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Kritik

Diese 14 satirischen Illustrationen zeigen die versteckte Realität unseres komplexen Lebens

in Welt
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“Es kommt nicht darauf an, was ich gedacht habe, als ich diese Bilder erschaffen habe. Das wichtigste ist, wie ihr dazu steht. Seht sie euch genau an und findet eure eigene Interpretation. Das ist Sinn und Zweck meiner Kunst: Ich zwinge euch zum Nachdenken.”

Indem er wohl durchdachte Wortspiele und Metaphern verwendet, versucht der polnische Künstler Sebastian Pytka wichtige Probleme in unserer modernen Welt zu beleuchten. Er schreibt dazu bei BoredPanda:

“Ich scheue mich nicht davor, die Aufmerksamkeit auf die wichtigen Probleme der Welt zu lenken und den Beobachtern selbst den Spiegel ihrer persönlichen Denkweise vorzuhalten. Ich versuche, meinem Publikum die nächste versteckte Bedeutung zu offenbaren und jedes meiner Gemälde zeigt tiefgründige Symbole.”

Folgt Sebastians Werken auf seiner Facebook-Seite und werft einen genauen Blick auf die zum Nachdenken anregenden Illustrationen in der nachfolgenden Galerie:

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“Glück – Träume – Sicherheit – Geduld – Empfindsamkeit – Familie — Geld – Sex – Starrsinn – Lügen – Selbstsucht – Arbeit – Eifersucht – Streit – Betrug – Karriere”

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“Geschlecht” (gesellschaftlich, nicht biologisch)

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“100% handgefertigt. Preis: 10 Stunden deines Lebens.”

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“Im Fall eines terroristischen Angriffs: Glas zerbrechen”

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“Das ist alles, was ich nicht gesagt habe.”

work-768x465[1]“Talent – Arbeit”

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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Diese 12 satirischen Cartoons stellen die verstörende Realität der modernen Gesellschaft dar

in Welt
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Wenn ihr euch diese zynischen Illustrationen anseht, werdet ihr nochmal genauer darüber nachdenken, was das für kulturelle ‘Normen’ sind, die von uns akzeptiert werden…

Kunst als Medium dafür zu verwenden, um den Blick auf bestimmte Probleme zu lenken, die unsere Aufmerksamkeit und ein Gegenmittel brauchen – das ist nichts Neues. In der Vergangenheit hat zum Beispiel der bekannte britische Künstler John Holcroft seinen einzigartigen Illustrations-Stil darauf angewandt, uns auf den Wahnsinn der modernen Gesellschaft hinzuweisen.

Dieses Mal haben zwei rumänische Karikaturisten ihrer Fantasie freien Lauf gelassen, um einen satirischen Blick auf unsere moderne Welt zu werfen.

Horia Crisan hat die folgenden Fotos auf Bored Panda geteilt und dazu dieses Statement abgegeben:

“Diese Cartoons repräsentieren unsere Sicht auf heute relevante Themen, so wie Krieg oder Politik oder die Sünden der Menschen, so wie Sittenlosigkeit und Oberflächlichkeit.

Obwohl unsere Arbeit von der Kunstszene anerkannt wird und viele Preise gewonnen hat, ist es unser hauptsächliches Ziel, die Aufmerksamkeit auf diese empfindlichen Themen zu lenken.”

Werft einen Blick auf die nachdenklich stimmenden Kunstwerke weiter unten und teilt eure Gedanken dazu in den Kommentaren. Ihr könnt den Veröffentlichungen von Petry und Crisan hier auf Facebook folgen.

1) Die Zukunft des Soldaten

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Bildnachweis: Petry und Crisan

2) Krieg

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Bildnachweis: Petry und Crisan

3) Wahre Liebe

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Bildnachweis: Petry und Crisan

4) Die Eröffnungszeremonie des Lebens

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Bildnachweis: Petry und Crisan

5) Zwei Gefangene

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Bildnachweis: Petry und Crisan

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6) Das Heilmittel gegen die Dummheit

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Bildnachweis: Petry und Crisan

7) Die Bibel, von Gott korrigiert

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Bildnachweis: Petry und Crisan

8) Der “Sieg” des Revolutionären

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Bildnachweis: Petry und Crisan

9) Der Großmeister

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Bildnachweis: Petry und Crisan

10) Das Gehirn

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Bildnachweis: Petry und Crisan

11) Die Wahrheit über die Erbsünde

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Bildnachweis: Petry und Crisan

12) Arzt oder Tierarzt? Beides!

