Der Wahre Preis Unserer Kleidung

in Menschenrechte
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“The True Cost” ist eine Geschichte über Mode und ihren wahren Preis. Über eine Milliardenindustrie, die jeden Style als immer neue Offenbarung inszeniert, an der wir teilhaben dürfen – vorausgesetzt, wir kaufen. Doch diese Geschichte beginnt nicht auf den Laufstegen, sondern hier: in den Textilfabriken Bangladeschs, Indiens und Chinas.

»Die Modeindustrie muss einfach mal zur Besinnung kommen. Sie muss innehalten und schauen, wie sie ursprünglich mal angelegt war. Sie muss sich selbst hinterfragen.«

Stella McCartney, Designerin
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Fast Fashion – eine Milliardenindustrie

Brandneue Trends rund um die Uhr, direkt von der Straße in die Fabriken und in die Stores. Das Konzept nennt sich “Fast Fashion”, eine Strategie für maximale Gewinne und ein Euphemismus für radikale Menschenverachtung.

»Das wirklich Beeindruckende an unserer Kleidung ist doch, dass sie einer der wenigen Dinge ist, die uns alle miteinander verbindet. Ich meine, wir müssen alle morgens aufstehen, uns anziehen und etwas essen. Das sind die beiden Dinge, die uns mit so vielen Menschen und so vielen Orten auf der ganzen Welt verbinden.«

Andrew Morgan, Regisseur von “The True Cost”

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Kinder, die aufgrund von Chemikalien in der Textilindustrieproduktion geistige Behinderungen davon getragen haben.

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Ein Schicksal von Millionen

Shima ist eine von etwa vier Millionen Textilarbeiterinnen in Bangladesch. Der Film begleitet die Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die nur einmal im Jahr kurze Zeit bei ihr sein kann, weil Shima arbeiten muss, sechs Tage in der Woche, für knapp zwei Dollar täglich. Das reicht für gerade einmal zwei Liter Milch. Doch wie so vielen Menschen in Asien bleibt Shima keine Wahl.

»Viele Textilarbeiter sterben bei den Unfällen, die immer wieder passieren, wie bei dem Einsturz von Rana Plaza, wo sehr sehr viele Menschen ums Leben gekommen sind. Das ist für uns immer noch sehr schmerzhaft.«

Shima Akhter, Näherin aus Dhaka

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Opfer von Preisdruck und Ignoranz

Der Einsturz von Rana Plaza im April 2013 ist das größte Unglück in der Geschichte der Textilindustrie. 1.134 Menschen, vor allem Frauen, sterben unter den Trümmern des Fabrikgebäudes. Fast 2.000 werden so schwer verletzt, dass ihnen Arme und Beine amputiert werden müssen. Die Katastrophe hat sich angekündigt, selbst manche Fabrikbesitzer haben davor gewarnt.

»Diese tausend armen Seelen haben ihr Leben verloren, weil sich keiner um sie gekümmert hat. es geht doch allen nur um den niedrigsten Preis für beste Qualität. So sollte das nicht sein. Jeder trägt Verantwortung für diese Menschen. So ist das. Und so etwas wird wahrscheinlich wieder passieren. Sorry, aber es ist eben nicht einfach nur der Preisdruck, das ist die pure Ignoranz gegenüber dem Leben anderer Menschen. Das kann nicht sein, das ist nicht richtig. Wir leben im 21. Jahrhundert, das ist eine globale Welt, und wir ignorieren einfach das Leben anderer Menschen? Wie kann das sein?«

Arif Jebtik, Textilproduzent
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Armut, Krankheit und Tod

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“The True Cost” ist nicht nur ein Film über die Profitgier. Er zeigt die weltweiten Umweltschäden einer überhitzten Wirtschaft. Und es ist nicht nur die Natur, die stinkt. Es ist das System. Viele Flüsse in Asien sind von den Gerbstoffen der Lederproduktion so kontaminiert, das sich die Menschen verätzen, wenn sie damit in Berührung kommen. In Indien, dem größten Baumwollproduzenten, sind die Böden inzwischen so ausgelaugt und vergiftet, das trotz immer mehr Chemikalien kaum noch etwas wächst. Und in manchen Dörfern gebären die Frauen fast nur noch Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen.

»Viele arme Bauern und Arbeiter haben sich so hoch verschuldet, dass sie die Behandlung für ihre Kinder nicht bezahlen können. Sie müssen letztlich den Tod ihrer Kinder akzeptieren. Diese Mutter wartet auf den Tod ihres Jungen.«

Dr. Pritpal Singh, Arzt
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Die Folgen treffen alle

Was verdanken wir der Modeindustrie, der “Fast Fashion”? Unsere Städte sind inzwischen gesichtslose Shoppingmeilen. Und unser hysterisches Gebaren, das macht der Film deutlich, ist vielleicht nicht Ursache für das Desaster, aber sicher ein Symptom. Wir sind alle Leidtragende, selbst wenn sich dieses Leid als Leidenschaft tarnt.

