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Griechenland

5,7 Millionen Jahre alte Hominini-Fußabdrücke stellen zeitliche Abfolge der menschlichen Evolution in Frage

in Welt
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Die Spuren wurden auf der Insel Kreta gefunden, die ziemlich weit von den Ebenen Ostafrikas entfernt ist.

Eine neue Entdeckung auf der Mittelmeerinsel Kreta könnte im Begriff sein, einmal mehr für Furore zu sorgen, indem Forscher behaupten, dass auf der Insel gefundene Hominini-Fußabdrücke etwa 5,7 Millionen Jahre in die Vergangenheit zurückreichen

Von: Josh Davis/FL Science Wenn die Entdeckungen in den letzten Jahrzehnten uns irgendetwas gelehrt haben, dann ist es, dass die menschliche Evolution alles andere als einfach ist. Nun könnte eine neue Entdeckung auf der Mittelmeerinsel im Begriff sein, einmal mehr für Furore zu sorgen, indem Forscher behaupten, dass Hominini-Fußabdrücke, die auf der Insel gefunden wurden, etwa 5,7 Millionen Jahre in die Vergangenheit zurückreichen.

Die Fossilien wurden in Trachilos (West-Kreta) gefunden, und scheinen viele Hominini-ähnliche Eigenschaften gleichzeitig aufzuweisen, während man lange Zeit davon ausging, dass sich Hominini in relativer Abgeschiedenheit in Ostafrika entwickelten. Die Spuren sind zweifüßig und scheinen darauf hinzudeuten, dass die Kreatur, die sie hinterließ, einen ausgeprägten Fußballen und große nach vorne gerichtete Zehen aufweist und  Klauen fehlen, was alles auf eine Hinterlassenschaft von Hominini hindeutet.

In einer Veröffentlichung der Fachzeitschrift Proceedings of the Geologists’ Association behaupten die Forscher, dass trotz des Fehlens irgendwelcher anderer fossiler Knochen, die Fußabdrücke darauf hindeuten, dass sich eindeutig vor etwa 5,7 Millionen Jahren zweifüßige Affen mit homininen Merkmalen in Europa aufhielten. Diese Behauptung wird wahrscheinlich von anderen Anthropologen stark angegriffen werden, und zwar nicht zuletzt, weil vor 4,4 Millionen Jahren der älteste, anhand eines ziemlich vollständigen Fossils bekannte, Hominini, Ardipithecus ramidus, in Äthiopien immer noch auf affenähnlichen Füßen ging.

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Die Forscher machen geltend, dass die große Zehe (1) vielmehr auf Hominini als auf Affen hindeutet. Gierliński et al. 2017

„Diese Entdeckung greift das etablierte Narrativ der frühen menschlichen Evolution frontal an und wird wahrscheinlich eine große Debatte hervorrufen“, erklärt Per Alhberg, Co-Autor des letzten Aufsatzes, in einer Erklärung. „Ob die Forschungsgemeinschaft über die Ursprünge des Menschen fossile Fußabdrücke als schlüssigen Beweis der Anwesenheit von Hominini im Kreta des Miozän akzeptieren wird, bleibt abzuwarten.“

Interessanterweise passt der Zeitpunkt der jüngsten Entdeckung in gewisser Weise zu einer anderen, die Anfang dieses Jahres bekanntgegeben wurde, und bei der Forscher vermuten, dass sich unsere frühzeitlichen Vorfahren von den Schimpansen nicht in den afrikanischen Savannen  abgespalten haben, sondern stattdessen in den europäischen Grasländern. Diese Ansicht basierte auf zwei fossilen Kieferknochen, die auf das Alter von 7,2 Millionen Jahren datieren, und bei denen die Zähne vielmehr wie bei modernen Menschen sind, anstatt wie bei Schimpansen.

