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Inflation

Nach Protesten in Mexiko steht das Land kurz vor einer Revolution und niemand spricht darüber

in Welt

San Diego, Kalifornien – Lange brodelnde soziale Spannungen in Mexiko drohen überzukochen, indem fehlgeschlagene neoliberale Reformen des früher verstaatlichten Gassektors des Landes durch offene Korruption, stagnierenden Lebensstandard und ungezügelte Inflation verschlimmert werden.

Die US-Medien sind zumeist stumm geblieben über die Situation in Mexiko, sogar als sich die ausbreitenden Unruhen in der vergangenen Woche mehrere Male der Grenze zwischen den USA und Mexiko bei San Diego (Kalifornien) näherten. Anhaltende „Gasolinazo“-Proteste in Mexiko wegen eines 20-prozentigen Anstiegs der Benzinpreise, haben zu über 400 Festnahmen, 250 geplünderten Geschäften und sechs Toten geführt. Straßen werden blockiert, Grenzen geschlossen und Regierungsgebäude in Brand gesteckt. Die Proteste blieben bis auf einige isolierte Gewalttaten, für die die Aktivisten eine Infiltrierung durch die Regierung verantwortlich machten, insgesamt relativ friedlich.

Die wenigen Berichte in den Mainstream-Nachrichten, die die Situation behandelten, geben steigenden Gaspreisen die Schuld, versäumen es aber, mehreren anderen Faktoren nachzugehen, die Mexiko an den Rand einr Revolution bringen.

„Narkotisch-staatliche“ Korruption

Der narkotische Staat, oder wie mexikanische Aktivisten sagen, “el narco-gobierno”, ist ein Begriff, um die offene Korruption zwischen der mexikanischen Regierung und Drogenkartellen zu beschreiben. Der narkotische Staat war in letzter Zeit in den Schlagezeilen aufgrund der Entführung und mutmaßlichen Ermordung von 43 Ayotzinapa-Studenten 2014 in Iguala (Guerrero). Dies war seitdem ein Grund für Proteste gegen die Regierung.

Obwohl die Entführungen offiziell unaufgeklärt geblieben sind, haben Angehörige des Drogenkartells Guerreros Unidos zugegeben, mit örtlichen Polizeikräften gemeinsame Sache gemacht zu haben, um die studentischen Aktivisten zum Schweigen zu bringen. 20 Polizeioffiziere wurden im Zusammenhang mit der Entführung verhaftet. Der frühere Polizeichef von Iguala, Felipe Flores, wurde festgenommen und mehrerer „Vergehen beschuldigt, einschließlich des organisierten Verbrechens und der Entführung der Studenten“, wie AP berichtet. Die Korruption reicht offensichtlich bis ganz nach oben, indem Bundesbehörden sagen, dass der frühere Bürgermeister von Iguala, José Luis Abarca, persönlich die Entführungen angeordnet habe.

Ein mexikanischer Aktivist, der anonym bleiben wollte, sagte zu AntiMedia, dass „eine Menge Leute glauben, es seien nur die Benzinpreise, aber der Benzinpreis ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Es begann alles mit Ayotzinapa.

Ähnlich wie in den USA, ist die mexikanische Regierung anfällig für den Einfluss von Konzernen. Zufälligerweise sind die einflussreichsten Körperschaften in Mexiko Drogenkartelle – und es ist schwer für die Regierung, Organisationen unter ihre Kontrolle zu bringen, von denen sie finanziert und infiltriert wird. Ähnlich zum Phänomen der „bestimmenden Vereinnahmung“, ist die mexikanische Regierung mindestens teilweise von Drogenkartellen finanziert und vereinnahmt. Dieses gärende Problem ist ein wichtiger Faktor, der den gegenwärtigen Unruhen in Mexiko zugrunde liegt.

