Moskau: Der IS greift syrische Armee aus US-kontrolliertem Gebiet an

in Geopolitik

Von rt.com

Die jüngsten Angriffe durch den „Islamischen Staat“ (IS) im Süd-Osten Syriens waren nur mithilfe der US-Streitkräfte möglich, sagte am Mittwoch der Pressesprecher des russisches Verteidigungsministeriums. Russland sei nicht länger gewillt, die Grenzen der US-kontrollierte Zonen zu beachten.

 

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sendete eine unmissverständliche Warnung an die US-Streitkräfte im Süd-Osten Syriens, die im Gebiet um den Militärstützpunkt al-Tanf im Einsatz sind: Attacken des „Islamischen Staates“ (IS) und anderer Terrormilizen aus diesem Gebiet werde Russland nicht mehr als „Zufälle“ einstufen. Wörtlich sagte Generalmajor Igor Konaschenkow:

Wenn die US-Seite solche Operationen als unvorhergesehene „Zufälle“ betrachtet, dann sind die russischen Streitkräfte durchaus zur Vernichtung solcher „Zufälle“ in der von ihr kontrollierten Zone bereit.

IS-Attacken dank Luftaufklärung

Damit ging er auf jüngste Vorfälle vom 28. September ein, als die syrischen Regierungskräfte in der Provinz Homs und an der Autobahn zwischen Palmyra und Deir ez-Zor attackiert wurden. Der Sprecher des Ministeriums sagte weiter, dass diese gut koordinierten Aktionen der Terroristen auf den Besitz nachrichtendienstlicher Daten hindeuten, die nur durch Luftaufklärung gewonnen werden könnten.

Konaschenkow wies darauf hin, dass eine große Einheit der Terroristen alle versteckten Vorposten der syrischen Armee bei der Attacke in der Provinz Homs „erfolgreich umgangen“ habe. Das, so der Sprecher, wäre nur möglich gewesen, wenn die Extremisten die genauen Koordinaten der einzelnen Positionen kannten, die sie durch Luftaufklärungsdaten erhalten haben müssen, die von Fachleuten vorab analysiert worden sind.

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Bei der am selben Tag erfolgten Attacke der Dschihadisten auf die Versorgungsstraße zu Deir ez-Zor musste die syrische Armee „erhebliche Anstrengungen“ unternehmen, um diese Offensive abzuwehren. All diese Angriffe „haben nur eines gemeinsam: Sie alle stammen aus einer 50 Kilometer breiten Zone um die Stadt al-Tanf an der syrisch-jordanischen Grenze“, sagte Konaschenkow und fügte hinzu, dass es genau das gleiche Gebiet sei, in dem sich der Stützpunkt des US-Militärs befinde.

USA: Keinerlei Verbindungen zum IS

Das Pentagon wies den Vorwurf vehement zurück. Die von den USA geführte Koalition in Syrien habe keinerlei Verbindungen zum „Islamischen Staat“. Das US-Verteidigungsministerium bezeichnete die Anschuldigung als „haltlos“ und „nicht hilfreich“:

Die Koalitionstruppen konzentrieren sich weiterhin auf die Niederlage des IS. Jede Mutmaßung, dass US-Truppen oder unsere Koalitionspartner mit terroristischen Gruppen zusammenarbeiten, ist unbegründet und nicht hilfreich für das Ziel, den IS zu besiegen“, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Adrian Rankine-Galloway, am Mittwoch gegenüber Sputnik.

Das „Flirten“ mit Terroristen seit langem vermutet

In seiner Erklärung bezweifelte Konaschenkow jedoch, dass alle diese Vorfälle als bloße Zufälle beschrieben werden könnten. Es ist nicht das erste Mal, dass russische Vertreter der US-geführten Koalition unterstellen, Verbindungen zu einigen extremistischen Gruppen in Syrien zu haben, insbesondere zur Al-Nusra-Front, dem syrischen Al-Kaida-Ableger.

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Anfang September sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Situation bezüglich Al-Nusras sei „höchst zweideutig“, da sie bei den Operationen der US-geführten Koalition immer wieder verschont werde.

Am 20. September teilte das russische Verteidigungsministerium mit, es habe Daten erhalten, die darauf hindeuten, dass eine Offensive der Terroristen von Al-Nusra und ihrer Verbündeten von den US-Sicherheitsdiensten organisiert worden sei. Die Operation der Terroristen hatte die Gefangennahme einer Einheit der russischen Militärpolizei zum Ziel.

Nur vier Tage später veröffentlichte das Ministerium Luftaufnahmen, die US-amerikanischen Spezialeinheiten nördlich der Stadt Deir er-Zor zeigen sollen, die sich unbehelligt in dem vom IS kontrollierten Gebiet aufhalten können. Die Aufnahmen deuteten darauf hin, dass sich das US-Militär in dem von den Terroristen besetzten Gebiet „absolut sicher fühlt“, so das russische Verteidigungsministerium. Die USA bestreiten, irgendwelche Absprachen mit den Dschihadisten getroffen zu haben.

Am 3. Oktober brachte Lawrow erneut die mutmaßlichen Verbindungen der US-geführten Koalition zu den extremistischen Gruppen zur Sprache. Die USA spielten „gefährliche Spiele“, indem sie „Terroristen dazu inspirieren, strategische Orte, die von den syrischen Regierungstruppen gehalten werden, anzugreifen“. Lawrow warf den Vereinigten Staaten vor, in Syrien „lebensgefährliche Provokation gegen russische Militärkräfte“ zu arrangieren.

Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Haupthindernis für die vollständige Beseitigung des IS in Syrien nicht in der Kampfkraft der Terroristen liegt, sondern in dem Umstand, dass amerikanische Kollegen sie unterstützen und mit ihnen‘ flirten'“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, in seiner Erklärung am Mittwoch.

Die erfolgreichen Fortschritte der syrischen Armee, unterstützt von der russischen Luftwaffe, sowie die „rasche Befreiung“ des Euphrat-Tals aus den Händen des IS stünden „offenbar im Widerspruch zu den Plänen der US-Kollegen“.

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