Indem immer mehr Funde gemacht werden, wird unsere Geschichte immer komplizierter. Anstatt nur eine schön einfache evolutionäre Linie von Affen zum Menschen zu bilden, ist das sich abzeichnende Bild das eines dichten Gebüschs von Spezies, die ein verwickeltes und verwirrendes Bild unserer Vergangenheit bilden. Diese letzte Studie trägt einfach zu diesem Wirrwarr bei, und indem neue Funde gemacht werden, wird man hoffentlich weitere Erkenntnisse daraus gewinnen können.

Verweise:

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Wie der Schwarzmarkt zwei Länder vor ihren Regierungen schützt

in Wirtschaft
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Seitdem Regierungen mit dem Verbot und der Lizenzierung verschiedener Teile der Wirtschaft begannen, hat der Schwarzmarkt sichergestellt, dass die Menschen immer noch Zugang zu den Dingen erhalten, die sie benötigen. Instabile Regierungen wenden sich immer an ihre eigenen Bürger, indem sie Preiskontrollen, hohe Steuern und sogar die Androhung von Haft dazu benutzen, um ihre im Scheitern begriffene Systeme zu stützen. Indem sich die Bedingungen unausweichlich verschlechtern, wie sie es in Venezuela und Griechenland der Fall war, wird die Schattenwirtschaft für diejenigen von unschätzbarem Wert, die eine Krisensituation erleiden.

Die Schattenwirtschaft steht nicht nur für den Handel mit illegalen Waren. Ein grauer Markt, sorgt zum Beispiel auch für legale Produkte, die mit der Zeit schwer zu finden sind. Da in Venezuela grundlegende Dinge wie Toilettenpapier, Medikamente und sogar Nahrungsmittel von den Ladenregalen verschwanden, ist das aus Gleichrangigen bestehende Netzwerk zur einzig zuverlässigen Möglichkeit geworden, die lebensnotwendigen Dinge zu sichern. In verzweifelten Situation wie dieser, kann die Existenz unabhängiger Kaufleute über Leben und Tod entscheiden.

Sogar der Wert von Venezueals Währung ist im Begriff, der Regierungskontrolle zu entgleiten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde der offizielle Wechselkurs auf betrügerische Weise auf zehn Bolivar pro US-Dollar festgesetzt, während er auf dem Schwarzmarkt für 1.000 zu eigens gehandelt wurde. Diese Maßnahme traf Millionen von Menschen im ganzen Land durch das Drücken von Löhnen und das Untergraben jeglichen übrig gebliebenen Vetrauens. Die Inflation ist schnell zur unmittelbar größten Bedrohung des venezolanischen Volkes geworden, indem es des Wertes seiner Arbeitskraft und seiner Ersparnisse beraubt wird. Seit Jahren hat der Bolivar eine Hyperinflation erfahren, indem die Lebenshaltungskosten fast exponentiell angestiegen sind.

Die verzweifelte Reaktion des Staates war, Preiskontrollen einzuführen, aber das hat nur zu flächendeckenden Verknappungen geführt. Glücklicherweise waren die unregulierten Märkte in der Lage, den realen Wert von Waren zu bestimmen und die lebensnotwendige Unterstützung für die ums Überleben kämpfenden Gemeinden bereitzustellen. Viele Leute denken, dass der sogenannte Wucher unethisch sei, aber ist es denn nicht besser, etwas für den doppelten Preis zu kaufen, anstatt es überhaupt nicht bekommen zu können?

Griechenland erfährt seinerseits eine Umgestaltung – aber als Reaktion auf eine Reihe sehr unterschiedlicher Bedingungen. Das griechische Volk hat in den letzten Jahren eine Reihe von Steuererhöhungen und Rentenkürzungen über sich ergehen lassen müssen, um die Schulden zu finanzieren, die es der Europäischen Union zurückzahlen muss. Diese Sparmaßnahmen haben für diejenigen zu Engpässen geführt, die versuchen, ihre finanzielle Unabhängigkeit sicherzustellen. Das Ergebnis waren Steuerhinterziehungen im großen Stil, die dazu beigetragen haben, das Wachstum der griechischen Schattenwirtschaft auf beinahe 25% des Bruttoinlandsprodukts anzuheben.

