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Berichte: Nordkorea sprengt Atomtestgelände

in Geopolitik
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Titelbild: Die nordkoreanische Atomanlage Yongbyon auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2004.Foto: Digitalglobe/dpa

Vor dem geplanten historischen Gipfeltreffen mit den USA hat Nordkorea nach Medienberichten sein umstrittenes Atomtestgelände Punggye-ri wie angekündigt gesprengt. 

Nordkorea hat offenbar sein Atomtestgelände Punggye-ri im Nordosten des Landes unbrauchbar gemacht.

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Das berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Journalisten, die vor Ort waren. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurde der erste Tunnel des Testgeländes gegen 11 Uhr Ortszeit gesprengt.

Weitere Einrichtungen wurden den Berichten zufolge gegen 14 Uhr Ortszeit zerstört. Journalisten aus Südkorea, den USA, China, Russland und Großbritannien waren zur Zeremonie zum Abbau des Atomtestgeländes eingeladen. Internationale Inspektoren waren allerdings nicht anwesend.

Das nordkoreanische Regime hatte die Zerstörung des Geländes bereits Anfang Mai angekündigt. Es sollte vor dem geplanten Treffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit US-Präsident Donald Trump am 12. Juni in Singapur offenbar eine Geste des guten Willens sein.

Zuletzt hatte Nordkorea allerdings gedroht, das geplante Treffen abzusagen. Als Grund wurde unter anderem ein Militärmanöver von Südkorea und den USA genannt. Aber auch Äußerungen von Trumps Sicherheitsberater John Bolton sorgten für Unmut, der von einem „Libyen-Modell“ gesprochen hatte. (dts)

Merkel in Peking: Chinas neue Seidenstraße und Deutschlands Ignoranz

in Geopolitik
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Von rt.com

Bundeskanzlerin Merkel ist zu Gast in China. Dort wird sie mit Präsident Xi Jinping wohl auch auf die “Neue Seidenstraße” zu sprechen kommen. Bislang betrachtet Berlin das Mammutprojekt mit Skepsis – dabei wäre eine Beteiligung daran im Interesse Deutschlands.

Am Mittwoch trifft Kanzlerin Merkel in China ein, um dort wohl die ewig gleichen haltlosen Vorwürfe aufzutischen: China müsse sich an Regeln der Rechtsstaatlichkeit und des fairen Wettbewerbs halten. Dabei ist die Welt von den Vorteilen einer Zusammenarbeit mit China längst überzeugt. Frau Merkel sollte einen für Deutschland eher peinlichen Auftritt vermeiden und sich stattdessen endlich der Seidenstraßen-Initiative anschließen.

von Stephan Ossenkopp

Mindestens einmal im Jahr, so behauptet Kanzlerin Angela Merkel in Ihrem jüngsten Podcast, würde sie China besuchen. Das letzte Mal war es jedoch im Jahr 2016 im Rahmen der regelmäßig seit 2011 stattfindenden deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen und beim ohnehin obligatorischen G20-Gipfel, der in der chinesischen Stadt Hangzhou stattfand. Dieses Jahr sind ebenfalls die vertraglich vereinbarten Regierungskonsultationen der Grund ihres Besuchs, also erneut lediglich ein Pflichttermin.

Ausgerechnet jedoch im Jahr 2017, als 29 Staats- und Regierungschefs und Spitzenvertreter aus 100 Ländern in Peking beim historischen Auftakt des „Belt and Road Forum for International Cooperation“ zusammentrafen, um die Weichen der Welt in eine neue Richtung zu stellen, fehlte sie. Der Form halber schickte sie fast unbemerkt von der Öffentlichkeit die damalige Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries vor. Merkel nahm, so schrieb das Handelsblatt, „lieber Termine zur Unterstützung von CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet im NRW-Wahlkampf wahr“.

Das ist schon mehr als erstaunlich, ging es doch um den offiziellen Start eines Projekts, das laut einer im Jahr 2016 herausgegebenen Analyse von Price Waterhouse Cooper, einer der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt, 65 Staaten mit mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung miteinander verbindet, und rund 30 Prozent der Weltwirtschaft und einen Bedarf an Infrastrukturinvestitionen von fünf Billionen US-Dollar involviert. Dieses auch „Neue Seidenstraße“ und „Maritime Seidenstraße für das 21. Jahrhundert“ genannte Unterfangen, das der chinesische Staatspräsident Xi Jinping 2013 ins Leben rief, ist damit das weitaus umfangreichste Wirtschaftsaufbauprogramm der Welt, das niemand, erst recht nicht das Industrieland Deutschland, ignorieren kann.

Doch genau das tut das Kanzleramt in Berlin. Der chinesische Außenminister Wang Yi stellte im März 2018 auf seiner Pressekonferenz am Rande der ersten Sitzung des 19. Parteikongresses fest, dass mittlerweile 80 Staaten offiziell mit China an der Neuen Seidenstraße kooperierten. In über 7.200 Infrastruktur- und andere Wirtschaftsprojekte sind bereits weit über 140 Milliarden US-Dollar investiert worden. Das Handelsvolumen zwischen China und 71 „Belt and Road“-Staaten, wie man sie bereits nennt, wächst in rekordverdächtiger Höhe, und zwar bei ziemlich ausgeglichener Bilanz. Nutznießer sind also tatsächlich beide Seiten.

Diese und andere Fakten werden im Berliner Kanzleramt und im deutschen Außenministerium schlichtweg ausgeblendet. Dies wird sicher der Grund gewesen sein, warum am 19. März Professor Dr. Heinrich von Pierer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratschef von Siemens und langjähriger Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, im Focus einen deutlichen Kommentar an die beiden Adressen richtete:

Bleiben wir weiter in einer mehr passiven Zuschauerrolle und warten ab, wie es weitergeht? Oder definieren wir klar unsere eigenen Interessen und streben frühzeitig eine Partnerschaft, strategische Partnerschaft nennt man das ja wohl heute, mit den Chinesen an? Die Frage ist, was können wir dabei gewinnen, was verlieren? Ist das Risiko, bei diesem Jahrhundertprojekt nicht dabei zu sein nicht grösser als das zweifellos auch vorhandene Risiko einer aktiven Teilnahme? Nehmen wir die Chinesen doch beim Wort!

