Russische Raketen schlagen im Iran ein – oder doch nicht?

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Im Laufe der Woche berichteten viele Nachrichtenagenturen, darunter CNN, Spiegel Online, ZDF, Die Welt usw. von vier russischen Marschflugkörpern, die für ein Ziel in Syrien bestimmt, letztlich aber in einem ländlichen Teil des Irans niedergegangen sein sollen. Dabei lassen sich alle Artikel auf folgendes zusammenfassen.

Laut einem anonymen US-Vertreter seien die Raketen an einem ungenanntem Ort eingeschlagen. Russland dementiere dies. Außerdem werde Al-Assad, Syriens Regierungsoberhaupt, mittlerweile offen von Russland unterstützt. Die meisten Angriffe seien dementsprechend gegen die Rebellen, nicht gegen den IS gerichtet. Dabei fallen zwei Formulierungen besonders ins Auge: „Offenbar“ und „Laut US-Angaben“.

CNN berichtet, dass das Pentagon aufgrund von Aufklärungsberichten glaube, dass auch Gebäude beschädigt und Menschen verletzt worden sein könnten. Dabei wird starke Empörung ausgedrückt. Allerdings haben diese Vorwürfe im Hinblick auf den Umgang mit Kollateralschäden einen leichten Beigeschmack, erinnert man sich an den US-Luftschlag auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels gerade einmal 5 Tage zurücklag.

Als Reaktion auf die Vorwürfe postete das russische Verteidigungsministerium auf Facebook Videos, die die Raketenbeschüsse in Echtzeit darstellen sollen, als „Gegenbeweis“. Neben Russland dementiert allerdings auch die Regierungs des Irans die Einschläge. Ein ungenannter Regierungssprecher bestätigt die russische Aussage und bezeichnete den Vorwurf seitens Amerika als Teil ihrer „psychologischen Kriegsführung“ und Propaganda.

Während außer Frage steht, dass ein tatsächlicher ungewollter Beschuss, der zivile Opfer zur Folge hat, unentschuldbar und tragisch ist, bleibt die Frage offen, wer nun glaubwürdiger ist. Aussage steht gegen Aussage.

Feature Image (C) http://foxtrotalpha.jalopnik.com/

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