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Bildnachweis: Petry und Crisan

Was denkt ihr? Hinterlasst unten einen Kommentar und bitte teilt diese Serie!

Von Amanda Froelich bei trueactivist.com. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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25 Geistreiche Illustrationen, Die Gnadenlos Die Fehler Unserer Gesellschaft Entlarven

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Konsumverhalten, Steuern, Fettleibigkeit, digitale Abhängigkeit, Sklaverei, Einsamkeit, Gier, Terrorismus, Alter, die Entwertung von Arbeitskraft und religiöse Intoleranz sind einige der Aspekte, die der brillante, in Sheffield lebenden Künstler John Holcroft in seinen wohl durchdachten Zeichnungen festhält. Seht euch seine satirische Interpretation dieser sozialen Probleme und modernen Verhaltensweisen an…

© John Holcroft

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© John Holcroft

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© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

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© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

© John Holcroft

Übersetzt aus dem Englischen von anonhq.com.

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[Must-See] Diese 10 Bilder zeigen die erschütternde Realität des Krieges

in Politik/Welt
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Von Amanda Froelich auf trueactivist.com

 

Gunduz Agayev hat eine weitere Kunstreihe veröffentlicht, die einige unangenehmen Wahrheiten ans Licht bringt. Diesmal lenkt er unsere Aufmerksamkeit auf die harte Realität des Krieges.

© Gunduz Agayev

Der Künstler und Aktivist Gunduz Agayev hat erneut eine Serie eindrucksvoller und nachdenklich stimmender Bilder als Denkanstoß für die Massen veröffentlicht.

Der für seine Werk “Imagine” (“Vorstellung”) und “Satirical World Leaders” (“Satirische Weltpolitiker”) bekannte Agayev postete seine neueste Serie auf Facebook, in der er die grauenhafte Realität des Krieges einfängt.

Agayev teilte auf Facebook mit:

In der Vergangenheit erschuf die Menschheit einen Gott des Krieges und beschuldigte mythische Gottheiten für die Kriege. In der gesamten Geschichte waren jedoch nur die Menschen für all das Blutvergießen verantwortlich. Leider verstehen viele von uns das immer noch nicht und wollen sich der Verantwortung entziehen.

Krieg bedeutet Tod, Selbstmord. Nationen massakrieren einander und die gesamte Menschheit. Trotzdem kann die Menschheit diese Seuche unterdrücken. Zum Glück erfand die Menschheit auch den Frieden. Er ist eine Möglichkeit, sich gegen den Krieg zu wehren. Es muss die Pflicht von allen gegenüber der gesamten Menschheit sein, diese Bemühungen fortzuführen.

Die folgenden Portraits zeigen auf künstlerische Weise eine Reihe schmerzhafter – und trotzdem notwendiger – Wahrheiten.

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© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

© Gunduz Agayev

Was denkt ihr darüber? Kommentiert jetzt und teilt diese Neuigkeiten!

Übersetzt aus dem Englischen von anonhq.com.

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Schulverweis nach geäußerter Kritik an Bundeswehr

in Welt
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Stünde in der Überschrift nicht „Bundeswehr“ – so sollte man doch meinen, diese Schlagzeile stamme aus Nordkorea. Doch dem ist nicht so – der Vorfall ereignete sich im Februar in Bayern – in Bamberg um genau zu sein.

Wer kennt es nicht: Zur beruflichen Beratung kommt jedes Jahr die Bundeswehr an die eigene Schule, oder die des Kindes. Pünktlich, um noch unentschlossenen Schulabsolventen eine „gute Perspektive“ bei der Bundeswehr aufzuzeigen. Gängige Praxis? Ja. Umstritten? Auf jeden Fall.

Dass sich der Unmut in Protest statt heißer Luft äußert ist allerdings seltener – vor allem seitens eines Schülers. Genau dies ereignete sich allerdings Anfang des Jahres an einer Wirtschaftsschule in Bamberg. Der 17-jährige Schüler Niklas H. sah die Werbeveranstaltung der Bundeswehr im Rahmen eines Berufswahlseminars weitaus kritischer als mancher Mitschüler.