Der zu der Zeit neu ernannte Außenminister Heiko Maas solle sich dazu bald eine Meinung bilden, und spätestens wenn Frau Merkel nach China reise, würde man wohl Farbe bekennen müssen, schrieb von Pierer. Seine Ermahnung wird vermutlich ins Leere gehen.

Deutschland braucht die Neue Seidenstraße

„All diejenigen von den chinesischen Investoren, die in letzter Zeit in Deutschland Firmen übernommen haben, sichern hier Arbeitsplätze und ändern an dem Status der Unternehmen nichts,“ sagte die ehemalige Wirtschaftsministerin Zypries im Mai 2017, kurz vor der Abreise zum Belt and Road-Forum nach Peking, und fügte hinzu:

Aber was in China immer wieder imponierend ist, ist die Freude und die Leichtigkeit, mit der bestimmte Dinge ausprobiert werden, mit der man einfach anfängt, zu produzieren und versucht, etwas hinzubekommen.

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Natürlich ist es viel mehr als nur das. Mit der von Deng Xiaoping vor 40 Jahren durchgesetzten Öffnungspolitik hat sich ein „Sozialismus mit chinesischen Charakteristika“ durchgesetzt, der hunderte von Millionen von Chinesen aus bitterer Armut befreit und die größte Mittelschicht der Welt geschaffen hat. Chinas eigenes Wirtschaftswunder verändert die historischen Maßstäbe und stellt den Marschallplan weit in den Schatten. Chinas Infrastruktur, Städte, Häfen, Forschungszentren und Industriezonen haben den Westen in puncto Modernität an vielen Orten bereits längst überholt.

Die Belt and Road-Initiative bietet dieses Modell allen Staaten der Weltgemeinschaft nun zur Kooperation an. Das hat für einen gehörigen Stimmungswandel und einen Schub an Optimismus in den Entwicklungs- und Schwellenländern geführt, deren Bedürfnisse von den G7-Staaten und den Finanzinstitutionen nie ernsthaft aufgegriffen worden sind. Zudem haben sich die bislang führenden Industrieländer selbstverschuldet in eine Sackgasse manövriert. Das Finanzsystem ließ sich bislang trotz massiver Interventionen durch Staatshaushalte und Zentralbanken nicht aus der Bankrottzone hieven, die Infrastruktur in zahlreichen westlichen Ballungsräumen erleidet Infarkte, und notwendige neue Großprojekte werden von der EU kaputtreguliert.

Es scheint, dass es in Brüssel nicht nur Abteilungen für Gurkenkrümmungen und Glühbirnen gibt, sondern auch für sämtliche Käfer- und Fledermausarten, in deren Namen man den Fortschritt zurückschneidet. Wenn man dann noch die Sanktionsspirale gegen Russland, die ideologisch motivierte Energiewende und die drastischen Kürzungen bei den kommunalen Haushalten – Stichwort „schwarze Null“ – hinzurechnet, verstärkt sich der Eindruck, Deutschland und seinesgleichen fahre schnurstracks gegen die Wand. Da wäre es doch auch im Interesse der hiesigen Öffentlichkeit, diese systemischen Fehler zu beheben, das offenbar gescheiterte Paradigma abzulegen, sich auf bewährte Tugenden zu besinnen, sich mit Chinas Wirtschaftssystem stärker zu vernetzen und im Tandem gemeinsame Zukunftsziele zu definieren, von denen die Beseitigung der Armut auf dem Afrikanischen Kontinent und der Bau von stabilisierenden Infrastrukturprojekten im Nahen Osten nur die offensichtlichsten wären.

Auch in Deutschland, wie Frau Zypries zurecht bemerkte, erhalten und schaffen Gemeinschaftsprojekte mit China langfristig Arbeitsplätze. Zudem öffnet man deutschen Unternehmen die Märkte Chinas und der Belt and Road-Staaten, was den Absatz beliebter deutscher Markenprodukte für die kommenden Jahrzehnte garantieren würde. Die Europäische Union untersagte den beim Belt and Road-Forum im Mai 2017 anwesenden Repräsentanten ihrer Mitgliedsstaaten dann jedoch, die Abschlusserklärung zu unterzeichnen. Das Projekt sei nicht auf der Höhe internationaler Standards, hieß es lapidar.

Reziprozität – ein Begriff aus der imperialen Mottenkiste

Mitte April dieses Jahres wurde nachgelegt. Das Handelsblatt zitierte aus einer Erklärung, in welcher 27 von 28 EU-Botschaftern in Peking die Seidenstraßen-Initiative ablehnten. Man fühle sich ungleich behandelt und bereite deswegen eine Gegenposition vor, die im kommenden Juli auf einem EU-China Gipfel präsentiert werden solle. Kanzlerin Merkel kündigte bereits an, bei ihrer jetzigen Reise neben der Entwicklung Chinas auch über die Themen Rechtsstaatlichkeit und über internationale Streitfragen bei Handel, Investitionen und geistigem Eigentum zu sprechen. Es solle um „Reziprozität“ gehen.

Was mit diesem scheinbar harmlosen Begriff gemeint ist, hat der Spiegel diese Woche deutlicher ausgedrückt. “Was der andere darf, darf ich auch – und umgekehrt.“ Das Magazin zitiert ausgiebig aus einer Studie der Denkfabrik Merics (Mercator Institute of China Studies), mit der man die politischen Argumente in ein wissenschaftliches Gewand einhüllen will. „Der Mangel an Reziprozität verletzt Prinzipien der Fairness, auf die die ökonomische Nachkriegsordnung aufgebaut war“. Deutschland solle China mehr entgegensetzen und den Druck erhöhen.

