Mysteriöse Bürger Miliz – In Italien kommen plötzlich viel weniger Flüchtlinge an

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Im Juli und August ist die Zahl der Flüchtlinge, die in Italien über das Mittelmeer angekommen sind, deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr erreichten allein in diesem Monat knapp 90 Prozent weniger Flüchtlinge die italienische Küste, wie aus Zahlen des italienischen Innenministeriums hervorgeht. Der Rückgang soll mit einer mysteriösen Miliz zusammenhängen.

 

Die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommt, ist zuletzt radikal zurückgegangen. Eine Ursache dafür könnte eine mysteriöse Gruppe sein. Die sogenannte „Brigade 48“ sorgt in der libyschen Hafenstadt Sabratha dafür, dass dort keine Schleuserschiffe ablegen. Vieles ist noch unklar über die Gruppe: Die Mitglieder der Miliz seien bewaffnet, am Kopf der Gruppe soll ein ehemaliger Mafioso stehen, der vielleicht selbst als Schleuser gearbeitet hatte.

„Brigade 48“ fast schon Polizeiersatz

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, rekrutiere sich die Gruppe aus ehemaligen Militärs und Polizisten. Unklar ist, wer hinter der Brigade steckt und woher sie ihr Geld bekommt. Sollte die Regierung in Tripolis für sie verantwortlich sein, wäre das eine spektakuläre Wende: Dann könnte Geld aus Europa indirekt in die Taschen der Brigade fließen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, bestehe die Miliz mittlerweile aus einigen 100 Mitgliedern. Zeugen berichten, dass Mitglieder der Brigade an den Stränden patrouillieren und fast schon als Polizei auftreten.

Nicht der erste Vorfall in Lybien

Ähnliche Entwicklungen gab es im vergangenen Jahr bereits in Sabrathas Nachbarstadt Suwara, als eine Art Bürgermiliz die Kontrolle in der Stadt übernahm und die Stadt so weit es ging von Menschenschmugglern befreite. Wieviel Einfluss die Gruppe auf den Rückgang der Flüchtlingszahlen hat, ist derzeit unklar. Fakt ist: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen im August um knapp 90 Prozent zurückgegangen.

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