Durch neoliberale Politik geriet die Arbeiterklasse ins Hintertreffen

NAFTA war bei den US-Präsidentschaftswahlen von 2016 ein umstrittenes Thema, aber in Mexiko wird es genauso kontrovers diskutiert, wenn nicht sogar mehr. Der große „Freihandelsplan“ von 1994, der durch die Unterzeichnung Bill Clintons zum Gesetz wurde, führte zu einer dramatischen Neugestaltung sowohl der ökonomischen Landschaft der USA als auch Mexikos. Maisbauern, die lange ein wesentlicher Faktor der bäuerlichen Wirtschaft Mexikos waren, wurden durch billigen, durch die US-Regierung subventionierten Mais verdrängt, der unmittelbar nach der Verabschiedung des NAFTA-Abkommens die mexikanischen Märkte überschwemmte. Bald darauf folgte die Krise durch mexikanische Einwanderer an der US-Südgrenze.

Unterdessen wurde bald damit begonnen, Fabriken von den USA nach Mexiko zu verlagern, um sich die extrem billige Arbeitskraft zunutze zu machen – wodurch viele Arbeiter in den USA ihren Job verloren. Amerikanische Agrarkonzerne wie Driscoll’s gerieten kürzlich wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen unter Beschuss, unter denen Bio-Obst für US-Konsumenten produziert wird. Die Proteste für Arbeiterrechte in Mexiko, die kürzlich dazu führten, dass der Mindestlohn auf 80 Pesos [3,49 Euro] pro Tag angehoben wurde, werden oft von unbarmherzigen Polizeirazzien begleitet.

Der künftige US-Präsident Trump profitierte von zwei Problem, die durch NAFTA verursacht wurden – die Einwanderungskrise und die Auslagerung von US-Jobs – und seine reaktionäre, protektionistische Wirtschaftspolitik wird zweifellos die missliche Lage Mexikos weiter verschlimmern.

Mexikos verstaatlicher Öl-Mischkonzern Pemex wird seit Jahren von einer sinkenden Produktion heimgesucht. Die Korruption, die staatlich geführten Institutionen anhaftet, hat die mexikanische Gasindustrie zu Ineffizienz und ins Stocken geratener Innovation verdammt. Diebstahl ist zu einem weit verbreitenen Problem geworden und Ölarbeiter wurden kürzlich auf frischer Tat dabei ertappt, wie sie Gas direkt aus den Leitungen absaugten.

Die mexikanische Regierung, deren Aufgabe es ist, die Produktion zu steigern und die Preise zu senken, drückte 2013 und 2014 ein neoliberales Privatisierungsprogramm durch, hinter dem US-Ölinteressen standen und das vom US-Außenministerium unter Hillary Clinton in die Wege geleitet wurde. Präsident Enrique Peña Nieto versprach, dass die Reformen zu einer erhöhten Produktion und niedrigeren Preisen für Treibstoff führen würden, obwohl die Produktion gesunken ist und die Preise am 1. Januar nach oben geschossen sind. Es wird erwartet, dass die Preise sogar noch weiter  in die Höhe schnellen, indem die Subventionen für Brennstoffe bis März 2017 auslaufen werden. Peña Nieto behauptet, dass die Preise steigen müssen, um an das internationale Preisniveau angepasst zu werden, obwohl die Konsumenten in den USA zurzeit weniger für Benzin bezahlen als die Mexikaner.

Peña Nietos neoliberale Reformen sind gescheitert, indem das Wirtschaftswachstum seit Jahren nicht in Gang gekommen ist und die ungleiche Verteilung des Reichtums außer Kontrolle geraten ist.

Ungezügelte Inflation in Mexiko

Vielleicht der größte Auslöser der aktuellen Unruhen in Mexiko, ist die außer Kontrolle geratene Inflation, indem der Wert des Peso ein Rekordtief erreichte. Die mexikanischen Arbeiter sind bereits finanziell auf die Folter gespannt, indem der Mindestlohn bei vier US-Dollar pro Tag vor sich dahindümpelt. Die Nahrungsmittelpreise, die bereits vor dem Anstieg der Benzinpreise gestiegen waren, sollen um weitere 20 Prozent oder mehr steigen, da sie eng mit den Preisen an der Zapfsäule verknüpft sind.

Laut Zero Hedge entspricht es momentan in Mexiko mindestens „dem Äquivalent eines Gehalts von zwölf Mindestlohntagen, um einen Tank mit Benzin zu füllen, im Vergleich zu den sieben Stunden in den USA“. Leute, die nicht Auto fahren, sind davon ebenfalls schmerzlich betroffen, indem die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel wahrscheinlich zusammen mit den Treibstoffpreisen ansteigen. Steigende Benzinpreise belasten den Rest der mexikanischen Wirtschaft durch einen Abwärtsdruck, indem die Arbeiter mehr Geld für Benzin und weniger für Konsumgüter ausgeben.