Auf ausführlichen acht Seiten liefert der Spiegel-Artikel eine groteske Kulisse aus Vorurteilen: Bedrohung, Ausverkauf, ausgeliefert sein, Know-how abschöpfen, trojanisches Pferd, Beuteschema. Das Kalkül: wenn ich den Deutschen nur gehörig Angst damit mache, China wolle durch Firmenübernahmen im Technologiesektor Wissen abgreifen, um damit Deutschland im Bereich entwickelter Produktionstechniken hinwegzufegen, dann werden sie keine eigenmächtigen Schritte im eigenen Interesse unternehmen und mit China ein für beide Seiten Vorteile bringendes Abkommen schließen.

Das Argument der Reziprozität und der Gleichbehandlung ist nur Blendwerk aus der Trickkiste des Imperialismus – im wahrsten Sinne des Wortes, denn sogenannte „Reziprozitätsverträge“ schloss das British Empire mit seinen Kolonien ab. Die Verfechter einer solchen Vorgehensweise, vor allem Adam Smith und John Locke, benutzten die Reziprozitätsdoktrin als Rechtfertigung der britischen Freihandelsideologie. Das britisch-imperiale „Mutterland“ lieferte die Waren, die exklusiv in technisch überlegenen englischen Manufakturen hergestellt werden konnten, und die Kolonie erhielt bestimmte Vorzüge beim Handelsverkehr, durfte jedoch keine eigenen konkurrenzfähigen Manufakturen aufbauen. Das System Adam Smiths sollte als Weg zur Überlegenheit eines Weltsystems über alle Nationen dienen, zu einer Art globalem Empire – etwas, das die von Smith inspirierte neoliberale Elite heute Globalisierung nennt.

Das historische Gegenmodell dazu war das von Friedrich List und Henry C. Carey entwickelte System der Politischen Ökonomie, das die Entwicklung der Produktivkräfte aller Nationen in den Vordergrund stellt. Die Gemeinschaft der Staaten der Welt stellt darin nicht lediglich eine Gruppe von Sklaven eines privat gemanagten Monopols in Handel und Finanzen dar, sondern im Gegenteil eine möglichst harmonische Gemeinschaft souveräner und zur Vervollkommnung der Kräfte strebenden Einheiten. Die EU stellt in der heutigen Welt leider das supranationale Privatmonopol dar, die Belt and Road-Staaten unter Führung Chinas dagegen die auf Höherentwicklung gerichtete Gemeinschaft der Menschheit.

Diese beiden voneinander grundverschiedenen Paradigmen können natürlich nicht ohne Auseinandersetzungen gleichzeitig existieren, aber das Problem der EU ist, dass die Neue Seidenstraße für die Mehrheit der Nationen das wesentlich attraktivere Modell geworden ist und potenziell einen notwendigen Quantensprung in der Entwicklung der Menschheitsgeschichte bedeutet. Daran werden die zahllosen Medienkampagnen und Verteufelungsversuche gegenüber China nicht das geringste ändern. Sollten die wahnsinnigsten unter den Geopolitikern und Neoimperialisten eine kriegerische „Lösung“ dieser Fragen ernsthaft in Betracht ziehen, wie sie es in vergangenen Jahrhunderten getan haben, dann werden auch sie zu den Verlierern gehören.

Es läge doch näher, dass die verständigeren Kreise, gerade in Deutschland, die Vorteile der Belt and Road-Initiative in der Öffentlichkeit endlich frei von Vorurteilen zur Diskussion stellen, wie es in zahlreichen anderen Staaten der EU längst geschieht, allerdings sehr zum Unbehagen der Brüsseler Elite. Es wäre zwar ein Wunder, sollte Angela Merkel bei Ihrem Besuch in China spontan die konfrontative EU-Terminologie verwerfen und für Deutschland ein Belt and Road-Abkommen schließen, aber ganz unmöglich ist das in Zeiten eines historischen Umbruchs auch wieder nicht.

Der Autor ist Mitglied des internationalen Schiller-Instituts und arbeitet als freiberuflicher Journalist und Berater.

Gasland

in Umwelt
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Gas deckt ungefähr 25% des weltweiten Energieverbrauchs ab und wird Prognosen zufolge in den nächsten 25 Jahren andere Fossile Brennstoffe wie Kohle und Erdöl ablösen. Doch ist Gas auch sicher? Es gibt Anschuldigungen, dass Bohrungen von Erdgasunternehmen im US-Bundesstaat Pennsylvania zur Kontamination des Trinkwassers der umliegenden Anwohnerschaft führten.

Gasland ist US-amerikanischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010 über die Auswirkungen der Tiefbohrtechnik Fracking, mit der Erdgasvorkommen erschlossen werden. Er wurde von dem Filmemacher Josh Foxgeschrieben und in Szene gesetzt.

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Fox reiste durch mehrere betroffene Regionen der USA. Der Film präsentiert Aussagen und Erlebnisse der von negativen Auswirkungen betroffenen Anwohner und lässt zahlreiche Experten zu Wort kommen.

Hier die komplette Dokumentation:

Bund ebnet Weg für Fracking-Bohrungen

in Politik/Umwelt
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Schon bald könnte es in Deutschland Fracking-Probebohrungen geben. Die Regierung bereitet derzeit den Einsatz einer Expertenkommission vor. Die Grünen sehen darin ein klares Zeichen: Der Startschuss für das umstrittene Schiefergas-Fracking ist gefallen.

Schon bald könnte es in Deutschland zu Probebohrungen für die Schiefergas-Förderung nach der Fracking-Methode kommen. Die Bundesregierung bereitet derzeit einen Beschluss zur Benennung einer Expertenkommission zur wissenschaftlichen Begleitung von Probebohrungen vor. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Demnach sollen vier von der Bundesregierung und zwei vom Bundesrat benannte Vertreter in dem Gremium sitzen.

