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Ertappt: Belgische Pharma-Unternehmen versorgen mexikanisches Drogenkartell mit wichtiger Crystal Meth-Zutat

in Kriminalität

Es scheint als hätten die großen Pharma-Unternehmen mehr Geheimnisse, als wir bislang angenommen haben. Belgiens Bundesanwaltschaft hat vor kurzem angekündigt, dass Vorstandsmitglieder mehrerer Pharmakonzerne des Landes angeklagt werden, wissentlich ein mexikanisches Drogenkartell mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt zu haben, die dazu verwendet wurden, um die Droge Crystal Meth herzustellen.

Die Firmen werden beschuldigt, den mexikanischen Drogenbaron Ezio Figueroa Vazquez mit mehreren Tonnen Ephedrin beliefert zu haben. Dabei war ihnen bekannt, dass das Medikament dafür verwendet werden würde, Methamphetamin herzustellen.

Obwohl die Staatsanwaltschaft die sieben verdächtigen Vorstandsmitglieder, bzw. die Firmen, für die sie tätig sind, noch öffentlich bekanntgeben muss, hat Reuters Berichten zufolge bereits enthüllt, dass Sterop und Andacon zu den insgesamt drei beteiligten Firmen gehören.

„Wir fordern, dass sie vor Gericht gestellt werden und diese Entscheidung wird am 5. April getroffen“, sagte ein Sprecher der belgischen Bundesanwaltschaft aus.

Laut Reuters erhielt Ezio Figueroa Vazquez zwischen 2006 und 2011 mindestens vier Tonnen Ephedrin von drei belgischen Firmen — genug, um 66 Millionen Crystal Meth-Kapsel herzustellen, die ungefähr 360 Millionen Euro wert sind.

Seit dem Bekanntwerden der Anklage behaupten die Firmen, sie hätten nichts davon gewusst, dass die Medikamente an einen Drogenbaron verkauft würden. „Die Firma führte 2006 zwei Lieferungen über insgesamt zwei Millionen Pillen mit Pseudoephedrin durch“, erzählte der Anwalt Bram Van Loo, der die Firma Andacon repräsentiert, der Belga news agency. „Diese Medikamente waren zu der Zeit frei erhältlich. Die Lieferung meines Mandanten ging an einen zuverlässigen kommerziellen Partner; meinem Mandanten war nicht bekannt, dass die Medikamente zweckentfremdet werden würden.“

Diesen Beteuerungen stehen die Aussagen der Staatsanwaltschaft gegenüber: Die Anklage behauptet, im Besitz von E-Mails und Telefonaufzeichnungen zu sein, die beweisen, dass die Firmen sehr wohl wussten, wo die Medikamente schlussendlich landen würden.

Letzten Monat schrieb Dr. Carl Hart, ein Professor der Psychologie und Psychiatrie an der Columbia University, der für seine Forschung in den Bereichen Drogenmissbrauch und Drogenabhängigkeit bekannt ist, dass das Medikament Adderall und Crystal Meth einander in ihrer chemischen Struktur nahezu gleichen.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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