»Unsere Rolle ist es, zu konsumieren und den ganzen Kram zu kaufen, so als würden wir am Ende einer sehr langen Warenausgabe sitzen, wo wir das ganze Zeug in Empfang nehmen und einfach in unsere Leben schleppen, so als ob wir nicht verantwortlich wären für die Art, wie diese Produkte hergestellt wurden. Die Markenkonzerne haben das in uns verankert. Und das ist kein Zufall. Denn wenn ich es schaffe, dass du dich nur mit dir selbst beschäftigst, mit der Art, wie du aussiehst und was du hast und was du noch alles brauchen könntest, dann kann ich dir eine ganze Menge verkaufen.«

Andrew Morgan
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Empathie und Verantwortung

Typisch amerikanisch fordert uns “The True Cost” natürlich wieder einmal auf, unser Konsumverhalten zu hinterfragen. Nun ja. Doch die gründliche Recherche der Filmemacher zeigt, wer eigentlich die Verantwortung trägt. Es sind die Markenkonzerne und ihre Chefmanager, die Aktionäre und nicht zuletzt die Banken. Auch wenn dieser Film nicht ohne das Pathos des “Change!” auskommt, so ist er dennoch sehenswert. Nicht zuletzt, weil er es schafft, uns für die Schicksale anderer Menschen zu interessieren, von denen wir nur gefühlt längst wissen.

Shima, die Näherin, muss ihre Tochter nach einer Woche wieder zurück zu ihren Eltern bringen. Dass sie ihr Kind nur einmal im Jahr sehen kann, ist der Preis, den Shima für die vage Hoffnung zahlt, ihrer Tochter möge es einmal besser gehen.

»Es ist für uns wirklich harte Arbeit, diese Kleidung herzustellen, und ich glaube, die Menschen haben gar keine Ahnung davon, was sie da eigentlich anziehen. Sie kaufen die Sachen und machen sich keine Gedanken. Aber ich finde, an dieser Kleidung klebt unser Blut.«

Shima Akhter, Näherin aus Dhaka

Dossier:http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-28062015-108.html (Verfügbar bis 18.06.2016)

“The True Cost”
Dokumentarfilm, USA 2015
Regie: Andrew Morgan

Bisher nur auf DVD mit deutschen Untertiteln erhältlich.

Official Trailer: https://youtu.be/OaGp5_Sfbss

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2 Comments

  1. “Ein Schicksal von Millionen – ist Imperativ”

    Das Schicksal von Millionen – nein Milliarden, das ist die Wahrheit, ist der Hunger und der Tod.

    “Die Sau” die den Welthunger berät, ist die Sau, die stolz, hochmütig, leidenschaftlich,”gepriesen” wird, denn der Schein, gilt als Hilfe und wer “die Bank des Elends” ist, gilt für den Bürger nicht zur Bankgemeinschaft, sondern zum Wohlstand unter dem Milliarden von Menschen verrecken können,

    weil “Wir” “so gut sind und positiv”.

    Als nächste erklärt die Demokratie des Blutvergießens, nein im Waffenexport des Friedens, die Ozeane für schuldig – zumindest für mehr als zwei Drittel, denn

    das nennen “Wir” Weltklimakonferenz!

    Und wenn der Satan nicht positiv ist, dann entstehen nie Banken und Hunger nach mehr Gier unter der , der Satan weiß was er tut, denn das Böse regiert die Welt –

    Wir aber gehören dem Satan.

    Denn wenn’s Uns gut geht – war er spitze!

    [Wie kann ein Europär zum Krieg sich äußern, erst wenn es ihn gibt, dann gibt es “Demokratie und Frieden”

    .. hat, der Satan sich so gedacht, denn so verblendet wie “Wir” sind, können Wir einen Krieg nicht wahrhaben wollen –

    wie denn auch?!

    Gibt es denn etwas, das aus der Menschenwürdeperspektive Europa betreffen kann und soll?

    Mensch sind “Wir” freundlich – der Satan etwa nicht?!

    Ach, er will nur eine Weltordnung – himself like.

    Und Wir sind Menschen, die eine “gute” Perspektive haben – zu dem was Wir wahrhaben wollen.

    SCHAUEN SIE SICH DOCH EINMAL DIE WELT AN – DEN HUNGER UND DEN TOD!

  2. [strategsich geplanter Bürgerkrieg]

    Afrika – Ja! Europa? –

    Ne, Wir sind freundlich – der Satan muss Uns mögen!

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