Anträge für Probebohrungen liegen der Bundesregierung nach eigener Auskunft zwar noch nicht vor. Im Beschluss zur Ernennung einer Expertenkommission sehen die Grünen jedoch einen klaren Hinweis für den bevorstehenden Einsatz der Technik in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten, die besonders schwer zugänglich sind. “Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Bundesregierung gibt mit der Expertenkommission den Startschuss für Schiefergas-Fracking”, sagte die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). “Statt Fracking endlich für alle Lagerstätten zu verbieten, will die Bundesregierung diese riskante Fördermethode ausweiten”, sagte Verlinden. “Weil die Große Koalition ein generelles Fracking-Verbot auf Bundesebene verweigert, müssen die Bundesländer jetzt die Probebohrungen verhindern”, forderte die Grünen-Politikerin.

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Nach Informationen des RND soll der Bundesrat noch vor der Sommerpause über die Besetzung der Expertenkommission beraten. Zuletzt hatte es aus Niedersachsen Signale für Probebohrungen zum Fracking in unkonventionellen Lagerstätten gegeben. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann von der CDU ist von der bisherigen Haltung des Landes abgerückt, Pilotprojekte für unkonventionelles Fracking nicht zuzulassen.

Beim Fracking wird mit Sand und Chemikalien versetztes Bohrwasser unter hohem Druck in die Erde gepresst. Aus den dabei entstehenden Rissen strömt Erdgas zur Bohrstelle. Beim sogenannten unkonventionellen Fracking muss das Gestein erst aufgebrochen werden, damit es durchlässig für den Gasfluss wird.

Weiterlesen auf n-tv.de

Panzer rollen wieder durch Brandenburg

in Politik/Welt
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Titelbild: Im Mai und Juni fahren wieder Panzer durch Brandenburg.

Mehrere Schiffe mit Soldaten legen in wenigen Tagen mit Tausenden Soldaten und Fahrzeugen samt Material an. Davon wird am meisten auf Schienen bewegt.

Durch Brandenburg rollen im Mai und Juni diesen Jahres wieder Truppen, Fahrzeuge und Panzer der US-Streitkräfte. Als Teil der US-Truppenbewegung „Atlantic Resolve III” nach Osteuropa legen am 20. Mai in Antwerpen drei Schiffe mit 3500 Soldaten und ungefähr 1400 Fahrzeuge samt Material an.

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Sie werden auch über Straßen und Schienen in Brandenburg nach Polen und Litauen gebracht, teilte der Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, Oberst Olaf Detlefsen, am Dienstag mit.

85 Prozent des Materials wird auf Schienen, der Rest in Konvois mit je 15 bis 20 Fahrzeugen auf der Straße bewegt. Bei der Truppenverlegung werden andere Streitkräfte abgelöst. Mit der Aktion sollen seit 2014, als Russland die Krim annektierte, die Nato-Partner in Osteuropa unterstützt werden.

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Jeder fünfte Bundestagsabgeordnete mit Nebeneinkünften

in Politik
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Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben in den ersten sieben Monaten der Legislaturperiode bereits Nebeneinkünfte von mindestens 5,5 Mio. Euro erhalten. Das berichten die Transparenzorganisation abgeordnetenwatch.de und der SPIEGEL, die die Selbstauskünfte der Parlamentarier auf der Internetseite des Bundestages ausgewertet haben.

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Peter Gauweiler kommt am 26.04.2014 im Kloster Andechs (Bayern) zur Vorstandsklausur. Bei ihrem zweitägigen Treffen in Kloster Andechs will sich die CSU mit dem Wahlprogramm für die bevorstehende Europawahl auseinandersetzen. Foto: Marc Müller/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Demnach meldete mehr als jeder fünfte Volksvertreter mindestens eine angabepflichtige Nebeneinkunft (154 von 709 Abgeordneten). (Alle Zahlen: HIER). Laut abgeordnetenwatch.de kassieren manche Abgeordnete zum Teil beträchtliche Summen für Posten in Unternehmensgremien. Beispiele:

  • Der FDP-Bundestagsabgeordnete Hermann Otto Solms erhält von der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) für einen Beiratsposten jährlich zwischen 15.000 und 30.000 Euro.
  • Die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kassiert für einen Verwaltungsratsposten vom Schweizer Pharmahersteller Siegfried Holdling AG monatlich zwischen 3.500 und 7.000 Euro; für das vergangene Jahr meldete sie außerdem ein Zusatzhonorar von mindestens 75.000 Euro.
  • Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) meldete als Mitglied eines Expertenbeirats bei der PR-Agentur CNC AG in diesem Jahr Einkünfte zwischen 7.000 und 15.000 Euro. CNC wirbt auf seiner Internetseite damit, „über Jahre hinweg vertrauensvolle Beziehungen“ in die Politik aufgebaut zu haben, „die unseren Kunden zu Gute kommen“.

abgeordnetenwatch.de-Sprecher Roman Ebener fordert Konsequenzen.

„Nebentätigkeiten von Politikern in der Wirtschaft sind ein Einfallstor für Lobbyismus. Durch die Postenvergabe an Abgeordnete erkaufen sich Unternehmen einen exklusiven Zugang zur Politik. Deswegen müssen Lobbyjobs in der Wirtschaft endlich verboten werden,“

so Ebener.

abgeordnetenwatch.de kritisiert außerdem, dass in vielen Fällen die Geldgeber der Abgeordneten unbekannt sind. Freiberufler und Selbständige wie Landwirte oder Anwälte können diese hinter Bezeichnungen wie „Kunde“, „Vertragspartner“ oder „Mandant“ verbergen. So gibt beispielsweise der AfD-Abgeordnete und Rechtsanwalt Enrico Komning den „Mandant 30468“ an, von dem er seit 2017 mindestens 325.000 Euro erhalten hat.