Die Defizitfinanzierung der mexikanischen Regierung und Trumps harte Aussagen über den Handel, waren bestimmende Faktoren bei der Entwertung des Peso, wodurch in Mexiko für die Arbeiterklasse alles teurer wird und sich die allgemeine Unzufriedenheit Bahn bricht, die das Land zu einem Unruheherd macht.

***

Alls in allem kann kein einzelner Faktor als Ursache des extremen Ausmaßes an Unruhen in Mexiko verantwortlich gemacht werden. Vor den Studentenentführungen von Ayotzinapa erfuhr Mexiko bereits ausgedehnte Protestmärsche und Streiks. Die letzten Präsidentschaftswahlen wurden angefochten und die gegenwärtige Regierung von Enrique Peña Nieto hat nur eine Zustimmungsrate von 22 Prozent. Das allgemeine Gefühl der Hoffnungslosigkeit angesichts der narkotisch-staatlichen Korruption und wirtschaftlichen Instabilität, wird nicht mit der nächsten Wahl oder dem nächsten Protest verschwinden, und die ungleiche Verteilung des Reichtums in dem Land ist hoffnungslos. Mexiko ist reif für eine Revolution. Ob sie jetzt durch den Benzinwucher und die nachfolgende Inflation ausgelöst wird oder in der nahen Zukunft, sie wird kommen – und wir sollten darüber sprechen.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/protests-mexico-push-country-brink-revolution-nobodys-talking/

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Venezuela: Die Wirtschaftskrise, über die niemand sprechen will

in Medien/Wirtschaft

Venezuela befindet sich derzeit in der Agonie einer ökonomischen Zerstörung. Doch nur wenig wurde berichtet über den Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten, über die explodierende Inflation und die Verknappung der grundlegenden Notwendigkeiten für die Bevölkerung.

Der zerbröckelnde, sozialistisch geführte Staat erlebt unter anderem deshalb den Niedergang, weil die turbulenten Ölpreise kürzlich gefallen sind. Venezuela ist sehr stark von der Ölproduktion abhängig und hat sonst wenig, womit es die Wirtschaft unterstützen könnte. Seit des Ölpreisverfalls ist Venezuela deshalb ins Straucheln geraten und scheitert sogar daran, die grundlegend für das Überleben notwendige Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Es wird erwartet, dass die Ölproduktion noch weiter zurückgehen wird und man geht davon aus, dass ein totaler Zusammenbruch bevorsteht.

Die Inflation liegt Berichten zufolge „im dreistelligen Bereich und man geht davon aus, dass die Geldreserven erschöpft sind. Im Mai wiesen Prognosen darauf hin, dass Venezuela aufgrund des fallenden Rohöl-Preises „5 Milliarden Dollar Umsatz“ einbüßen wird. Damit wird das Land in die „schlimmste Rezession“ seit Jahrzehnten getrieben.

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Leute, lasst mich euch mit ein paar Bildern erklären, was jetzt gerade in Venezuela los ist; die Spitze vom Eisberg.

Seltsam ist die Stille der Mainstream-Medien

Schon im März/April litt Venezuela unter einer gewaltigen Stromkrise. Nick Cunningham von Oil Price.com berichtete, dass die anhaltende Dürre die Nation dazu gezwungen hatte, nur noch an vier Tagen pro Woche zu arbeiten. Das entwickelte sich rasch zu einer Arbeitswoche mit nur zwei Tagen, um den Rückgang des Wasserstands in den hydroelektrischen Staudämmen und die Krise in der Stromversorgung auffangen zu können.

Das Land ist weiterhin von Stromausfällen betroffen. Zusammen mit dem Rückgang der Ölproduktion und der Zwei-Tage-Arbeitswoche hat die Regierung nun einen militärischen Status ausgerufen – allerdings inoffiziell – um jedweden Aufstand im Keim zu ersticken, der sich entwickeln könnte, weil die Regale in den Supermärkten leer bleiben und die massive Inflation den Kauf von Basisgegenständen fast unmöglich macht.

