Der Kriegs-Fotograf, der die Welt mit Photoshop-Bildern betrog

in Welt

Der brasilianische Fotograf Eduardo Martins erstaunte einst die Welt mit seinen atemberaubenden überall auf dem Planeten aufgenommenen Fotos. Da gab es jedoch ein großes Problem: Es waren nicht seine Fotos.

„Eduardo Martins“ war ein bekannter Fotograf, der über 120.000 Instagram-Anhänger für seine mächtigen Fotos von Menschen in kriegszerrissenen Nationen gesammelt hatte.

Aber die Dinge änderten sich vor kurzem, als ein paar Journalisten Verdacht schöpften.

Martins hatte behauptet, ein UN-Fotograf zu sein und sagte gegenüber BBC Brasilien per WhatsApp im August: „Ich bin ein humanitärer (Freiwilliger) im Dienst der Vereinten Nationen (UN). Ich arbeite in der Organisation von Flüchtlingslagern“, eine Aussage, die er über mehrere Jahren hinweg aufrecht erhalten hatte.

Das war anscheinend nur eines von vielen Details in einem erfundenen Leben, in dem Martins behauptete, ein 32-jähriger brasilianischer Fotograf zu sein, der als Kind Leukämie überlebte, bevor er bei der UNO angefangen habe.

Martins’s Fotos wurden über Jahre hinweg von Publikationen wie dem Wall Street Journal und The Telegraph verwendet, bevor eine BBC-Reporterin namens Natascha Ribeiro mit einigen Nachforschungen begann.

Ribeiro sagt, Martins habe BBC Brasilien im Hinblick auf eine Verwendung seiner Bilder angesprochen, sie sogar kostenlos angeboten, war aber für Kommunikation nur über WhatsApp verfügbar.

Martins Erklärung dafür, dass es keine Telefonkontakt-Möglichkeit zu ihm gab, war, dass er damals in Mosul, Irak, gewesen sei.

Als Ribeiro tiefer grub, entdeckte sie, dass niemand jemals von Martins gehört hatte. Keine Regierung, keine Reporter in Mosul. Sogar die UNO, Martins angeblicher Arbeitgeber, hatte keine Daten über ihn.

Also, wenn Martins nicht wirklich existierte, woher kamen dann die Fotos? Und war das überhaupt Martins in seinen Bildern?

Nun, die Antworten waren ein wenig verblüffend.

Der Mann, der in Martins Instagram Fotos abgebildet ist, ist eigentlich der britische Surfer Max Hepworth-Povey, kein Brasilianer.

 

Und die Fotos, die Martins angeblich aufgenommen hat? Viele davon gehören dem amerikanischen Fotografen Daniel C. Britt.

Mindestens neun von Britts Fotos waren laut BBC zuvor von Martins gestohlen und an Agenturen wie Getty und Zuma verkauft worden.

Martins hatte einige Fotos gespiegelt oder machte kleine Änderungen mit Photoshop, um zu verhindern, dass jemand, einschließlich Britt, sie mit einer Bild-Umkehrsuche in Google zu den Originalen zurückverfolgen könnte.

– SCREENSHOT VON MARTIN’S MITTLERWEILE GELÖSCHTEM INSTAGRAM-KONTO –

Nachdem eine brasilianische Galerie Interesse geäußert hatte, eine Ausstellung mit Martins‘ Arbeiten zu machen, zog der Fotografen-Kollege und Journalist Fernando Costa Netto, der eine Online-Freundschaft mit Martins hatte, ihn unabsichtlich in die Untersuchung über seine Authentizität.

Martins Instagram-Konto wurde seltsamerweise gelöscht, und eine letzte WhatsApp-Nachricht von Martins besagte: „Ich bin in Australien, ich habe die Entscheidung getroffen, ein Jahr lang in einem Van um die Welt zu reisen. Ich werde alles kappen, einschließlich Internet, ich habe GI (Instagram) gelöscht. wenn ich zurückkomme…Danke, ich werde den Schwung beenden, Gott sei mit Euch. “

Die mit Martins WhatsApp-Konto verbundene Telefonummer wurde seitdem ebenfalls gelöscht.

Twitter teilte die schockierenden Nachrichten:

 

Manche fanden es ziemlich beeindruckend:

Aber auch ein bisschen beunruhigend:

Martins‘ wahre Identität werden wir vielleicht nie erfahren.

 

 

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