Die Ungleichheit wird obszön: Acht Männer besitzen die Hälfte des weltweiten Vermögens

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Es ist überaus grotesk, dass eine Gruppe von Männern, die leicht in ein einziges Golfmobil passen würden, mehr besitzen als die ärmere Hälfte der Menschheit.

Wie sieht die Ungleichheit an Vermögen und Einkommen wirklich aus? 2015 besaßen die reichsten 1% der Menschheit 48% des gesamten weltweiten Vermögens. 2016 besaßen nur 62 Einzelpersonen so viel Vermögen wie die Hälfte der Weltbevölkerung. 2017 ist die Kluft größer denn je: Acht Multimilliardäre auf dem Planeten – zu denen sechs Amerikaner gehören – besitzen mehr Vermögen als die Hälfte der Weltbevölkerung zusammengenommen.

Im Bericht An Economy for the 99%, der zu einem Durchgreifen bei der Steuerhinterziehung und einer Verlagerung weg vom Turbokapitalismus der Aktionäre aufruft, der sich unverhältnismäßig zugunsten der Reichen auszahlt, warnte Oxfam, dass die Lücke zwischen den Reichen und Armen weit größer ist als befürchtet.

Eine Analyse von Oxfam, die die Kluft als “obszön” bezeichnete, befand, dass die acht superreichen Männer zusammengenommen ein Vermögen von 426 Milliarden Dollar [ca. 400 Milliarden Euro] besitzen; im Gegensatz dazu besitzt ärmere Hälfte der Menschheit von 3,6 Milliarden Menschen ein Vermögen von zusammengenommen 409 Milliarden Dollar [ca. 383 Milliarden Euro].

Der Bericht kam zu dem Ergebnis, dass das Einkommen der ärmsten 10% der Menschen sich zwischen 1988 und 2011 um weniger als drei Dollar pro Jahr erhöhte, während sich das Einkommen der reichsten 1% um das 182-fache erhöhte.

Laut der Milliardär-Liste von Forbes sind dies die acht reichsten Menschen der Welt, von denen Oxfam sagt, dass sie die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzen:

1. Bill Gates (USA)
Mitgründer von Microsoft, Investor, Autor und Philanthrop Eigenkapital 75 Milliarden Dollar [ca. 70,31 Milliarden Euro]
2. Amancio Ortega (Spanien)
Gründer von Inditex, Bekleidungszubehörkette Zara Eigenkapital 67 Milliarden Dollar [ca. 62,81 Milliarden Euro]
3. Warren Buffett (USA)
Geschäftsführer von Berkshire Hathaway Eigenkapital 60,8 Milliarden Dollar [ca. 57 Milliarden Euro]
4. Carlos Slim Helu (Mexiko)
Inhaber von Grupo Carso Eigenkapital 50 Milliarden Dollar [ca. 46,87 Milliarden Euro]
5. Jeff Bezos (USA)
Gründer, Vorsitzender und Geschäftsführer von Amazon Eigenkapital 45,2 Milliarden Dollar [42,37 Milliarden Euro]
6. Mark Zuckerberg (USA)
Mitgründer, Vorsitzender und Geschäftsführer von Facebook Eigenkapital 44,6 Milliarden Dollar [ca. 41,81 Milliarden Euro]
7. Larry Ellison (USA)
Mitgründer und Geschäftsführer von Oracle Eigenkapital 43,6 Milliarden Dollar [ca. 40,87 Milliarden Euro]
8. Michael Bloomberg (USA)
Gründer, Inhaber und Geschäftsführer von Bloomberg LP Eigenkapital 40 Milliarden Dollar  [ca. 37,50 Milliarden Euro]

Mark Goldring, der Geschäftsführer von Oxfam Großbritannien, bemerkte dazu:

Die diesjährige Momentaufnahme der Ungleichheit ist klarer, genauer und schockierender als jemals zuvor. Es ist überaus grotesk, dass eine Gruppe von Männern, die leicht in ein einziges Golfmobil passen würden, mehr besitzen als die ärmere Hälfte der Menschheit.

Während einer von neun Menschen heute Abend hungrig zu Bett gehen wird, haben eine handvoll Milliardäre so viel Geld, dass sie mehrmals leben müssten, um alles ausgeben zu können. Die Tatsache, dass eine superreiche Elite in der Lage ist, auf Kosten der Übrigen von uns im In- und Ausland erfolgreich zu sein, zeigt, wie sehr unsere Wirtschaft aus den Fugen geraten ist.

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Die Ungleichheit sorgt nicht nur dafür, dass Millionen von Leute in Armut gefangen bleiben, sie spaltet unsere Gesellschaften und vergiftet unsere Politik. Es ist einfach nicht richtig, dass Führungskräfte massive Bonuszahlungen mit nach Hause nehmen, während die Löhne der Arbeiter stagnieren, oder dass multinationale Konzerne und Milliardäre Steuern hinterziehen, während die öffentliche Versorgung gekürzt wird.

Bloomberg berichtet, dass Bill Gates, der reichste Mann der Welt, mehr als 30 Milliarden an die Bill and Melinda Gates Foundation gespendet hat, die bisher 35 Milliarden Dollar gewährt hat, um Hunger, Krankheit und Armut zu bekämpfen.

