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Forscher warnen, dass der in Italien gelegene weltgrößte Supervulkan auszubrechen droht

in Umwelt von

Nach Angaben der Forscher könnte bald einer der größten Vulkane in der heutigen Welt in Campi Flegrei ausbrechen, einem Gebiet westlich von Neapel (Italien).

Der Definition nach handelt es bei einem Vulkan um einen Bruch in der Kruste eines Objektes planetarer Masse, so wie die Erde, der es heißer Lava, vulkanischer Asche und Gasen ermöglicht, aus einer Magmakammer unter der Erdoberfläche zu entweichen.

Natürlich ist es lebensgefährlich. Vulkanische Eruptionen sind in vielen Mythen auf der ganzen Welt zu finden. Meistens wird gesagt, dass solches Unheil von Gott oder anderen Gottheiten aufgrund von “Sünden” der Bevölkerung herbeigeführt wird.

Wenn wir jedoch einen wissenschaftlichen Beweis einer durch einen Vulkan zerstörten Stadt finden wollen, können wir immer auf die Geschichte von Pompeii verweisen. Laut Historikern war Pompeii eine blühende Stadt des römischen Imperiums. In der heutigen Zeit befindet sich das Gebiet in der Nähe der Küste des Golfs von Neapel, Süditalien. 79 n. Chr. wurde die Stadt nach dem katastrophalen Ausbruch des Vesuvs unter einer meterdicken Schicht aus Asche und Bimsstein begraben.

Heute ist das Gebiet zu einem riesigen archäologischen Ausgrabungsgebiet geworden. 1997 erklärte die UNESCO das Gebiet zum Weltkulturerbe. Besuchern ist es erlaubt, das Gebiet frei zu erkunden.

Nach der kurzen Geschichte von Pompeii läutet nun eine Gruppe von Forschern die Alarmglocken. Laut den Forschern könnte ein Vulkan, der zum größten in der modernen Welt werden könnte, bald in Campi Flegrei ausbrechen, einem Gebiet westlich von Neapel in Italien.

Campi Flegrei bedeutet auf Deutsch “brennende Felder”. In der Vergangenheit markierten Forscher das Gebiet als eines der aktiveren vulkanischen Systeme der Welt. Es ist Teil des Vulkangürtels der Romana, einer Kette von Vulkanen, die den berüchtigten Vesuv einschließt, der die Stadt Pompeii zerstörte. 2003 erklärten die italienischen Behörden das Gebiet zu einem Regionalpark. Campi Flegrei liegt hauptsächlich unter Wasser. Es gibt dort eine Caldera, die aus 24 Kratern und Vulkangebäuden besteht. Eine Caldera ist eine vulkanische Formation, die durch den Einsturz des Vulkans selbst entstanden ist, wodurch sie zu einer großen, speziellen Form eines vulkanischen Kraters wird.

Es wird geschätzt, dass über 500.000 Leute in dieser Todeszone leben, was sie zu einer der am dichtesten besiedelten Gebiete in der Nähe von Neapel macht. In einer Studie von 2010 wurde enthüllt, dass in Campi Flegrei vor 40.000 Jahren ein gefährlicher Vulkan ausgebrochen ist, der vollständig die Neanderthaler auslöschte. Die Neanderthaler waren eine archaische menschliche Spezies der Gattung Homo. Sie waren nahe verwandt mit modernen Menschen, indem sie nach Angaben von Forschern 99,7% der DNA mit ihnen teilen.

Neanderthaler, Cro-Magnon-Mensch, moderner Mensch

Diese aktuelle Studie wurde in das Journal Nature Communications aufgenommen. Die Studie besagte, dass ein Vulkanausbruch in Campi Flegrei “ein kritisches Stadium erreicht”.

Laut den Einzelheiten der Studie benutzten die Forscher unter der Führung von Giovanni Chiodini vom nationalen italienischen Institut für Geophysik in Rom Computermodelle und physikalische Messungen, um daraus herzuleiten, dass der Vulkan einen kritischen Entgasungsdruck erreichen und explodieren könnte.

Die Forscher sagten, es sei ihnen unmöglich, eine bestimmte Zeit vorherzusagen, wann dieses gefährliche Ereignis eintreten könne, warnten aber, dass die plötzliche Freisetzung heißer magmatischer Gase bald den größten je dagewesenen Vulkanausbruch der modernen Welt auslösen könnte.

Infolge der Veröffentlichung der Studie erhöhte die italienische Regierung die vulkanische Bedrohungsstufe des Landes von grün auf gelb. Dies bedeutet, dass anstatt davon auszugehen, dass sich der Vulkan ruhig verhalten wird, er unter konstante 24-stündige Beobachtung gestellt wird, um nach zusätzlichen Hinweisen seines möglichen Ausbruchs Ausschau zu halten, so The Mind Unleashed.

National Geographic, das ebenfalls einen genauen Blick auf die Berichte über die Region geworfen hat, erklärt: “Campi Flegrei bedeutet auf Italienisch ‘brennende Felder’. Die vulkanische Region ist auch bekannt als die Phlegräischen Felder. Wie andere Supervulkane – so wie derjenige, der für die geothermalen Besonderheiten von Yellowstone verantwortlich ist – ist es kein einzelner vulkanischer Kegel. Vielmehr ist es ein großer Komplex, der sich zum großen Teil unter der Erde oder unter dem Mittelmeer befindet, das sowohl 24 Krater als auch Geysire und Schlote einschließt, die heiße Gase freisetzen können.”

