An aerial view shows the Zaatari refugee camp on July 18, 2013 near the Jordanian city of Mafraq, some 8 kilometers from the Jordanian-Syrian border. The northern Jordanian Zaatari refugee camp is home to 115,000 Syrians. AFP PHOTO/MANDEL NGAN/POOL

Das weltweit größte Flüchtlingscamp soll geschlossen werden

in Welt

Am Freitag, den 6. Mai kündigte Kenia an, es wolle die beiden größten Flüchtlingscamps des Landes schließen – Dadaab und Kakuma. Als Grund dafür wurden nationale Sicherheitsinteressen genannt. Dadaab ist das derzeit weltweit größte Flüchtlingscamp. Das Camp beherbergt in etwa 321.000 Asyl suchende Flüchtlinge aus dem vom Krieg zerrissenen Land Somalia – das Camp war indes nur für die Aufnahme von 90.000 Menschen gedacht. Berichten zufolge leben in Kakuma bis zu 50.000 Flüchtlinge, die das Land zum Großteil aus dem ebenfalls vom Krieg zerstörten Sudan aufsuchen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die kenianische Regierung damit gedroht hat, diese Einrichtungen zu schließen; letztes Jahr hat Kenia bereits dasselbe getan. Aber angesichts des internationalen Drucks und nach dem Aufbegehren von Menschenrechtsorganisationen auf der ganzen Welt hat das Land beschlossen, die Camps ein weiteres Jahr lang offen zu lassen. Die damit verbundene Schwierigkeit wird jedoch zu einer Bürde, die zu groß ist, um sie allein zu schultern: Das Land soll ein weltweit führender Verfechter der Menschenrechte angesichts der Kriege und des Chaos in den angrenzenden Ländern sein, während ihm aufgrund der inländischen politischen Korruption die Hände gebunden sind.

Nach einem weiteren Jahr der sinnlosen Gewalt, Ausgaben in Millionenhöhe für die Versorgung ausländischer Flüchtlinge und zahlloser Angriffe auf Kenia durch genau die Menschen, die sie in ihr Land hereingelassen haben, ist jetzt die Zeit gekommen, in der Kenia sich um seine eigenen Interessen kümmern und drastische Änderungen an seinem diplomatischen System vornehmen muss. Kann man es dem Land übelnehmen?

Kenianische Staatsbeamte haben bereits angekündigt, dass die zuständige Stelle für Flüchtlingsangelegenheiten aufgelöst und neu verteilt wurde. Dabei handelte es sich um den Hauptbereich der kenianischen Regierung, der sich um die Registrierung von Flüchtlingen kümmerte und „mit humanitären Organisationen zusammenarbeitete, die sich um das Wohlergehen der Flüchtlinge kümmerten“. Der nächste Schritt in diesem Prozess besteht darin, dass die beiden Flüchtlingscamps Dadaab und Kakuma komplett geschlossen werden.

Die Regierung gab keinen direkten Zeitrahmen vor, wann die Camps schlussendlich geschlossen werden, oder wohin sie die knapp 400.000 Bewohner schicken wird. Die Beamten erläuterten nur, dass die Camps „so schnell wie möglich“ geschlossen werden sollen. Nachfolgend könnt ihr die offizielle Presseerklärung der kenianischen Regierung lesen.

„Die Regierungserklärung zu Flüchtlingen und zur Schließung der Flüchtlingscamps“

Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt haben bereits mit Empörung reagiert und verurteilen diese Entscheidung. Aber seien wir mal ehrlich: Was haben sie getan, um die Probleme anzugehen, mit denen Kenia zu kämpfen hat – außer Kritik zu üben? Im Gegensatz zu Kenia haben diese Organisationen nicht jahrelang für hunderttausende Menschen gesorgt.

Muthoni Wanyeki, der Regionalleiter von Amnesty International für Ostafrika, sagt dazu: „Diese rücksichtslose Entscheidung von der kenianischen Regierung kommt einem Rückzug aus der Pflicht gleich, den Schutzbedürftigen Hilfe zu gewähren. Damit werden tausende Leben gefährdet. Es könnte dazu führen, dass tausende Flüchtlinge unfreiwillig nach Somalia und in ihre anderen Herkunftsländer zurückkehren müssen, wo ihr Leben in unmittelbarer Gefahr ist. Das wäre eine Verletzung der Pflichten Kenias gemäß internationalem Gesetz.“

„Die rücksichtslose Schließung des weltweit größten Flüchtlingscamps wird Tausende in Gefahr bringen“

„Die geplante Schließung der Flüchtlingscamps Dadaab & Kakuma in Kenia betont die fortdauernde und offenkundige Vernachlässigung von Millionen Flüchtlingen auf der ganzen Welt“

Quelle: NPR. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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