politik, die vielen Mahner usw. (z. B. Ron Paul oder Paul Craig Roberts, die beide Washington DC von Innen kennen und beide das Bild des ursprünglichen/urwüchsigen US-Amerikaners symbolisieren – und diesen ursprünglichen/urwüchsigen US-Amerikaner schätze ich sehr) tatsächlich nur Verschwörungstheoretiker sind, also Spinner, denen keine Beachtung zu schenken ist?

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Oder hier die Dokumentation dazu als Video:


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