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Spanien bestraft 65 korrupte Banker und sperrt früheren IWF-Chef wegen Betruges ein

in Kriminalität

Rodrigo Rato, früherer Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), wurde wegen der Zweckentfremdung von Finanzmitteln zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, als er Leiter zweier spanischer Banken war. Eine Gesamtzahl von 65 früheren Bankmanagern wurde dafür verurteilt, 12 Millionen Euro für weltliche Vergnügungen ausgegeben zu haben.

Das spanische Nationalgericht hat Rodrigo Rato, den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Zweckentfremdung von Firmenkredikarten zweier führender spanischer Banken auf dem Höhepunkt der Finanzkrise des Landes für vier Jahre und sechs Monate hinter Gitter geschickt.

Zusammen mit 64 anderen Elite-Managern und Vorstandsmitgliedern bei den Banken Caja Madrid und Bankia, wurde Rato der Veruntreuung für schuldig befunden als er Caja Madrid und Bankia leitete. Die anderen wurde die Zweckentfremdung von insgesamt 12 Millionen Euro zwischen 2003 und 2012 vorgeworfen, indem sie „schwarze Kreditkarten“ benutzten, um für ihren persönlichen Urlaub, Hotelpartys, Schmuck, Safaris und Luxustaschen zu bezahlen, ohne die verschwenderischen Ausgaben bei den Steuerbehörden zu deklarieren.

Laut der Anklageschrift behielt Rato das von seinem Vorgänger Miguel Blesa eingeführte „korrupte System“ bei – der am gleichen Tag zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde – als er 2010 bei Caja Madrid das Zepter übernahm.

Rato, der immer noch darauf beharrt, dass die Kredikarten für Ermessensausgaben als Teil des Tarifabschlusses für Manager benutzt wurden, reproduzierte daraufhin das korrupte System, als er die Verantwortung für Bankia übernahm, eine Gruppe, die 2011 aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit sechs anderen Sparkassen hervorgegangen ist. AFP berichtet:

Rato war von 1996 bis 2004 Wirtschaftsminister und Vizepremierminister in der konservativen Regierung von José María Aznar, bevor er bis 2007 die Leitung des IWF übernahm. Seine nachfolgende Karriere als Bankier war nur von kurzer Dauer – von 2010 bis 2012 – aber abgesehen von dem Kredikartenfall führte sie auch zu einem anderen Bankenskandal, der als größter aller Zeiten des Landes angesehen wird.

Tausende von Kleininvestoren verloren ihr Geld, nachdem sie vor dem Börsengang von Bankia im Jahre 2011 dazu überredet wurden, ihre Ersparnisse in Beteiligungen umzuwandeln, während Rato die Zügel in der Hand hielt. Weniger als ein Jahr später trat er zurück, als  bekannt wurde, dass Bankia in einer ernsten Notage war.

Der massive Korruptionsskandal, der auf der Höhe einer schweren Wirtschaftskrise aufgedeckt wurde, löste in Spanien Unruhen aus, weil Bankia später verstaatlicht werden musste und eine Finanzspritze von mehr als 22 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern erhielt.

„Obwohl es andere gerichtliche Fälle unter Beteiligung von Sparkassen gibt, bei denen das Ausmaß der Ausplünderung schlimmer war, wird die Episode der „schwarzen“ Kredikarten zweifellos als Symbol einer Ära der Ausschweifungen angesehen“, schrieb die Zeitung El Mundo in einem Leitartikel.

Rato, der – wegen seines Status mit Verbindungen in höchste Kreise – bis zu einer möglichen Berufung auf freiem Fuß bleibt, ist der dritte IWF-Chef, der wegen moralisch verwerflicher illegaler Handlungen abgesetzt worden ist. Sein Nachfolger Dominique Straus-Kahn wurde 2015 wegen Vorwürfen der Zuhälterei in einem aufsehenerregenden Sex-Skandal vor Gericht gestellt. Obwohl er zugegeben hatte, bei „nur 12 Sex-Partys in drei Jahren“ teilgenommen zu haben und sich bei einer Reihe von Orgien an illegalem Sex mit Prostituierten beteiligt zu haben, wurde er nach vier Jahren von Gerichtsverfahren gegen ihn freigesprochen.

Letztes Jahr wurde Christine Lagarde, die das Amt von Strauss-Kahn übernahm und die aktuelle IWF-Chefin ist, der „Fahrlässigkeit“ für schuldig befunden, während ihrer Amtszeit als französische Finanzministerin einer Zahlung von 405 Millionen Euro durch die Regierung zugestimmt zu haben, die auf betrügerische Weise durch eine Bank in staatlichem Besitz an den Industriemagnaten Bernard Tapie geleistet wurde. Trotz ihrer nachgewiesenen Beteiligung in dem hochrangigen Korruptionsfall wurde sie weder für ihre Missetat verurteilt noch erhielt sie eine Geldstrafe für ihre „Fahrlässigkeit“.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/spain-prosecutes-65-crooked-bankers-imprisons-former-imf-chief-for-fraud/


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