Medizinische Industrie, Verlust von Lebenraum und Pestizide sind die treibenden Faktoren für den Rückgang der Leuchtkäfer-Bestände

in Gesundheit/Umwelt/Welt

Die Leuchtkäfer- („Glühwürmchen“) Bestände gehen weltweit drastisch zurück. Das veranlasste Wissenschaftler, die Zukunft dieses lebenswichtigen Bestäuberinsekts zu untersuchen. Laut Berichten aus der ganzen Welt, sind die lokalen Glühwürmchen-Populationen in der Anzahl reduziert oder sind gar dabei, ganz zu verschwinden.

“Jeder meldet Rückgänge“, sagte Eric Lee-Mäder, Direktor des Bestäuberprogrammes für die Xerces Gesellschaft für die Erhaltung der Wirbellosen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Population dieses Insekts als Problem hervorgehoben wurde. Im Jahr 2010 versammelten sich Forscher aus 13 Nationen auf dem International Firefly Symposium, um Beweise dafür vorzustellen, dass die Leuchtkäfer-Bevölkerung sinkt.

Obwohl der volle Umfang des Problems noch relativ unbekannt ist, haben die Wissenschaftler dem Lebensraumverlust, der Lichtverschmutzung, Pestiziden und der medizinischen Industrie die Verantwortung für den Rückgang dieser Insektenbevölkerung zugeschrieben. Glühwürmchen finden sich typischerweise in Feldern, Wäldern und Sümpfen – Umgebungen, die warm, feucht und in der Nähe von stehenden Gewässern sind. In den letzten Jahrzehnten wurden viele dieser Umfelder befestigt, um Platz für Wohnraum und kommerzielle Entwicklungen zu schaffen.

Man kann Leuchtkäfer wrklich ganz leicht auslöschen,“ sagte Ben Pfeiffer, ein Leuchtkäfer-Forscher und Gründer von firefly.org, einer Webseite zur Erhaltung der Leuchtkäfer. Es gehört nicht viel dazu. Man nehme ein Grundstück von ein paar Tausend Quadratmetern und setze ein Haus darauf. Auf Wiedersehen, Glühwürmchen. Sie werden nie wieder da sein.

Mittlerweile wird angenommen, dass die Lichtverschmutzung, die durch diese städtischen Entwicklungen erzeugt wird, das Leuchtverhalten der Glühwürmchen unterbricht. Jede Spezies von Glühwürmchen benutzt ein spezielles Leuchtverhaltensmuster, um zu kommunizieren, sich zu vermehren, vor Feinden zu warnen und ihr Territorium zu verteidigen. Die Wissenschaftler haben sogar beobachtet, dass, wenn sie dem Licht von Autoscheinwerfern ausgesetzt sind, synchrone Glühwürmchen die Synchronisation für ein paar Minuten aussetzen, so firefly.org.

Es ist besorgniserregend“ sagte Pfeiffer. „Wenn die Menschen einen Lebensraum beobachten können, wo drei, vier, fünf verschiedene Arten von Glühwürmchen leuchten, und jede davon mit einem anderen Leuchtmuster, ist das schon eine erstaunliche Sache. Es ändert ihr Leben, aber nur wenige Menschen bekommen das noch zu sehen.

Es gibt rund 2.000 Leuchtkäferarten weltweit. Viele dieser Arten von Glühwürmchen sind abhängig von bestimmten Lebensraumanforderungen. Infolgedessen, wenn diese Lebensräume durch menschliche Tätigkeit – Lichtverschmutzung oder städtische Entwicklung – gestört werden, kann die Art nicht mehr gedeihen. Letztlich können Bevölkerungsrückgänge dann ihrerseits die Umgebung weiter beeinflussen. Zum Beispiel, obwohl die Glühwürmchen nicht so wichtig sind wie andere Bestäuber, helfen Sie dabei, die Seidenpflanze, Goldrute, wilde Sonnenblumen und andere Arten zu befruchten.

Firefly

Doch während Lebensraumverlust und Pestizide vermutlich die hauptsächlichen Faktoren hinter den schwindenden Zahlen des Insekts sind, vermutet Lee-Mäder, dass die medizinische Industrie auch zu diesem Phänomen beigetragen hat. Eines der Enzyme, die dazu beitragen, die Biolumineszenz-Effekte, also das Leuchten, von Glühwürmchen zu erzielen, bekannt als Luciferin, hat sich laut einer Studie im Jahre 2003 als wirksam bei der Zerstörung von Krebszellen erwiesen. Heutzutage werden Luciferin und Luciferase verwendet, um das Wachstum von Krebstumoren zu verfolgen.

In der Vergangenheit hatten pharmazeutische Unternehmen Berichten zufolge bis zu einem US-Penny pro Leuchtkäfer bezahlt, um deren chemischen Substanzen für den biomedizinischen Gebrauch zu sammeln. In der Tat sammelte die Sigma Chemical Company bis zu 1 Million Glühwürmchen pro Jahr, so heißt es in einem Bericht von 1975 im Milwaukee Journal.

Wenn man mal rechnet, dann ist das eine ganze Menge an Insekten,“ sagte Lee-Mäder. „Sie müssen das nur über ein ziemlich weites Gebiet hochrechnen und diese anderen Stressfaktoren hinzufügen, und schon gibt es keinen Zweifel daran, dass es einen großen Einfluss auf die Populationen hatte. Wir wissen einfach nicht, was sonst noch Einfluss hat.

In einem Versuch, den vollen Umfang des Niedergangs zu dokumentieren und die Wirksamkeit der Erhaltungsbemühungen zu verfolgen, sammeln die Forscher Berichte mit Informationen über Glühwürmchen. Das „Firefly Watch“ Projekt im Museum of Science in Boston beispielsweise entwickelt anhand von Meldungen, wo Glühwürmchen gesichtet wurden, eine Datenbank der Glühwürmchen-Verbreitung und der Populationsgröße.

Um herauszufinden, wie man Leuchtkäfer-Arten in Ihrer Nähe helfen kann, besuchen Sie doch die ‚How to Help‘ Seite auf Firefly.org.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von  AnonHQ.com  http://anonhq.com/medical-industry-habitat-loss-and-pesticides-labeled-as-driving-factors-behind-declining-firefly-populations/

 

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