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So sieht unser normaler Supermarkt jetzt gerade aus. Seitdem die Regierung die Verteilung von Primärerzeugnissen kontrolliert, sehen viele Supermärkte so aus.

(Offizielle Berichte von den Stromausfällen, die von AP via CNBC erfolgten, sind seitdem entfernt worden.)

Aufgrund der Informationen, die wir zusammentragen konnten, scheint die venezolanische Wirtschaft vor 18 Monaten zusammengebrochen zu sein und braucht nach wie vor dringend Hilfe, insbesondere um die Nahrungsmittelknappheit zu bekämpfen. Die Inflation erlebte ein Hoch von 60 Prozent im Jahr 2014 und ist bis zu diesem Jahr auf eine mittlere dreistellige Rate angestiegen.

Katastrophenhilfe wurde angefordert

Die BBC und Reuters haben im April von einer Anfrage der venezolanischen Regierung an die Vereinten Nationen berichtet, in der sie um dringende Hilfe bat.

„Wir benötigen internationale Hilfe, technische und finanzielle Unterstützung, um bei der Umkehr dieser Situation zu helfen“, sagte Präsident Nicolas Maduro. „Wir gehen mit der Situation auf die bestmögliche Weise um, während wir darauf warten, dass der Regen zurückkehrt.“

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Auf Anordnung der Regierung hin wird jede Warteschlange von der Nationalgarde „überwacht“. Und sie haben die Befugnis, diese Schlangen mit allen Mitteln zu kontrollieren, ja, sogar indem sie das Feuer gegen die Menschen eröffnen.

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Und warum machen wir keinen Aufstand, das denkt ihr vielleicht, obwohl wir in der Vergangenheit häufiger marschiert sind und viele Unterstützer hatten. Die Nationalgarde wurde in einem Gesetz aus dem Jahr 2014 dazu ermächtigt, uneingeschränkt das Feuer gegen die Protestierenden zu eröffnen.

Die Bitte um Hilfe – von einem Land, das sich einst der Unterstützung von Somalia mit 5 Millionen Dollar im Jahr 2011 rühmen konnte und den Vereinigten Staaten bei der Unterstützung von Bolivien Konkurrenz machte – scheint jedoch auf taube Ohren gestoßen zu sein.

Was jetzt?

Aufgrund der Tatsache, dass die Mainstream-Medien es für einen alten Hut halten, dass Venezuela zum Polizeistaat und zum gescheiterten Staat wird, ist es schwierig, das Ausmaß der Krise einzuschätzen, unter der die Bevölkerung leidet. Wenn man jedoch aufgrund von diesem einen Beitrag Schlüsse ziehen kann, dann ist die derzeitige Situation der einst ölreichen Exportnation katastrophal, kritisch und wird weitgehend ignoriert.

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Oder einfach das Volk angreifen. Ah… und du kannst ins Gefängnis dafür wandern, sogar für 8 Jahre, wenn man dich dabei erwischt, wie du Bilder von diesen Taten machst.

Der The Guardian berichtete vor kurzem, dass die Wachstumszahlen im negativen Bereich liegen, nämlich bei -8 Prozent. Die Inflation liegt nun bei 482 Prozent. Die Arbeitslosenrate bei 17 Prozent. Es ist zu erwarten, dass diese Zahlen in den kommenden Monaten noch ansteigen werden.

Der erklärte Ausnahmezustand hat erst kürzlich Reaktionen hervorgerufen – die im besten Fall als dubios zu bezeichnen sind – als Scharen von Zivilbürgern leere Supermärkte plünderten. Folglich floriert der Handel auf dem Schwarzmarkt, da die Grundnahrungsmittel bis zu „22-mal so viel kosten wie staatliche Mindestlohn“.

In diesem Artikel geht es nicht um das „wie und warum“ der Situation. Warum betrifft hauptsächlich die fehlenden Berichte zu einer Situation, die sich in den letzten 18 bis 24 Monaten exponentiell entwickelt hat. Wie bezieht sich auf die Hilferufe, die niemals beantwortet wurden, bis es zu spät war.

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Das hier bedarf keiner weiteren Erklärung. Das sind übrigens keine Platzpatronen.

