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Warum die Welt nicht zur Ruhe kommt: Der Petrodollar

in Wirtschaft von

Gaddafi wollte den Petrodollar loswerden und plante, seine eigene Golddinar-Währung einzuführen, um mit Öl zu handeln. Nun planen China, Russland, Indien, die Türkei und andere, den Dollar gegen ihre eigenen Währungen zu ersetzen, und zufälligerweise geraten diese Länder in letzter Zeit in große Schwierigkeiten…

Ein andauernder Kriegszustand ist 2016 die Norm. Feinde tauchen überall auf: Zuerst die Taliban und Al-Qaida, nun ISIS – der Islamische Staat. Dies sind nur einige der “Feinde”, die aus dem Nichts auftauchen – und unsere Freiheit und “unseren Lebensstil” bedrohen.

Aber haben Sie je darüber nachgedacht, was die wahre Bedeutung dieses “Lebensstils” ist? Was ist es, das dafür sorgt, dass wir nicht von Krieg und Terror loskommen – die Invasionen in Irak, Afghanistan, die unerschütterliche Partnerschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien (erinnern wir uns an die Anschläge des 11. September: es waren hauptsächlich saudische Männer für sie verantwortlich)…Warum gab es keine Invasion in Saudi-Arabien? Warum, warum, WARUM?

Die einfache Antwort ist: wegen Öl. Folge der Spur des Geldes und Du wirst herausfinden, woher das Verderben stammt. Es ist eine Redensart, von der wir von Zeit zu Zeit hören, aber genügt es, alles mit “Öl” zu entschuldigen?

Den Grund für die Existenz der ungefähr 130 US-Militärbasen zu verstehen, die über den Nahen Osten verteilt sind, heißt das Petrodollarsystem zu verstehen. Es ist ein integraler Bestandteil der US-Außenpolitik – besonders im Nahen Osten mit seinen ölreichen Staaten. Der Petrodollar ist seit Jahrzehnten der Grund für Kriege, falsche Anschuldigungen und CIA-unterstützte Staatsstreiche. Er ist der Grund für die Irakkriege, die so viele am Boden zerstört zurückließen, und der Grund, so glaube ich, warum Nationen wie Russland – und davor Iran – mit Sanktionen belegt werden. Es könnte sogar der Grund für den Konflikt in Syrien sein (das bereits seit 1979 auf der Liste der “Sponsoren von Terrorismus” geführt wird).

Alles in allem könnten wir nicht auf die globale Dominanz des US-Dollars verzichten…oder etwa doch? Denn wenn wir es täten, würde die US-Wirtschaft implodieren – sie würde die 1930er wie eine Zeit des Wirtschaftsaufschwungs aussehen lassen – und für all diejenigen, die sich auf den US-Dollar verlassen…nun ja, der Trip wäre für sie ein gleichermaßen vernichtender Schlag. (Man sollte sich besser einen Vorrat an Konserven anlegen.)

Haben Sie bei der Erwähnung des Petrodollarsystems etwa aufgehört weiterzulesen? Gut, Sie sind immer noch bei der Sache. Oder vielleicht liegt es an der Zeile, als ich von Prepping sprach? Trotzdem geht es dabei auch um Ihre Lebensgrundlage.

Karikatur: “(Die ‘Achse des Bösen’ – Irak, Syrien, Nordkorea, Iran, Kuba): Also gut, Herr Bush, wir hören zu.”

Die “kurze” Erklärung:

Das Petrodollar-System und seine Geschichte werden kaum in den zu den Konzernen gehörenden Mainstream-Medien (MSM) erwähnt. Zum einen ist es schwierig, es zu verstehen – insbesondere, wenn man weder Kenntnisse vom Weltgeschehen, von Geschichte oder von Ökonomie hat. Denn der Hauptgrund, warum die MSM nicht über das Petrodollarsystem berichten wollen, liegt ganz einfach daran, dass sie nicht wollen, dass Sie etwas darüber wissen. Wenn man den Petrodollar versteht – oder das Prinzip “Öl nur gegen US-Dollars” – und die Welt durch die Petrodollarbrille betrachtet, ist es als ob ein Schleier vor den Augen gelüftet wird. Plötzlich versteht man, was zur Hölle auf dieser verrückten Welt vor sich geht.

