Der Iran scheint die saudische Wirtschaft meisterhaft in die Staatspleite getrieben zu haben… durch Nichtstun

in Geopolitik

Saudi Arabien begann seine unerbittlichen Bombardierungen des Jemen im März 2015 auf Antrag des entmachteten früheren Präsidenten des Jemen Abdu Rabbu Mansour Hadi, der sich versteckt hält.

Die von den Saudis geführte Koalition, stark unterstützt von den USA und Großbritannien, hat laut Berichten tausende von Zivilisten im Jemen getötet und über eine Million weiterer Menschen vetrieben. Das Ziel der brutalen Luftkampagne Saudi-Arabiens (soweit sie es nicht auf Zivilisten abzielen) sind die Houthi-Rebellen, die an der Seite des ehemaligen Führers des Jemen Ali Abdullah Saleh kämpfen, der im Jahr 2012 die Macht verloren hatte. Saleh hat weiterhin die Loyalität vieler Militärs im Jemen, was dem Aufstand gewisse Kraft verleiht. Zum Beispiel hatten sich Hundertausende von Salehs Unterstützern vor nur einigen Tagen in Jemens Hauptstadt Sana’a versammelt. Mehr als zwei Jahre seit dem Beginn der saudisch geführten Kampagne ist Saudi-Arabien weit von einem militärischen Sieg entfernt. Wie Bloomberg Anfang des Jahre anmerkte: „Saudi-Arabien hat bessere Waffen als seine Feinde im Jemen – keine Überraschung in einem Krieg, in dem eines der reichsten arabischen Länder seine Kräfte mit dem Ärmsten misst. Und die Saudis rackern sich immer noch ab, um ihren Willen durchzusetzen.“ Und was sind für das öl-reiche Königreich die Kosten dieser Intervention?

„Der Krieg kostet sie finanziell erheblich, zu einer Zeit, in der sie ihr Finanzwesen auf die Umstrukturierung und die Diversifizierung ihrer Wirtschaft konzentrieren müssen“ sagte James Dorsey, ein Saudi-Arabien- Spezialist, laut Bloomberg.  Weiter  erklärte Al-Monitor zu Beginn des letzten Jahres:

„Da ein Krieg, vor allem einer mit wenig Aussicht auf ein Ende, riesige Kosten mit sich bringt, verzeichnete Saudi-Arabien sein höchstes Haushaltsdefizit seit dem Ende des Golfkrieges mit fast 100 Milliarden Dollar (15% des BIP) im Jahr 2015, und projiziert sein allerhöchstes Defizit in einem Haushalt für 2016 (13,5% des BIP).“  Zu Beginn des Konflikts schätzte Reuters, der Krieg werde Saudi-Arabien etwa 175 Millionen US Dollar pro Monat kosten. Ende 2016 musste Saudi-Arabien eine projizierte Zunahme von 6,7 Prozent in seinen Verteidigungsausgaben für 2017 ankündigen, wodurch sein Gesamtbudget auf rund 50,8 Milliarden USD stieg.

Während die USA und das Vereinigte Königreich nur zu gern eine fast unbegrenzte Waffenversorgung an Saudi-Arabien für die Ausübung seiner massenhaften Verbrechen zur Verfügung stellen, kann das Land sie sich eigentlich nicht leisten. Wie das Brookings Institut erklärt: „Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass die Saudis für einen 110-Milliarden-Dollar-Deal länger zahlen können, wegen des niedrigen Ölpreises und des mehr als zwei Jahre andauernden Krieges im Jemen. US-Präsident Obama hatte dem Königreich während acht Jahren Waffen im Wert von 112 Milliarden Dollar verkauft. Seit dem Rückgang der Ölpreise haben die Saudis sich dabei abgequält, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.“ Es überrascht daher nicht, dass laut durchgesickerten E-Mails Saudi-Arabiens Kronprinz, Mohammed Bin Salman, aus dem Konflikt aussteigen will, obwohl er als dessen Hauptinitiator identifiziert wurde.

Aber was hatte das Königreich Saudi-Arabien überhaupt zu der Entscheidung veranlasst, so viel Geld und Leben von Zivilisten zu opfern?