Zugegeben: Die Präsidentschaft von Chávez und dann Maduro ließen viel zu wünschen übrig; es ist offensichtlich, dass die einst ölreiche Nation freudig sich selbst überlassen wurde, um sich selbst zu vernichten. Dabei ist völlig egal, dass die unschuldigen Bürger darunter leiden und im Chaos versinken.

Quellen: Yahoo Finance, OilPrice, AP, BBC, Global Policy Forum, Venezuelanalysis.com, The Guardian, Miami Herald.

Alle Bilder stammen von dieser Quelle: Das hier ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie es sich jetzt gerade anfühlt in Venezuela zu leben.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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Der wahre Grund der 40-Stunden-Woche und warum wir Sklaven der Wirtschaft sind

in Wirtschaft

Wirtschaftliche Ausbeutung oder auch Lohnsklaverei bezieht sich auf die völlige und unmittelbare Abhängigkeit des Einzelnen von seinem Lohn, um zu überleben.

Obwohl die Menschen immer schon arbeiten mussten, um ihr Auskommen zu sichern, leben wir heute in einer Kultur, die uns glauben machen will, dass wir wirtschaftliche Freiheit besitzen. In Wahrheit allerdings, was den meisten Bürgern nicht bekannt ist, sind wir in Sklaverei geknechtet. Wir akzeptieren eine 40-Stunden-Arbeitswoche mit geringem Stundenlohn automatisch als normal, obwohl viele Überstunden machen und trotzdem um das Überleben kämpfen. Es gibt auch solche, die genug verdienen, um komfortabel zu leben. Aber es gelingt ihnen nicht, weniger Stunden zu arbeiten – entweder arbeitet man 40 Stunden pro Woche, oder man bekommt gar keine Arbeit. Wir unterwerfen uns einer Kleiderordnung, Zeiten für Arbeitsbeginn und Feierabend, wann wir essen dürfen und sogar wann wir auf die Toilette gehen dürfen. Wie ist es dazu gekommen, dass wir all das zulassen?40 stunden sklaven

Die 40-Stunde-Woche entwickelte sich während der Industriellen Revolution in England, als die Arbeiter zwischen 10 und 16 Stunden pro Tag schufteten und eines Tages  zu protestieren begannen. Die Arbeitssituation für Amerikaner verschlechterte sich ebenfalls und ab 1836 verlangte die Arbeiterbewegung in ihren Veröffentlichungen ebenfalls eine 40-Stunden-Woche. Die Bürger waren in beiden Fällen so überarbeitet, dass ein Acht-Stunden-Tag nur zu gern akzeptiert wurde. Dieses System ist heute nicht mehr notwendig, wenn es das überhaupt jemals war, aber wir akzeptieren es immer noch aufgrund der Auswirkungen unserer kapitalistischen Gesellschaft.

Viele Faktoren trugen zur Entstehung unseres derzeitigen wirtschaftlichen Systems bei und zu unserer anhaltenden Akzeptanz der 40-Stunden-Woche, wobei die drei ausschlaggebenden Faktoren Konsumverhalten, Inflation und Schulden sind. Zunächst ist es wichtig, dass wir den Begriff Inflation genau verstehen, welche Auswirkungen sie hat und wie sie zu Schulden führt.

Inflation:

Inflation lässt sich ganz einfach erklären. Sagen wir, die US-Regierung braucht Geld für welchen Krieg auch immer sie dieses Jahr führen wollen. Sie bitten die US-Notenbank (Federal Reserve) um ein Darlehen und die Fed willigt ein, Staatsanleihen (Bonds, so ähnlich wie IOUs genannte Schuldscheine) von der Regierung in Höhe des angefragten Darlehens zu kaufen. Die US-Regierung druckt dann einen Haufen Papierschnipsel, die „Treasury Bond“ („Schatzobligation“) heißen, während die US-Notenbank gleichzeitig ein paar kleine bunte Zettel druckt, die wir unter dem Namen Geld kennen. Ein Handel findet zwischen der Regierung und der US-Notenbank statt – die Bonds gegen das Geld – und die US-Regierung deponiert dieses neu gedruckte Geld direkt in einer anderen Bank, die wiederum ihren Anteil und Zinsen davon abzieht. Voilà, so wird aus dem Nichts Geld hergestellt.