Die Zeitachse:

Um Ihnen einen flüchtigen Eindruck davon zu vermitteln, ist hier ein kurzer Überblick über die Geschichte des Petrodollar-Systems, und was es für die Vereinigten Staaten bedeutet. Es ist nur ein flüchtiger Blick, aber hoffentlich genug, um Ihnen einen Einstieg zu ermöglichen…

1944: Eine kriegsmüde Welt versammelte sich bei der Bretton-Woods-Konferenz. 44 allierte Nationen aus der ganzen Welt kamen zusammen, um über die Zukunft der neuen Weltwirtschaftsordnung zu beraten. Aus diesem Treffen ging eine Übereinkunft zur Etablierung des US-Dollars (der damals stärksten Währung) als globale Währung hervor, die auch von Gold gedeckt sein sollte. (Man kann es sich auch als eine Art Versicherung für die zur der damaligen Zeit finanziell ruinierten Nationen vorstellen.)

Aus der Bretton-Woods-Konferenz ging schließlich auch die Weltbank hervor, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO)

Auf der Welt geht alles ein paar Jahre lang gut, aber dann…

1960er: Das durch US-Gold gestützte Geldsystem fängt an, die amerikanische Wirtschaft lahmzulegen. Die “angenagelte” feste Rate von Dollar-zu-Gold führte zuerst zu einer falschen Nachfrage nach US-Dollars, die schließlich nicht länger durch Gold gedeckt werden konnte. Die Länder wurden argwöhnisch, und zu der Zeit als Ende 1971 das US-Defizit des Vietnamkrieges (200 Milliarden) entdeckt wurde, begannen die Länder nach ihrem Gold zu fragen. Aber die USA hatten es schlicht und einfach nicht mehr. Eine Nation, die im Besitz von 80 Prozent des weltweiten Goldes war, war nun beinahe pleite. Zu jener Zeit musste US-Präsident Nixon handeln – und zwar schnell.

Und dann schrieben die USA Geschichte – Wieder einmal…

1971: Der damalige US-Präsident Richard Nixon hielt eine Ansprache an die Welt: Es wird keine goldgedeckte US-Währung mehr geben. Die nun auf dem Markt kursierenden Weltwährungen bedeuten das Ende für das Bretton-Woods-Abkommen.

Nixons Außenminister Henry Kissinger (der zweifellos ziemlich von sich selbst überzeugt ist), assistiert bei diesem “Deal-Breaker”.

Und der GROSSE Auslöser…

1973: Um – auf globaler Ebene – die Nachfrage für den US-Dollar aufrechtzuerhalten, fand ähnlich wie beim Bretton-Woods-Abkommen, eine Übereinkunft mit Saudi-Arabien statt. “Öl für Dollars” wird zum Leitsatz der neuen Weltwirtschaft. Das Petrodollarsystem wird aus der Taufe gehoben.

Der Petrodollar-Deal zwischen Saudi-Arabien und den USA besagt Folgendes: (Man beachte: Dies ist die Grundlage der heutigen amerikanischen Außenpolitik im Nahen Osten)

Jedes Barrel Öl, das von Saudi-Arabien aufgekauft wird – gleichgültig von welcher Nation – wird nur in US-Dollar bezahlt.

Diejenigen Länder, die “ausländische” Währungen haben, müssen sie zuerst in US-Dollar umtauschen, bevor sie das Öl kaufen können.