Die relativ einseitigen Lobpreisungen der utopischen Zustände im „Arbeitsalltag“ beim Bund seitens des anwesenden Werbeoffiziers, oder gar grenzwertig undifferenzierte Äußerungen zum Luftangriff der Bundeswehr in Kundus 2009, empfand der Schüler als dreiste, einseitige Informationen. Im Anschluss an den Vortrag des Werbeoffiziers besuchte er einen Stand der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, zu deren Mitgliedern auch er zählt. Als er darauffolgend wieder das Schulgebäude betreten wollte, wurde er durch zwei Hausmeister, von denen zumindest einer bereits durch rechtsanrüchige Äußerungen und Verhaltensweisen (bspw. durch Assoziierung des Schultores mit „Reichsgrenze“ oder das partielle Tragen von Militärkleidung) auffällig geworden waren, nicht nur am Betreten des Komplexes gehindert, er sollte sich sogar einer Leibesvisitation unterziehen – als Begründung wurde das vermutete Mitführen von Aufklebern und damit verbundener Vandalismus angeführt. Auf die Verweigerung seitens des Schülers Niklas H. folgte neben Hausverbot auch ein „verschärfter Verweis“ seitens des Direktors.

Nachdem der Schüler, da er seine „zweifelhaft linksorientierte Gesinnung“ auch weiterhin vertrat, von der Polizei abgeführt wurde, musste er am folgenden Tag Stellung zu seinem Verhalten vor der Schulleitung beziehen. Nicht nur, dass seitens seiner Klassenlehrerin geäußert worden sein soll, dass sie auf jedwede Art verhindern werde, dass Niklas H. Mitschülern seine Meinung darlege; der Schuldirektor führte als Begründung für den Beweis an, Lehrer und Schüler würden sich aufgrund der Äußerungen als „politisch und persönlich bedrängt“ sehen.

So stehen an dieser Stelle die Aussagen der Schülers Niklas H. und des Direktors Mattausch gegenüber. Sieht der eine die an den Werbeoffizier gestellten Fragen als „kritisch“, interpretiert der andere sie als „Störung“.

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Verständlich, dass nach diesen Geschehnissen, nicht zuletzt wegen steigender medialer Aufmerksamkeit, der Tenor der Bevölkerung Bambergs nach einer Klärung des Vorfalls stetig lauter wurde. In einem offenen Brief bekundete die Schülervertretung eines naheliegenden Gymnasiums sogar ihre Solidarität mit dem Schüler. „Die Tatsache, dass an einer Bamberger Schule engagierte Schüler allein ihrer politischen Einstellung wegen derart hart und restriktiv bestraft werden“ mache jenes notwendig. Letztlich wurde der „verschärfte Verweis“, wohl vor allem wegen des öffentlichen Protests, zurückgenommen. Der Schüler Niklas H. sei schwierig, aber „begabt“. Man wolle keine unnötigen Steine in seine weitere Laufbahn legen – so Direktor Mattausch. Er müsse in Zukunft allerdings „Äußerungen bezüglich seiner extremistischen politischen Meinung [zu] unterlassen“. Dass der Verweis aber so oder so rechtsungültig war – er entsprach nicht den Richtlinien für disziplinarische Maßnahmen Bayerns – sei an dieser Stelle nur erwähnt.

So habe die gesamte Angelegenheit laut Niklas H. doch ein Positives: Der öffentliche Aufruhr habe zu einer Diskussion unter den Schülern über das Thema geführt – zumindest ansatzweise. Es sei wichtig, die Vermittlung von Geschichts- und Moralvorstellungen nicht dem Militär zu überlassen. Er wies aber auch darauf hin, dass ein solcher Protest gegen die Präsenz der Bundeswehr an Schulen sich nicht auf Bamberg begrenzen dürfe, sondern in ganz Deutschland wichtig sei. Immerhin geschehe die Militarisierung der Bildungsstätten oft ohne Einbeziehung der Eltern und Schüler – so der Vorsitzende der Bamberger „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“.

