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Die US-Notenbank hat jetzt eine Facebook-Page… die von Trollen heimgesucht wird

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Die US-amerikanische Notenbank ist für ihre Geheimniskrämerei wohlbekannt. Sie hat jetzt eine Facebook-Page erstellt… und bereut diese Entscheidung wahrscheinlich inzwischen schon wieder.

Im Gegensatz zur Twitter-Seite, auf der die Regierungsvertreter entscheiden, auf welche Kommentare sie antworten – das heißt, dass sie auch darüber entscheiden, welche auf ihrer Seite öffentlich auftauchen – unterliegt ihre öffentliche Facebook-Page, die im August 2016 online ging, nicht solch großen Einschränkungen. Tatsächlich wurde die Page des „Board of Governors of the Federal Reserve System“ (etwa: Vorstand der US-amerikanischen Notenbanksystems) unerbittlich von Trollen heimgesucht, seit sie online gegangen ist.

Die US-amerikanische Notenbank ist ursprünglich größtenteils von Bankern eingerichtet worden. Dazu gehörten JPMorgan Chase & Co.. Sie ist niemals einer eingehenden vollständigen Prüfung unterzogen worden, seit der „Federal Reserve Act“ (etwa: Bundesgesetz der Zentralbank) im Jahr 1913 verabschiedet worden ist. Bis heute profitiert sie von ihrer Allgegenwertigkeit in den Vereinigten Staaten. Auf der Facebook-Page der „Fed“ heißt es: „Im Laufe der Jahre hat sich ihre Rolle im Bereich der Finanzdienstleistungen und in der Wirtschaft erweitert.“

Die Menschen protestieren schon seit ihrer Entstehung gegen diese Bankinstitution. Ungeachtet jeglichen Widerstands bleibt sie bis heute eine der am besten beschützten und am wenigsten transparenten Institutionen des Landes.

Eine vom Kongress angeordnete Prüfung vom „Government Accountability Office“ (der überparteiliche Rechnungshof und ein Untersuchungsorgan) aus dem Jahr 2011 ergab, dass die Fed 16 Billionen US-Dollar an große Banken weltweit verliehen hatte. Senator Bernie Sanders vermerkte dazu zu diesem Zeitpunkt: „Das ist ein eindeutiger Fall von Sozialismus für die Reichen und Ruppigen; und ihr-seid-auf-euch-alleine-gestellt-Individualismus für alle anderen.“

Sanders Pressemitteilung wies auf einen spezifischeren Interessenkonflikt hin:

„Zum Beispiel hat der CEO von JPMorgan Chase zum selben Zeitpunkt eine Position im New Yorker Fed-Aufsichtsrat innegehabt, als seine Bank mehr als 390 Milliarden US-Dollar an finanzieller Beihilfe von der Fed erhalten hat. Außerdem war JPMorgan Chase eine der Abwicklungsbanken für die Notfall-Leihprogramme der Fed.“

Im Jahr 2012 hat die Federal Reserve 80 Milliarden Gewinn gemacht. Die Schere zwischen Arm und Reich in Amerika hatte sich in den vorangegangenen Jahren bereits erheblich weiter aufgetan. Mindestens ein Vertreter der Filiale der Bank in St. Louis gab zu, dass die charakteristische Richtlinie zur quantitativen Lockerung von der Fed versagt hatte und nicht dabei helfen konnte, dass sich die Wirtschaft erholt.

Gesetzmacher wie das ehemalige Kongressmitglied Ron Paul haben lange dafür gekämpft, dass die Fed transparenter und zur Verantwortung gezogen wird. Paul hat stets ihre grundsätzliche Autorität infrage gestellt. Dabei hat er die eher extreme Position eingenommen, dass wir die Fed auflösen sollten, anstatt sie zu überprüfen. Andere haben kurz vor der Schließung der Bank Halt gemacht, setzen sich aber trotzdem für mehr Offenheit und Wachsamkeit gegenüber der privaten Institution ein.

Wenn die Kommentare auf der neuen Facebook-Seite der Fed auch nur ansatzweise einen Indikator darstellen, dann hegen viele Menschen ähnliche Gefühle.