Tabelle: “Schattenwirtschaft in Europa – relative Größe der Schattenwirtschaft (von oben nach unten): Schweiz, Österreich, Luxemburg, Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Irland, Dänemark, Finnland, Norwegen, Deutschland, Schweden, Slowakei, Tschechische Republik, Belgien, Spanien, Portugal, Italien, Ungarn, Griechenland, Slowenien, Polen, Malta, Lettland, Zypern, Litauen, Estland, Türkei, Kroatien, Rumänien, Bulgarien.”

Überraschenderweise sind es nicht nur die Armen, die sich die Schattenwirtschaft in Griechenland zunutze machen, sondern auch die Klasse der Berufstätigen. Diejenigen, die hohe Geldsummen verdienen, werden extrem hohen Steuersätzen unterworfen, was viele Geschäftsinhaber und Unternehmer dazu veranlasst, entweder bessere Möglichkeiten im Ausland zu suchen, oder Maßnahem zu ergreifen, um ihr Einkommen zu verbergen.

Indem die erfolgreichsten Mitglieder der Gesellschaft verfolgt werden und es ihnen nicht erlaubt ist, das zu behalten, was sie verdienen, fördern die Behörden die Missachtung des Gesetzes. Obwohl dem Schwarzmarkt andauernd die Schuld an gesunkenen Steuereinnahmen gegeben wird, könnte er ironischerweise doch das Einzige sein, das dafür sorgt, dass die Krise nicht noch mehr außer Kontrolle gerät.

Knappheit ist mehr als nur eine Einstellungssache; es ist eine raue Wirklichkeit, die die in Industrieländern geborenen Menschen kaum aus erster Hand erfahren. Aber zu jeder Zeit, wenn eine bankrotte Regierung die Kontrolle über das Leben und die Wirtschaft ihrer Bürger in die Hand nimmt, ist das Endergebnis immer Tyrannei. Die Machtkonzentration in den Händen weniger wird in chaotischen Zeiten vernünftig begründet, aber sie sorgt dafür, dass letztendlich die Rechte aller Bürger auf dem Spiel stehen.

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Erst letztes Jahr führte die venezolanische Strafverfolgung Razzien durch, bei denen 245 Menschen getötet wurden. Es gab keine Rechenschaftspflicht hinsichtlich dessen, ob die Schüsse gerechtfertigt waren, aber in Berichten wird behauptet, dass viele der Opfer keine Bedrohung darstellten, und einige wurden sogar getötet, nachdem sie bereits in Gewahrsam genommen worden waren. Ein solch hartes Durchgreifen ist das unvermeidliche Ergebnis von Regierungen, die versuchen, inmitten des Chaos zerrütteter Wirtschaftssysteme die Oberhand zu behalten.

2011 schrieb Robert Neuwirth einen Bericht für Foreign Policy, in dem er die Wichtigkeit dieses unbesteuerten, unlizenzierten und unregulierten globalen Marktplatzes unterstrich. Er nannte es “System D”:

Man sagt, dass erfinderische, unternehmerische Kaufleute, die auf eigene Faust handeln, indem sie auf sich selbst gestellt Geschäfte betreiben, ohne sich zu registrieren oder durch die Bürokratie reguliert werden, und größtenteils, ohne Steuern zu bezahlen, Teil der “economie de la débrouillardise” sind, oder für den alltäglichen Gebrauch, “System D”. Dies lässt sich im Wesentlichen übersetzen als Ökonomie des Erfindungsreichtums, Ökonomie der Improvisation und Eigenverantwortung, Do-it-yourself(oder DIY-)Ökonomie.

Der bevormundende Staat hat hervorragende Arbeit dabei geleistet, alles außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Regierung anzugreifen, aber ein Mangel an Regulierung ermöglicht schnellstmögliches Wachstum und Produktivität. Die Gesetzgeber überschätzen bekanntermaßen ihren Einfluss auf die Millionen von Menschen, über die sie zu herrschen versuchen, aber letztendlich haben individuelle Entscheidungen, die an der Basis getroffen werden, die größten Auswirkungen. Menschen, die sich auf ihre eigenen Fähigkeiten und ihren Ruf verlassen, anstatt auf eine Genehmigung durch das bürokratische System, werden als Kriminelle abgestempelt, dabei sind gerade sie es, die in vielen Fällen überhaupt erst zum Wert der Gesellschaft beitragen.

