Wissenschaftler gründen Nationalstaat im Weltraum – über 300.000 Leute bewerben sich um Staatsbürgerschaft

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Allem Anschein nach sind wir dabei, auf dem Planeten Erde ein Chaos von solchem Ausmaß anzurichten, dass einige Bürger nun darüber nachsinnen, woanders hin auszuweichen – und zwar in den Weltraum, in ihre eigene neue Welt. In den USA bereiten sich bereits einige private Luftfahrtunternehmen auf die mit Spannung erwartete kommerzielle Raumfahrt vor, wodurch Privatpersonen in die Lage versetzt werden sollen, zum ersten Mal in ihrem Leben den Weltraum auf eigene Faust zu bereisen. Selbstverständlich gilt das nur für dienigen, die sich das auch leisten können.

Aber bevor der Weltraumtourismus überhaupt Wirklichkeit werden kann, hat sich nun herausgestellt, dass eine Gruppe von Wissenschaftlern emsig daran arbeitet, die allererste Weltraumnation ins Leben zu rufen. Die Nation wird den Namen Asgardia tragen.

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Der Name Asgardia ist abgeleitet von einer himmlischen Stadt in der nordischen Mythologie. Laut den Gründern des ambitionierten Projekts, soll Asgardia ein neuer pazifistischer Nationalstaat im Weltraum werden. Die Gründer beschreiben Asgardia als den Prototypen einer freien und uneingeschränkten Gesellschaft, in deren Zentrum – neben der Anerkennung, dass alles menschliche Leben höchsten Wert besitzt – Wissen, Klugheit und Wissenschaft stehen sollen. Das Projekt ist deshalb auf der Suche nach gleichgesinnten Menschen, die sich zu dessen Realisierung zusammenzufinden wollen. Jeder auf der Erde lebende Mensch ist dazu berechtigt, sich dafür zu bewerben, um als Bürger Asgardias anerkannt zu werden.

Für die am Projekt arbeitenden Wissenschaftler sind die Vorbereitungen nun weit fortgeschritten, indem sie den Start des ersten Satelliten für Ende 2017 planen. Die Gründer sind davon überzeugt, dass die Vereinten Nationen eines Tages ihr Land im Weltraum anerkennen werden.

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Das Projekt wird von dem in Wien ansässigen Aerospace International Research Center geleitet, einem Privatunternehmen, das durch den berühmten russischen Wissenschaftler und Geschäftsmann Dr. Igor Ashurbeyli gegründet wurde. Asgardia wird nicht mit einem sich selbst verwaltenden Territorium verknüpft sein. Seine Bürger werden auf der Erde bleiben, aber wahrscheinlich die Möglichkeit haben, ihr neues Land zu besuchen, wenn kommerzielle Raumfahrt in näherer Zukunft durchführbar wird.

Laut Lena de Winne, Führungsmitglied des Projekts, findet vor der Erteilung einer Staatsbürgerschaft eine Aufnahmeprüfung statt. Wenn die Bewerber die Überprüfung erfolgreich abgeschlossen haben, sind sie dazu berechtigt, Dokumente der Nation zu erhalten, die sie als Bürger des Staates anerkennen. De Winne hat 15 Jahre lang für die Europäische Weltraum Organisation (ESA) gearbeitet, bevor sie sich dem Asgardia-Projekt anschloss.

“Sicherlich ist es nicht es nicht ganz einfach, das Konzept zu verstehen, dass man ein Bürger von etwas werden kann, das man [noch] nicht betreten kann. Aber ich bin eine Bürgerin der Niederlande und ich bin nun in Paris…Es ist nichts Ungewöhnliches daran, wenn man Bürger eines Landes ist, in dem man nicht lebt, und wo man nicht hinfährt”, erklärte de Winne in einem BBC-Interview bezüglich des Projekts.

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Die Gründer sagten, dass mit ihrem Projekt die Hoffnung verbinden, dass sich dadurch im Weltraum neue Möglichkeiten für Handel, Wissenschaft und Menschen aller Länder der Welt eröffnen werden. Zur Zeit finden Ausschreibungen statt, um über eine Nationalhymne und ein Flaggendesign Asgardias zu entscheiden.

Gegenwärtig wird das Projekt persönlich von Dr. Ashurbeyli finanziert, aber aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten haben sich die Gründer darauf verständigt, eine Finanzierung des Projekts mit Hilfe von Crowdfunding anzustreben. Außerdem wurden Bewerbungsverfahren für diejenigen eröffnet, die sich dafür interessieren, eine asgardische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt haben sich bereits 322.401 Menschen online darum beworben, als Bürger der Weltraumnation anerkannt zu werden.

Jedoch äußern manche Experten Zweifel an der Durchführbarkeit dieses Projekts. Dies liegt daran, dass die internationale Gesetzgebung nationale Souveränitätsansprüche im Weltraum verbietet.

Der Direktor des London Institute of Space Policy and Law, Professor Sa’id Mosteshar, sagte, dass er Zweifel an einer künftigen Anerkennung Asgardias unter internationalem Recht habe.

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Er wurde mit den Worten zitiert: “Der Weltraumvertrag…besagt ganz klar, dass kein Teil des Weltraums von irgendeinem Staat angeeignet werden kann.”

Professor Mosteshar sagte auch, dass der Crowdfunding-Aspekt des Projekts nahelegt, dass die Gründer Asgardias über keinen wirklich zuverlässigen Geschäftsplan zu verfügen scheinen.

Ungeachtet aller Kritik, sind die Gründer von Asgardia dennoch entschlossen, das auf dem Papier ausgearbeitete Konzept in die Tat umzusetzen.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com

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3 Comments

    • es gibt ihn! denn wir sehen ihn jede nacht, wenn es klar ist. einen teil unserer galaxy und viele sonnen strahlen von weit her, die wir am nächtlichen sternenhimmel als sternzeichen wahr nehmen.

  1. Hallo an alle da draussen

    Es ist aufregend und spannend zu gleich was die Wissenschaftler mit Gruendung Asgardias vorhaben. Die Zukunft der Menschen liegt in den Sternen .Vielleicht wird es in Zukunft ein Staat geben wo Liebe und Achtung gegenüber allen Menschen unterschiedlicher Nationen und Relligionen normal ist .

    Gruß

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