„Spiegel TV“: Deutsche IS-Frauen in Syrien fühlen sich im Stich gelassen

in Medien/Menschenrechte
  • Das Magazin “Spiegel TV” hat zwei deutsche IS-Frauen in einem kurdischen Gefangenenlager in Nordsyrien getroffen.
  • Die beiden Mütter wollen so schnell wie möglich nach Deutschland – und fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen.
  • Im Video oben erfahrt ihr, wie Extremisten, auch aus Deutschland, über Facebook zusammenfinden.

Rund 40 Frauen aus Deutschland sollen sich derzeit als Gefangene in einem kurdischen Lager in Nordsyrien befinden. Die Frauen hatten sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen. Und sie wollen nun offenbar nur eins: zurück nach Deutschland.

Das Problem: Das Bundeskriminalamt lässt sie nicht.

Das TV-Magazin “Spiegel TV” hat zwei der Frauen getroffen: Merve Aydin aus Hamburg und Sandra Mayer aus München. Die beiden befinden sich in dem kurdischen Gefangenenlager, nicht weit entfernt der syrischen Stadt Kamischli.

Dort sollen sich insgesamt 400 Frauen mit ihren Kindern aufhalten, die früher für den IS gekämpft haben.

“Kindern ein gutes Leben ermöglichen”

“Ich wünsche mir, dass ich so schnell wie möglich mit meinen Kindern nach Deutschland zurück kann”, sagt die Münchnerin Mayer, wie das Nachrichtenportal “Spiegel Online” am Sonntag vor Ausstrahlung des Berichts berichtet. Sie wolle ihren Kindern ein gutes, ruhiges Leben ermöglichen.

Vor der Internierung habe sie in Rakka, der inoffiziellen Hauptstadt des IS gelebt. Dort habe sich ihr Leben nur um den IS gedreht, berichtet sie.

Es sei aber schön gewesen, sagte sie laut “Spiegel Online”.  

Two young women at the IDP camp in Ain Issa / Syria. Here mainly people from the region Deir ez-Zor have found refuge. (Photo by Sebastian Backhaus/NurPhoto via Getty Images)

Auch die Hamburgerin Aydin sei in Rakka glücklich gewesen, erzählt sie dem TV-Team. Sie war 2014 mit ihrem Freund, dem IS-Kämpfer Bilal Zagarti nach Syrien gereist, wo die beiden heirateten.

Ihre beiden Kinder kamen in Rakka zur Welt. Der zweite Sohn kurz nachdem Zagarti bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen war.

“Ich war glücklich”

“Ich hatte meine vier Wände, mein Kind, meinen Mann”, sagt die junge Frau. “Ich war glücklich, und mich hat eigentlich auch nichts anderes interessiert.” Was um sie herum geschehen sei, habe sie nicht mitbekommen.

Nachdem ihr Mann gestorben sie, sagt Aydin, habe sie den IS freiwillig verlassen. Das sei für sie der Beweis, dass sie der Ideologie den Rücken gekehrt habe.

Und auch Aydin will so schnell wie möglich nach Deutschland zurück. Doch so einfach ist das nicht. Denn das Bundeskriminalamt will jeden Einzelfall genau prüfen, um sicherzugehen, dass keine IS-Terroristen nach Deutschland reisen.

Im Falle der beiden Frauen sind Zweifel wohl angebracht.

Fraglich, welche Rolle die IS-Frauen eingenommen haben

Bereits Ende April waren zwei Frauen, die sich der Terrormiliz angeschlossen hatten, mit ihren Kindern aus dem Irak nach Deutschland zurückgekehrt.

Eine Konvertitin aus Baden-Württemberg sowie eine Deutschtürkin aus Hessen. Eigentlich haben die Behörden die Frauen damals festnehmen wollen, doch es habe ihnen die rechtliche Handhabe gefehlt, wie die Zeitung “Die Welt” berichtete. 

Denn: Welche Rolle die IS-Frauen innerhalb des Terror-Staates eingenommen haben, ist unklar. Es ist fraglich, ob die Frauen sich nur um Männer und Kinder gekümmert haben oder aber eine aktive Rolle eingenommen haben.

Aydin ist wegen der verwehrten Rückreise sauer auf Deutschland. “Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient”, sagt sie dem Team von “Spiegel TV”. “Uns wird diese Chance von Deutschland nicht gegeben.”

Sie fühle sich im Stich gelassen. Denn im kurdischen Lager sei das Leben der “Horror”. Sie kriege Depressionen und könne die Zelte nicht mehr sehen.

Den ganzen Bericht über die IS-Frauen könnt ihr am Sonntag um 22:55 Uhr in “Spiegel TV” bei RTL sehen.

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3 Comments

  1. Die konvertierte Münchnerin Mayer hätte doch wissen müssen auf was sie sich da einlässt !
    Nun will sie wieder zurück in die BRiD weil es hier natürlich besser ist für solch goldige Menschen als dort wo sie gerade ist.
    Aber wie lange noch wird es >BESSER< sein ?

  2. Sie kann die Zelte nicht mehr sehen und bekommt Depressionen? Diese arme Frau! Na, da haben es die Opfer des IS gut, solch einen „Horror“ nicht mehr erleben zu müssen… Und unter den Islamisten wird auch nie ein Wort über das Geschehen gefallen sein, weil sie davon überhaupt nichts wusste…
    Ihr sollte nicht nur die Einreise, sondern die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen werden. Sie ist doch offensichtlich eine Gefahr für ALLE Nicht-Muslimen dieser Welt.

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