Obwohl dieser Prozess mittlerweile elektronisch stattfindet (nur 3% unseres Geldes liegen in physischer Form vor, die anderen 97% existieren nur auf dem Computer), bleibt das Problem weiterhin bestehen, dass der Wert des Dollars dadurch vermindert wird. In der Zeitgeschichte war die Währung einst Gold wert. Dadurch ergab sich der Welt des Geldes, aber heute wird der Wert des Geldes der US-Notenbank anvertraut, die keine moralischen Bedenken dagegen hat, den Wert dadurch zu reduzieren, dass sie mehr Geld druckt (das ist praktisch legale Fälschung). Für den Gegenwert der Druckkosten erschafft die US-Notenbank Geld, das die US-Regierung zurückzuzahlen versprochen hat – Geld, das zuvor nicht einmal existierte.

So funktioniert das auch mit den Darlehen, die Privatbanken an Bürger vergeben. Jedesmal, wenn eine derartige Transaktion geschieht, reduziert sie den Wert der echten Währung – und deshalb gibt es eine Inflation. Ein Dollar aus dem Jahr 1913 entsprach 2007 dem Wert von 21,60 Dollar. Das entspricht einer Wertminderung von 96% seit die US-Notenbank existiert. Wie aber führt dies zu wirtschaflicher Ausbeutung? Durch die Schulden, welche die Inflation verursacht hat.

Inf-Gra-2

(Geldmenge vs. Dollar-Kaufkraft)

Schulden:

Da Geld durch Darlehen erzeugt wird, bedeutet das, dass es durch Schulden erzeugt wird. Geld ist gleichbedeutend mit Schulden und Schulden sind gleichbedeutend mit Geld. Je mehr Geld es also gibt, desto mehr Schulden gibt es – und vice versa. Das heißt: Wenn es der Regierung und jedem verschuldeten Bürger irgendwie gelänge, diese Darlehen zurückzuzahlen, dann wäre kein einziger Dollar mehr in Umlauf.

Zinsen spielen in dieser Gleichung auch eine große Rolle. Wenn man ein Darlehen aufnimmt und die Bank einem Geld gibt, das rein technisch gar nicht existiert, dann erwarten sie von einem auch, dass man zusätzliche Zinsen dafür zahlt. Wenn das geliehene Geld von der US-Notenbank stammt, woher soll dann das Geld für die Zinsen kommen?

Die Antwort lautet: nirgendwoher.

Das heißt: Was auch immer geschieht, das Land wird niemals in der Lage dazu sein, sich von seinen Schulden zu befreien. Das ist exakt die Absicht dieses sorgfältig kalkulierten Systems. Wie beim Werfen einer Münze wird immer jemand irgendwo Bankrott anmelden müssen, um die Zinsen auszugleichen, die mit immer noch mehr Schulden beglichen werden. Während das Land so weiter in dieses Loch fällt und die Lebenshaltungskosten steigen, wird es immer schwieriger, in dieser Wirtschaft zu überleben. Dieser verzweifelte Versuch zu überleben, in Kombination mit der Erkenntnis, dass wir in dieses System hineingeboren wurden, ist letztendlich der Grund dafür, warum wir diese 40-Stunden-Woche ohne Bedenken akzeptieren.

Jetzt verstehen wir also, was uns in diese Zwickmühle zwingt. Aber wie profitieren Banken und Unternehmen von der 40-Stunden-Woche? Studien zufolge erledigt der durchschnittliche Büroarbeiter in einer achtstündigen Arbeitsschicht weniger als den Gegenwert von drei Stunden Arbeit – und das, obwohl Berichten zufolge der Profit von US-Unternehmen steigt, während die Löhne verringert werden. Zahlen des Bureau of Labor Statistics zufolge ist die Produktivität um 2,3 Prozent pro Jahr im dritten Quartal gestiegen, während die Stundenlöhne sich im dritten Quartal nur um 1,3 Prozent erhöht haben. Dieses Muster besteht bereits seit geraumer Zeit – das summiert sich nach einer Weile. Die Gewinne der Unternehmen sind so hoch wie seit mindestens 85 Jahren nicht mehr. Warum also zahlt man uns nicht mehr, lässt uns weniger arbeiten und schafft so zusätzliche Arbeitsplätze für jene, die sie brauchen? Das führt uns zum Konsumverhalten.

