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David Rockefeller ist mit 101 Jahren gestorben

in Wirtschaft

Der berühmte Bankier und Philanthrop mit dem Familiennamen, der die Chase Manhattan Bank mehr als ein Jahrzehnt lang kontrollierte und auf der ganzen Welt enormen Einfluss auf das Finanzwesen ausübte, ist am Montagmorgen in seinem Haus in Pocantico Hills, New York, gestorben. Er war 101 Jahre alt.

Ein Sprecher der Familie, Fraser P. Seitel, bestätigte den Tod.

Nachfolgend erscheint ein Auszug aus seinem Nachruf in der New York Times:

Chase Manhattan war lange Zeit als die Rockefeller-Bank bekannt, obwohl die Familie nie mehr als 5 Prozent ihrer Anteile besaß. Aber Herr Rockefeller war mehr als nur ein Gutsverwalter. Als Vorsitzender und Generaldirektor während der 1970er Jahre, machte er sie zu „Davids Bank“, wie sie von vielen genannt wurde, indem er ihre Geschäftsbereiche international ausdehnte.

Sein Format war jedoch größer als es irgendein körperschaftlicher Titel vermitteln kann. Sein Einfluss war in Washington und ausländischen Hauptstädten spürbar, in den Korridoren der Regierung von New York City, Kunstmuseen, großen Universitäten und öffentlichen Schulen.

Herr Rockefeller könnte gut und gerne der letzte einer immer weniger in Erscheinung tretenden Familie sein, der eine so imposante Figur auf der Weltbühne abgegeben hat. Als ein umherreisender Befürworter der ökonomischen Interessen der Vereinigten Staaten und seiner eigenen Bank, übte er sowohl weltweit großen Einfluss auf finanzielle Angelegenheiten aus als auch auf die Auslandspolitik seines eigenen Landes. Er wurde in ausländischen Hauptstädten mit den gleichen Ehren empfangen, wie sie sonst nur Staastoberhäuptern zuteil werden.

Er war der letzte lebende Enkel von John D. Rockefeller, des Tycoons, der im 19. Jahrhundert die Standard Oil Company gründete und damit ein Vermögen aufbaute, das ihn zum ersten Milliardär Amerikas machte, und seine Familie zu einer der reichsten und mächtigsten in der Geschichte der Nation.

Als ein Erbe dieses Vermächtnisses lebte Herr Rockefeller sein ganzes Leben lang mit fürstlichem Glanz und Privilegien ausgestattet, ob in Manhattan (als Junge fuhren er und seine Brüder auf Rollschuhen die Fifth Avenue entlang, gefolgt von einer Limousine, falls sie müde werden) oder auf seinen herrlichen Landsitzen.

Von den unaufdringlichen Umgangsformen der Elite an der Ostküste durchdrungen, wirkte er unscheinbar in den oberen Rängen des sozialen Umfeldes glamouröser Smoking-Galas. Seine Philanthropie war monumental, und genauso war auch seine Kunstsammlung, ein museumsähnliches Lager von etwa 15.000 Stück, viele davon Meisterwerke, von denen viele die Wände seines Büros 56 Stockwerke über den Straßen beim Rockefeller Center säumten, um das er sich rüstig und aktiv bis weit in seine 90er hinein kümmerte.

In aller Stille legte sein Rolodex Zeugnis ab für seine Macht und seinen Einfluss – eine Kartei mit etwa 150.000 Namen von Persönlichkeiten, die er als Bankier und Staatsmann getroffen hat. Er beanspruchte ein eigenes Zimmer neben seinem Büro.

Ausgebreitet unter seinem Adlerhorst lag ihm eine Stadt zu Füßen, die er liebte und auf die er einen machtvollen Einfluss ausübte.

Er war dabei zu Diensten, den privaten Sektor um sich zu versammeln, um dabei mitzuhelfen, die Finanzkrise Mitte der 1970er zu lösen. Als langjähriger Direktor des Museum of Modern Art (MoMA) – seine Mutter hatte dabei mitgeholfen, es 1929 zu gründen – stand er an der Spitze von Bemühungen, Konzerne dazu zu ermutigen, Kunst zu kaufen und sie in ihren Bürogebäuden auszustellen, um örtliche Museen zu unterstützen. Und als Vorsitzender der New York City Partnership, einer Koalition von Unternehmensleitern, förderte er Innovationen bei öffentlichen Schulen und die Entstehung tausender Wohnungen für Familien aus niedrigeren und mittleren Einkommensschichten.

Er war sich immer des Geheimnisses bewusst, von dem der Name Rockefeller umwittert ist.

„Er war mir nie hinderlich“, sagte er einmal mit seiner typischen Reserviertheit. „Offensichtlich werde bei so mancher Gelegenheit unterschiedlich behandelt. Es ist keine Frage, dass ich dank meiner Eltern lernte, dass es ein großer Vorteil ist, die finanzielle Ressourcen, über die ich verfüge, mit einiger Zurückhaltung und Diskretion einzusetzen.