Quellen:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2015/02/25/a0047&cHash=ab7081af59cab6a39bde6ec41793721e

http://www.attac-netzwerk.de/cottbus/aktuell/detailansicht/news/schueler-aeussert-sich-gegen-die-bundeswehr-auf-einer-werbeveranstaltung-der-armee-in-seiner-schule/?tx_ttnews[year]=2015&tx_ttnews[month]=03&tx_ttnews[day]=12&cHash=b429f54cc6b75f4edd1723feb108e2c3

http://heilbronn.vvn-bda.de/2015/03/16/bamberger-schule-muss-nach-kritischen-medienberichten-verweis-gegen-jungen-antimilitaristen-zuruecknehmen/

http://nuernberg.vvn-bda.de/wp-content/uploads/sites/18/2015/02/Bamberger-Gym-Verweis-f%C3%BCr-linksradikales-Denken.pdf

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Anti-TTIP/TISA-Demo in Berlin – Viel GeCETA um nichts?

in Politik
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Der 10.10.2015 – Der Tag, an dem einmal mehr gegen TTIP, TISA und CETA demonstiert wurde. Im Januar waren schon über 50.000 Menschen (lt. Polizei 10.000) für mehr Transparenz in den Verhandlungen durch die Straßen Berlins gezogen. Unter Anderem waren Vertreter aus Landwirtschaft, Gewerkschaften, Oppositionsparteien, Umweltschutz-, und Menschenrechtsorganisationen stark vertreten gewesen. Einstimmiger Tenor: “Mangelnde Transparenz und Zusammensetzung der Verhandlungspersonen (überwiegend Lobbyisten) schüren Misstrauen; legt die Verhandlungspapiere offen! Nutzt das Abkommen nicht, um die Wirtschaft noch liberaler und konzernhöriger zu machen! Nehmt die Chance wahr und etabliert einheitliche und (!) höhere Standards für Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz, Lebensmittelrichtlinien und Sozialmaßnahmen!”

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Allerdings wurde – und wird – die Protestbewegung von Politikern der Koalition hauptsächlich eher weniger ernstgenommen und kritisiert. So beschwichtigt Merkel beispielsweise, die USA hätten doch auch “relativ hohe Standards” und die Kritik sei unbegründet, Gabriel meint sogar “TTIP-Gegner betreiben Anti-Aufklärung”. Die Bewegung wurde als “vorübergehendes Phänomen” bezeichnet, das auftrete, aber auch wieder verschwinde. Was aber durch die konsequente Nichtbeachtung bewirkt wurde, dürften sogar Merkel und Co. nicht vorausgesehen haben.

Der gefüllte Washingtonplatz - (C) REUTERS/Fabrizio Bensch
Der gefüllte Washingtonplatz – (C) REUTERS/Fabrizio Bensch

Die Veranstalter rechneten für die Demonstration am vergangenen Samstag mit etwa 50.000 Teilnehmern. 100.000 wurden dementsprechend mit gehörigem Puffer für die Demonstration gemeldet. Allerdings kamen nicht nur 50.000, auch nicht 100.000 – laut Veranstalter füllten 250.000 (!) Menschen die Straßen der Berliner Innenstadt, die Polizei schätzte auf 150.000. Rekord. Dafür sorgten u.A. fünf Sonderzüge und mehr als 600 Busse – teilweise sogar kostenfrei. Der Andrang der Menschen war überwältigend. Im Januar war der Potsdamer Platz Startpunkt und Austragungsort für die erste Kundgebung. Nach Abschluss der Vorträge setzte sich der Demonstrationszug relativ zügig ´gen Kanzleramt in Bewegung. Doch dieses Wochenende mitnichten. Als Startpunkt wurde der Washingtonplatz auserwählt. Doch der Andrang war so gewaltig, dass vorübergehend sogar der Bahnhofsverkehr im anliegenden Hauptbahnhof eingestellt werden musste. Bereits während der Kundgebung wurde um das Starten des Demonstrationszuges gebeten. Doch die angemeldete Route war hoffnungslos überlastet. So gab die Polizei nach einiger Zeit schließlich eine zweite Alternativroute frei! Danach ebbte der Menschenschwarm langsam ab und bewegte sich auf die Siegessäule zu, wo eine zweite und abschließende Kundgebung stattfinden sollte. Der Verlauf war dabei friedlich und ohne Zwischenfälle.