„Dass unsere Abgeordneten teils beträchtliche Summen aus anonymen Quellen kassieren, ist skandalös. Alle Nebeneinkünfte müssen endlich vollständig auf den Tisch, mitsamt der Geldgeber,“

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so Roman Ebener.

Zu den Volksvertretern mit hohen Nebenverdiensten gehören u.a. die beiden Ex-Minister Ulla Schmidt (mind. 109.000 Euro) und Peter Ramsauer (mind. 102.500 Euro) sowie FDP-Parteichef Christian Lindner (mind. 77.000 Euro). Schmidt und Ramsauer beziehen ihre Einkünfte zum überwiegenden Teil aus Posten in Unternehmens- oder Verbandsgremien, Lindner wurde für die Teilnahme an Unternehmensempfängen und Vorträge bezahlt.

Die Liste der Nebeneinkünfte wird wie in den Vorjahren von Freiberuflern und Selbstständigen angeführt:

  • Albert Stegemann (CDU, Landwirt), mind. 585.000 Euro
  • Carl-Julius Cronenberg (FDP, Geschäftsführender Gesellschafter), mind. 508.000 Euro
  • Hans-Georg von der Marwitz (CDU, Landwirt), mind. 360.000 Euro

Bei den Beträgen handelt es sich um Bruttozuflüsse, von denen Freiberufler wie Landwirte unter Umständen auch Mitarbeitergehälter oder Investitionen finanzieren müssen. Nebeneinkünfte sind von daher nur bedingt vergleichbar. Allerdings können sich aus den Geschäftsbeziehungen auch Interessenkonflikte ergeben. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Abgeordneter im Ausschuss mit einem Gesetzentwurf befasst ist, der seine Vertragspartner betrifft. Um geheimen Lobbyismus in die Schranken zu weisen, brauche es dringend schärfere Transparenzregeln.

„Welche Kontakte es zwischen Lobbyisten und Politikern gibt und wer an Gesetzen mitwirkt, erfährt die Öffentlichkeit so gut wie nie. Deshalb braucht es ein verbindliches und weitreichendes Lobbyregister. Wir fordern insbesondere Union und FDP auf, ihre bisherige Blockade aufzugeben,“

so Ebener.

Weiterführende Informationen (Auswertung):

Weiterlesen auf spreezeitung.de

US-Kongress erwägt Anerkennung der besetzten Golanhöhen als israelisches Territorium

in Geopolitik
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Tel Aviv (ParsToday) – Der US-Kongress prüft einen Vorschlag über die Anerkennung der von Israel besetzten Golanhähen.

Wir berichteten vor einigen Monaten, dass Cheney, Rothschild und Murdoch, der Besitzer von Fox News, Pläne haben in den Golanhöhen nach Öl zu bohren, unter Verletzung des Internationalen Rechts.

Laut dem israelischen Sender “Kanal 7” hatte der Kongress-Abgeordnete, Ron DeSantis, einen Plan über die Anerkennung der Golanhöhen als Teil des israelischen Territoriums vorgelegt.

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Der israelische  Minister für die innere Sicherheit, Ghalad Ardan, hatte zuvor auf die angeblichen Drohungen gegen „sein Land“  hingewiesen und gefordert, die Amtszeit von US-Präsident, Donald Trump, für die Umsetzung dieses Plans zu nutzen.

Die Golanhöhen sind im geographischen Sinne ein dünn besiedelter, hügeliger Landstrich im Nahen Osten. International anerkannt als Teil Syriens, befinden sich die Golanhöhen seit 1967 Großteiles unter israelischer Kontrolle. Israel verwaltet die 1981 annektierten Gebiete als Teil seines Nordbezirks; die Annexion ist aber von den meisten Staaten nicht anerkannt worden.

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Cheney, Rothschild und Murdoch, der Besitzer von Fox News, werden nach Öl bohren in Syrien, unter Verletzung Internationalen Rechts

Zunehmende gesellschaftliche Enthemmung: Wenn Kleinkinder in Kitas Missbrauchsopfer werden

in Kriminalität/Welt
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Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik weist für das vergangene Jahr 1.612 Opfer eines vollendeten oder versuchten sexuellen Missbrauchs unter sechs Jahren aus, davon 1.107 Mädchen.

Für Eltern ist es ein Alptraum: Sie bringen ihre Kinder in Kitas, damit sie sicher betreut werden. Doch genau dort lauert manchmal Gefahr. Experten sprechen von immer extremeren Verbrechen im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch.

Sie sind klein, verletzlich und unschuldig – und werden Opfer sexueller Gewalt ausgerechnet in Einrichtungen, in denen ihre Eltern sie sicher glauben. Selbst in Kitas sind Kleinkinder nicht hundertprozentig vor Missbrauch geschützt. “Die Polizeibehörden stellen in den letzten Jahren fest, dass die Missbrauchsopfer immer jünger werden. Wir reden da nicht nur von Kita-Kindern, sondern von noch jüngeren Kleinkindern”, sagt die Sprecherin des Bundeskriminalamtes, Barbara Hübner.

Die schreckliche Dimension der Verbrechen zeigt sich an einigen jüngeren Fällen: Ein Azubi soll in einer privaten Kita in Schwieberdingen bei Stuttgart Kleinkinder missbraucht und sie fotografiert haben. Der geständige Leiter einer kirchlichen Kita in Heilbronn soll mehr als 10.000 Bilder und 900 Videos mit kinderpornografischem Inhalt getauscht haben und einen Jungen über mehrere Jahre schwer sexuell missbraucht haben. Ein Schwimmlehrer aus dem Badischen soll sich an rund 40 kleinen Mädchen im Alter zwischen vier Jahren und acht Jahren vergangen haben.

