Die Wahrheit über Steve Jobs‘ Wurzeln als ‚Flüchtling‘

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Wie viel wissen wir wirklich über Steve Jobs, der ein äußerst eigener Privatmann war? Die meisten von uns wissen, dass er als ultimative Ikone des Erfindergeistes und der umgesetzten Vorstellung – als amerikanisches Genie – Privatcomputer revolutionierte, außerdem Animationsfilme, Musik, Mobiltelefone, Tablet-Computer und das digitale Publikationswesen.

Die Errungenschaften von Steve Jobs in der Technologie haben tiefgreifende Auswirkungen auf fast jeden von uns, auf die eine oder andere Weise. Tatsächlich gibt es ein Sprichwort über die drei Äpfel, welche die Welt verändert haben: Der Apfel von Adam (Erbsünde), der von Isaac Newton (Gravitationskraft) und der Apfel von Steve Jobs (Apple). Während Jobs‘ Einfluss auf die Technologien der heutigen Zeit offensichtlich ist, wird die Geschichte um seine syrischen Vorfahren, ebenso wie die seiner Philanthropie, weitgehend missdeutet.

Steve Jobs hat sein Privatleben niemals in der Öffentlichkeit dargelegt. Wenn sich jemand auf Paul und Clara Jobs als seine Adoptiveletern bezog, dann sträubte er sich dagegen, da er sie stets als seine echten Eltern betrachtet hatte. Obwohl die Welt eine ziemlich gute Vorstellung von seiner komplexen Herkunftsgeschichte hatte, wurde erst nach seinem Tod im Oktober des Jahres 2011 öffentlich bekannt, dass sein biologischer Vater aus dem jetzt vom Krieg zerrissenen Syrien stammt.

Als jedoch der Tech-Entrepreneur David Galbraith ein Bild von Steve Jobs inmitten der Flüchtlingskrise im September des Jahres 2015 postete: Hat damit jeder verstanden, dass Steve Jobs‘ Vater nicht nur ein Syrer war, sondern ein syrischer Flüchtling?

@Artagram_ Neues Banksy-Kunstwerk platziert Steve Jobs in einem syrischen Flüchtlingscamp, 2015 #art #amazing

War Steve Jobs ein Syrer? War sein Vater ein syrischer Flüchtling? Die Leute kamen schnell zu dieser Schlussfolgerung aufgrund von Galbraiths Tweet, ohne aber darauf zu achten, was er genau geschrieben hatte: Das Kind eines syrischen Einwanderers. Also, NEIN, der Apple-Mitgründer Steve Jobs war NICHT der Sohn eines syrischen Flüchtlings; stattdessen war er der Sohn: eines syrischen Einwanderers, genauer noch eines Geschäftsmannes und Aktivist für Pan-Arabismus, dessen eigener Vater ein Millionär war.

@daveg Das Kind eines syrischen Einwanderers.

Wer war dieser Abdul Fattah Jandali?

Laut der autorisierten Biografie über Steve Jobs, die von Walter Isaacson geschrieben worden ist, wurde Jobs‘ biologischer Vater Abdul Fattah Jandali im Jahr 1931 in Homs in Syrien als Sohn eines reichen, aber traditionell konservativen muslimischen Landbesitzers geboren. Obwohl er Jura an der Universität von Damaskus studieren wollte, schickte sein autoritärer Vater ihn nach Beirut, wo er an der American University of Beirut studieren sollte; laut seiner Aussage gab es „zu viele Anwälte in Syrien.“

Während seiner Jahre in Beirut wurde Jandali zu einem Aktivisten, der sich für den arabischen Nationalismus einsetzte, an Straßenprotesten für die Unabhängigkeit Algeriens teilnahm und wegen seines Aktivismus ein paar Tage im Gefängnis verbrachte. Mit seinem beispielhaften und unübertroffenen Eifer wurde Jandali schnell zu einer Bekanntheit und wurde zum Geschäftsführer von „Al Urwa Al Wuthka“ ernannt; eine Zeitschrift, welche die Symbolfiguren der arabischen nationalistischen Bewegung unterstützte; darunter George Habash, Constantin Zureiq, Shafik al-Hout und viele weitere.

Die politische Krise in Beirut zwang Jandali jedoch zur Flucht nach New York im Jahr 1954. Dort lebte er bei Najm Eddin al-Rifai; ein Verwandter, der zu dieser Zeit als der syrische Botschafter für die Vereinten Nationen diente. Jandali verbrachte ein Jahr mit dem Studium an der Colombia University, bevor er auf die Wisconsin University wechselte, wo er ein Stipendium erhielt und mit einem Master sowie einem Ph.D. in den Wirtschaftswissenschaften und in Politik abschloss. Während seines Aufenthalts in Wisconsin verliebte er sich in Joanna Carol Schieble, eine schweizerdeutsche Studentin.