Die Forderungen deckten sich fast vollständig mit denen vom Januar. Wurden private Schiedsgerichte nun zwar aus dem TTIP-Abkommen entfernt, sind sie immer noch in CETA vorhanden. Amerikanische Unternehmen könnten so die TTIP-Richtlinien einfach umgehen und über Zweigstellen in Kanada das CETA-Abkommen nutzen, um die privaten Schiedsgerichte wahrzunehmen. Und dank der mangelnden Transparenz und Informationsflüsse seitens der Politik besteht noch immer eine Angst vor Demokratieabbau. Viele Demonstranten bezeichneten die geheimen und intransparenten Verhandlungen gar als undemokratisch. Weiterhin wird befürchtet, dass bei Abschluss Investoren und Konzerne profitieren und der Großteil der Bevölkerung infolge von Staatsklagen mit Berufung auf Gewinnminderung durch “zu hohe Richtlinien” die Rechnung über die Steuer zahlen muss. Gewerkschaften sehen Arbeitnehmer- und Verbraucherschutz sowie ihr Mitspracherecht in Gefahr, Umweltschutzbehörden die Wahrung der Natur. Gastredner aus Die Linke und Die Grünen erahnen eine weitergehende Liberalisierung der Wirtschaft zugunsten der Konzerne und zulasten der Arbeitnehmer und Konsumenten.

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Doch sind diese Bedenken überhaupt berechtigt? Schenkt man Befürwortern der Abkommen wie Angela Merkel und Siegmar Gabriel Glauben, so sind TTIP, TISA und CETA Chancen, über zukünftige Standards in den angesprochenen Feldern mitbestimmen zu können. Man dürfe sich nicht querstellen und blockieren, sondern müsse die Verhandlungen vorantreiben, um die Qualität der Richtlinien festlegen zu können. Gabriel versichert sogar, es werde zu keiner Absenkung der erreichten Standards kommen.

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Außer Frage dürfte nur eins bleiben: der Mangel an Transparenz. Dass dieser zwangläufig zu Misstrauen in der Bevölkerung – oder zumindest in Teilen – führt, dürfte offenkundig sein. Daher wäre ein Zukommen auf die Abkommenskritiker durch eine höhere oder vollständige Transparenz und damit mittelbare demokratische Kontrolle wünschenswert und zielführend. Da hilft auch nicht das Scheinargument der Bundeskanzlerin, die Verhandlungsmandate seien doch bereits offengelegt worden. Nicht nur, dass das Mandat der EU-Kommission gegen ihren Willen geleaked wurde – das US-Mandat ist bis heute unter Verschluss – offenlegen ist da doch schon ein arger Euphemismus.

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Noch zwiegespaltener ist das Resümee in der Medienlandschaft. So ist das Spektrum der Medienlandschaft breit gefächert: Auf der einen Seite wird TTIP als Machtausweitung für ehrliche Unternehmer und Gewerkschafter bezeichnet, gegen die 150.000 Menschen rebellieren, andere beziffern die Demonstranten auf Zehntausende. Interessant sind zwischen den Pro- und Contra-TTIP Stimmen vor allem zwei Artikel. Beide von einer Plattform – doch könnten die Meinungen kaum verschiedener sein. Spricht der eine Autor von einem “Schauermärchen vom rechten Rand”, widerspricht die andere Autorin mit “Ich bin nicht rechts. Aber gegen TTIP”.

Zeigen sollte dies vor allem eines: Die Abkommen TTIP, TISA und CETA bieten viel Stoff für Diskussionen. Umso mehr sei jedem ans Herz gelegt sich so breitgefächert und ausführlich über sie zu informieren, wie es in den eigenen Möglichkeiten liegt. Denn eins bleibt außer Frage: Die Abkommen betreffen jeden von uns – völlig egal welcher Herkunft oder gesellschaftlicher Stellung. Da sollte es schon eine Rolle spielen, über was genau nun verhandelt wird.

Eigenes Fazit der Demonstration? Ich habe viele nette, gleichgesinnte Menschen kennengelernt. Alle mit dem gesetzten Ziel, Licht ins Dunkle der Verhandlungen zu bringen. Diskussionen wurden geführt, Meinungen ausgetauscht. Dabei bleibt mir aber vor allem ein Mann im Rentenalter im Gedächtnis. “Warum ich hier demonstriere? Wohl weniger für mich. Ich hab zumindest mein Arbeitsleben hinter mir. Ich demonstriere für euch – die junge Generation. Damit euch eure Zukunft nicht verbaut wird. Dafür sind auch wir verantwortlich.” Ob ich auch bei weiteren Demonstrationen zugegen sein werde? Sicherlich. Ob als neutraler Beobachter oder aktiver Demonstrant sei an dieser Stelle aber dahingestellt.

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