Türkei könnte US-Radarstation abschalten und Israel iranischen Raketen aussetzen

in Geopolitik

Von rt.com – Bild: Reuters

Ein Leitartikler der regierungsnahen Yeni Safak drohte, Ankara könne den US-Verbündeten Israel durch das Abschalten des in der Türkei stationierten US-Radars AN/TPY-2 der Gefahr iranischer Raketenangriffe aussetzen. Hintergrund: der Streit um F-35-Kampfjets.

Der Beitrag der Zeitung Yeni Safak erschien am Sonntag. Chefredakteur des Blattes ist Ibrahim Karagül, ein Vertrauter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Veröffentlichung des Kommentars ist offenbar eine Antwort auf jüngste Aussagen einer Beamtin der US-Luftwaffe. Heidi Grant, die stellvertretende Unterstaatssekretärin der US-Luftwaffe, behauptete zuvor, die geplante Stationierung des russischen Langstrecken-Flugabwehrraketensystems S-400 durch die Türkei könnte Verwundbarkeiten der US-amerikanischen F-35-Kampfflugzeuge offenlegen. Ankara plant, über 100 der fortgeschrittenen Kampfflugzeuge vom US-Hersteller Lockheed Martin zu kaufen.

Die Zeitung nahm auf Aussagen Bezug, wonach Washington in Reaktion auf den Russland-Deal als Mittel der „Erpressung“ den Verkauf von F-35 Kampfflugzeuge stoppen könnte. Tatsächlich hatten vereinzelte US-Beamte angedeutet, dass Washington die Türkei bezüglich des Rüstungsdeals mit Moskau mittels einer Streichung des weiteren Verkaufs von F-35-Kampfflugzeugen sanktionieren könnte. Die Türkei sollte die US-Drohungen wiederum mit der Schließung der US-Radarstation in Kürecik vergelten, fordert das Blatt.

Wesentlicher Teil des umstrittenen Raketenschilds der NATO

Das leistungsstarke X-Band-Frühwarnradar AN/TPY-2, das die USA 2012 in der östlichen türkischen Provinz Malatya eingerichtet hatten, ist Teil des NATO-Luftraumüberwachungssystems in der Region. Laut öffentlich zugänglichen Informationen ist es ein wesentliches Element des THAAD-Raketenschilds. Das Radar ist primär für die Erfassung ballistischer Ziele konzipiert worden, kann aber auch andere fliegende Objekte wie Flugzeuge oder Marschflugkörper erfassen und verfolgen.

Falls die Türkei beschließt, die Radarstation Kürecik zu schließen als Reaktion auf die anhaltenden Versuche der USA, die F-35-Jets zur Erpressung der Türkei einzusetzen, wird Israel sein Frühwarnsystem im Falle eines Raketenstarts aus dem östlichen oder nördlichen Iran verlieren“, warnt die Zeitung.

Die Unterbringung von NATO-Radaranlagen in der Türkei ist auch im Land umstritten. Im Jahr 2014 musste sich die regierende AK-Partei des damaligen Premierministers Recep Tayyip Erdogan gegen oppositionelle Anschuldigungen verteidigen, dass die Radarstation in Kürecik nur der israelischen Sicherheit diene und die Türkei nicht sicherer mache. Die Anschuldigungen waren Teil eines hitzigen Wahlkampfes.

Die Verlegung des NATO-Radars hatte auch Russland kritisiert, da dieses signifikant zur Leistungsfähigkeit des Raketenabwehrsystems des westlichen Militärbündnisses in Osteuropa beitrage. Moskau betrachtet dieses als Bedrohung für seine nationale Sicherheit.

Erdogan-Berater stellt NATO-Mitgliedschaft in Frage

Im gleichen Maße kritisiert heute die NATO Ankaras Entscheidung, das hochmoderne russische S-400-System zu erwerben. Die NATO betonte, dass das Flugabwehrsystem aus Russland nicht mit der Ausrüstung des Bündnisses vereinbar sei.

Die Türkei verteidigt sich mit der Argumentation, sie habe sich für das russische System entschieden, weil dieses notwendig sei, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten. Diese werde von NATO-Mitgliedern untergraben. Der westliche Bündnisblock weigert sich laut Ankara, Schlüsselprodukte im Verteidigungsbereich mit der Türkei zu teilen.

Vor allem in Fragen des Syrien-Konflikts herrschen zwischen der Türkei und den USA enorme Spannungen. Vor wenigen Tagen behauptete der türkische Präsident, dass die USA „eine Menge Dollar“ an den Islamischen Staat gezahlt hätten.

Am Montag stellte Erdogans Chefberater Yalcin Topcu zudem offen die NATO-Mitgliedschaft seines Landes in Frage und behauptete, der Umgang des Blocks mit Ankara sei „brutal und unehrenhaft“.

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2 Comments

  1. So ein Blödsinn !
    Die Zionisten haben doch selber eine sehr gute Radartechnik und sind doch gar nicht auf die Türken angewiesen wenn der böse, böse Iran angreifen sollte.
    Im Jammern und Fordern sind die Zionisten genauso wie die Musels, beides eine gemeinsam geistige Mischpoke.

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