Al-Qaida-Führer räumte soeben Verbindung zu den USA ein

in Geopolitik/Welt

Der Führer von al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) im Jemen, Qasim al-Rimi, hat zugegeben, dass seine Kämpfer neben jemenitischen Regierungskräften gekämpft haben, die derzeit von den USA und der Saudi-geführten Koalition unterstützt werden.

Wie von der Washington Post berichtet, betrachtet die amerikanische Regierung AQAP als den tödlichsten Ableger von al-Qaida. Al-Rimi ist häufig das Ziel von US-Luftangriffen, und eine enorme Summe ist für seine Gefangennahme ausgesetzt.

Wir kämpfen mit allen Muslimen im Jemen zusammen, mit verschiedenen islamischen Gruppen„, sagte er am vorigen Sonntag gegenüber AQAPs Medienoperation, al-Malahem, von einem nicht bekannten Ort im Jemen aus. Al-Rimi fügte desweiteren hinzu, dass seine Anhänger sich mit einer Reihe von Fraktionen zusammengetan hätten – einschließlich der ultrakonservativen Salafis, „der Muslimbruderschaft und auch unseren Brüdern unter den Söhnen der (sunnitischen) Stämme“ – gegen Jemens schiitische Rebellen, die als Houthis bekannt sind.

Aus der Washington Post:

„Al-Rimi hat nicht näher ausgeführt, was genau ’neben kämpfen‘ bedeutet, jedoch hat al-Qaida sich zu einem de-facto-Verbündeten der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi und seinen Unterstützern Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten entwickelt, in einem zermürbenden Bürgerkrieg gegen die Houthis, der Verwüstung angerichtet und weit verbreitet Hunger verursacht hat, wobei seit Ende 2014 bereits mehr als 10.000 Menschen getötet worden sind.“

Eingeständnisse wie dieses lassen ernsthafte Zweifel an der Aufrichtigkeit des von Washington deklarierten Krieges gegen den Terror aufkommen, der anfangs erklärtermaßen auf al-Qaida abzielte, diejenige Terror-Gruppe, welche für die Anschläge des 11. September 2001 auf amerikanischem Boden verantwortlich war.

Doch für diejenigen, die in den vergangenen Jahren den Konflikt im Jemen verfolgt haben, kann das kaum überraschen. Die Saudi-geführte Koalition hat dem Jemen umfassendes Leid gebracht – und dabei eine umfangreiche Liste von Kriegsverbrechen begangen – mit dem Ziel, al-Qaida’s ausdrücklichen Erzfeind zu besiegen. Saudi-Arabien hat der Tatsache wenig Bedeutung beigemessen, dass AQAP und ISIS direkt an seiner Grenze sitzen.

Auch wenn Washington AQAP als den tödlichsten Ableger von al-Qaida ansieht, haben Washingtons Luftangriffe weit mehr Zivilisten als AQAP getötet. (Washington selbst ist tödlicher als der mörderischste Ableger von al-Qaida).

Dieses Verhaltensmuster, an der Seite von al-Qaida zu kämpfen, wenn es Amerikas verdrehten außenpolitischen Interessen passt, hat eine Reihe von Konflikten in die gesamte Region getragen. In Libyen wussten die USA im Jahre 2011 sehr wohl, dass sie im Begriff waren, für mit al-Qaida verbündete Rebellen Deckung aus der Luft zu verschaffen. Hillary Clinton’s durchgesickerte E-Mails sind ein Beweis für diese Tatsache. In Syrien ist al-Qaida (egal, wie oft sie umbenannt wird) eine der prominentesten Rebellengruppen im Land und erhält alle Arten von Unterstützung seitens der USA und ihrer Verbündeten, um die syrische Regierung zu stürzen.

Für einige wird die Nachricht, dass ein al-Qaida-Führer öffentlich erklärt, er habe an der Seite der USA gekämpft, indes ein unglaublicher Schock sein.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von  http://www.trueactivist.com/al-qaeda-leader-just-admitted-to-being-aligned-with-the-u-s/

 

Verwandter Artikel:

Jemen: Warnungen vor Hungerkatastrophe „biblischen Ausmaßes“ durch Saudi-geführten Angriffskrieg

http://derwaechter.net/jemen-warnungen-vor-hungerkatastrophe-biblischen-ausmases-durch-saudi-gefuhrten-angriffskrieg

 

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