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Schweden vollzieht Übergang zu sechsstündigem Arbeitstag

in Wirtschaft

Laut der University of Massachusetts Medical School und des Environmental Health Sciences Institute, „haben Studien einen Zusammenhang zwischen Überstunden und verlängerten Dienstplänen mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Abgeschlagenheit, Stress, Depression, Muskel-Skelett-Erkrankungen, chronischen Infektionen, Diabetes, allgemeinen Gesundheitsbeschwerden und Gesamtsterblichkeit aufgezeigt.“ Um ihre Behauptung zu stützen, hat die Universität noch weitere 18 unterschiedliche Gesundheits- und Medizinstudien zitiert.

Der Acht- oder Zwölf-Stunden-Arbeitstag, der in westlichen und europäischen Nationen immer üblicher geworden ist, ist zum Gegenstand einer Neubewertung geworden, nachdem entdeckt worden ist, dass Angestellte mit größerer Wahrscheinlichkeit weniger produktiv sind, insbesondere dann, wenn sie mit der Produktivität von Angestellten verglichen werden, die weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten.

Das in Stockholm ansässige App-Entwicklungsunternehmen Filimundus hat beschlossen, für Ihre Angestellten einen Sechs-Stunden-Arbeitstag zu akzeptieren. Es wird erwartet, dass die reduzierte Arbeitszeit zu weniger Verzögerungen und einer vermehrten Konzentration auf die Arbeit führen wird.

Der Geschäftsführer Linus Feldt sagte zu Fast Company, dass sich die Situation im Büro drastisch verbessert habe, indem sich die Zufriedenheit am Arbeitsplatz, die Gesundheit und Produktivität spürbar erhöht haben. „Die stärkste Resonanz, die ich nicht vorhersehen konnte, war das Energie-Level, das ich bei meinen Kollegen spürte. Sie waren froh, das Büro zu verlassen und froh, am nächsten Tag zurückzukommen. Sie fühlten sich nicht ausgelaugt oder erschöpft. Das hat auch den Arbeitsgruppen geholfen, jetzt besser miteinander zusammenzuarbeiten, indem wir weniger Konflikte und Auseinandersetzungen erleben und die Leute zufriedener sind.“

„Ich denke, der achtstündige Arbeitstag ist nicht so effektiv, wie man meinen könnte“, fährt Feldt fort. „Acht Stunden lang auf eine spezielle Arbeitsaufgabe konzentriert zu sein, ist eine enorme Herausforderung…Um damit fertig zu werden, bauen wir verschiedene Dinge und Pausen ein, um den Arbeitstag erträglicher zu machen. Gleichzeitig haben wir es schwer, unser Privatleben außerhalb der Arbeit zu organisieren. Wir wollen mehr Zeit mit unseren Familien verbringen, wir wollen neue Dinge lernen oder mehr trainieren. Ich wollte sehen, ob es eine Möglichkeit geben könnte, diese Dinge miteinander zu verbinden.“

Schweden vollzieht den Übergang zu sechsstündigen Arbeitstagen im öffentlichen Sektor, ein Trend, von dem auch erwartet wird, sich schnell im privaten Sektor durchzusetzen. Feldt sieht dies als eine Priorität für den wesentlichen Erfolg eines Unternehmens an. „Wenn Ihr Personal glücklich ist, ist auch Ihr Unternehmen glücklich.“

Verweise:

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4 Comments

  1. …auch in anderen Ländern werden staatliche Entitäten für allerhand „moderne“ Arbeitsmethoden zum testen vorgeschoben und das weit bevor dies private tun würden. Staatliche Systeme geniessen nach wie vor grosses Vertrauen in der Bevölkerung und das wird durch neoliberale politische Fraktionen schlicht ausgenutzt in dem eben alle möglichen neuen Dinge direkt am Mensch ausprobiert werden… dazu legalisiert man dies natürlich zuvor. Auch die Infrastruktur, Architektur, Arbeitsmodelle, Arbeitsgesetze, Arbeitszeit, soziale Sicherheit wie Löhne, Renten, Gesundheit wie Unfall und Krankheit wird schon seit Jahren stets gegen den Mensch und seine solidarischen und sozialen Bedürfnisse angewendet. In neoliberalen Staaten darf der Staat nicht als Konkurrent privater Akteure auftreten den es drohen längst Investorklagen. Schweden wie auch Dänemark ist ein typisches neoliberales Musterland… Schweden ist längst von der einstigen Sozialen Demokratischen Politik weg.

  2. Es ergibt ja auch keinen Sinn, die restlichen zwei Stunden auf Arbeit pseudo-aktiv dazusitzen (Arbeitssimulation), nur weil es teilweise gar keine Arbeit mehr gibt – einfach nur, damit man nicht auffällt und weil es so im Arbeitsvertrag steht. Ich stopfe solche Zeiten mit Weiterbildung voll, aber das ist nicht in jedem Beruf dermaßen exzessiv von nöten oder teils auch gar nicht erforderlich.

  3. Die Invasoren in Schweden sind ja 8 Std. Arbeit zuviel, also wird ein 6 Std. Arbeitstag angeboten.
    Damit werden die Invasoren aber auch nicht Glücklich sein ! 😀

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