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Venezuela: Die Wirtschaftskrise, über die niemand sprechen will

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Venezuela befindet sich derzeit in der Agonie einer ökonomischen Zerstörung. Doch nur wenig wurde berichtet über den Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten, über die explodierende Inflation und die Verknappung der grundlegenden Notwendigkeiten für die Bevölkerung.

Der zerbröckelnde, sozialistisch geführte Staat erlebt unter anderem deshalb den Niedergang, weil die turbulenten Ölpreise kürzlich gefallen sind. Venezuela ist sehr stark von der Ölproduktion abhängig und hat sonst wenig, womit es die Wirtschaft unterstützen könnte. Seit des Ölpreisverfalls ist Venezuela deshalb ins Straucheln geraten und scheitert sogar daran, die grundlegend für das Überleben notwendige Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Es wird erwartet, dass die Ölproduktion noch weiter zurückgehen wird und man geht davon aus, dass ein totaler Zusammenbruch bevorsteht.

Die Inflation liegt Berichten zufolge “im dreistelligen Bereich und man geht davon aus, dass die Geldreserven erschöpft sind. Im Mai wiesen Prognosen darauf hin, dass Venezuela aufgrund des fallenden Rohöl-Preises “5 Milliarden Dollar Umsatz” einbüßen wird. Damit wird das Land in die “schlimmste Rezession” seit Jahrzehnten getrieben.

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Leute, lasst mich euch mit ein paar Bildern erklären, was jetzt gerade in Venezuela los ist; die Spitze vom Eisberg.

Seltsam ist die Stille der Mainstream-Medien

Schon im März/April litt Venezuela unter einer gewaltigen Stromkrise. Nick Cunningham von Oil Price.com berichtete, dass die anhaltende Dürre die Nation dazu gezwungen hatte, nur noch an vier Tagen pro Woche zu arbeiten. Das entwickelte sich rasch zu einer Arbeitswoche mit nur zwei Tagen, um den Rückgang des Wasserstands in den hydroelektrischen Staudämmen und die Krise in der Stromversorgung auffangen zu können.

Das Land ist weiterhin von Stromausfällen betroffen. Zusammen mit dem Rückgang der Ölproduktion und der Zwei-Tage-Arbeitswoche hat die Regierung nun einen militärischen Status ausgerufen – allerdings inoffiziell – um jedweden Aufstand im Keim zu ersticken, der sich entwickeln könnte, weil die Regale in den Supermärkten leer bleiben und die massive Inflation den Kauf von Basisgegenständen fast unmöglich macht.

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So sieht unser normaler Supermarkt jetzt gerade aus. Seitdem die Regierung die Verteilung von Primärerzeugnissen kontrolliert, sehen viele Supermärkte so aus.

(Offizielle Berichte von den Stromausfällen, die von AP via CNBC erfolgten, sind seitdem entfernt worden.)

Aufgrund der Informationen, die wir zusammentragen konnten, scheint die venezolanische Wirtschaft vor 18 Monaten zusammengebrochen zu sein und braucht nach wie vor dringend Hilfe, insbesondere um die Nahrungsmittelknappheit zu bekämpfen. Die Inflation erlebte ein Hoch von 60 Prozent im Jahr 2014 und ist bis zu diesem Jahr auf eine mittlere dreistellige Rate angestiegen.

Katastrophenhilfe wurde angefordert

Die BBC und Reuters haben im April von einer Anfrage der venezolanischen Regierung an die Vereinten Nationen berichtet, in der sie um dringende Hilfe bat.

“Wir benötigen internationale Hilfe, technische und finanzielle Unterstützung, um bei der Umkehr dieser Situation zu helfen”, sagte Präsident Nicolas Maduro. “Wir gehen mit der Situation auf die bestmögliche Weise um, während wir darauf warten, dass der Regen zurückkehrt.”

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Auf Anordnung der Regierung hin wird jede Warteschlange von der Nationalgarde “überwacht”. Und sie haben die Befugnis, diese Schlangen mit allen Mitteln zu kontrollieren, ja, sogar indem sie das Feuer gegen die Menschen eröffnen.

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Und warum machen wir keinen Aufstand, das denkt ihr vielleicht, obwohl wir in der Vergangenheit häufiger marschiert sind und viele Unterstützer hatten. Die Nationalgarde wurde in einem Gesetz aus dem Jahr 2014 dazu ermächtigt, uneingeschränkt das Feuer gegen die Protestierenden zu eröffnen.

Die Bitte um Hilfe – von einem Land, das sich einst der Unterstützung von Somalia mit 5 Millionen Dollar im Jahr 2011 rühmen konnte und den Vereinigten Staaten bei der Unterstützung von Bolivien Konkurrenz machte – scheint jedoch auf taube Ohren gestoßen zu sein.

Was jetzt?

Aufgrund der Tatsache, dass die Mainstream-Medien es für einen alten Hut halten, dass Venezuela zum Polizeistaat und zum gescheiterten Staat wird, ist es schwierig, das Ausmaß der Krise einzuschätzen, unter der die Bevölkerung leidet. Wenn man jedoch aufgrund von diesem einen Beitrag Schlüsse ziehen kann, dann ist die derzeitige Situation der einst ölreichen Exportnation katastrophal, kritisch und wird weitgehend ignoriert.

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Oder einfach das Volk angreifen. Ah… und du kannst ins Gefängnis dafür wandern, sogar für 8 Jahre, wenn man dich dabei erwischt, wie du Bilder von diesen Taten machst.

Der The Guardian berichtete vor kurzem, dass die Wachstumszahlen im negativen Bereich liegen, nämlich bei -8 Prozent. Die Inflation liegt nun bei 482 Prozent. Die Arbeitslosenrate bei 17 Prozent. Es ist zu erwarten, dass diese Zahlen in den kommenden Monaten noch ansteigen werden.

Der erklärte Ausnahmezustand hat erst kürzlich Reaktionen hervorgerufen – die im besten Fall als dubios zu bezeichnen sind – als Scharen von Zivilbürgern leere Supermärkte plünderten. Folglich floriert der Handel auf dem Schwarzmarkt, da die Grundnahrungsmittel bis zu “22-mal so viel kosten wie staatliche Mindestlohn”.

In diesem Artikel geht es nicht um das “wie und warum” der Situation. Warum betrifft hauptsächlich die fehlenden Berichte zu einer Situation, die sich in den letzten 18 bis 24 Monaten exponentiell entwickelt hat. Wie bezieht sich auf die Hilferufe, die niemals beantwortet wurden, bis es zu spät war.

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Das hier bedarf keiner weiteren Erklärung. Das sind übrigens keine Platzpatronen.

Zugegeben: Die Präsidentschaft von Chávez und dann Maduro ließen viel zu wünschen übrig; es ist offensichtlich, dass die einst ölreiche Nation freudig sich selbst überlassen wurde, um sich selbst zu vernichten. Dabei ist völlig egal, dass die unschuldigen Bürger darunter leiden und im Chaos versinken.

Quellen: Yahoo Finance, OilPrice, AP, BBC, Global Policy Forum, Venezuelanalysis.com, The Guardian, Miami Herald.

Alle Bilder stammen von dieser Quelle: Das hier ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie es sich jetzt gerade anfühlt in Venezuela zu leben.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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