Kaufleute, die innerhalb dieser Märkte und außerhalb des Systems agieren, werden oft mit Gefahr und Gewalt in Verbindung gebracht, aber in Wirklichkeit sorgen sie für die reinste Form freiwilliger Handelsabschlüsse. Negative Aspekte, wie organisiertes Verbrechen werden nur als Ergebnis der Profite ermöglicht, die aus ihrem Verbot resultieren. Wenn der Staat die Öffentlichkeit nicht mit vorgehaltener Waffe bedrohen würde, gäbe es keinen Anreiz für die Leute, sich den Dienstleistungen ruchloser Organisationen zuzuwenden.

Diese auf natürliche Weise entstandenen freien Märkte werden nur durch den Umlauf von Vermögenswerten wie Bargeld, Bitcoin und kostbare Metalle gestützt. Anonymität in Verbindung mit Technologie stärkt die Leute auf nie geahnte Art und Weise. Durch die Annahme von Kryptowährungen erfährt die Schattenwirtschaft einen Anschluss an das digitale Zeitalter und dehnt sich international aus. Dieses neue ökonomische System stellt eine sehr reale Bedrohung für die derzeitigen finanziellen und politischen Strukturen dar.

Allerdings müssen Vorkämpfer auf diesem Gebiet vorsichtig sein, und nachdem Silk Road vom Netz genommen wurde, sind reale gesetzliche Auswirkungen zutage getreten. Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Silk Road-Mitbegründer Ross Ulbricht, der genau aus dem Grund eine lebenslange Freiheitsstrafe erhielt, weil er eine Herausforderung für das bestehende System darstellte.

Die zunehmenden Fortschritte hinsichtlich einer Dezentralisierung, die er zu beschleunigen versuchte, befinden sich auf einem direkten Kollisionskurs mit den Zentralbanken und ihrem Krieg gegen das Bargeld. Indem das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Giralgeld immer mehr dahinschwindet, werden immer mehr Gelegenheiten die Vorteile aufzeigen, die Netzwerke Gleichgestellter gegenüber zentraler Planung zu erkennen geben. Diejenigen, die den systemimmanenten Wucher des alten Systems erkennen, müssen mit gutem Beispiel vorangehen und andere anleiten, ungeachtet dessen, welche Einschüchterungstaktiken gegen sie eingesetzt werden.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/black-market-saving-two-countries-governments/-

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Deutschland schuldet Griechenland noch Milliarden Reparationen aus dem 2. WK – und zahlt nichts

in Politik/Wirtschaft
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Berichten zufolge, die aktuell im Umlauf sind, schuldet Deutschland Griechenland Milliarden Euro (die Schätzungen variieren), aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Schulden kompensiert werden, gehen anscheinend gegen Null. Die Frage wurde auf den Tisch gelegt, ob Griechenlands aktuelle Forderung berechtigt ist; und die meisten sagen: ‘ja’.

Ob Deutschland nun Griechenland Geld schuldet oder nicht, ist nicht die Frage; während des 2. Weltkriegs sind mehr als 800.000 Griechen zugrunde gegangen; entweder sind sie verhungert oder wurden unmittelbar getötet. Ihr Militär war machtlos und konnte dem Dritten Reich nichts entgegensetzen, als es mit Gewalt ein zinsfreies “Darlehen” über 476 Millionen Reichsmark von der griechischen Zentralbank einforderte (eine Tat, die die griechische Wirtschaft sogar noch weiter zerstörte).