Der Iran.

Saudi-Arabien sieht die Houthi-Bewegung als iranische Stellvertreter und versucht krampfhaft, sie als einen vermeintlichen iranischen Verbündeten daran zu hindern, sich an seiner Grenze aufzubauen.

Das Problem für Saudi-Arabien ist, dass das Engagement des Iran im Jemen sehr stark übertrieben dargestellt wurde. Nach einer Fülle ursprünglicher Fehlinformationen zu diesem Thema gab die Washington Post im vorigen Jahr zu Jahr:

„Doch wie [der Autor] in einem kürzlich erschienenen Artikel in der Mai 2016 Ausgabe von International Affairs, das Chatham House Journal, vermutete, ist Teherans Unterstützung für die Houthis begrenzt, und sein Einfluss im Jemen ist marginal. Es ist schlichtweg unrichtig, zu behaupten, dass die Houthis Stellvertreter für den Iran sind.“  Das wurde weiterhin von UN-Experten im Januar dieses Jahres bestätigt, die vor allem vor dem kriminellen Verhalten Saudi-Arabiens warnten und feststellten:

„Das Gremium hat nicht genügend Beweise gesehen, die irgendeine Art direkter Waffenlieferungen im großen Umfang seitens der Regierung der Islamischen Republik Iran bestätigen würden“. Im Vergleich zu den Verteidigungsausgaben Saudi-Arabiens ist der Militärhaushalt des Iran durchgehend sehr gering (knapp 15 Mrd. USD). Laut Jahresrückblick des US-Verteidigungs-ministeriums zum Iran: „Die militärische Doktrin des Iran ist defensiv. Sie ist darauf ausgerichtet, einen Angriff abzuschrecken, einen Erstschlag zu überleben, gegen einen Angreifer zurückzuschlagen und eine diplomatische Lösung für Feindseligkeiten zu erzwingen und dabei Zugeständnisse zu vermeiden, die seine Kerninteressen betreffen.“  Ob etwa als eine Gesamtstrategie für den Jemen beabsichtigt oder, so musste der Iran jedenfalls lediglich den Anschein erwecken, als ob er die Houthi-Rebellen unterstütze, indem er sich mit ihrer Führung traf und diplomatische Unterstützung verschaffte.

Dies wiederum entnervte Saudi-Arabien und lockte sie in einen Konflikt, in dem kein Ende in Sicht zu sein scheint (man fühlt sich an Amerikas verdeckte Strategie erinnert, um das sowjetische Imperium kollabieren zu lassen, indem es in den 1980’er Jahren dessen Militär in Afghanistan in einen fast zehnjährigen Krieg lockte).  Selbst wenn der Iran die Houthis mit Waffen versorgen wollte, scheint niemand erklären zu können, wie denn der Iran seine Waffen durch die von den Saudis erzwungene Blockade bringen könnte.

In Wirklichkeit hat der Iran sehr wenig Geld für diesen Konflikt ausgegeben, und er hat kein eigenes Militärpersonal investiert. Andererseits hat Saudi-Arabien Truppen eingesetzt (und verloren) und sieht wohl einem wirtschaftlichen Zusammenbruch entgegen.

Verweise:

 

Verwandte Artikel: 

 

Zusammenbruch des saudischen Regimes zeichnet sich ab, da Öleinnahmen versiegen – Ende der Steuerfreiheit angekündigt

http://derwaechter.net/zusammenbruch-des-saudischen-regimes-zeichnet-sich-ab-da-oleinnahmen-versiegen-ende-der-steuerfreiheit-angekundigt

 

Israel schlägt Saudi-Arabien eine „Koalition der gemäßigten Kräfte“ gegen den Iran vor

http://derwaechter.net/israel-schlagt-saudi-arabien-eine-koalition-der-gemasigten-krafte-gegen-den-iran-vor

 

Iran droht Saudi-Arabien mit der Vernichtung

http://derwaechter.net/13395-2

 

UN-Bericht: 7 Millionen Menschen im Jemen unmittelbar vom Hungertod bedroht

http://derwaechter.net/un-bericht-7-millionen-menschen-im-jemen-unmittelbar-vom-hungertod-bedroht

 

 

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