Konsumverhalten:

Das Merriam-Webster-Wörterbuch definiert Konsumverhalten wie folgt: Der Glaube, dass es gut ist für die Menschen, viel Geld für Güter und Dinstleistungen auszugeben. In der Vergangenheit mag dies einmal wahr gewesen sein, aber in unserem aktuellen kapitalistischen System und mit den derzeitigen Lebenshaltungskosten hat das Konsumverhalten mittlerweile negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, insbesondere dann, wenn man die Inflation und die steigenden Schulden in die Rechnung mit einbezieht. Je mehr wir kaufen, desto mehr füttern wir die Unternehmen und die Banken, die uns wiederum wirtschaftlich ausbeuten.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts und der Industriellen Revolution geben die „Verbraucher“ stetig mehr Geld für leichtfertige Käufe aus. Diese Willensschwäche wird von den Unternehmen befeuert und ausgenutzt, indem sie den Handelsgeist (Kommerz, oder die Haltung der Menschen, die zu stark von dem Wunsch beeinflusst sind, Geld zu verdienen um Güter zu kaufen anstelle von anderen Werten – siehe Merriam-Webster) als Hebel verwenden. Das Unterbewusstsein der Gesellschaft wird seit Generationen mit psychologischen Anspielungen beeinflusst, etwa mit an die Verbraucher gerichteter Werbung, die letztendlich zu bestimmten Gewohnheiten und Überzeugungen geführt hat. Einige Beispiele dafür lauten:

“Jetzt kaufen, später zahlen” –Die General Motors Acceptance Corporation (GMAC) pflanzte diesen Gedanken, als sie 1919 gegründet wurde und die Vergabe von Darlehen an Menschen bewarb, die Autos kaufen wollten. Die Amerikaner begannen dann damit, die neuen Kreditkarten für so gut wie alles zu verwenden.

“Mit der Jones-Familie mithalten” (Keeping up with the Joneses) – Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass dies der Beginn der amerikanischen Konsumkultur ist. Diese Denkweise setzte ein, als GM den jährlichen Autowechsel einführte. Die Menschen wollten jedes Jahr das neueste Modell fahren und bald verbreitete sich diese Idee. Die meisten unter uns, ob wir es nun zugeben wollen oder nicht, kennen diese Mentalität. Anstatt unseren alten Toaster zu behalten, der noch wunderbar funktioniert, möchten wir das neue Modell aus rostfreiem Stahl im Retro-Stil, weil der auf unserem Küchentresen so wahnsinnig modern aussieht.

“1929-1945 Wirtschaftskrise und Krieg” –Kurs nach der Wirtschaftskrise folgte der 2. Weltkrieg. In dieser Zeit versprachen die Werbeleute, dass die Produkte verfügbar sein würden, sobald Frieden einträte. Daraus ergab es sich, dass die Kunden (Konsumenten) nur allzu bereitwillig das Geldausgeben sofort nach Ende des Kriegs wieder aufzunehmen.

“Frieden” – Als der Krieg vorüber war, versüßten der Optimismus der Konsumenten und das Wirtschaftswachstum den Sieg.

“Bargeldlos zahlen!” (Charge it!) – Kreditkarten wurden zuerst vom Diners Club beworben — ein Kundenkarten-Anbieter für der wohlhabende und weitgereiste Personen auf der ganzen Welt. Andere Firmen folgten und bewarben Kreditkarten als „Zeitspar-Geräte“, anstatt als eine Möglichkeit, Geld auszugeben, das gar nicht existierte.

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“Größer ist besser” –In den 1970er Jahren verschickten Firmen massenweise Kreditkarten auch an all jene, die sie gar nicht bestellt hatten. Da die Amerikaner bereits von der Vorstellung vereinnahmt waren, dass größer auch besser ist, schlachtete der Kreditkarten-Boom diese Idee nun vollends aus. Mit einem Mal war es für die Menschen möglich, extravagante Gegenstände zu erwerben, die sie vorher nicht leisten konnten, obwohl viele unter ihnen dadurch in die Schuldenfalle rutschten. Der Kongress musste schon bald den Kreditkarten-Boom regeln und es verbieten, Karten an die Leute zu versenden, die sie nicht zuvor angefordert hatten.

