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Dieses „kommunistische Utopia“ in Spanien könnte die Lösung sein, nach der Regierungen suchen

in Politik

Diese Stadt trotzt den negativen Vorstellungen, die wir mit dem Kommunismus verbinden.

Trotz der großen Schwächen des Kommunismus im 20. Jahrhundert und der Indoktrinierung der Amerikaner, zu glauben, dass Kommunismus etwas Schreckliches ist (Stichwort: Rote Angst), hat es in der ganzen Welt einige Erfolge gegeben, die unter Beweis stellen, dass sich diese Regierungsform für einige Regionen als praktikabel erweisen könnte.

Ein Beispiel der heutigen Zeit, auf das die Leute verweisen, ist das von Marinaleda, einer Stadt in Spanien, die als ein „kommunistisches Utopia“ beschrieben wird, und allem Anschein nach auch genau das ist. Die Stadt rühmt sich, Vollbeschäftigung zu haben, keine Polizei zu benötigen, die Fähigkeit zu besitzen, kostenlose Häuser zu bauen, und durch eine landwirtschaftliche Genossenschaft gleiche Gehälter von knapp 1.500 Euro pro Monat zu bezahlen.

Es war in dieser Stadt jedoch nicht immer zum Besten bestellt. Marinaleda liegt in Andalusien, wobei es sich um Spaniens ärmste und südlichste Provinz handelt. In den späten 1970ern stand Marinaleda kein Land zur Verfügung, obwohl es eine Agrargemeinschaft war, und seine Leute hungerten, da sie oft mehrere Tage nichts zu essen hatten. 1979 wurde Juan Manuel Sánchez Gordillo zum Bürgermeister gewählt und er hat seitdem seine Position beibehalten.

„Ich habe nie der kommunistischen Partei mit Hammer und Sichel angehört, aber ich bin ein Kommunist bzw. Kommunitarist“, sagte Sánchez Gordillo 2011 in einem Interview.

Bildquelle: Laura Leon/New York Times

Mit der Hilfe des Bürgermeisters wurde die Stadt in nur drei Jahrzehnten komplett umgekrempelt. Obwohl Andalusien 37% Arbeitslosigkeit hat, gibt es in Marinaleda praktisch Vollbeschäftigung, indem nun jeder durch eine landwirtschaftliche Genossenschaft beschäftigt wird. Wenn die Bürger ein Haus bauen wollen, können sie dies kostenlos tun, weil das Rathaus die Materialien und qualifizierte Arbeiter zur Verfügung stellt. Sie können 192 Quadratmeter Land bebauen und bezahlen für den Rest ihres Lebens umgerechnet nur rund 17 Euro pro Monat [was zum Vergleich ungefähr den derzeitigen Rundfunkgebühren in Deutschland entspricht – Anm. des Übersetzers], unter der Bedingung, dass das Haus nicht verkauft werden darf, um private Gewinne zu erzielen.

Die Leute von Marinaleda sind es gewohnt, zu protestieren und große Veränderungen zu bewirken. Sie sorgten 1980 für Aufsehen, als sie einen „Hungerstreik gegen Hunger“ initiierten, und erneut 2008, als Sánchez Gordillo Ladendiebstahl nicht verurteilte und ihn stattdessen als einen gewaltfreien Akt des Ungehorsams bezeichnete. Er wurde wegen seiner anspornenden Bemerkungen der „spanische Robin Hood“ genannt, nachdem Bürger Nahrungsmittel und notwendige Dinge aus lokalen Supermärkten gestohlen hatten, um sie einer Tafel zu spenden. Das Dorf war durch eine friedliche Besetzung in der Lage, mehr nahegelegenes Land zu ergattern, das ihnen schließlich für eine Entschädigungssumme überlassen wurde.

Bildquelle: Laura Leon/New York Times

„Wir müssen unsere Werte überdenken, die Konsumgesellschaft, den Wert, den wir dem Geld beimessen, Selbstsüchtigkeit und Individualismus“, sagte Gordillo. „Marinaleda ist ein kleines Beispiel, und wir wollen, dass diese Erfahrung sich auf der ganzen Welt ausbreitet.“

Natürlich ist diese Regierungsform nichts für jeden, und es ist unwahrscheinlich, dass sie von großen Nationen wie den USA und europäischen Ländern übernommen wird, aber sie könnte eine ernstzunehmende Hilfe für kleine Staaten, Provinzen oder Städte darstellen, die auf die gleiche Weise leiden, wie es in Andalusien der Fall ist und in Marinaleda der Fall war. Sie benötigt Jahre harter Arbeit, könnte aber schneller und besser funktionieren als irgendeine Alternative, die zurzeit entwickelt wird.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/communist-utopia-spain-answer-governments-looking/

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