“Sex und Gewalt auch gegen kleine Kinder sind leider keine Seltenheit”, sagt Johannes-Wilhelm Rörig, der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Aber in den 55.000 Kitas in Deutschland gebe es längst nicht überall Schutzkonzepte. Dazu gehörten etwa ein Fotografierverbot und ein Vier-Augen-Prinzip bei Erziehern gerade in den Schlaf- und Sanitärbereichen. Wickelräume sollten offen sein oder ein Fenster in der Tür haben. Und es müsse für alle Fachkräfte, Eltern und Kinder deutlich kommunziert werden, wer ein schlechtes Gefühl hat, kann sich beschweren. Rörig: “Schweigen hilft nur den Tätern.”

Allerdings seien nicht Missbrauchsfälle in Einrichtungen in der Mehrzahl, sondern Beziehungsdelikte, erklärt BKA-Sprecherin Hübner. Die meisten Taten werden im familiären Umfeld oder im Bekanntenkreis begangen – so wie im Fall des von seiner Mutter und deren Lebenspartner zur Vergewaltigung angebotenen Jungen aus Staufen bei Freiburg.

Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik weist für das vergangene Jahr 1.612 Opfer eines vollendeten oder versuchten sexuellen Missbrauchs unter sechs Jahren aus, davon 1.107 Mädchen. Im Jahr 2016 waren es etwas mehr: 1678 Fälle, davon 1143 Mädchen. Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung – versucht und vollendet – wurden im vergangenen Jahr 24 junge Kinder, davon 16 Mädchen. Die Gesamtzahl im Jahr davor: 25. Das sind jedoch nur die bekanntgewordenen Fälle, die tatsächliche Anzahl von Sexualdelikten gegen Kinder liegt im Dunkeln.

Die Verbrechen an Kindern werden nach Expertenaussage extremer. “Es gibt eine gesellschaftliche Enthemmung”, hat Ermittler Achim Holzmann vom Polizeipräsidium Heilbronn beobachtet. Er sichtet Unmengen von Bildern und Videos auf Kinderpornografie und schafft dadurch eine Möglichkeit, nicht nur die Besitzer des Materials strafrechtlich zu verfolgen, sondern auch diejenigen, die den dahinter liegenden Kindesmissbrauch begehen. Nach Worten des Kriminalbeamten gehören Babys und Kleinkinder zu den Opfern, Frauen tauchen als Täterinnen auf. Hinzu kommen Fetische wie Windeln, Fesseln oder Fäkalien. Besonders schockierte ihn die Vergewaltigung einer Vierjährigen durch zwei Männer gleichzeitig.

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Täterprofil: Unauffällig und sozial angepasst

Tätertypen außerhalb des häuslichen Umfelds können sozial angepasste Lehrer, Erzieher, Bademeister oder Schwimmlehrer sein, die die Nähe von Kindern suchen und Tatmöglichkeiten erhoffen. “In deren Führungszeugnissen findet man keinen Eintrag”, sagt Martin Rettenberger von der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden. Schritt für Schritt führten sie Situationen herbei, in denen sie unbeobachtet ihre Taten begehen können.

Nach Beobachtung des Kinderschutzbundes versuchen die Täter, das Vertrauen von Kindern auszunutzen und sie zu manipulieren. “Dazu benutzen sie zum Beispiel Spielzeuge und Versprechungen als Lockmittel”, sagt Bundesgeschäftsführerin Cordula Lasner-Tietze. Das sei perfide: “Kinder können solche Manipulationen nicht durchschauen, denn in ihrem Urvertrauen können sich gar nicht vorstellen, dass ihnen jemand Übles will.”

Mehr zum Thema – Großbritannien – Organisierter Missbrauch von Kindern seit 1981 – Polizei und Sozialarbeiter untätig

Die Ermittlungen gestalten sich je schwieriger, desto jünger die Kinder sind. “Man muss Suggestionseffekte ausschließen, darf ihnen also nichts in den Mund legen”, sagt Kriminologe Rettenberger. Fragen sollten offen gestellt werden. “Erzähl mir etwas von dem”, wäre ein Einstieg ins Gespräch mit einem womöglich missbrauchten Kind. Ein Vorteil habe das junge Alter: “Die Kleinen haben keine Motivation, aus Scham Dinge zu verheimlichen.” Schuldgefühle, die ältere Kinder plagten, seien ihnen noch unbekannt.

Der Heilbronner Kinderporno-Ermittler Holzmann erklärt, warum er die belastende Arbeit auf sich nimmt. “Wir denken an die Opfer. Kinder haben ein Recht auf die eigene sexuelle Entwicklung – Erwachsene haben da nichts zu suchen.” Besonders schlimm sei, dass die Opfer später häufig zu Tätern würden.

Mehr zum Thema sexueller Missbrauch:

Abkehr von Weltleitwährung: Welche Länder sich des US-Dollars entledigen wollen – und warum

in Wirtschaft
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Von rt.com

Die Europäische Union erwägt, die Zahlungen vom US-Dollar auf den Euro umzustellen, nachdem Washington damit gedroht hatte, im Iran tätige europäische Firmen ins Visier zu nehmen. Auch andere Länder denken über ähnliche Schritte nach oder bereiten sie vor.

Diese Maßnahme könnte der EU helfen, einen der größten Märkte der Welt zu erhalten, der nach dem historischen Atomabkommen zwischen Teheran und den P5+1-Mächten (China, Frankreich, Russland, Großbritannien, USA und Deutschland) im Juni 2015 für den Handel geöffnet wurde.

Die Idee, den Dollar im internationalen Zahlungsverkehr zu beseitigen, ist nicht neu. Neben der EU haben eine Reihe von Nationen darüber nachgedacht. RT diskutierte mit Analysten darüber, wie realistisch die Aussicht auf eine Abstoßung des US-Dollars ist.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen steht der Iran am stärksten unter Druck, den Dollar fallenzulassen, da Teheran den Handel ohne die US-Währung teilweise angepasst habe, erklärte Alexandre Kateb, Präsident von Competence Finance SAS, gegenüber RT.