Während das Beispiel Gates veranschaulicht, wie übermäßiger Wohlstand wieder zurückgeführt werden kann, um den Armen zu helfen, glaubt Oxfam, dass solch “große Menschenliebe” nicht am Kern des Problems rüttelt. Max Lawson, der strategische Leiter von Oxfam, bemerkte:

Es gibt ein großes Händeringen – und zweiffelos geben Trumps Sieg und der Brexit einen neuen Anstoß für dieses Jahr – aber es gibt einen Mangel an konkreten Alternativen zur gewohnten Tagesordnung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein kapitalistisches System zu betreiben, das viel vorteilhafter für die Mehrheit der Menschen sein könnte.

Wenn Milliardäre sich dazu entschließen, ihr Geld herzugeben, dann ist das eine gute Sache. Aber es kommt auf die Ungleichheit an, und man kann nicht an einem System festhalten, bei dem Milliardäre konsequent geringere Steuersätze zahlen als ihre Sekretärin oder Putzfrau.

Was verursacht diese irrsinnige Ungleichverteilung des Reichtums? Vetternwirtschaft, Steuerhinterziehung und Ausbeutung der Arbeiterschaft spielen eine entscheidende Rolle, sagt Oxfam:

Überall auf der Welt drücken die Konzerne rücksichtslos die Löhne nach unten auf Kosten der Arbeiter – und stellen damit sicher, dass die Arbeiter und Hersteller innerhalb ihrer Lieferkette immer weniger vom ökonomischen Kuchen abbekommen. Dies erhöht die Ungleichheit und senkt die Nachfrage.

Konzerne maximieren teilweise den Profit, indem sie so wenig wie möglich Steuern bezahlen. Sie tun dies, indem sie sich Steueroasen zunutze machen oder dafür sorgen, dass Länder miteinander um Steuervergünstigungen, Steuerbefreiungen und niedrigere Steuersätze konkurrieren. Die Körperschaftssteuersätze sinken auf der ganzen Welt, und dies stellt – zusammen mit der weit verbreiteten Steuerhinterziehung – sicher, dass viele Konzerne minimale Steuern bezahlen. Jeder Dollar Profit, der für die Aktionäre der Großkonzerne abfällt, ist ein Dollar, der dafür hätte ausgegeben werden können, um die Hersteller oder Arbeiter besser zu bezahlen, mehr Steuern zu bezahlen oder in die Infrastruktur oder in Innovationen zu investieren.

Vetternwirtschaft nützt den Reichen, den Leuten, die diese Konzerne besitzen und leiten, auf Kosten der Gemeinnützigkeit und Senkung der Armut. Das bedeutet, dass kleinere Unternehmen miteinander konkurrieren und gewöhnliche Leute am Ende mehr für Waren und Diemstleistungen bezahlen, indem sie mit Kartellen und der Macht der Monopole von Großkonzernen konfrontiert werden, und denjenigen, die enge Verbindungen zur Regierung unterhalten.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/inequality-gets-obscene-8-men-own-half-the-worlds-wealth/

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5 Comments

  1. Ein paar mehr gibt es schon noch davon ,und es ist doch logisch das sie immer reicher werden ,wenn Mensch als Sklave nur Nutzvieh ist.Ergeht es den Tieren in der Massentierhaltung anders ?Nein,Massentierhaltung finde ich eh unmöglich ,gab es früher auch nicht und der Mensch kam klar.Trägt ein Löwe einen Kühlschrank mit sich herum per Huckepack ? Es ist doch mehr oder weniger die Habgier ,ich möchte damit nicht tauschen .Was nützt es einen Menschen wenn er die Seele verliert und somit zum Teufelchen wird -nichts-ein erfülltes Leben besteht daraus etwas gutes zu tun.Wenn ich soviel Geld besitzen würde ….so würde ich mich mal 5 min hinsetzen,darüber nachdenken was habe ich im Bezug auf das Leiden anderer -nichts-ich würde Hilfe aus ganzem Herzen geben,und wenn es nur ein paar Euro wären um anderen eine Freude zu machen,man sollte dabei die vielen Kinder nicht vergessen-dann habe ich ein Herz ,dann besitze ich eine Seele ,dann bin ich innerlich glücklich ,dann habe ich ein reines Gewissen.Besitze ich von all dem nichts ,dann tut es mit nur leid und ist sehr bedauerlich .Ich habe nicht viel aber ich spende jeden Monat 5 Euro an den Tierschutz ,es ist nicht viel aber ich leide mit den Tieren die so gequält werden;so unnötig so sinnlos alles ohne Gewissen .

  2. Es gibt weltweit ~5 Billionen US Dollar, die ~430 Miliarden der Acht entsprechen ~8%.

    Das ist selbstverständlich immernoch viel zu viel, wenn man bedenkt, dass das 100.000 US Dollar für 4,5 Millionen Menschen wären, aber 50% ist dann doch ein wenig übertrieben…

  3. Mensch, sind die Rothschilds und die Rockefellers aber verdammt ARM; die schaffen es noch nicht mal auf den 8. Platz . . .

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