Deutschland geht leer aus: Was geschieht mit den 73 Sitzen Großbritanniens in der EU?

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Ein deutscher EU-Abgeordneter vertritt 854.838 Wähler, einer aus Malta 72.401 Menschen. Um die 73 Sitze, die mit dem Brexit im EU-Parlament leerwerden, wird heftig debattiert. Nur Deutschland wird bei der Neuverteilung leer ausgehen.

Durch das Ausscheiden Großbritanniens aus dem Europäischen Parlament werden die 73 britische Sitze frei. Das EU-Parlament will diese nicht streichen und damit die Anzahl der Parlamentarier von derzeit 751 Sitze verringern. Man nutzt lieber die Gelegenheit, um die Anzahl der Sitze für einige Länder aufzustocken.

Am Dienstag stimmte der Ausschuss für konstitutionelle Angelegenheiten über die Sitzverteilung ab und schlug vor, zunächst 27 der 73 Sitze neu zu verteilen. Dabei soll eine Anpassung an die Bevölkerungszahlen in den Mitgliedsstaaten stattfinden. Die Staaten, deren Bevölkerungszahlen stiegen, sollen weitere Sitze hinzubekommen, jedoch die, die an Bevölkerung verloren haben, sollen keine Sitze abgeben müssen.

Man einigte sich darauf, dass fünf der Sitze jeweils an Frankreich und Spanien gehen, Italien und die Niederlande erhalten drei, Irland zwei. Estland, Kroatien, Finnland, die Slowakei, Rumänien, Polen, Österreich, Dänemark und Schweden bekommen jeweils einen Sitz hinzu.

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Auffällig ist, dass Deutschland zwar eine Bevölkerungssteigerung erlebt, jedoch keinen neuen Sitz hinzubekommt. In Artikel 14 EUV ist festgelegt, dass kein Land mehr als 96 Sitze haben kann (die Deutschland schon hat) – und damit ist Deutschland generell von jeder weiteren Sitzverteilung ausgeschlossen.

Interessant daran ist, dass ein deutscher Abgeordneter 854.838 Wähler vertritt, während für Malta ein Abgeordneter 72.401 Menschen vertritt. Damit ist die deutsche Bevölkerung die am schlechtesten repräsentierte in der EU. Es gilt das Prinzip, dass kleine Staaten der EU nach der „degressiven Proportionalität“ mehr Abgeordnete pro Wähler als die großen Staaten bekommen.

Video: Jörg Meuthen (AfD) – absurde Konsequenz aus dem Brexit für das EU-Parlament

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2 Comments

  1. Ein “deutscher” EU-Abgeordneter kostet etwa 43.000 € monatlich (Gehalt, Tagegeld, Pauschalen, Mitarbeiter-Finanzierung).
    Manche Abgeordneten bekommen in Bezug auf das Grundgehalt mehr (Italien, Österreich), andere weniger (z. B. Abgeordnete aus Osteuropa).

    Da könnte man doch mit dem Verzicht auf diese 73 Sitze so einiges einsparen.
    Aber mit dem Geld anderer Leute muss man es ja nicht so genau nehmen.

    Dann haben es manche auch noch nötig, Abrechnungsbetrug zu begehen, z. B. bei den Reisekosten.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-parlament-dutzende-faelle-suspekter-reisekosten/19332774.html

  2. MERKEL sind Flüchtlinge lieber. Schließlich kostet Deutschland ein Flüchtling deutlich weniger als ein EU-Abgeordneter !!!

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