Botschafter der Geschäftswelt

Mit seinem einflussreichen Namen und seiner Begeisterung für Auslandsreisen – er reiste bis in seine späten 90er immer noch nach Europa – war Herr Rockefeller eine beachtliche treibende Kraft auf dem Gebiet der Vermarktung. In den 1970ern trugen seine Treffen mit Anwar el-Sadat aus Ägypten, Leonid Breschnew aus der Sowjetunion und Zhou Enlai aus China dazu bei, dass Chase Manhattan zur ersten amerikanischen Bank mit Betätigungen in diesen Ländern geworden ist.

„Wenige Leute in diesem Land haben so viele Staatsführer getroffen wie ich“, sagte er.

Einige bemängelten, dass er so viel Zeit im Ausland verbracht hat. Er wurde beschuldigt, seine Verantwortung bei Chase vernachlässigt zu haben und es versäumt zu haben, aggressive, visionäre Manager zu fördern. Unter seiner Führung fiel Chase bei Vermögenswerten und Gewinnen weit hinter ihren Konkurrenten CitiBank zurück, die damals größte Bank. Es gab Jahre, als Chase das problematischste Kreditportfolio unter den amerikanischen Banken besaß.

„Nach meiner Beurteilung wird er nicht als ein großer Bankier in die Geschichte eingehen“, sagte John J. McCloy, ein Freund Rockefellers und selbst ein früherer Vorstandschef von Chase, 1981 gegenüber Associated Press. „Er wird in die Geschichte eingehen als eine wirkliche Persönlichkeit, als ein angesehenes und loyales Mitglied der Gemeinschaft.“

Seine Ausflüge in die internationale Politik zogen ebenfalls Kritik auf sich, insbesondere 1979, als er und der frühere Außenminister Henry A. Kissinger Präsident Jimmy Carter dazu überredeten, dem kürzlich abgesetzten Schah von Iran für eine Krebsbehandlung die Einreise in die Vereinigten Staaten zu erlauben. Die Ankunft des Schah in New York erzürnte revolutionäre Anhänger von Ayatollah Ruhollah Khomeini, indem sie dazu provoziert wurden, die Botschaft der Vereinigten Staaten in Iran zu besetzen und amerikanische Diplomaten für über ein Jahr als Geiseln gefangen zu halten. Herr Rockefeller wurde auch dafür angegriffen, sich mit autokratischen ausländischen Staatsführern befreundet zu haben, in der Bemühung, die Präsenz seiner Bank in ihren Ländern zu etablieren und auszudehnen.

„Er verbrachte sein Leben im Club der herrschenden Klasse und war ein loyales Mitglied des Clubs, was auch immer dieser unternahm“, schrieb der Kolumnist der New York Times, David Brooks, im Jahre 2002, indem er die profitablen Vereinbarungen anführte, die Herr Rockefeller mit „ölreichen Diktatoren“, „sowjetischen Parteibossen“ und „chinesischen Übeltätern der Kulturrevolution“ getroffen hatte.

Dennoch boten ihm so ideologisch unterschiedliche Präsidenten wie Herr Carter und Richard M. Nixon den Posten als Finanzminister an. Er lehnte sie beide ab.

Nach dem Tod seines älteren Bruders Nelson A. Rockefeller im Jahre 1979, dem früheren Vizepräsidenten und viermaligen Gouverneur von New York, stand David Rockefeller fast als einziges verbleibendes Familienmitglied mit einem überdimensionalen nationalen Profil da. Nur Jay Rockefeller, ein Urenkel von John D. Rockefeller, hatte es als Gouverneur und US-Senator aus West Virginia zu Ansehen gebracht. Niemandem aus den jüngeren Generationen der Familie ist es gelungen, David Rockefellers Format zu erreichen, oder hat dies überhaupt angestrebt…

Fortsetzung hier [auf Englisch]

 

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6 Comments

  1. Jetzt will er sicher eine Neue Weltordnung in der Hölle errichten. Mit RFID Chip? Rothschild und Soros werden es bald heraus finden.

  2. Zitat -Wir stehen am Rande einer weltweiten Umbildung ,alles was wir brauchen ist eine die richtige allumfassende Krise ,und die Nationen werden in die Neue Weltordnung einwilligen-
    Novos Ordo Seciorum -einer von vielen halt in der Pyramide -für die Herrscher der Finsternis ,ein Diener von Feinstofflichen Mächten die alle reich machen .Die implantierte versklavte Gesellschaft wird natürlich nicht reich,dass ist klar.

  3. mistkaeferchen,eben zufällig gesehen ,na ja im Alten Ägypten war es auch nicht anders…z.B der Tempel von Baal ist ein Tor -Bohemian Grove -das sie die Menschen auslachen ist ja wohl auch klar –

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