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Französische Polizei: „Zu müde und erschöpft, um die massiven Proteste zu überwachen“

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Die französische Polizei behauptet, sie sei zu müde, um die massiven Proteste weiterhin zu überwachen.

Monatelange Massendemonstrationen und Gewalt, die in Verbindung mit der Fußball-Europameisterschaft 2016 steht, haben dafür gesorgt, dass die französische Polizei um Gnade fleht. Die hitzige Kombination von Protesten gegen die kontrovers diskutierten Veränderungen am französischen Arbeitsgesetz und die Ausbrüche von Gewalt durch russische und britische Fußballfans fordern ihren Tribut: Nun bittet ein Gewerkschaftsführer um eine Atempause für die französischen Strafverfolgungsbeamten.

Die Proteste, die sich gegen Präsident François Hollandes Vorschlägen zur Lockerung des französischen Arbeitsgesetzes richten, haben im März begonnen und werden bereits als die größten und am längsten andauernden Proteste seit der Französischen Revolution bezeichnet. Während die Regierung damit argumentiert, dass die Veränderungen essenziell wichtig zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit sind, behaupten die Protestierenden, dass sie für die Rechte der Arbeiter schlecht sind. Im Zuge der landesweiten Proteste kam es bereits zu Streiks und Blockaden von Ölraffinerien und von hunderten Treibstofflagern. Auch in der staatseigenen Eisenbahngesellschaft haben sie bereits die Arbeit niedergelegt.

Am 14. Juni haben einige maskierte Protestierende Gehwegplatten umhergeschleudert, Fenster von Geschäften eingeschlagen und Autos auf den Straßen der Stadt verbrannt. Trotz der relativ geringen Medienberichterstattung von den massiven Protesten durch die Mainstream-Kanäle, ist eine Reihe von brutalen Bildern aufgetaucht, auf denen gezeigt wird, wie die Polizei mit Gewalt reagiert: mit Tränengas, Gummiknüppeln und Wasserkanonen. Rund 60 Menschen wurden verhaftet, 29 Polizeibeamte und 11 Protestierende wurden verletzt. Kurz danach riefen die Gewerkschaften und die Studentenorganisationen zu weiteren Straßenprotesten und Streiks am 23. Juni und am 28. Juni auf. Dabei soll die Ablehnung der neuen Arbeitsgesetze zum Ausdruck gebracht werden, über die derzeit im Senat verhandelt wird.

Vor wenigen Tagen hat Frankreichs größte Polizeigewerkschaft Alliance die Arbeiter angefleht, die für Donnerstag vergangene Woche angesagten Demonstrationen abzusagen, um der Polizei Zeit zur Erholung zu gewähren.

„Wir bitten darum, dass diese Demonstration und auch jede andere Form des stationären Protests verschoben wird, da die Kollegen an allen Fronten erschöpft sind, geschlaucht und müde“, sagte Frédéric Lagache, der stellvertretende Generalsekretär von Alliance.

Er beschrieb die Proteste als repetitiv und sehr gewalttätig; außerdem sagte er, dass die Polizei zu erschöpft ist, um sie zu bewältigen – insbesondere zusätzlich zum Umgang mit dem Terrorismus und der Gewalt, mit der sich Frankreich als Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft 2016 konfrontiert sieht.

Trotz des Flehens um eine Gnadenfrist erteilte die Regierung den Demonstrationen grünes Licht – aber nur, wenn sie sich auf einen kleinen Bereich der Stadt beschränken würden. Mindestens 85 Menschen wurden in der Hauptstadt verhaftet, als Tausende an den größtenteils friedlichen Protesten teilnahmen. Sprecher der Gewerkschaft sagten, dass 60.000 Menschen an dem Marsch teilgenommen hatten, aber laut Aussagen der Polizei belief sich die Teilnehmerzahl eher auf 20.000.

Von Michaela Whitton für theantimedia.org. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.


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