Ein solch lukratives Geschäft hat seinen Preis, den wir immer noch bezahlen:

Damit Saudi-Arabien dem exklusiven “Öl-gegen-Dollar-Deal” zugestimmt hat, versprachen die USA als Gegenleistung Waffen und militärischen Schutz. Für die überschüssigen Profite, die mit dem Öl erwirtschaftet wurden, kaufte Saudi-Arabien US-Schulden auf. Kurz gesagt: Die USA taten alles dafür Notwendige, um die saudischen Grenzen (bzw. das saudische Öl) zu schützen (die es zur damaligen Zeit mit Israel, Syrien und Ägypten zu tun hatten).

Nun zu den KLEINEREN Auslösern…

1975: Die OPEC etabliert sich. Viele Nationen stimmen bei der “Öl-gegen-Dollars”-Abmachung überein, indem ein ähnlicher Austausch im Gegenzug für Schutz durch US-Militär und -Waffen stattfindet.

Jedoch…einige Jahre nach dem Abkommen beginnen mehrere Nationen die Gültigkeit solch einer Abmachung in Frage zu stellen – auf sehr ähnliche Weise, wie es vorher mit der “Gold-gegen-Dollars”-Abmachung passiert ist.

Nationen wie Nordkorea, Iran, Syrien und Venezuela entschließen sich dazu, aus der Abmachung auszusteigen oder gar nicht erst mitzumachen. Dies war auch die Zeit, als Russland, China und Indien dem Petrodollarsystem den Rücken zukehrten. (Die Iran-Sanktionen begannen 1979 – erinnern Sie sich noch an Syrien? Syrien schaffte es 1979 auf eine ähnliche Liste desselben Ministeriums.)

Begriffe wie “Achse des Bösen” wurden geprägt – ein Lieblingswort der den Konzernen gehörenden Mainstream-Medien.

1980: Die Rapid Deployment Joint Task Force (RDJTF) wird gegründet, und ist hauptsächlich dazu da, um Russland abzuschrecken und die Ölstabilität in der Golfregion zu gewährleisten.

1983: Die RDJTF wird zum Zentralkommando der Vereinigten Staaten (CENTCOM). Zuständigkeitsbereich: die Regionen Naher Osten und Zentralasien.

Dann kommen Saddam Hussein, der 11. September, der Krieg gegen den Terror…

1991: Der US-Luft- und Bodenkrieg in Irak (Golfkrieg) beginnt.

April 2000: In Katar wird eine US-Militärbasis gebaut – für den Fall einer Aktion gegen den Irak -, was in den Medien kaum erwähnt wird.

24. September 2000: **WICHTIGER HINWEIS: Saddam Hussein kündigt an, dass irakische Ölexporte gegen Euro – und nicht gegen US-Dollar – getauscht werden. Die Petroeuropläne liegen auf dem Tisch und Hussein schert sich nicht um die amerikanisch-saudischen Abmachungen.

März 2001: Das Pentagon dokumentiert, wie irakische Ölfelder unter westlichen Unternehmen aufgeteilt und veräußert werden.

Tabelle: “Ausländische Bewerber um Verträge für irakische Ölfelder vom 5. März 2001”

September 2001: Die Terroranschläge des 11. September passieren. Es war schon damals nicht jeder davon überzeugt, dass alles mit rechten Dingen zugeht, aber die Medien verfielen in Aktionismus, indem sie schnell mit dem Finger auf Afghanistan und den Irak zeigen, obwohl die meisten Angreifer als saudische Staatsbürger bekannt waren.

2001: Bush ignoriert die saudischen Verbindungen zu den Angriffen und stattdessen sucht er fieberhaft nach Gründen, um in den Irak einzumarschieren und er übt kontinuierlich Druck auf die CIA aus, um eine Verbindung herzustellen; er verbindet Hussein mit bin Laden – aber ohne glaubwürdige Quellen. Die Mainstream-Medien verewigen die durch die Bush-Regierung vorgegebene Linie: Hussein ist schuldig für die Anschläge, weil [angeblich] eine Verbindung zwischen beiden besteht. Die USA müssen den Krieg mit dem Irak und Afghanistan beenden. Der “Krieg gegen den Terror” geht weiter im Namen von Freiheit und Demokratie. Ja, er sagte die Wahrheit – das Öl bringt Amerika eine Menge guter Geschäfte ein, hilft der US-Wirtschaft auf die Beine und ist ein Vorwand dafür, um Dollars zu drucken und diejenigen damit zu versorgen, die Öl kaufen wollen. Und so hat Bush in dieser Hinsicht nicht gelogen…oder etwa doch?