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Jobs wurde unehelich gezeugt, aber weil Schiebles katholischer Vater sich weigerte, seine Tochter mit Jandali, einem Moslem, zu verheiraten, trennte sich das Paar. Damals galt es als schändlich, eine unverheiratete Mutter zu sein. Deshalb reiste Schieble nach San Francisco, um ihr Baby im Geheimen zu bekommen. Steve Jobs wurde am 24. Februar 1995 geboren; ein paar Tage später wurde der neugeborene Sohn von Jandali und Schieble von Paul und Clara Jobs adoptiert.

Ein paar Monate nach der Adoption heirateten Jandali und Schieble; ein Jahr später wurden sie mit der Geburt einer kleinen Tochter gesegnet. In den späten 1950er Jahren ging Jandali zurück nach Syrien; sein Ziel war es, dem diplomatischen Korps beizutreten. Am Ende arbeitete er jedoch als Geschäftsführer in einer Ölraffinerie in Homs. Finanzielle Nöte beeinträchtigten die Ehe und das Paar ließ sich nach kurzer Zeit scheiden.

Im Jahr 1962 kehrte Jandali in die Vereinigten Staaten zurück und wurde Dozent an der Michigan University. Später kaufte er ein Restaurant und arbeitete dann als Geschäftsführer in bekannten Firmen und Institutionen in Las Vegas. Kurz danach kehrte er in die Hotelbranche zurück und eröffnete zwei neue Restaurants. Im Alter von 84 Jahren ist er jetzt der stellvertretende Vorsitzende des Boomtown Casino and Hotel in Reno, Nevada.

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In einem Interview mit The Observer aus dem Jahr 2011 sagte Jandali, dass er in den vergangenen 35 Jahren Syrien und den Libanon nicht besucht hatte. Er sagte auch, dass er ein nicht praktizierender Moslem sei, der sich nicht auf die Pilgerreise nach Mekka begebe, der aber in den Islam als Doktrin und als Kultur glaubte; und dass die arabischen Jugendlichen, die zum Studium in die Vereinigten Staaten kommen, nicht lange bleiben sollten, weil die arabische Welt viele Möglichkeiten böte.

Offensichtlich war Steve Jobs‘ biologischer Vater ein Einwanderer aus wirtschaftlichen Gründen – kein Flüchtling. Laut der im Jahr 1951 veröffentlichten Flüchtlingskonvention der Hohen Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen (UNHCR, United Nations High Commission for Refugees) muss es sich bei jemandem, der den Flüchtlingsstatus für sich beansprucht, um eine Person handeln, die „sich aufgrund einer wohl begründeten Angst der Verfolgung aus Gründen von Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit bzw. Mitgliedschaft zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aufgrund einer politischen Meinung außerhalb des Landes seiner nationalen Zugehörigkeit befindet und nicht in der Lage dazu ist, oder aufgrund derartiger Ängste nicht gewillt ist, von dem Schutz dieses Landes Gebrauch zu machen.“

Ein wohlhabender Mensch, der frei zwischen Amerika und Syrien reist, bevor er sich endgültig im Land der unbegrenzten Möglichkeiten niederlässt, kann nicht als Flüchtling bezeichnet werden. Für die Uneingeweihten sei an dieser Stelle noch gesagt: Jobs hat seinen ‚echten‘ ‚muslimischen‘ ‚eingewanderten‘ ‚Vater‘ niemals offiziell getroffen: Er hat seine biologischen Eltern stets als „meine Samen- und Ei-Spender“ bezeichnet. Er teilte Isaacson jedoch mit, dass er Jandali ohne es zu wissen einmal getroffen hat, als dieser der Manager eines Restaurants in Sacramento war:

„Ich war ein- oder zweimal in dem Restaurant und ich erinnere mich daran, dass ich den Besitzer getroffen habe, der aus Syrien stammt. Und der war mit großer Wahrscheinlichkeit [mein Vater]. Ich habe seine Hand geschüttelt und er hat meine Hand geschüttelt. Und das ist die ganze Geschichte.“

Clara-Jobs[1]

Who Was Clara Jobs?

Steve Jobs’ Mutter Clara Jobs war tatsächlich ein Flüchtling aus Armenien. Claras Mutter Victoria Artinian wurde in den 1890er Jahren in der Hafenstadt Smyrna geboren. Nach dem armenischen Genozid floh sie im Jahr 1919 auf dem griechischen Boot Megali Hellas in die Vereinigten Staaten. Bald traf und heiratete sie Claras Vater Louis Hagopian, der dem Massaker an den Armeniern in Malatya in der Türkei entkam und 1912 in die Vereinigten Staaten geflohen war.

Das Paar ließ sich kurz in Newark nieder, wo ihre Tochter namens Clara 1924 zur Welt kam. Ein paar Jahre später zog die Familie nach San Francisco in Kalifornien um. Laut des Zensus in den Vereinigten Staaten im Jahr 1930 wurde Clara von ihrer armenischen Mutter und ihrer armenischen Großmutter in San Francisco großgezogen, wo sie Paul Jobs im Jahr 1946 traf und heiratete. Nachdem sie mehr als ein Jahrzehnt lang versucht hatten, selbst Kinder zu bekommen, adoptierte das Paar einen Babyjungen und nannte ihn Steve.

Quellen: USA Today Macworld American Thinker Daily Mail The Daily Beast. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com.

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