Die Sklaverei ist schlimmer als je zuvor – 50 Dollar “kaufen das Leben eines Kindes”

in Menschenrechte/Welt von

Das neue Jahr begann mit einem Aufruf von Papst Franziskus an Alle, sich die Hände zu reichen und der Sklaverei ein für alle Mal ein Ende zu setzen:

Wir Alle sollen uns frei nennen können, Alle sollen Söhne und Töchter zu sein, und jeder soll nach seiner individuellen Verantwortung moderne Formen der Versklavung bekämpfen. Von jeder Rasse, Kultur und Religion, lassen Sie uns unsere Kräfte bündeln.

Warum ist der Papst so besorgt über eine Frage, die eigentlich “kein Thema” ist? Ist die Sklaverei nicht seit der Emanzipations-Proklamation 1863 zu Ende? Mitnichten, die Sklaverei ist nicht einfach so verschwunden aufgrund eines einzigen amerikanischen Bürgerkriegs. Überrascht… ? Tatsächlich wird es sogar schlimmer. Viel schlimmer.

Das Time Magazine stellte im Jahr 2011 fest:

Trotz ein Dutzend internationaler Konventionen zur Beendigung der Sklaverei in den letzten 150 Jahren, gibt es heutzutage mehr Sklaven als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit. Sklaven sind diejenigen, welche Zwangsdienste für eine Bezahlung am Existenzminimum erbringen und für den Gewinn der anderen, die sie mithilfe von Betrug und Gewalt halten. Während die meisten in den ärmsten Regionen Südasiens in Schuldknechtschaft gehalten werden, wird mit einigen Menschenhandel inmitten einer florierenden einschlägigen Entwicklung betrieben.

Von Altnet:

Es gibt heute mehr Sklaven als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit – 27 Millionen.

Die heutige Sklaverei konzentriert sich auf große Gewinne und billige Leben. Es geht nicht darum, die Menschen zu besitzen wie vormals, sondern darum, sie als “Einweg-Instrumente” zu benutzen, um Geld zu machen.

Benjamin Skinner, der die moderne Sklaverei erforscht, bietet einige erschreckende Einblicke:

In einem unterirdischen Bordell in Bukarest wurde mir eine junge Frau mit sichtbaren Symptomen des Down-Syndroms angeboten. Einer ihrer Arme war von Schnitten bedeckt, wozu ich nur annehmen kann, dass sie täglicher Vergewaltigung zu entkommen versuchte, auf welchem Wege auch immer. Diese junge Frau wurde mir im Tausch für ein gebrauchtes Auto angeboten.

Ich wusste, dass ich das Auto für ca. 1.500 Euro bekommen könnte. Während das nach einem sehr niedrigen Preis für das menschliche Leben klingen mag, bedenken Sie doch dazu noch, dass ich nur fünf Stunden von meinem Zuhause in New York – ein Drei-Stunden-Flug runter nach Port-au-Prince, Haiti, und eine Stunde vom Flughafen entfernt –  die Gelegenheit hatte, über ein 10-jähriges Mädchen zu verhandeln, für Reinigungdienste, Kochen, dauerhaften Besitz und sexuelle Gefälligkeiten. Was glauben Sie, wie hoch die Preisvorstellung war?

Sie verlangten 100 Dollar, und ich handelte Sie runter auf 50 Dollar. Um das nun in den richtigen Kontext zu setzen: Wenn man zurückgeht zu der Zeit, als meine Vorfahren sich gegen die Sklaverei einsetzten, im Jahr 1850, konnte man einen gesunden erwachsenen Mann für umgerechnet etwa 40.000 Dollar kaufen.

Die schlimmsten Verbrechen der menschlichen Sklaverei geschehen in Indien, wo es  laut Skinner, der den globalen Sklaverei-Index zitiert, mehr Sklaven gibt als in jedem anderen Land auf der Welt. Dennoch profitieren Amerika und weite Teile der westlichen Welt nur zu gern von der Sklaverei, während sie dabei ihre Opfer ignorieren und Indiens Behauptung akzeptieren, dass Armut die Ursache für diesen Horror ist.

Skinner macht darauf aufmerksam, dass die indische Sklaverei in erster Linie auf Generationsschuldknechtschaft zurückgeht, die sich nun auf Kinder auswirkt, deren Großeltern einst irgendeine schlechte Entscheidung getroffen hatten, anstatt einfache Armut. Die gleiche Art von Schuldknechtschaft, die bald Amerika plagen wird, wie sogar Bloomberg eingestehen dürfte:

Republikaner und Demokraten gleichermaßen verschoben eine Abrechnung. Sie ermutigten zur Schuldenaufnahme und ignorierten die anschwellenden Belastungen dafür, wodurch Darlehen sich zur Größe von Hypotheken entwickelten, was letztlich die eigenen Architekten des Systems schockierte.

“Niemand hätte je gedacht, dass dies ein Weg dahin war, eine Schuldner-Klasse von ehemaligen Studenten zu schaffen, die ‘verpflichteten Studenten‘”, sagte Tom Wolanin, der 30 Jahre lang im Bereich Bundes-Hochschulpolitik gearbeitet hat.

Sie müssen wissen, dass man aus den Schulden aus Studenten-Darlehen nicht mit einer Art Konkurs entlassen werden kann. Während mehr und mehr Absolventen ohne angemessene Beschäftigung oder sogar arbeitslos sind, macht die Zeit für die Rückzahlung der Schulden oftmals ein ganzes Leben aus, wie es in einigen der in studentdebtcrisis.org genanten Fälle zu beobachten ist. Menschenhandel und eklatante Sklaverei (im Gegensatz zu der weniger sichtbaren Schuldsklaverei) in Amerika ist ebenfalls von Belang.

Washington Blog warnt, dass die Reichen versuchten, uns alle in Schuldknechtschaft zu bringen. Tatsächlich ist die Ungleichheit in Amerika heute schlimmer als zur Zeit der Sklaven im kolonialen Amerika, und sie ist zweimal schlimmer als sie im antiken Rom war. Die Ironie ist, dass trotz der Emanzipations-Proklamation mehr Schwarze unter Maßnahmen des Strafvollzugs stehen heute als im  Amerika der Sklavenzeit 1850, und mehr sind im Gefängnis in den USA als in Südafrika in Zeiten der Apartheid.

Doch niemand scheint sich mehr zu kümmern. Da ist kein Abraham Lincoln, kein Moses, kein Gandhi, und nicht Martin Luther King Jr. In der heutigen Zeit der Anti-Helden haben wir Bill Gates, Mark Zuckerberg und Warren Buffet. Viele Forderungen nach mehr Nächstenliebe werden gemacht, während Vermögensungleichheit und die menschliche Sklaverei sich immer weiter fortsetzen.

Die meisten Menschen wissen nicht einmal über die Versklavung der Menschheit, und den meisten von denen, die etwas darüber wissen, ist es schlechterdings egal.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von  http://anonhq.com/slavery-is-worse-than-ever-before-50-buys-the-life-of-a-child/

 


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