Als Antwort auf die Aussage der Fed, dass sie dabei hilft „Entscheidungen zu treffen, die unterstützend auf die Gesundheit der US-amerikanischen Wirtschaft und der Stabilität des US-amerikanischen Finanzsystems einwirken“, hat ein Kommentierender sarkastisch gefragt:

Tom Bradley: Warum ist der Wert des Dollar seit 1913 gesunken?

Kommentare auf andere Beiträge strotzen nur so vor Kritik an der Fed. Ein Kommentar stellte die allgemein bekannte Idee infrage, dass die Bank eine Zweigstelle der Regierung sei (sie ist es nicht, obwohl sie von der Regierung gegründet wurde und obwohl diese ihr die Autorität verlieh).

Arthur Helton: HABT IHR DAS GEWUSST: Wenn ihr bei einer Federal Reserve Bank protestiert und ihren Grund und Boden betretet, dann weisen sie die Polizei an, dass sie dich für unerlaubtes Betreten festnehmen? Beweis, dass sie Privatgelände besitzen.

Andere Kommentare richten sich gegen die allgemeinen Richtlinien der Fed:

Phil Kruk: Herzlichen Glückwunsch, ihr Schafsköpfe. Ihr habt die größte Vermögenspreisblase in der Geschichte erschaffen, aufgeblasen und aufrechterhalten. Betet weiter für diese immer weiter unerreichbare Erholung der Wirtschaft, während ihr das Unvermeidliche mit eurem Fed-Sprech herauszögert. Gut gemacht. Klopft euch mal gegenseitig auf die Schultern.

EndTheFed.org: Wusstet ihr, dass die Federal Reserve ein gewaltiger und fortlaufender Betrug ist, der von der „Regierung“ beschützt und durchgesetzt wird? Wusstet ihr, dass diese Banker fälschen, Zinssätze manipulieren…

Erik Senko: Ist dies der richtige Ort, um der Fed für unbezahlbare Immobilienpreise, verdeckte Inflation und die Bestrafung der Sparenden zu danken? Macht weiter mit der guten Arbeit, Leute, ihr habt riesengroße Schritte in Richtung Zerstörung der Mittelklasse getätigt!

Temsha Sanaie: Das Ziel der Federal Reserve ist es, ihre Freunde reich zu machen auf Kosten der allgemeinen arbeitenden Bevölkerung, indem sie langsam und stetig Inflation vorantreibt unter dem Deckmantel der Bereitstellung von Stabilität und einer geringen Arbeitslosenquote. Auf Facebook wollen sie aber mit dir befreundet sein.

Viele haben Janet Yellen kritisiert, die derzeitige Vorsitzende der Federal Reserve. Sie hat sich vehement gegen eine volle Überprüfung der Bank eingesetzt:

Shane Sasway: Frau Yellen ist eine unfähige Witzfigur.

Liberty Hour: WEIß JANET DAS: Es ist nicht ihre Aufgabe, den Aktienmarkt mit niedrigen Zinsraten zu stützen, bis Hillary gewählt wird?

Wieder andere halten es einfach und kommen direkt auf den Punkt:

Matt Ryan: Inflation & Besteuerung sind Diebstahl.

Chris Cimo: Hört auf damit, das wenige Vermögen zu stehlen, das ich besitze.

Und natürlich haben einige die Entscheidung der Fed kritisiert, Facebook beizutreten:

Suzy Sturm: Ihr habt jetzt eine Facebook-Page aufgesetzt, wenn die meisten Leute glauben, dass ihr der Grund für das ökonomische (und andere) Leid auf der Welt seid und es auch wart, seitdem ihr eingeführt worden seid? Na das braucht schon eine Menge Chuzpe.

Arthur Helton: Ich bin mit der Absicht zu stören auf diese Seite gekommen… Aber ich sehe, das muss ich gar nicht mehr tun LOL. Das Spiel ist vorbei, ihr Fed-Banker, jeder hier kann sehen, was diese private Bank wirklich ist.

Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels auf AnonHQ.com (20. August 2016) hat die Federal Reserve noch auf keinen der Kommentare geantwortet. Angesichts ihrer Reputation für Geheimniskrämerei bekommt sie allerdings einen kleinen Bonuspunkt dafür, dass sie die Kommentare nicht gelöscht hat.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

Quellen:


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