Rotes Kreuz gibt zu, nicht zu wissen, wie die HUNDERTEN MILLIONEN DOLLAR Spendengelder für Opfer des Wirbelsturms Harvey ausgegeben werden

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Obwohl das Rote Kreuz einen historisch guten Ruf dafür hat, Opfer von Naturkatastrophen und anderen Notfällen zu helfen, haben die Praktiken der Organisation in den letzten Jahren ihren Namen getrübt.

Inmitten des katastrophalen Erdbebens in Haiti im Jahr 2010, nahm das Rote Kreuz Berichten zufolge fast 500 Millionen US Dollar an Spendengeldern ein, baute indes wohl nur sechs Häuser von diesen Mitteln, obwohl sie behaupteten, sie hätten 130.000 Menschen Häuser zur Verfügung gestellt. Dieses Versagen veranlasste einige Haitianer dazu, der Welt von Spenden an das Rote Kreuz abzuraten. Sogar unsere deutschen Zeitungen berichteten darüber, wie z.B. die Zeit.

Der Organisation wurde vorgeworfen, Mittel und Sachspenden umgeleitet zu haben, um ihr öffentliches Bild während des Hurrikans Sandy zu stärken. Wie eine Untersuchung von NPR und ProPublica feststellte:

Die Zentrale des Roten Kreuzes in Washington ‘hat Vermögensgegenstände für Öffentlichkeitsarbeits-Zwecke umgeleitet.’  

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der die Hilfsbemühungen nach Sandy leietete, sagt, dass 40 Prozent der verfügbaren Lkws als Kulisse für Nachrichtenkonferenzen eingeteilt wurden.”

Die Medien berichteten dass “die Verteilung der Hilfe ‘politisch motiviert erfolgte, anstatt [vom Roten Kreuz] geplant gewesen zu sein'” und stellten zahlreiche organisatorische Versagen fest.

Weiterhin wurde in einem im vergangenen Jahr veröffentlichten Bericht des US Senators for Iowa, Chuck Grassley, festgestellt, dass 25% der Mittel, die als Hilfe für Opfer des Erdbebens gespendet wurden, tatsächlich für interne Kosten ausgegeben wurden. Das belief sich auf rund 124 Millionen Dollar.

Inmitten des Hurrikans Harvey in Texas anfangs des Monats hat das Rote Kreuz zugeben, dass es derzeit nicht wisse, wie die Mittel, die es empfängt, ausgegeben werden.

Der Radiosender NPR interviewte in einer Morgensendung den Offiziellen des Roten Kreuzes Brad Kieserman und fragte ihn, wie die Mittel verteilt würden.  Kieserman sagte, dass zu diesem Zeitpunkt, “50 Millionen Dollar an Hilfe für Harvey-Opfer ausgegeben wurde, hauptsächlich für 232 Unterkünfte für 66.000 Menschen.”

Von den Spendeneinnahmen, wie viel von jedem Dollar geht in die Hilfe?” fragte Ailsa Chang von NPR ihn.

Aber er antwortete, ohne tatsächlich eine Antwort auf ihre Frage zu geben:

Nun, ich glaube nicht, dass ich die Antwort darauf besser kenne als der Hauptspendenwerber weiß, wie viel es kostet, eine Einsatztruppe von Freiwilligen für eine Woche einzusetzen, und wie viele Notfalleinsatzfahrzeuge heute auf der Straße sind. Also ich denke, wenn er in diesem Interview wäre und Sie ihn nach der Zahl von Hilfsfahrzeugen in Texas fragten, ich glaube nicht, dass er die Antwort wüsste, und ich weiß die Antwort auf die finanzielle Frage nicht, so fürchte ich.”

Die Interviewerin hakte sodann nach hinsichtlich früheren Versagens des Roten Kreuzes und die Fehlleitung von Mitteln. Laut der Mitschrift von NPR:

Läuft das immer noch so? Solch ein erheblicher Prozentsatz der Spenden geht für interne Verwaltungskosten drauf, anstatt in die Hilfe?

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Kieserman: “Darin habe ich keinen Einblick. Ich kann darüber reden, was es kostet, bestimmte Hilfsdienste zu erbringen.”

Chang: “Ja.”

Kieserman: “Aber die Art und Weise, wie der interne Einkommensstrom funktioniert …”

Chang: “Sie wissen nicht, welcher Anteil der Beträge.”

Kieserman: “Nicht wirklich.”

Chang: “Sie wissen nicht, welcher Teil des gesamten Geldes für die Opferhilfe ist.”

Kieserman: “Nein, das tue ich wirklich nicht. Ich wünschte, ich könnte Ihre Frage beantworten, aber in der Rolle, die ich in dieser Organisation habe, ist das nicht in meinem Sichtfeld.”

Der Offizielle bestand schließlich darauf: “Die Leute, für die ich arbeite, sind sehr, sehr auf Kosteneffizienz und Effektivität bedacht, um sicherzustellen, dass möglichst jeder Dollar, den wir für eine Operation ausgeben, den Opfern zugute kommt

Slate Reporter Jonathan Katz berichtete ebenfalls, dass die Organisation es ablehnte, offenzulegen, wie viel Geld sie bisher eingenommen oder ausgegeben hat. Katz forderte die Leser schließlich auf, nicht an das Rote Kreuz zu spenden.

Das Rote Kreuz steht weiterhin in der Kritik, und Aufrufe an hilfswillige Einzelpersonen drängen diese dazu, ihre Spenden anderweitig zu machen. The Independent berichtet, dass Dan Gillmor, Autor und Professor an der Arizona State University Walter Cronkite Schule für Journalismus, davon abgeraten hat, an das Rote Kreuz zu spenden. Viele Nutzer in den Sozialen Medien haben sich ähnlich ausgedrückt.

Trotz der Fehler des Roten Kreuzes gibt es jedoch viele andere Organisationen, die wichtige Arbeit leisten.

Zahlreiche Organisationen und Unterkünfte vor Ort stellen Hilfe und wesentliche Dienstleistungen bereit. Wenn Sie selbst spenden bzw. helfen möchten, können Sie einige davon überall im Internet finden.

 

Verweise:

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