„Weiterer Schritt zur Vernichtung der Menschheit“ – Mini-Bomben und U-Boote: Trumps Atom-Plan sorgt für Ärger auf der ganzen Welt

in Geopolitik
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Die USA setzen auf „kleinere“, flexiblere Atomwaffen in Verbindung mit U-Booten. Das sorgt für Ärger, nicht nur in Moskau und Peking. Ein neues atomares Wettrüsten „wie in Zeiten des Kalten Krieges“ habe bereits eingesetzt, warnt Sigmar Gabriel. Europa sei besonders gefährdet.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trumpwill ihr Verteidigungsarsenal mit neuen Atomwaffen von geringerer Sprengkraft ausstatten. Wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Pentagons zur künftigen Nuklearstrategie hervorgeht, soll damit vor allem Russland von etwaigen Angriffen abgeschreckt werden. Der Report geht aber auch auf die „unberechenbare“ Bedrohung durch Nordkoreaein. Das Land sei womöglich nur Monate davon entfernt, die Fähigkeit zu entwickeln, die USA mit einer atombestückten Rakete zu treffen.

Mehr Flexibilität durch Atomwaffensysteme mit U-Booten

Nach der neuen Nuklearstrategie will die US-Regierung eine „kleine Zahl“ existierender Atomsprengköpfe von U-Boot-gestützten Langstreckenraketen umrüsten, um über eine Variante mit geringerer Sprengkraft zu verfügen. Langfristig soll zudem ein ebenfalls U-Boot-gestützter atombestückter Marschflugkörper entwickelt werden.

Wie groß die Sprengkraft der neuen Typen sein soll, lässt das Pentagon offen. Auch „kleine Atomwaffen“ („mini nukes“) verfügen über ein gewaltiges Zerstörungspotenzial. Darunter fallen solche mit einer Sprengkraft von bis zu 20 Kilotonnen. Zum Vergleich: Auch die Atombomben, die die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki abgeworfen hatten, lagen beide unter 20 Kilotonnen.

20 uralte Atombomben lagern in Büchel

Mit der Nuklearstrategie wird zudem die bereits seit 2010 geplante Modernisierung der in Europastationierten US-Atombomben noch einmal bekräftigt. Auf dem Bundeswehr-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Büchel sollen noch etwa 20 Bomben vom Typ B61-4 lagern. Jede hat etwa die vierfache Sprengkraft der Bombe von Hiroshima. Die in Büchel stationierten „Tornado“-Kampfjets der Bundeswehrwürden die Bomben im Ernstfall abwerfen.

Die Jahrzehnte alten Bomben sollen von 2021 an durch modernere und präzisere B61-12-Bomben ersetzt werden, heißt es in dem Strategiepapier. Die in Europa stationierten Bomben würden „erheblich zur Abschreckung potenzieller Gegner und zur Sicherheit der Alliierten beitragen“.

„Neues Wettrüsten bereits in Gang“

In Deutschland stieß die Ankündigung der US-Regierung auf Besorgnis: „Die Entscheidung der US-Regierung für neue taktische Atomwaffen zeigt, dass die Spirale eines neuen atomaren Wettrüstens bereits in Gang gesetzt ist“, erklärte Außenminister Sigmar Gabriel am Sonntag. Europa sei dabei „wie in Zeiten des Kalten Krieges besonders gefährdet“.

Das internationale Sicherheitsumfeld habe sich in den letzten Jahren „dramatisch verändert“, so Gabriel weiter. Die Hinweise, dass Russland nicht nur konventionell, sondern auch nuklear aufrüste, seien unübersehbar.

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