Firmen aus allen möglichen Industriezweigen tragen ihren Anteil der Schuld an der Neigung der Menschen, mit ihrem Geld sorglos umzugehen und sie ermutigen die Angewohnheit, Geld beiläufig oder für Unwichtiges auszugeben. In der Dokumentation The Corporation erläutert beispielsweise ein Marketing-Psychologe eine Methode, die sie verwendet hat, um ihre Verkaufszahlen zu erhöhen. Dabei wurden Kinder zum Nörgeln ermutigt, damit ihre Eltern ihnen Spielzeug kauften. Die Studien zeigten, dass 20 bis 40% der Einkäufe dieser Art erfolgten, nachdem die Kinder bei ihren Eltern gequengelt hatten.

“Man kann die Wünsche der Konsumenten manipulieren und sie so dazu bringen, die Produkte zu kaufen. Das ist ein Spiel.”, sagt Lucy Hughes, Mit-Erfinderin des “The Nag Factor” (etwa:  „Nörgel-Faktor“; im Englischen auch bekannt als „Pester Power“).

Die 40-Stunden-Arbeitswoche ist das ultimative Werkzeug für Firmen, um diese Kultur des übermäßigen Geldausgebens aufrecht zu erhalten. Bei unseren derzeitigen Arbeitsbedingungen werden die Menschen dazu gezwungen, ihr Leben während der Abendstunden und an ihren freien Tagen zu leben. Wir stellen fest, dass wir mehr dazu geneigt sind, viel für Unterhaltung und Bequemlichkeit auszugeben, weil wir kaum Freizeit haben. Wenn wir dann einmal Zeit für uns selbst haben, dann vergeht sie viel zu schnell. Deshalb ignorieren wir die Aktivitäten, die kostenlos sind – Spazieren gehen, trainieren, lesen, meditieren, Sport, Hobbys etc., weil sie viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Während manche für mehr Geld auf Zeit für sich selbst verzichten, werden andere nicht nur ihrer persönlichen Freiheit beraubt, sondern müssen auch noch dazu darum kämpfen, um über die Runden zu kommen. Der „perfekte“ Kosument arbeitet in Vollzeit, verdient eine beträchtliche Geldsumme, gönnt sich viel in seiner Freizeit und hat am Ende des Monats gerade mal so eine schwarze Null auf dem Konto. Jedoch verschwenden auch Menschen, die nicht viel verdienen, ihr Geld manchmal schrittchenweise für unnötige Gegenstände aus den falschen Gründen – hier ein Kaffee bei Starbucks, dort ein Cheeseburger bei McDonald’s, und dann wären da noch diese wirklich coolen fusseligen Würfel, die vom Rückspiegel ihres 1993er Honda Civic hängen.

Aus welcher Perspektive man es auch betrachtet: Wir sind zu einer unglücklichen, hirnlosen und überarbeiteten Gesellschaft geworden. Wir kaufen idiotische Sachen, die uns ein paar Momente des Glücks versprechen, bevor wir wieder gelangweilt sind und weitermachen. Wir verspüren ein Bedürfnis, mit Modeerscheinungen Schritt zu halten, oder unsere Kindheitsvision dessen zu erfüllen, wie wir uns das Erwachsensein vorgestellt haben. Wir verstecken unsere Unsicherheit, vermeiden bestimmte Themen und ersetzen psychologische Bedürfnisse mit materiellen Gegenständen. Weil die freie Zeit in unserer Gesellschaft rar bleibt, geben wir mehr Geld für Komfort aus, für Belohnungen und für alle anderen Erleichterungen, die wir uns mit Geld kaufen können.

Amerikas Ungesundheit zu fördern ist für die großen Geschäftemacher extrem profitabel und bis jetzt haben sich ihre Bemühungen wunderbar ausgezahlt. Unsere Gesellschaft ist zu einer Industrie verkommen, die von Lohnsklaverei angetrieben wird. Unser Konsumverhalten ist ein Schlüsselelement in diesem korrupten System – eines, auf das die Menschen direkt Einfluss nehmen können. Die Konsumenten sind die Einzigen, die dem Konsum Einhalt gebieten können.

Quellen:

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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