Als der Iran von 2012 bis 2015 unter Sanktionen stand, etablierte er neue Mechanismen wie den Tauschhandel, um US-Finanzinstitutionen zu umgehen und den Dollar durch andere Währungen wie den Yuan im bilateralen Handel mit China oder den Euro im Handel mit europäischen Ländern zu ersetzen”, sagte der Ökonom.

Gleichzeitig wird Chinas jüngste Maßnahme, Öl in Yuan zu handeln, als ein erster Schritt gesehen, um die Dollar-Dominanz in Frage zu stellen, erklärte Stephen Innes, Leiter des FX-Handels für OANDA im asiatisch-pazifischen Raum, gegenüber RT und betonte, dass sich die bilateralen Handelsabkommen, die zwischen den asiatisch-pazifischen Ländern unterzeichnet wurden, in Yuan einpendeln würden. Er fügte hinzu:

Auf dem Festland wird der Grundstein für die Neue Seidenstraße gelegt, und China versüßt diese sogar, indem es lokalen Ländern Tauschmöglichkeiten anbietet, um die Verwendung des Yuan zu fördern.

Mehr zum Thema – Nach US-Ausstieg aus Atomabkommen: Chinas Saat im Iran geht auf

Experten sind sich einig, dass bi- und multilaterale Pakte zwischen verschiedenen Nationen die Hauptantriebsquellen auf dem Weg zur Verringerung der Abhängigkeit von der US-Währung im internationalen Handel werden könnten.

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“Das hängt von der Hebelwirkung ab, die die EU, das Vereinigte Königreich, Russland und China ausüben. Das wahrscheinliche Szenario ist Diversifizierung – bilaterale Vereinbarungen zwischen Handelspartnern oder regionale Vereinbarungen, die multilaterale Vereinbarungen ersetzen, die die Dollar-Dominanz unterstützen”, sagte Ramaa Vasudevan, außerordentlicher Professor der Wirtschaftsfakultät der Colorado State University, zu RT.

Schwieriges Unterfangen: Ablösung des US-Dollars als Weltleitwährung 

Gleichzeitig geben die Analysten zu, dass es keine leichte Aufgabe ist, den Dollar loszuwerden. Der US-Dollar brauchte fast ein Jahrhundert, um das britische Pfund zu verdrängen, das im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die globale Reservewährung war.

“Alte Gewohnheiten sind schwer zu brechen, da die meisten globalen Absicherungen immer noch an US-Börsen wie Nymex oder ICE durchgeführt werden”, sagt Innes. Er führte weiter aus:

Die Probleme sind die Ermittlung der Faktoren des Verhältnisses zwischen Lieferbarkeit und Absicherung, die viele davon abhalten könnten, mit einer langfristige Abwicklung in US-Dollar zu brechen.

“Der US-Dollar ist nach wie vor, aus vielen Gründen, die internationale Handels- und Reservewährung der Wahl”, so Kateb. “Das gesamte internationale Finanzsystem ist derzeit um die Vereinigten Staaten und um die zentrale Rolle des Dollars herum strukturiert.”

Der Experte stellte jedoch fest, dass sich das internationale System dramatisch verändern werde. Die rasante Entwicklung der Blockchain-Technologie zusammen mit der Verwurzelung virtueller Währungen solle den Wandel herbeiführen.

“Schließlich wird die Entwicklung des globalen Finanzwesens sehr stark mit der Entwicklung des globalen Kräftegleichgewichts zusammenhängen”, sagte der Ökonom gegenüber RT. “Das wird nicht von heute auf morgen passieren. Es wird Zeit brauchen und noch viele weitere Krisen und Gleichgewichtsverschiebungen. Keiner weiß wirklich, wie das neue System aussehen wird.”

Die Experten waren sich einig, dass die Verdrängung des US-Dollars von seiner beherrschenden Stellung im internationalen Währungssystem viel mehr Aufwand erfordere, als ihn nur durch den Euro oder andere Währungen zu ersetzen.

Die Dominanz des Dollars hängt nicht nur von seiner Verwendung zur Bezeichnung des Handels ab, sondern auch von seiner Rolle als Dreh- und Angelpunkt des internationalen Finanzsystems – die Tatsache, dass etwa 88 Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes von Devisen in Dollar abgewickelt wird, im Gegensatz zum Anteil des Euro, der nur etwa 31 Prozent beträgt”, sagte Vasudevan.

Der Forscher betonte, dass der jüngste Impuls, die US-Währung zu verdrängen, ein Symptom für eine breitere Unzufriedenheit mit den Regeln des Dollarsystems sei, aber keine Heilung für das Dollarproblem darstelle.

Mega-Event: Tausende Türken reisen aus ganz Europa nach Sarajevo um Erdogans Ansprache live zu erleben

in Geopolitik
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In Sarajevo wirbt er um Stimmen der Auslandstürken. Sie könnten das Zünglein an der Waage werden.

Aus Deutschland und Österreich, aus Norwegen und den Niederlanden waren Türken nach Sarajevo gereist. Sie kamen mit Autos und Bussen, für viele war die Strecke mehr als 1.000 Kilometer lang.

Zu sehen bekamen sie den Mann, für den sie die Strapazen auf sich nahmen, am Sonntag nur kurz: Gerade einmal 40 Minuten sprach der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei seinem bislang einzigen geplanten Wahlkampfauftritt im europäischen Ausland.

Erdogan bittet um “Rekordzahl an Stimmen”

Die mehr als 10.000 angereisten Auslandstürken bat er bei den Wahlen am 24. Juni um eine “Rekordzahl an Stimmen”. Für Erdogan könnte die Unterstützung der Türken vor allem in der EU diesmal ausschlaggebend sein.