Was die USA den Durchschnittsbürger nicht wissen lassen wollen…

2002: Der Petrodollar wird ausrangiert. Saddam Husseins Petroeuro ist nun auf vollen Touren – zumindest fast. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass wenn Europa auf den Zug aufspringen würde, der US-Saudi-Deal von 1973 auf unsicherem Boden stehen würde. Im März 2003 kündigt Bush nach einem großen Medienrummel einen Krieg mit dem Irak an, und im Juni 2003 wurde das irakische Öl plötzlich wieder gegen den Petrodollar gehandelt.

Karikatur: “Nordkorea denkt, dass wir sie angreifen? Warum sind sie so paranoid?”

Also was hat all das zu bedeuten?

Die Auflistung, die ich hier gemacht habe, ist weit davon entfernt, vollständig zu sein und es hat Wochen gedauert, sie zusammenzutragen. Und das ist die Absicht der Regierung. Das Wort “Petrodollarsystem” führt schnell dazu, dass man davon glasige Augen bekommt, aber wenn man sich überhaupt dafür interessiert, was sich derzeit auf dem internationalen Parkett abspielt – von Russland über Israel, Iran, Syrien, zum Nahen Osten, China und Nordkorea -, dann informiert man sich am besten über den Petrodollar.

Wenn der Petrodollar morgen scheitert, würden die USA höchstwahrscheinlich zusammenbrechen, jedenfalls ökonomisch gesehen, und die Hyperinflation würde mit solch einer niedagewesenen Wucht dafür sorgen, dass der Zusammenbruch unaufhaltsam wäre. Diejenigen die nicht in US-Dollars handeln, würden sehr wahrscheinlich aufblühen. Die Supermächte würden sich wandeln, die Welt wäre ein anderer Ort. Die USA würden ihre Vormachtstellung verlieren. Es wäre der utlimative Fall eines Imperiums, wie aus dem Lehrbuch, und die Geschichte hat dies bereits in der Vergangenheit demonstriert.

Die Petrodollarkriege – ein Begriff den Sie sehr wahrscheinlich schon einmal gehört haben – könnten gut möglich auch den heutigen Syrien-Krieg mit einschließen. Syrien und der Iran sind meines Wissens nach die beiden einzigen Länder, die keine US-Dollars für ihr Öl annehmen – daher sind sie eine Bedrohung, so klein sie auch sein mag. Obama hat sein Veto gegen jede Möglichkeit eingelegt, Saudi-Arabien für die Beteiligung an den Anschlägen des 11. September zur Rechenschaft zu ziehen…

An dieser Stelle überlasse ich jedem selbst, sich dazu seinen eigenen Reim darauf zu machen…

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com


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2 Comments

  1. In Sachen Syrien/Assad geht es vordergründig darum, wie das Gas aus dem persischen Golf günstiger nach Europa kommt, mit oder ohne die Einflußname Russlands.

    Letzteres liegt v. a. im Interesse der USA, Saudi Arabiens und Katars.

    Russland hat bisher erfolgreich einen Sturz Assads verhindert.
    Einerseits begrüße ich das, andererseits hat dies die humanitäre Situation in Syrien erheblich verschlechtert. Dies ist aus meiner Sicht auch ein Stellvertreterkrieg auf dem Rücken der syrischen Bevölkerung.

    Die USA werden wohl alles tun, um das Petrodollar-System aufrecht zu erhalten. Notfalls wird man hierfür auch den 3. WK in Kauf nehmen.

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