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Die Toten werden auf den Straßen von Athen eingesammelt während des ersten Winters der Besetzung Griechenlands durch die Achsenmächte in den Jahren 1941-1942. Quelle: Nationalmuseum Athen

Deutschland behauptet, die Schuld bereits beglichen zu haben – in Form des Äquivalents von 25 Millionen US-Dollar während der 1950er Jahre und zusätzlich 115 Millionen D-Mark im Jahr 1960. Zusammengenommen macht das lediglich einen Bruchteil der Kosten des Schadens aus und dessen, was sie einst genommen hatten. Der Höchstwert wird insgesamt auf rund 279 Milliarden Euro geschätzt; und natürlich kann kein Geld der Welt die verlorenen Leben aufwiegen. Deutschland behauptet, dass die zwei Zahlungen unter der Übereinkunft gemacht wurden, dass keine weiteren Forderungen gestellt würden. Griechenland hatte anscheinend hingegen den Eindruck, dass dies nur die Initialzahlungen gewesen waren und, dass nach der Wiedervereinigung von Deutschland noch mehr kommen würde. Jetzt, da Griechenland das Geld wirklich gebrauchen könnte, haben sie die Problematik verständlicherweise wieder zur Sprache gebracht, aber Deutschland gibt nicht nach.

Die Antworten darauf, ob Deutschland im Recht dafür liegt, dass sie diese aktuelle Forderung ablehnen oder nicht, sind gemischt. Einerseits ist es unmöglich, den tatsächlichen Schaden zu berechnen, der von den Nazis während des 2. Weltkriegs angerichtet wurde. Auch wenn es möglich wäre, gibt es keine Möglichkeit, dass Deutschland darauf hoffen könnte, all seine Schulden zurückzubezahlen. Dazu sei auch gesagt: Wenn sie jetzt zustimmen, Griechenland zusätzliche Reparationszahlungen zukommen zu lassen, dann könnte das möglicherweise anderen Ländern Tür und Tor dafür öffnen, ebenfalls zusätzliche Ansprüche geltend zu machen.

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Auf der anderen Seite hat Griechenland eine ziemlich mächtige moralische Position in dieser Sache: Das Land, sein Volk und seine Wirtschaft wurden von den Nazis während des 2. Weltkriegs zerstört und Deutschland hat seine Schulden nach dem 2. Weltkrieg weitgehend ignoriert, deshalb wurde die Frage gestellt: “Warum sollte Griechenland nicht von einer ähnlichen Art der Schuldenneustrukturierung und des Vergebens profitieren wie Deutschland, das diese Konstellation als Plattform für sein Wirtschaftswunder nutzte?”

Die Syriza-Regierung hat ebenfalls die Tatsache ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt, dass Deutschland seine Schulden aus dem 1. Weltkrieg nicht bezahlt hatte, “die damals größtenteils durch das Abkommen von London im Jahr 1953 abgeschrieben wurden oder auf eine sehr lange Laufzeit neu ausgerichtet wurden”, so heißt es im Wall Street Journal (siehe die kurz zuvor zitierte Quelle). Auf Basis einiger Berechnungen wurde Deutschland eine Schuldlast von bis zu 280% des deutschen BIP zu dieser Zeit verziehen, wohingegen Griechenland derzeit darum bittet, dass ungefähr die Hälfte seiner Schulden im Gesamtwert von etwa 175% seines BIP vergessen werden.

Ihr seht also, worin das Dilemma liegt; und das zurecht: Einem Land wurde die Schuld verziehen, nachdem es Gräueltaten in einem anderen Land begangen hat, dem – warum auch immer – wiederum seine Schulden nicht vergeben werden. An dieser Stelle sollte das wirklich zu einer Angelegenheit werden, die von der EU zu regeln ist. In einem Bericht von Bloomberg heißt es:

“Die deutsche Regierung hat den griechischen Bürgern nur mangelnde Beachtung geschenkt. Aber ist es nicht die andere Seite der Medaille der Bündelung der Souveränität, dass die Regierung Deutschlands sich der Sorge und dem Respekt Nichtdeutschen gegenüber verpflichtet? Länder, die sich mit dieser Anforderung nicht wohlfühlen, hätten vielleicht zweimal darüber nachdenken sollen, bevor sie die EU aufbauen und dann so weit ausdehnen.”