Umfragen deuten darauf hin, dass die bevorstehende Wahl für Erdogan kein Durchmarsch wird. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sonar – das bei der Präsidentenwahl 2014 nah am Ergebnis lag – würden derzeit in der ersten Wahlrunde am 24. Juni nur 42 Prozent für Erdogan stimmen. Die fünf Kandidaten der Opposition kämen zusammen auf eine satte Mehrheit.

Tausende Türken reisten mehr als 1000 Kilometer aus Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich etc. nach Sarajevo, um Erdogans Ansprache live mitzuerleben

Auslandstürken stimmen überproportional für Erdogan

Auslandstürken machen etwa fünf Prozent der Wähler aus. In der Vergangenheit stimmten sie überproportional häufig für Erdogans AKP.

Selbst in AKP-Kreisen wird jedoch derzeit unter der Hand eingeräumt, dass Erdogan die absolute Mehrheit in der ersten Runde verfehlen könnte. Manche seiner Gegner sind des Präsidenten so überdrüssig, dass sie in einer Stichwahl am 8. Juli auf jeden Fall für dessen Gegner stimmen wollen, unabhängig von dessen politischer Ausrichtung – nach dem Motto: Hauptsache, die Ära Erdogan endet.

Kritiker befürchten für den Fall von Erdogans Wahlsieg eine Ein-Mann-Herrschaft – und sehen in diesen Wahlen die womöglich letzte Chance, das noch zu verhindern.

Fast die Hälfte der Auslandstürken lebt in Deutschland

Umso wichtiger sind also die rund drei Millionen Wahlberechtigten im Ausland. Fast die Hälfte davon lebt in Deutschland, auch unter ihnen hat Erdogan überproportional viele Anhänger.

Der Schluss liegt nahe, dass Erdogan statt in Bosnien lieber in Deutschland gesprochen hätte – hätte die Bundesregierung dem nicht einen Riegel vorgeschoben.

Im Frühjahr vergangenen Jahres hatten geplante Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsvertretern in Deutschland vor dem Referendum in der Türkei die Dauerkrise zwischen Berlin und Ankara nochmals verschärft.

Im Juni zog die Bundesregierung die Reißleine, sie verbot Wahlkampf für “Amtsträger” aus Nicht-EU-Staaten. Die Maßnahme war klar auf Erdogan gemünzt, der kurz darauf am Rande des G20-Gipfel in Hamburg vor Landsleuten sprechen wollte.

Vorwurf: Deutschland verletzt demokratisches Recht der Türken

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Der türkische Vize-Ministerpräsident Recep Akdag warf der Bundesregierung nun vor, mit dem Verbot das “demokratische Recht” der Türken in Deutschland zu verletzten, sich im Wahlkampf zu informieren. Akdag sagte der “Welt”, seine Regierung verstehe nicht, warum Wahlkampfauftritte in Deutschland jahrelang möglich waren “und jetzt plötzlich alles anders sein sollte”.

Erdogans AKP hält das deutsche Wahlkampfverbot also für unfair. Die Opposition kritisiert wiederum den Wahlkampf der AKP in der Türkei.

Wie ungleich die Voraussetzungen dort sind, darauf lassen Statistiken der Rundfunkbehörde RTÜK schließen: Demnach räumte der Staatssender TRT Vertretern der Allianz aus Erdogans AKP und der ultranationalistischen MHP zwischen dem 17. April und dem 6. Mai 37 Stunden und 40 Minuten Sendezeit ein.

Die versammelte Opposition kam auf 3 Stunden und 14 Sekunden, wobei die pro-kurdische HDP und die islamistische Saadet-Partei überhaupt nicht stattfanden.

Auch Niederlande und Österreich untersagen Wahlkampfauftritte

Nicht nur Deutschland, auch die Niederlande und Österreich – wo ebenfalls viele wahlberechtigte Türken leben – untersagten türkische Wahlkampfauftritte.

Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) – die früher umstrittene Auftritte Erdogans in Deutschland organisiert hatte – wich nun auf Sarajevo aus.

“Wir wollten nicht, dass es in Deutschland zu ähnlichen Ereignissen kommt wie letztes Jahr beim Referendum. Deswegen haben wir gesagt, wir machen die Veranstaltung in Bosnien”, hieß es aus Kreisen der UETD.

Neuen Streit mit dem wichtigen Handelspartner Deutschland scheint auch Erdogan derzeit nicht zu wollen – erst recht nicht, weil die Wirtschaft in der Türkei in eine Krise zu schlittern droht.

Die Inflation ist längst zweistellig, die türkische Lira hat gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn rund 15 Prozent an Wert verloren. Die mit Abstand größte Sorge der Türken ist einer Umfrage zufolge nicht mehr die Terrorbedrohung, sondern die wirtschaftliche Lage.

Erdogan fordert “osmanische Ohrfeige” für Terrororganisationen

In seiner Ansprache in Sarajevo forderte Erdogan seine Anhänger dennoch auf, “den Terrororganisationen und ihren lokalen und ausländischen Handlangern eine osmanische Ohrfeige zu verpassen”, indem sie ihn wählen.

Für seine Verhältnisse war die Rede aber moderat. Anders als beim Wahlkampf für das Verfassungsreferendum – bei dem er Deutschland und die Niederlande mit Nazi-Vergleichen überzogen hatte – griff er in Sarajevo kein Land namentlich an.

Den Bosniern dankte Erdogan für den Wahlkampfauftritt, wenn auch mit einem fragwürdigen Vergleich. “Zu einer Zeit, in der glorreiche europäische Länder, die behaupten, die Wiege der Demokratie zu sein, versagt haben, hat Bosnien-Herzegowina gezeigt, dass es wirklich demokratisch ist, indem es uns ermöglicht, uns hier zu treffen.”

Auch in Bosnien löste Erdogans Wahlkampf allerdings heftigen Streit aus. Eingefädelt hatte Erdogans Auftritt das muslimische Mitglied im dreiköpfigen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic. Seine beiden “Mit-Präsidenten” erfuhren von dem Besuchsplänen erst aus den Medien. (ank/dpa)

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