Der Mann, der die Weltmedien verarscht

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Bild: AFP/F/Getty Images

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gehört zu den primären Quellen von Mainstreammedien, wenn es um Informationen aus dem Bürgerkriegsgebiet in Syrien geht. Wer sich hinter dieser in Großbritannien ansässigen Einrichtung verbirgt und wer sie leitet, ist jedoch kaum geläufig.

Das kuriose dabei aber ist, sie wird geleitet von… einem einzigen Mann: Rami Abdul Rahman, der nach eigenen Angaben über 236 Quellen in Syrien besitzt. Zuletzt in Syrien war er jedoch nach eigenen Angaben vor über 15 Jahren, wie er in einem Interview mit RT.com zugab. Seitdem hat er kein Fuß mehr in Syrien gesetzt und lebt in der bescheidenen Kleinstadt Coverntry in England. Das Interview ist auf englisch und kann hier angeguckt werden: https://www.rt.com/news/317813-sohr-visit-syria-long/

Berichte und Einschätzung der Organisation gehörten zu den wichtigsten Quellen, auf welche die Mainstreammedien seit Beginn des Bürgerkrieges vor vier Jahren ihre Berichterstattung aufgebaut hatten. Die Beobachtungsstelle erklärt, über ein weit verzweigtes Netzwerk von Kontakten in der Region zu verfügen, die ihre Informationen an die Hauptgeschäftsstelle weiterreichen, wo diese später gesichtet und auf die eigene Webseite, auf Facebook und auf Twitter-Accounts gepostet werden. Kaum jemand weiß, wen Abdel Rahman in Syrien für sich arbeiten lässt, aber die Informationen fließen weiter und weiter, üblicherweise in einer dramatisierten Art und Weise und mit wenigen Details.

Die Tagesschau hat ihn interviewt, jedoch ist von einem investigativen Journalismus, den man vor allem von einem durch Steuergeldern finanzierten Staatssender erwarten würde, keine Spur.

Seine Informanten, die ihn über jede Entwicklung auf dem laufenden halten, sprich Bilder und Fotos von Anschlägen, Bombardierungen etc. sofort per Handy zuschicken seien anonym und müssten anonym bleiben, meint Rami, um deren Sicherheit zu gewährleisten, da Sie sowohl im Assad Regime als auch bei ISIS und den Rebellen als Feinde angesehen werden.

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Es ist und bleibt sehr fraglich, ob man mit den (angeblichen) 200 Informanten, die anscheinend in jede Ecke oder Stadt in Syrien verteilt sind wirklich jeden Vorfall dokumentieren und die Toten abschätzen kann, was Rami Abdul Rahman anscheinend ja doch kann, egal ob 10 oder 1000 Tote, seinen Informanten scheinen alles immer gut abschätzen zu können, egal wo.

Die Frage ist auch, wie überhaupt die weltweiten Systemmedien CNN, BBC & dann auch alle deutschen Systemmedien auf die Idee kamen, einen einzigen Mann, der offiziell noch nicht mal eine Organisation angemeldet hat – da tut sich auch die Frage auf, woher er denn sein Einkommen bezieht? Wenn er angeblich ein Kleidungsgeschäft hat, aber Vollzeit als freiwilliger die Welt retten will, muss er ja irgendwie seine Brötchen verdienen, führt seine Frau das Bekleidungsgeschäft?

Wir haben uns mal seine Webseite genauer angeschaut und untersucht http://www.syriahr.com/en/ und es ist anscheinend dank seines Alexa-Ranks von ca. 85.000 sehr gut gesucht. Der Alexa-Rank ist ein ungefährer Indikator dafür, und bei einem so guten Alexa-Wert den Ramis Webseite hat, bedeutet das monatlich mehrere Millionen Besucher. Desweiteren besitzt die Seite eine spezielle Server Technologie von der Firma cloudflare, ein sogenanntes CDN (content delivery network) d.h. ein Cloud-Netzwerk, dass dafür sorgt, dass die Seite von jeder Ecke der Welt gleichschnell aufgerufen werden kann. Weiterhin hat die Webseite gekoppelt mit dem CDN auch einen Anti-Hacking (Anti-DDOS) Schutz, der -vereinfacht erklärt – verhindert, dass Hacker die Seite lahmlegen. Sowas kostet schon zusammen insgesamt mind. 220€ -500€ im Monat, die man erstmal haben muss. Komischerweise gibt es aber auf Ramis Seite weder Werbung, noch eine Möglichkeit finanziell zu spenden. Weiterhin scheint auch der Name seiner nicht eingetragenen und nicht angemeldeten Organisation “Syrian Observatory for Human Rights” rechtlich geschützt zu sein, immerhin ist ein Copyright ® Symbol am Fuße der Seite vorzufinden. Herr Rami müsste einfach nur Google Werbung auf seiner Webseite schalten, und würde schon tausende Euro pro Monat verdienen. Anscheinend ist er so ein Ehrenmann, dass er die ganzen Serverkosten aus eigener Tasche bezahlt, auf tausende Euro Werbegeld pro Monat verzichtet und das alles nur mit seinem bescheidenen Kleidungslädchen im kleinen 317.000 Einwohner Coventry in England, von dem er auch noch seine Familie ernähren muss. Wirklich ein Ehrenmann der Herr Rami.

Hier nun das sehr kurze Interview der ARD mit Herrn Rami:

Anmutend, um es freundlich auszudrücken, ist es auch, dass „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ sich selbst nicht beobachten lassen will.

Hier ein Versuch von RT.com ein exklusiv Interview mit ihm zu kriegen (deutsch):

 

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