Zum Schluss gab das Wall Street Journal Griechenland einen eher überraschenden Rat:

“Ganz dezent die Schulden aus dem 2. Weltkrieg zu ignorieren, das hat in Deutschland jahrzehntelang funktioniert. Griechenland würde jetzt von dieser Strategie profitieren.”

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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Am besten liest du das hier, bevor die Medien einen ertrunkenen Flüchtlingsjungen dazu benutzen, einen weiteren Krieg anzuzetteln

in Medien
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Von Dan Sanchez @ theantimedia.org

Übersetzt ins Deutsche von Murphy


Ein kleinkindlicher Junge wird zu Strandgut. Angespült an die Küste, das Gesicht vergraben im Matsch. Seine Familie, vor dem syrischen Zivilkrieg Flüchtende, versuchten Griechenland zu erreichen, allerdings kenterte ihr überfülltes Boot im Mittelmeer und er ertrank mitsamt seinem Bruder und seiner Mutter. Das lebhafte Bild des leblosen kleinen Körpers des 3-jährigen Aylan Kurdi an einem türkischen Strand hat das Gewissen des Westens erschüttert und Amerikas Aufmerksamkeit auf die Flüchtlingskrise gezogen, die im Moment Europa ins Schwanken bringt.

Eine Kurzmeldung an die unbewusste Bevölkerung der Machtprojektion der „Freien Welt“: So sieht Krieg aus. Nur etwa zehn Millionen Mal krasser. Das was für uns und unsere Regierung „Außenpolitik“ ist, ist für die, die diese erfahren müssen Verzweiflung und Tod.

Kinder, die genauso unschuldig und wertvoll wie Aylan sind, werden förmlich ins Meer bei Libyen getrieben, durch Drohnen verbrannt in Pakistan, oder verhungert in Jemen – und das permanent. Und jeder einzelne Vorfall lässt ein Bild entstehen, dass gleichsam unsagbar verlassen und schrecklich tragisch aussieht wie das oben abgebildete, selbst wenn es nicht fotografiert und dadurch von Millionen gesehen wird.

Aylan ertrank in den Armen seines Vaters, der verzweifelt versuchte, seinen Kopf über Wasser zu halten. Kurz vor dem Desaster dürfte es noch ähnlich wie auf dem Foto einer anderen syrischen Flüchtlingsfamilie ausgesehen haben.

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Allerdings zeigt dieses in Wirklichkeit die Ankunft und nicht die Abreise. Es bleibt, vor allem für jeden, der selbst Kinder hat, ein Schlag in die Magengrube. Es braucht nur einen Hauch von Mitgefühl, um sich vorstellen zu können, wie der Vater sich fühlen muss. Völlig überfordert und am Ende seiner Kräfte. Die Arme seiner Tochter um den Hals. Das Gesicht seines Sohnes in seiner Brust vergraben. Beide suchen Schutz und Fürsorge in ihm, welche er letztlich vielleicht nicht bereitstellen kann. Kein Wunder, dass sich auch dieses emotionale Foto virusartig verbreitet hat.

Eine weitere Kurmeldung: So sieht Kriegsvertreibung aus, sowohl im Meer und auf dem Festland. Das, was man in seinem Gesicht lesen kann ist die Qual, die in genau diesem Moment viele der Millionen Mütter und Väter plagt, die aus ihrer Heimat und Quelle des Lebensunterhalts hinaus und quer durch die Länder getrieben wurden, die durch die Waffen des Westens in Schutt und Asche gelegt worden sind: Irak, Syrien, Libyen, Afghanistan, Jemen, Somalia, Palästina, die Ukraine und viele mehr.

Es ist eine Schande, dass die Neugierde, das Mitgefühl und die Vorstellungskraft der meisten so verkümmert sind, dass ausdrucksstarke Bilder, wie diese in den Nachrichten auftauchen müssen, um über die Verwüstung, die durch die Politik ihrer Regierungen angerichtet wurde, nachzudenken.