Dies ist keine erfundene Geschichte. Vielmehr ist die albtraumhafte Geschichte allzu real. Je früher sich die Behörden in Italien und ganz Europa auf diese Katastrophe vorzubereiten beginnen, desto besser. Es sollte genügend öffentliche Aufklärungsarbeit betrieben werden, um die Bevölkerung zu warnen. Die in dem Gebiet lebenden Menschen könnten sogar in ein anderes Gebiet umgesiedelt werden. Die Studie sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Behörden sollten mittlerweile zur Kenntnis genommen haben, dass das Gebiet zu Vulkanausbrüchen neigt.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/researchers-warn-worlds-largest-super-volcano-erupt-europe/


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Oberstes Gericht Italiens beschließt: Lebensmitteldiebstahl ist kein Verbrechen, wenn der Täter arm und hungrig ist

in Welt von

Der Oberste Gerichtshof Italiens hat beschlossen: In diesem Land sollte es kein Verbrechen sein zu stehlen, um das existenzielle Bedürfnis nach Nahrung — eines der grundlegenden Bedürfnisse des Lebens — zu stillen.

Im Jahr 2015 verurteilte ein Gericht im Land einen armen und obdachlosen Mann zu sechs Monaten Gefängnis, weil er einfachen Käse und Würstchen im Wert von ca. 4 Euro aus einem Supermarkt in Genua stahl.

Roman Ostriakov ist anscheinend von der Ukraine nach Italien ausgewandert, aber sein Leben war alles andere als leicht. Er schläft auf der Straße und bettelt um Nahrung. Im Jahr 2011 besuchte er einen Supermarkt und kaufte Grissini. Als die Aushilfe im Supermarkt nicht hinsah, nahm Ostriakov zwei Stück Käse und ein Päckchen Würstchen und steckte die Lebensmittel in seine Tasche.

Ein anderer Kunde, der zur gleichen Zeit im Supermarkt war, sah was Ostriakov getan hatte. Als Ostriakov den Supermarkt verlassen wollte, meldete der Kunde ihn den Mitarbeitern. Nach Ostriakov wurde daraufhin gefahndet und er wurde festgenommen. Die gestohlenen Lebensmittel wurden ihm genommen.

Der Fall, der bereits im Jahr 2011 seinen Anfang nahm, fand ein Ende, als Ostriakov zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde und zu einer Strafzahlung von ca. 100 Euro. Als das Urteil publik wurde, verurteilten viele diese Entscheidung. Aktivisten drängten darauf, das Urteil anzufechten, da Ostriakov aufgehalten worden war und die gestohlenen Gegenstände von Mitarbeitern des Supermarktes konfisziert worden waren.

Am 2. Mai 2016 entschied dann der Oberste Kassationshof, dass der Diebstahl einer kleinen Menge Nahrung von den Hungrigen und den Armen kein Verbrechen mehr im Land sein soll. Das Gericht beschloss danach, dass Ostriakov freigelassen werden sollte. Der Oberste Kassationshof überprüfte die Anwendung des Gesetzes auf den Fall Ostriakov, nicht die Fakten des Falls, denn darin besteht das Mandat dieses Gerichts.

Das Gericht stellte fest, dass die Sachlage eindeutig sei: Ostriakov könnte nicht leben ohne sich zu ernähren, also handelte er aufgrund von Notwendigkeit und beging damit kein Verbrechen.

s-1-5-e1462454827772[1]

Lokale Medienvertreter zitierten das Gericht wie folgt: “Der Zustand des Angeklagten und die Umständen, unter denen die Beschlagnahme der Güter stattfand zeigen, dass er sich dieser kleinen Menge an Lebensmitteln bemächtigte, weil er ein unmittelbares und lebensnotwendiges Bedürfnis nach Nahrung empfand; deshalb handelte er aus reiner Notwendigkeit.”

Das Gericht machte damit auch deutlich klar, dass das Urteil “alle daran erinnert, dass in einem zivilisierten Land nicht einmal die schlimmsten Menschen verhungern sollten”, geschweige denn die ärmsten und oder obdachlosen.

Lokale Beobachter kritisierten das erste Urteil und sagten, dass der Richter seinen gesunden Menschenverstand hätte einsetzen sollen, um zu verhindern, dass der Fall bis vor den obersten Gerichtshof des Landes gelangt.

s-5-2-e1462454774108[1]

In der Tageszeitung La Stampa wurde ein ausdrückliches Lob des Urteils hervorgehoben. Die Zeitung schrieb in ihrem Leitartikel, dass die Richter vor dem Obersten Gerichtshof allen klargemacht hätten, dass das Recht auf Überleben sich gegen den Besitz durchsetzt. Der Artikel lobte die Richter für diese mutige Entscheidung und drängte andere Länder dazu, ähnliche Gesetze anzuwenden, um die Armen und die Obdachlosen in der Mitte ihrer Gesellschaft zu schützen.

Die Armutsquote in Italien steigt an. Offizielle Statistiken im Land weisen darauf hin, dass jeden Tag ungefähr 615 Menschen zusätzlich unter die Armutsgrenze fallen. Beobachter sagen, dass das Land mehr dafür tun muss, um die Armut im Land zu reduzieren.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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