Der Mann, der die Welt vor einem Atomkrieg bewahrte, starb im Alter von 77 Jahren

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Als der Kalte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion einen Punkt erreicht hatte, wo die beiden Länder beinahe Atomwaffen gegeneinander benutzten, wandte Oberstleutnant Stanislav Petrov einen möglichen Atomkrieg ab. Ironischerweise ist er ohne irgendwelche Fanfaren im Alter von 77 Jahren verstorben.

Der Vorfall, der den russischen Oberstleutnat zu einem der verkannten Helden des Kalten Krieges machte, ereignete sich um Mitternacht am 26. September 1983 – vor genau 34 Jahren. Petrov, der bei einem Raketen-Frühwarnsystem am Rande von Moskau im Einsatz war, sah, dass das System einen nahenden Raketenstreik der Vereinigten Staaten anzeigte.

Nach dem Start der Raketen hätte der Kreml nur 30 Minuten Zeit für eine Entscheidung über einen Gegenschlag gehabt. Doch anstatt seinen Vorgesetzten über die Meldungen zu berichten, wonach mehrere Raketen gestartet worden seien, verwarf er sie als Fehlalarm. Das war eine Verletzung seiner Weisungen, eine Pflichtverletzung. Seine mutige Entscheidung rettete jedoch wohl die Welt, da das Protokoll für das sowjetische Militär vorsah, mit einem eigenen Atomangriff zu reagieren.

Petrov sagte gegenüber RT im Jahr 2010:

“Als ich die Warnmeldung sah, stand ich von meinem Stuhl auf. Alle meine Untergebenen waren verwirrt, also fing ich an, Ihnen lautstark Befehle zu erteilen, um Panik zu vermeiden. Ich wusste, dass meine Entscheidung eine Menge Konsequenzen haben würde.”

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Das Radar zeigte eine einzige Rakete aus Richtung der Vereinigten Staaten. Jetzt war das Rennen im Gange: War die Rakete echt oder ein Computerfehler? Mein Chef akzeptierte per Telefon, dass es wahrscheinlich ein Fehler sei. Aber sobald er aufgelegt hatte, ging die Sirene zum zweiten Mal an. Riesige blutrote Buchstaben erschienen auf unserem Hauptbildschirm und sagten ‘START’. Das System sagte, dass vier weitere Raketen gestartet worden seien.”

“Für mich reimte sich das nicht zusammen. Jeder Angriff durch die USA wäre doch allumfassend gewesen, um zu versuchen, eine sowjetische Reaktion zu lähmen. Wenn sie jedoch echt waren, hatte ich nur 30 Minuten, um meine Vorgesetzten zu informieren bevor die Sprengköpfe treffen würden. Mein gemütlicher Sessel fühlte sich an wie eine glühendheiße Bratpfanne an, und meine Beine wurden schlaff. Es fühlte sich so an, dass ich nicht einmal aufstehen könnte. So nervös war ich, als ich diese Entscheidung traf.”

Petrov hielt an seiner Entscheidung fest, brach die sowjetischen Militärregeln, und behielt Recht. Es gab tatsächlich keine Raketen. Die sowjetischen Satelliten hatten Reflexionen aus den Wolken als Raketenstart misinterpretiert, und das automatisierte System hatte den Alarm ausgelöst.

Obwohl er die Welt gerettet hatte, bekam Petrov in seinem Land kein Lob. Tatsächlich wurde er wegen fehlerhafter Entragungen im Logbuch gescholten, und für die nächsten 10 Jahre zum Schweigen gezwungen. Aber 1998 veröffentlichte General Yury Votintsev seine Memoiren und enthüllte Petrovs Rolle bei der Rettung der Welt vor einem thermonuklearen Konflikt.

In den folgenden Jahren ist Petrov weltweit Anerkennung für sein Handeln zuteil geworden. Er wurde von der Vereinigung der Weltbürger im UN-Hauptquartier im Jahr 2006 als “Der Mann, der einen Atomkrieg abgewendet hat” geehrt. Im Jahr 2013 erhielt er den prestigeträchtigen Dresdner Friedenspreis, aber die russische Armee verlieh ihm niemals irgendeine Medaille.

Stanislav Petrov (rechts), erhält seine Auszeichnung von Karlheinz Koegel, Chef der Deutschen Medienforschungsgruppe bei der Deutschen Medienpreisverleihung 2011 in Baden Baden am 24. Februar 2012. REUTERS / Alex Domanski (DEUTSCHLAND – Tags: ENTERTAINMENT MEDIA

Verweise:

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1 Comment

  1. Für mich ist dieser Mann ein großer Held der Geschichte, denn Dank ihn ist die Welt nicht in Schutt und Asche gelegt worden.

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