Dann sind alle gerührt, zwar nicht genug, um endlich eine Lehre aus der Sache zu ziehen, sondern nur so viel, um dazu gebracht zu werden zu fordern – oder zumindest dazu zu ermuntern – dass mehr von genau der Art des Eingreifens geschieht, die die Tragödie in erster Linie verursacht hat.

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Kriegstreiber der Regierung und der Medien versuchen auf perverse aber voraussehbare Weise die Leiche von Aylan in ihren Marsch der Eskalation einzuberufen. Sie beharren darauf, dass Aylan gestorben ist, weil der Westen nicht gegen den Diktator Syriens, Bashar al-Assad, eingeschritten ist und es nun folglich tun muss, damit nicht noch weitere Kinder dieses Schicksal teilen müssen.

Ähm, nein. Aylans Familie waren kurdisch Flüchtlinge, die aus Kobani geflohen waren, das belagert wurde. Nicht von Assad, sondern seinem Feind: Dem islamischen Staat.

Doch ISIS agiert in diesem Teil Syriens nur ungezügelt, weil der durch Amerika dominierte Westen und ihre ortsansässigen Verbündeten ihnen Schutz gewährten – dadurch, dass sie sie im Aufbegehren gegen Assad unterstützten und die Gotteskrieger mit Waffen versorgten.

Der Westen greift seit spätestens 2012 stark in das Geschehen in Syrien ein. Tatsächlich führte das Eingreifen des Westens nur dazu, dass der Konflikt geschürt wurde, der mittlerweile eine viertel Million Menschenleben einforderte.

Weil das Eingreifen allerdings verdeckt war, und von anderen ausgeführt wurde, erfuhr es wenig mediale Berichterstattung und öffentliche Aufmerksamkeit. So kann der „Rückschlag“, der daraus entstand, den Tod von Aylan mitinbegriffen, überzeugend mit dem „Nicht-Eingreifen“ begründet und dazu verwendet werden, offener und direkter einzugreifen.

Auf diese Weise nutzen Regierung bereits seit langem die Unaufmerksamkeit und Leichtgläubigkeit der Öffentlichkeit aus, um ihre Kriege zu bekommen.

Wenn die Falken ihren Wunsch erfüllt sähen – Assad endlich gestürzt und seine Verbände aufgelöst – so gäbe es wohl keinen Widerstand gegen ISIS, die syrische Al-Qaida und die anderen dschihadistischen Gruppierungen, die Syrien momentan in Gänze überrennen.

So schlimm die Flüchtlingskrise im Moment auch sein mag, man stelle sich nur vor wie es aussähe, wenn alle religiösen Minderheiten Syriens vor diesen hyperbrutalen und -sektiererischen Sunniten fliehen würden, die bis an die Zähne mit den Waffen des Westens bewaffnet sind.

Das weitere Eingreifen würde nur noch mehr Tragödien fordern – weit gefehlt vom Verhindern solcher wie der Aylans.

Du bist wegen dieses Bildes auf Facebook besorgt? Gut. Das bedeutet, dass dein Herz noch nicht völlig durch nationalistische und fremdenfeindliche Indoktrination zu Stein geworden ist. Aber lass dich nicht vom Kriegstreiben einlullen. Und sorgen nicht einfach nur für „erhöhte Aufmerksamkeit“, dadurch, dass du die Tragödie likest und sharest, sie dann aber nach einem Monat wieder vergisst. Um wirklich zur Rechtschaffung von Aylan beizutragen, sorge dafür, dass die Dinge wieder richtiggestellt werden.

Der erste Schritt dazu ist, Dinge richtig zu verstehen. Mach es zu deinem Projekt, die Rolle fremden Eingreifens in den syrischen Zivilkrieg zu verstehen, das für so viele dieser Flüchtlinge verantwortlich ist. Genauso wie im Allgemeinen auch für die Kriege, die im Nahen Osten, Nordafrika und Südasien wüten. Und wenn du selbst zu einem Verständnis gelangt bist, sorge dafür, dass dieses sich auch auf andere ausbreitet.

 

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